Quo vadis RB Leipzig?

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FaulerZauber
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Re: Quo vadis RB Leipzig?

Beitrag von FaulerZauber » Mo 24. Aug 2020, 10:51

Interessanter Thread, der die Entwicklung der RB-Fanszene gut widerspiegelt, ein erstaunlich hoher Anteil, der meint "Red Bull soll halt mal weiter die Geldschatulle öffnen". Dass Red Bull weiter investiert, ist angesichts des wachsenden Werbewertes sicher eine legitime Erwartung, aber manch einer scheint sich in Sphären von City oder PSG zu wähnen.

Ich denke nicht, dass wir mittelfristig mehr erreichen werden, ein Titel wäre ein Betriebsunfall, aber keine logische Folge. RBL wird sich in den nächsten fünf Jahren stabilisieren müssen. Wenn das gelingt, ist das ein großer Erfolg. Wie @Rumpelstilzchen schon geschrieben hat, war es mit der "Anschubfinanzierung" und der Konkurrenzsituation möglich, Spieler aus der 2. Liga heraus zu entwickeln. Dass das so geklappt hat, lag auch an sehr guter sportlicher Arbeit, nicht zuletzt von Rangnick.

Das wird sich für die kommende Generation nicht wiederholen lassen. Spieler für das aktuell benötigte Niveau müssen relativ teuer hinzugekauft werden. Wenn man sieht, was für Spieler wie Sörlöth, Schick oder Rashica - allesamt zweite Reihe im internationalen Vergleich - aufgerufen werden, bekommt man eine Vorstellung davon, wie hoch der finanzielle Aufwand wäre.

Das zweite wichtige Argument ist das Gehaltsgefüge. Unabhängig von der Frage, wieviel ich investieren kann, muss darauf geachtet werden, dass dieses Gefüge nicht auseinanderbricht. Bislang ist das m.E. relativ gut gelungen, das nach und nach auf oberes Bundesliganiveau anzupassen, aber um gehaltstechnisch mit z.B. dem FC Bayern mitzubieten, müsste man die Struktur komplett aufbrechen. Will das jemand ernsthaft?

Für die nächsten fünf Jahre dürften folgende Punkte wesentlich sein:
1. einen Kern an Spielern weiter zu binden, die keine realistischen Ambitionen für die Top 6 in Europa haben
2. stark zu investieren in 1-2 Toptalente, die man zum Mitwachsen einbaut
3. zusätzlich in 1-2 Spieler pro Jahr zu investieren, die nicht mehr - wie bislang - ihren ersten großen Vertrag, sondern den zweiten großen Vertrag unterschreiben (also Spieler Mitte 20)
4. Spots für Spieler aus dem Jugendbereich schaffen, indem die Kaderbreite reduziert wird (Voraussetzung: Ertüchtigung der Jugendarbeit, da liegt viel im Argen, siehe Thread zur Jugendarbeit)

Abschließend etwas zum Thema Deutschenquote: mir ist dieser Nationalstaatsdünkel unbegreiflich. Ist doch vollkommen egal, ob mein Poulsen aus Kopenhagen oder aus Düsseldorf kommt. Auf der anderen Seite brauche ich weder einen Söldner aus Bad Tölz noch einen aus Bordeaux. Die Akzeptanz von RB steigt nicht relevant wegen Werner und Halstenberg im DFB-Dress, da schaut gefühlt eh keiner mehr zu, sondern auf Grund des Auftretens des Vereins: dynamisch, erfolgreich, wachsende Stetigkeit, etc.

Was ich noch nachvollziehen kann, ist der Wunsch, Spieler, die im eigenen Nachwuchs ausgebildet wurden, im Team zu sehen. Ist meistens zwar nur ein Feigenblatt, aber zumindest auch sportlich und wirtschaftlich zweckmäßig darauf hinzuarbeiten, da es auf Europapokalebene eine "Local Player-Quote" gibt. Daher auch Ziff. 4 (s.o.)
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Re: Quo vadis RB Leipzig?

Beitrag von Fanblock-Gänger » Mo 24. Aug 2020, 11:02

Danke, FaulerZauber! Ich denke, so wird die Linie RBs sein (müssen).
Wobei der Gewinn eines Titels mE kein "Betriebsunfall" wäre. Es sei denn, man sieht das auch betreffs anderer Mannschaften ähnlich. :cool:

Oben mit spielen, unter den Top 4 bestenfalls, das ist das, worauf sich RB konzentrieren sollte. Und ein gutes Abschneiden in der CL, d.h. für mich, mindestens Überstehen der Gruppenphase.

Und wer hofft, dass wir "gestandene" Spieler mit Stareffekt holen würden, der ist bei uns falsch. Habe ich schon mal gesagt. Das galt unter RR und gilt mE auch nach RR. Und Mateschitz wird davon mE auch nicht abweichen.

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roger
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Re: Quo vadis RB Leipzig?

Beitrag von roger » Mo 24. Aug 2020, 12:34

FaulerZauber hat geschrieben:
Mo 24. Aug 2020, 10:51
Interessanter Thread,
Sehr schöner Beitrag, danke.

Für die nächsten fünf Jahre dürften folgende Punkte wesentlich sein:
1. einen Kern an Spielern weiter zu binden, die keine realistischen Ambitionen für die Top 6 in Europa haben
2. stark zu investieren in 1-2 Toptalente, die man zum Mitwachsen einbaut
3. zusätzlich in 1-2 Spieler pro Jahr zu investieren, die nicht mehr - wie bislang - ihren ersten großen Vertrag, sondern den zweiten großen Vertrag unterschreiben (also Spieler Mitte 20)
4. Spots für Spieler aus dem Jugendbereich schaffen, indem die Kaderbreite reduziert wird (Voraussetzung: Ertüchtigung der Jugendarbeit, da liegt viel im Argen, siehe Thread zur Jugendarbeit)
1. Ist der Ritt auf der Rasierklinge. Gut genug, um uns regelmäßig in die Champions League zu bringen, aber ohne Ambition Richtung absoluter Topklasse? Ich glaube Ambition ist da das richtige Wort, da Potential dafür dann sicher da ist. Wir müssen hier (weiter) eine Wohlfühloase schaffen und die charakterlich richtigen Spieler holen, damit sie eben auch wenn noch mehr Geld winkt lieber dableiben.

2. und 3. sind halt eine Geldfrage. Hier lauern große Risiken, die man aber eingehen muss.

4. Probleme sind hinlänglich bekannt. Kaderbreite reduzieren ist aber nicht der Weg. Es muss einfach ausreichende Qualität nachkommen.
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RotorBrowser
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Re: Quo vadis RB Leipzig?

Beitrag von RotorBrowser » Mo 24. Aug 2020, 14:44

Fanblock-Gänger hat geschrieben:
Mo 24. Aug 2020, 11:02
Danke, FaulerZauber! Ich denke, so wird die Linie RBs sein (müssen).
Wobei der Gewinn eines Titels mE kein "Betriebsunfall" wäre.

Sehe ich auch so! Und mit Haaland hätte der "Betriebsunfall" --Deutscher Meister--passieren dürfen. 11 Unentschieden-----darf gar nicht an seine Tore in Dt denken.

Und die CL wäre......

Ich hör lieber auf! Denn da sind wir schon wieder bei der Arbeit des Vereins und beim Geld! :cry:

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Re: Quo vadis RB Leipzig?

Beitrag von Fanblock-Gänger » Mo 24. Aug 2020, 16:38

Hör mir bitte mit Haaland auf!
Er würde von seiner Persönlichkeit nicht zur Mannschaft passen. Ich, und ich glaube auch RB, braucht keine One-man-Show. Offenbar hat er auch nicht ins Gehaltsgefüge gepasst.
Ich brauche auch keine Kamerateams hier, die über jeden Furz berichten, den Haaland lässt.

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Re: Quo vadis RB Leipzig?

Beitrag von Pointer » Di 25. Aug 2020, 00:33

Fanblock-Gänger hat geschrieben:
Mo 24. Aug 2020, 16:38
Hör mir bitte mit Haaland auf!
Er würde von seiner Persönlichkeit nicht zur Mannschaft passen. Ich, und ich glaube auch RB, braucht keine One-man-Show. Offenbar hat er auch nicht ins Gehaltsgefüge gepasst.
Ich brauche auch keine Kamerateams hier, die über jeden Furz berichten, den Haaland lässt.
Auch wenn seine Entscheidung zum BVB zu gehen etwas mit dem Gehalt zu tun gehabt haben mag, jeder seiner "Furze" hat den BVB voran gebracht und vorher auch RBS.
Wann immer er "One-Man Shows" geliefert hat, dann waren das Tore und Emotionen, die den Mitspieler des BVB die notwendige Mentalität zurück gebracht haben.
Sein erstes Spiel ein klares Zeugnis dafür.
Ich trauere ihm nicht nach, aber ich sehe aktuell einen Verein in beginnender Auflösung. Viele langjährige Mitstreiter haben den Verein verlassen, sahen offenbar keine Perspektive mehr.
Was Du forderst ist Mittelmaß - und mit dem Duo Mintzlaff und Scholz hat sich der Verein dafür gut aufgestellt.
Quo Vadis RB L ? Die Zukunft erscheint Düster!

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Re: Quo vadis RB Leipzig?

Beitrag von The-Last-ReBeL » Di 25. Aug 2020, 07:39

Ich verstehe auch nicht wo manche ihre tiefenpsychologische Menschenkenntnis aus der Ferne von schönen Leipzig aus hernehmen. Fakt ist das uns so ein Stürmer gut getan haette. Wenn das Gesamtpaket zu teuer war,steht das auf einen anderen Blatt.
Sollte die Entwicklung wirklich ins Mittelmaß gehen so wie Hertha und andere, dann tue ich mir mit Sicherheit nicht alle Spiele mehr an.
https://www.youtube.com/watch?v=x-D33GlUfyw

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Re: Quo vadis RB Leipzig?

Beitrag von Fanblock-Gänger » Di 25. Aug 2020, 07:43

Haaland hat die Schwächen der BVB-Mannschaft kaschiert. Er hätte in das Mannschaftsgefüge gepasst. Und gestern hörte ich schon wieder seinen Berater damit kokettieren, er könnte ja zu einem anderen Verein wechseln. Allerdings "dieses Jahr nicht." Na immerhin.

Dass es einen Umbruch im Verein gibt heißt für dich, RB versinkt im Mittelmaß, obwohl die Nachwuchsarbeit das insofern bislang war, dass kaum ein Spieler Perspektivspieler für die 1. Mannschaft ist. Und die U19 es bspw. nie geschafft hat, in der BL Erfolge einzufahren oder in der Position war, die Gruppenphase der Youth League zu überstehen. Im Unterschied dazu hat es, nachdem sie die Youth League sogar gewonnen hatten, der Nachwuchs von RBS dieses Jahr bis ins Halbfinale geschafft.

Um die Spitze der BL mitzuspielen und regelmäßig CL zu spielen ist für mich von Mittelmaß weit entfernt. Und inwiefern neues Personal im sportlichen Bereich für Mittelmaß steht kann ich nicht beurteilen. Für mich deutet momentan nichts darauf hin. Aber du bist hier nicht der Einzige, der den Abgang von RR und auch von Personal, das unter ihm gearbeitet hat, als ein Abrutschen ins Mittelmaß sieht. Argumentativ sehe ich da nichts, außer eine diffuse Ahnung.
Sollte die Entwicklung wirklich ins Mittelmaß gehen so wie Hertha und andere, dann tue ich mir mit Sicherheit nicht alle Spiele mehr an.
:roll:

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Re: Quo vadis RB Leipzig?

Beitrag von Frankenfan » Di 25. Aug 2020, 08:17

Wir diskutieren hier, ob unsere Ambitionen dahin gehen sollten, Titel zu gewinnen, ober ob wir damit zufrieden sind, dass wir in Deutschland um Platz 3 bis 4 kämpfen in Verbindung mit einer dementsprechenden Position 20-30 in Europa.

Mich würde dazu interessieren, wie unser Gründer, Investor und Sponsor darüber denkt. Denn wir sind uns sicher alle einig, dass ohne Red Bull an Leipzig als Bundesligastandort nicht zu denken wäre.
Und daher glaube ich auch, dass Red Bull die Ziele unseres Vereins bestimmt. Mintzlaff-Denke hin oder her.
Dabei kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass Red Bull Unsummen in die Nachwuchsarbeit sowie in die Standorte in Brasilien und New York pumpt, und dabei keinen Titel im Blick hat.

Und dieser Aspekt macht mich froh, weil ich als Fan von RBL mir mittelfristig schon mehr wünsche, als jedes Jahr "nur" den jetzigen Status Quo zu bestätigen.

Und deshalb gehe ich davon aus, dass wir die nächsten Jahre auf dem Transfermarkt nicht weiter so defensiv agieren, wie es augenblicklich den Anschein hat.

Und: Ich bin nicht im falschen Verein, nur weil ich mir Titel wünsche. Auch wenn sowas in diesem Forum manchmal so geäußert wird. Auch wir Titel-Ambitionierten gehören dazu!

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lgwgnr
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Re: Quo vadis RB Leipzig?

Beitrag von lgwgnr » Di 25. Aug 2020, 10:52

Frankenfan hat geschrieben:
Di 25. Aug 2020, 08:17
[...] Mich würde dazu interessieren, wie unser Gründer, Investor und Sponsor darüber denkt. [...]
Rein vom Gefühl her: Kurz- und mittelfristig soll der Verein schuldenfrei sein und nicht mit dem FFP anecken. Längerfristig kann als oberstes Ziel einfach nur Meisterschaft, Pokal und Champions League stehen. Alles andere würde mich doch sehr wundern. Wenn man sich andere europäische Vereine und solch Investoren-Einstiege anschaut (Chelsea, PSG, City) ist genau das auch dort die Maßgabe. Auch wenn wir natürlich deutlich konservativer an die Sache gehen als die genannten Vereine.

Ich persönlich freue mich, wenn wir in der aktuellen Situation weiterhin oben mithalten können und hier und da auch die wirklich Großen ärgern können. Auch für weitere Überraschungen bin ich gerne zu haben. Doch nach jetzigem Stand sollte man eher zusehen, nicht von hinten überholt zu werden als dass man die nationale Spitze wirklich angreifen will.
Rasenball, Du bist mein Verein.
Messestadt Leipzig, da bist Du daheim.
Rasenball, wir sind für Dich da.
Völlig egal, ob fern oder nah!

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