Diskussion um die Lizenz für unseren Verein

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Liga1 2015
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Diskussion um die Lizenz für unseren Verein

Beitrag von Liga1 2015 » Mi 14. Sep 2011, 04:59

http://de.wikipedia.org/wiki/50%2B1-Regel" onclick="window.open(this.href);return false;

Angesichts der aktuellen Lage kann man hier diskutieren, fachsimpeln und prophezeien, wie unser Verein auf die Vorderungen der Verbände reagieren wird, oder soll.

Die Frage lautet vor allem, wie bringt man die (berechtigten) Interessen des Red Bull Konzerns mit den Statuten des DFB in Einklang.
Welche Vor- und Nachteile ergeben sich daraus für den Verein und die Fans.

Platz für eine hoffentlich sachliche Diskussion, und bitte, dieses ist kein board für "Hassprediger".
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bullish!
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Re: 50+1 "Verein" auf Biegen und Brechen

Beitrag von bullish! » Mi 14. Sep 2011, 07:36

Das Thema "knallt" jetzt für mich nicht unerwartet hoch bzw. in die Medien. Wurde bisher, noch ohne (Aufstiegs-) Not, nach dem "3-Affen-Prinzip" verfahren, kocht nun externer Gesprächs- und im Ergebnis Handlungsbedarf hoch. Gut ist, dass man miteinander spricht - dies vorallem rechtzeitig! Es sprechen m.E. auch die richtigen vernetzten Leute bzw. dem spezielle juristischem Hintergrund miteinander. Für den DFB ist das Thema auch "Neuland" - hat man es in Frankfurt doch meist mit (unzureichenden) Bilanzen zu tun. Insofern wird eine, wie auch immer aussehende Entscheidung, auch Pilotfunktion haben. Ich bin sicher, dass der kleinste gemeinsame Nenner gefunden wird - Zeit dazu ist im Moment ausreichend. :drum:
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Skeptiker
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Re: 50+1 "Verein" auf Biegen und Brechen

Beitrag von Skeptiker » Mi 14. Sep 2011, 07:54

50+1 gibt's schon hier:

http://www.rb-fans.de/forum/viewtopic.p ... 0&start=90" onclick="window.open(this.href);return false;

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Re: 50+1 "Verein" auf Biegen und Brechen

Beitrag von Rojiblanco » Mi 14. Sep 2011, 08:09

bullish! hat geschrieben:Das Thema "knallt" jetzt für mich nicht unerwartet hoch bzw. in die Medien. Wurde bisher, noch ohne (Aufstiegs-) Not, nach dem "3-Affen-Prinzip" verfahren, kocht nun externer Gesprächs- und im Ergebnis Handlungsbedarf hoch. Gut ist, dass man miteinander spricht - dies vorallem rechtzeitig! Es sprechen m.E. auch die richtigen vernetzten Leute bzw. dem spezielle juristischem Hintergrund miteinander. Für den DFB ist das Thema auch "Neuland" - hat man es in Frankfurt doch meist mit (unzureichenden) Bilanzen zu tun. Insofern wird eine, wie auch immer aussehende Entscheidung, auch Pilotfunktion haben. Ich bin sicher, dass der kleinste gemeinsame Nenner gefunden wird - Zeit dazu ist im Moment ausreichend. :drum:
Es wurde aber auch Zeit, dass sich einer der beiden Leipziger Gazetten mal intensiv mit dem Thema beschäftigt. Hoffentlich bleibt Guido jetzt am Ball.

Ansonsten kennen wir uns wohl zu wenig mit Vereinsrecht und den DFB-Statuten aus, um hier eine zielführende Diskussion zu führen. Zumindest wissen wir nun aber, was den DFB konkret stört: Allmächtiger Ehrenrat, Nicht-Aufnahme von Mitgliedern im Verein und die damit einhergehende fehlende Mitgliederversammlung bzw. das Mitspracherecht. Wie man das nun alles sinnvoll (!) unter einen Hut bringen will, davon hab ich nicht ansatzweise eine Ahnung.

Da der DFB am längeren Hebel sitzt, wird sich Red Bull wohl beugen und den Ehrenrat in seinen Rechten beschneiden müssen.

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Re: 50+1 "Verein" auf Biegen und Brechen

Beitrag von Fanblock-Gänger » Mi 14. Sep 2011, 08:25

Ich verstehe nicht, warum das Thema jetzt hoch kocht. Hatte der DFB genau vor einem Jahr prophetische Fähigkeiten in Sachen Nicht-Aufstieg?
Dennoch finde ich es wichtig, dass dies jetzt auch öffentlich begleitet wird. Es ist interessant und vielleicht kann der ein oder andere Fan künftig tatsächlich Vereinsmitglied werden? Nur: Mit welchem Ziel?

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Re: 50+1 "Verein" auf Biegen und Brechen

Beitrag von österreicher » Mi 14. Sep 2011, 08:40

Ja war mit Platz 1 zu erwarten, dass die Diskussion wieder aufflammt.

Ich finds gut, weil so auch aufgezeigt wird, das DFB und RB hier sehr wohl an einer Lösung arbeiten (und entgegen der landläufigen Meinung der DFB ein sehr großes Interesse daran hat, eine Ostmannschaft in der 1. BuLi zu haben, die wirklich vorne mitspielen kann, und ganz ehrlich Red Bull ist *derzeit* hier der aussichtsreichste Kandidat).

Warum man bei RB nicht von Anfang an Neue Mitgliedschaften ohne Stimmrecht zugelassen hat, ist mir ein wenig ein Rätsel. Was ich mir denken kann, ist aus Angst, dass der DFB denen dann ein Stimmrecht aufdrücken könnte, dass wär ziemlich schlecht.

Ich sag mal, dass wird für viele Vereine ziemlich grenzwertig, aber juristisch einwandfrei gelöst werden, und dann ein Konstrukt sein, dass die nächsten 17 Jahre übersteht, danach ist 50+1 worscht :twisted:

Tauri
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Re: 50+1 "Verein" auf Biegen und Brechen

Beitrag von Tauri » Mi 14. Sep 2011, 10:13

Der DFB muss sich zwangsläufig mit der Regel und mit den davon betroffenen Vereinen auseinandersetzen, weil er genau weiß, dass diese Bestimmungen einer rechtlichen Überprüfung durch ein ordentliches Gericht nicht Stand halten würde.
Die Entscheidung des Schiedsgerichts (Kind-Urteil) hat ja bereits zu einer Lockerung in die richtige Richtung geführt.
Wenn der DFB bzw. die DFL den Vereinen nicht entgegen kommen würden, müssen sie damit rechnen, dass der ordentliche Rechtsweg beschritten wird und die Regel in Gänze gekippt wird.
Diese Blöße möchte man sich nicht geben. Funktionäre und Vereine sind zum Konsens verdammt.
Da wird es auch zukünftig ein gegenseitiges Entgegenkommen geben.

Die derzeitige Regelung verstößt offenbar gegen das Europarecht, Handels-Wettbewerbs- und Kartellrecht.
So ist es überall nachzulesen. Auch in Deutschland gilt das Recht auf Gewerbe- und Kapitalsverkehrsfreiheit. Nur wo kein Kläger, da kein Richter.
"Bei wichtigen Themen gibt es immer Aspekte,
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Re: 50+1 "Verein" auf Biegen und Brechen

Beitrag von Imperator » Mi 14. Sep 2011, 11:22

Ich zitiere dann auch gern hier nochmal meine erste Reaktion aus dem Laberthread der Nacht.
Imperator hat geschrieben:... wenn man die Artikel genau liest, merkt man das wirklich alle recht entspannt zu sein scheinen, und das das "zarte Pflänzlein" sehr wohl die Unterstützung des DFB inne hat.
Das es lizenztechnisch immer recht eng war/ist, ist doch schon seit dem Gründungstag bekannt.
Und das man je nach Ligenhöhe "nachbessern" muss, sollte wirklich auch allen klugen RB Köpfen klar gewesen sein.

Wenn sie ein weiteres Vereinsmitglied brauchen, welches RB-gerecht entscheiden soll/wird, ... kann mir der Verein gern eine PM schicken. ;) :)
... und warum muss denn noch ein 50+1 Thread gemacht werden?
Wir haben doch schon ein Sammelsurium diesbezüglich.
Kann man das hier, nicht mit dort reinschieben? ;)
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DerWürfler
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Re: 50+1 "Verein" auf Biegen und Brechen

Beitrag von DerWürfler » Mi 14. Sep 2011, 12:32

Da ich selber Finanzvorstand in einem Verein bin möchte ich mich mal dazu äußern.

Das Problem ist nicht die Nichtaufnahme von Vereinsmitgliedern. Das Problem ist die Struktur des Vereins.

Vorab: Auch für RB gilt das deutsche Vereinsrecht. Es wird ja immerwieder darauf hingewiesen das RB ein e.V., also ein Verein nach deutschem Vereinsrecht ist.
Wie die LVZ schon richtig schrieb ist nach deutschem Vereinsrecht neben dem Vorstand die Mitgliederversammlung als Kontrollinstanz des Vorstands das wichtigste Organ in einem Verein. Dieses Organ findet bei RB aber nicht statt. Es wird weder der Vorstand zur Wahl von den Mitgliedern vorgeschlagen, wedernoch wird dieser von der Mitgliederversammlung demokratisch gewählt. Die Variante mit dem Ehrenrat (in dem DM Vertraute schachert) ist nach Vereinsrecht nicht zulässig, da das Organ der Mitgliederversammlung nicht stattfindet. Ergo würde nach aktueller Vereinssatzung spätestens bei Lizenzantrag für Liga 3, bei der eine Prüfung der Vereinssatzung erfolgt, eine Lizenz nicht erteilt werden.

RB muß seine Vereinssatzung nun dahingehend ändern, das die Mitgliederversammlung nun tatsächlich eingeführt wird und diese einmal im Jahr stattfindet und nicht eine Sitzung des Ehrenrats als diese ausgegeben wird. Desweiteren muß nun in Zukunft von der Mitgliederversammlung der Vorstand gewählt werden. Im Klartext heißt das nun, das der Ehrenrat in seiner Machtfülle beschnitten werden müßte und diese in die Hände der Vereinsmitglieder (in Form der Mitgliederversammlung) abgibt. Eine Aufnahme von passiven Mitgliedern schließe ich für die Zukunft weiterhin aus. Es werden, so denke ich, auch in Zukunft nur Aktive (Fußballer, Betreuer usw.) im Verein Mitglieder sein und an der Mitgliederversammlung teilnehmen können.
Sooo...Sommerpause ist vorbei!

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ThunderBlaze
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Re: 50+1 "Verein" auf Biegen und Brechen

Beitrag von ThunderBlaze » Mi 14. Sep 2011, 12:36

Tauri hat geschrieben:Die derzeitige Regelung verstößt offenbar gegen das Europarecht, Handels-Wettbewerbs- und Kartellrecht.
So ist es überall nachzulesen. Auch in Deutschland gilt das Recht auf Gewerbe- und Kapitalsverkehrsfreiheit. Nur wo kein Kläger, da kein Richter.
Und noch mal zum mitschreiben: Der Sport hat das Recht sich selbst zu organisieren. RB kann ja seine Freiheiten ausüben, müssen aber halt damit leben keine Lizenz zu erhalten. Die 50+1 Regel ist enorm wichtig und wird definitiv nicht gekippt werden, das wollen die meisten Klubs ohnehin nicht.

Defacto ist es nun so: Entweder RB krempelt das Gebilde zu einem richtigen Verein um oder aus die Maus.
Fanblock-Gänger hat geschrieben:Nur: Mit welchem Ziel?
Warum wird man wohl Mitglied. :zzz:
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