Seite 1 von 1

LVZ vom 17.03.2012, Der innere Schweinehund spielt mit

Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 07:37
von Jupp
Der innere Schweinehund spielt mit

Leipzig. Es gibt Dinge, die mögen Fußballer gar nicht. So schlagen Verletzungen, stockende Gehaltszahlungen, Ersatzbank oder miese Noten im Kicker aufs Gemüt. Weit oben auf der "Bitte-nicht!"-Liste steht auch der Wetterumschwung von kalt zu warm.
Macht müde, trifft den Athleten im Mark. In und um München existiert eine besondere Form des Temperaturanstieges namens "Föhn". Der war schon zu Peter Pacults Zeiten bei 1860 München gefährlicher als manche Gastmannschaft. Wenn es föhnt, tut der Kopf und jeder Schritt weh, "musst du dich im Spiel quälen", erinnert sich der aktuelle RB-Coach an alte Profi-Zeiten. Bis nach Leipzig hat es der Föhn zwar nicht geschafft, das Frühlingserwachen macht die Heimaufgabe der Roten Bullen gegen Hertha BSC Berlin (Sonntag, 13.30 Uhr) aber nicht einfacher.
Damit sich die urplötzlich vom Eise und von Wollmützen befreiten Männer um Kapitän Daniel Frahn ans neue Wetter gewöhnen, wird heute zur Anstoßzeit trainiert und akklimatisiert. Weil RB wie immer gewinnen und entsprechend viel rennen muss, ist beim Duell gegen den unberechenbaren Bundesliga-Unterbau eiserner Wille im steten Kampf mit dem inneren Schweinehund gefragt. Verteidiger Fabian Franke: "Wir müssen präsent sein und aggressiv in die Zweikämpfe gehen."
Klar scheint, dass Carsten Kammlott die besten Aussichten hat, den verletzten Timo Röttger zu ersetzen. Auch von Paul Schinke hält Pacult viel. "Ein guter Fußballer." Der aber zu sehr mit sich und seinen Fehlern hadert, so PP, mehr aus sich herkommen muss. "Paul kommt ein bisserl lethargisch rüber. Wenn dem die Pamela Anderson begegnet, geht der weiter." Ein Mann wie "Mister 1000 Volt" Stefan Kutschke würde mit der Baywatch-Dame wohl anders verfahren. Stürmer Kutschke ist noch ein Spiel gesperrt, Schinke ein Mann mit kleinem Ego und vielleicht großer Zukunft.

Guido Schäfer