LVZ vom 03.04.2012, RB verspricht österliche Auferstehung

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Maradona
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LVZ vom 03.04.2012, RB verspricht österliche Auferstehung

Beitrag von Maradona » Mo 2. Apr 2012, 22:12

Routinier Wallner: Wir sind selbstkritisch / Kapitän Frahn: So werden wir nicht mehr spielen

Leipzig. Wer auf ein 1:1 der Cottbusser U23 bei den potenten Roten Bullen Geld gesetzt hätte, könnte den Rest seines Lebens in einer karibischen Hängematte verbringen und Gott einen guten Mann sein lassen. Ein Punktgewinn der blutjungen Energie-Bubis bei den Rasenballern war ähnlich naheliegend wie eine Fusion zwischen RB und dem 1. FC Lok oder ein gemeinsamer USA-Urlaub der Herren Michael Ballack und Joachim Löw.
Die Voraussetzungen waren klar, ließen keinen Raum für Fantasie: Der Tabellenerste RB ist nach einem 5:1-Triumph in Plauen supergut drauf, auf jeder Position besser besetzt als Underdog Energie, braucht die drei Punkte unbedingt, wird - natürlich - gewinnen. Nach dem zeitigen 1:0 durch Tim Sebastians Kopfball von der Strafraumgrenze (17.) schien alles den erwarteten Verlauf zu nehmen, schallte es aus dem Fanblock der Gastgeber in Erinnerung ans 8:2 gegen Wilhelmshaven: "Wir haun euch die Bude voll". Derartige Parolen nennt man: kontraproduktiv. Und sie hatten nichts mit der Realität des Kicks zu tun. Cottbus war nicht Wilhelmshaven - und RB weit entfernt von der Form und Überzeugung jenes Glanztages.
Als die Partie abgepfiffen wurde, lagen sich die Cottbusser in den Armen, hatten ein 1:1 geholt. Nach beeindruckendem ersten Durchgang folgte die schlechteste zweite Leipziger Halbzeit der Saison. Die RB-Fußballer und ihre über 6000 Fans schlichen desillusioniert und tiefergelegt in den Sonntagabend. Tenor der RB-Fans in den Kneipen des Waldstraßenviertels: So steigen wir/die nicht auf. "So wie in der zweiten Halbzeit werden wir auch nicht mehr kicken", versprach Kapitän Daniel Frahn, der die aktuelle eine "verrückte Saison" nennt und vorm Spiel beim FC St. Pauli (Sonntag) eine "richtige Antwort" in Form dreier Punkte in Aussicht stellt. Man sei nach dem 0:1 in Hamburg wiedergekommen, werde dass auch diesmal. Auferstehungen sind ja gerade zur Osterzeit beliebt.
Wenn Fußballprofis neben den Schuhen wandeln, wird in den Krümeln gesucht. Zu hart, zu weich trainiert? Zu spät, zu früh im Bett? Oder reden die Männer nicht genug miteinander? Alles Quatsch, sagt Frahn. "Es gibt diese Spiele, die muss man ab- haken." Und, nein, man werde sich jetzt nicht zu einem bierseligen Krisengespräch unter zweifelnden Männern treffen. "Reden schwingen bringt nichts."
Sieht Routinier Roman Wallner genauso. "Wir sind selbstkritisch, jeder einzelne weiß, welche Chance wir liegengelassen haben. Dafür braucht es keine Mannschaftssitzung." Weil Selbsterkenntnis der erste Weg zur Besserung ist, eierte auch Torhüter Pascal Borel nicht herum und nahm den späten Freistoß-Ausgleich (82.) auf seine Kappe. "Ich sehe das Ding spät, muss ihn trotzdem haben."
Coach Peter Pacult mag Fußballer, die in sich gehen. Weil das so ist, wird am eigentlich freien Dienstag heute eisern trainiert. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Guido Schäfer

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