LVZ vom 15.05.2012, "Habe letzte Chance verbockt"

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Jupp
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LVZ vom 15.05.2012, "Habe letzte Chance verbockt"

Beitrag von Jupp » Mo 14. Mai 2012, 22:19

"Habe letzte Chance verbockt"
RB-Keeper Pascal Borel erlebt gegen Wolfsburg den bittersten Moment seiner Karriere


Leipzig. Wenn Torhüter einen Haltbaren reinlassen, wird das hinterher je nach Auswirkung aufs Ergebnis groß oder klein abgehandelt. RB-Keeper Pascal Borel hat am vorletzten Spieltag der Regionalliga einen Haltbaren reingelassen, der den Roten Bullen die Chance auf den Aufstieg nahm. Brennt sich ins Gedächtnis ein. Aus diesem Stoff entstehen Sündenböcke, zuweilen Hassobjekte. Borel, 32, über das 2:2 gegen Wolfsburg, das Schicksal eines jeden Torwächters, aufmunternde Anrufe der Kollegen und Zeitungsabstinenz.
Frage: Kapitän Daniel Frahn nahm eine Teilschuld in der Entstehungsgeschichte des Ausgleich auf seine Kappe. Ist das nobel und tröstlich?
Pascal Borel: Wenn Daniel eine Schuld hat, dann ein Prozent, mir gehören 99 Prozent. Ich muss das Ding haben, da gibt es keine zwei Meinungen. Mir tut es leid für die Mannschaft, den Verein, die Fans, die Stadt.
Ein Abwehr-Bein hätte Sie retten können. Wo war das Beinchen?
Es war keins da, weil alle dachten, dass ich den Ball festhalte. Ich hab das ja auch gedacht.
Was war in besagter Szene los? Hatten Sie Angst vor einem Crash mit dem Pfosten? Waren Sie zu früh am Boden? Sprang der Ball seltsam auf?
Ich bespreche das mit meinem Torwarttrainer Perry Bräutigam. Das versteht wahrscheinlich eh nur ein Torhüter. Fakt ist: Ich habe die Pappnase auf, habe unsere letzte Chance verbockt.
Bitterster Moment Ihrer Karriere?
Ja, da gibt es auch keinen Trost.
Wie haben Ihre Teamkollegen reagierte? Haben Sie überhaupt reagiert?
Ein paar Jungs haben mich angerufen, versucht, mich aufzubauen. Das spricht für den Geist dieser Mannschaft, tröstet aber wie gesagt nicht.
Sie haben in mehreren Spielen Punkte gerettet, greifen gegen Cottbus und Wolfsburg daneben und sind der Depp. Den Letzten beißen die Wölfe.
Ich habe eine ordentliche Runde gespielt und eigentlich keine schlechte Bilanz. Aber was haften bleibt ist Wolfsburg. Wenn ich Fan wäre, hätte ich nach dem Wolfsburg-Spiel auch gesagt, dass der Borel blind ist und den Aufstieg auf dem Gewissen hat. Damit muss man als Torhüter leben.
Wie läuft Ihre Frustbewältigung?
Trainieren, keine Zeitungen lesen, etwas mit meiner Frau unternehmen. So etwas braucht Zeit, das hakt man nicht in zwei Tagen ab.
Ihr Vertrag läuft noch ein Jahr. Werden Sie den mit dem Malus des 33. Spieltages erfüllen können/dürfen?
Davon gehe ich aus. Aber wer bei Red Bull unter Vertrag steht, weiß, dass der Club immer neue Spieler sucht. Wenn die einen besseren Torwart finden, holen sie den. Das ist das Geschäft. Ich würde gerne bleiben und kämpfe um meinen Platz.
Nach dem Aus im Aufstiegsrennen gab es auf dem Feld und in der Kabine Sturzbäche Tränen. Legionäre weinen nicht, Herr Borel.
Die Spieler hängen mehr an dem Verein und dem Aufstieg, als man ihnen zutraut. Die Truppe ist okay, die Identifikation mit dem Club und der Stadt stimmt. Daran hat es nicht gelegen.

Interview: Guido Schäfer
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