LVZ vom 24.05.2012, Magath will Kutschke

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Maradona
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LVZ vom 24.05.2012, Magath will Kutschke

Beitrag von Maradona » Mi 23. Mai 2012, 22:02

Verhandlungen laufen: Wolfsburg-Trainer sieht im RB-Stürmer einen zweiten Edin Dzeko

Leipzig. Als die Red-Bull-getunten Rasenballer 2011 im Pokal auf Volkswagen-alimentierte Wolfsburger trafen, waren mindestens zwei Brüder im Geiste vereint. Die Ernst-Happel-Zöglinge Peter Pacult (RBee) und Felix Magath (VWee) mögen sich sehr - und zeigten das rund um den Hit in der RB-Arena auch. Jetzt wird die Trainer-Freundschaft auf ein harte Probe gestellt. Felix, der Glückliche, will von Peter, dem Großen, keinen kleinen Gefallen. Magath, 58, will RB-Sturmtank Stefan Kutschke, 23.
Von Guido Schäfer
Magath hat den Stürmer mehrfach beobachtet, sich in den furchtlosen Normannenschrank verguckt. Nach LVZ-Informationen hat Magath sowohl beim Spieler (Vertrag läuft noch ein Jahr) als auch bei Pacult vorgesprochen, will den Transfer schnell über die Bühne bekommen. Kutschke will diese einmalige Chance auf die erste Bundesliga unbedingt nutzen. Fehlt nur noch das Ja-Wort des in Leipzig alles entscheidenden Peter Pacult. Der würde den immer willigen 13-fachen Saisontorschützen natürlich gerne behalten, ist aber entgegen anderslautender Gerüchte auch ein Mensch aus Fleisch & Blut - und zudem Fußballer durch und durch.
Der Wiener kann im Detail nachvollziehen, was in Stefan Kutschke aktuell vorgeht, wie groß die Sehnsucht nach Erstliga-Fußball ist. 1981 ist Pacult mit 22 Jahren vom kleinen Floridsdorfer AC zum großen Wiener Sport-Club gewechselt, startete durch, machte Karriere. Man hat ihn damals in Floridsdorf gehen lassen. Schweren Herzens, aber auch stolz. Geschichte und Geschichten wiederholen sich ...
Klar ist: Beim VfL Wolfsburg besteht auf der Position Keilstürmer Handlungsbedarf. Die ähnlich wie Kutschke gestrickten Sebastian Polter (21/nach Nürnberg ausgeliehen) und Kevin Scheidhauer (20/wechselt wohl zum VfL Bochum) verlassen die Wölfe. Der Kroate Mario Mandzukic, 26, spielte zwar eine gute Bundesliga-Saison, ist aber ein schwieriger Kunde und darf laut Magath gegen eine adäquate Ablösesumme gehen.
Der Weg wäre also frei für Kutschke. Der könnte, so Magath im kleinen Kreis, ein zweiter Edin Dzeko, 26, werden. Den Bosnier hatte Magath 2007 bei TK Teplice entdeckt und für vergleichbar kleines Geld verpflichtet. Der Rohdiamant wurde vom Chef-Schleifer der Bundesliga geschliffen, lernte Magaths Hügel der Leiden kennen und wechselte im Januar 2011 als Bundesliga-Topstar für über 30 Millionen Euro zu Manchester City.
Dzeko reloaded?
Die Gesprächsatmosphäre zwischen Magath und Pacult wird eine angenehme sein, schon das 2011er Pokal-Treffen war von gegenseitiger Wertschätzung und Zuneiung geprägt. "Wir kennen uns eine Ewigkeit", sagte Magath über Pacult. "Er war ein Klasse-Spieler, hat bei 1860 München und vor allem bei Rapid Wien gezeigt, dass er auch ein Top-Trainer ist. Es war eine gute Entscheidung von Dietrich Mateschitz, Peter nach Leipzig zu holen. Er wird RB nach oben führen."
Pacult dankte und outete sich als Magath-Anhänger. "Felix geht als Trainer seinen Weg, er lässt sich nicht beirren. Ich verstehe nicht, wieso seine Trainingsmethoden immer wieder in Frage gestellt werden. Er hat damit Erfolg und so mancher Wunderfuzzi mit seinen modernen Methoden hat keinen." Wunderfuzzi ist österreichisch und heißt so viel wie: Zauberlehrling.
Magath und Pacult werden Wege und Mittel finden. Vielleicht ja nach dem Motto: Wenn du mir den Kutschke gibst, kriegst du den, nun ja, Diego, oder so.
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