LVZ vom 20.07.2012, "Wir haben uns das selbst eingebrockt"

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LVZ vom 20.07.2012, "Wir haben uns das selbst eingebrockt"

Beitrag von Jupp » Do 19. Jul 2012, 22:04

"Wir haben uns das selbst eingebrockt"
RB-Kapitän Daniel Frahn über die letzte und kommende Saison


Bad Aussee. Es war aus RB-Sicht die emotionalste Szene der vergangenen Regionalliga-Saison: Vorletztes Spiel, Abpfiff gegen die Wolfsburger U23, das 2:2 nimmt den Rasenballern die letzte Chance auf den Aufstieg. Kapitän Daniel Frahn sinkt zu Boden, weint zum ersten Mal in seinem Leben wegen eines Fußballspiels. Coach Peter Pacult hilft ihm auf die Beine, tröstet den Torschützenkönig. Das alles ist erst zehn Wochen her, aber für den feinfühligen Daniel Frahn nicht vergessen. Im RB-Camp Bad Aussee blickt der 25-Jährige, der auch unter Pacult-Nachfolger Alexander Zorniger Kapitän ist, zurück und voraus.
Frahn über den Nicht-Aufstieg, das fatale 2:2 gegen die Wölfe und Ex-Coach Pacult: "Ich habe bis zuletzt geglaubt, dass wir das noch packen. Als dann das 2:2 fällt, ist für mich eine Welt zusammengebrochen. Ich hatte keine Probleme mit Peter Pacult. Er ist nicht so abweisend, wie er manchmal öffentlich rüber kommt. Wir haben unter ihm absolut professionell gearbeitet. Aber wenn man mit dieser Truppe nicht aufsteigt, hat das nicht nur mit Pech zu tun. Dann wurden Fehler gemacht. Von uns allen. Wenn ich das Ding vor dem 2:2 weghaue, gewinnen wir und steigen in Halle auf. Habe ich aber nicht."
Frahn über Pacults Nachfolger Alexander Zorniger, die Macht des Wortes und taktische Trockenübungen: "Es ist kein Geheimnis, dass unser neuer Coach mehr redet, mehr die Kommunikation sucht. Ich kann mit beiden Varianten sehr gut leben. Torschussübungen machen natürlich mehr Spaß als Trockenübungen ohne Ball, aber man sieht nach ein paar Einheiten, dass sich Laufwege automatisieren, dass es uns also etwas bringt. Außerdem dauert eine Taktikeinheit mit Verschieben maximal 20 Minuten, ist also kurz und knackig. Wenn man unter Flutlicht in Zwickau auf tiefem Boden spielt, dürfen wir uns nicht nur aufs System verlassen, dann müssen wir Gras fressen. Und das können wir."
Frahn über die neuen Kollegen: "Alles super Jungs, kein Stinkstiefel dabei. An der Stimmung im Team und dem gegenseitigen Respekt hat es bei uns aber noch nie gefehlt. Wir haben jetzt mehr Alternativen und mehr unterschiedliche Spielertypen. Alexander Zorniger hat uns gesagt, dass er mit diesem Kader in die Saison geht, höchstens noch ein U23-Spieler dazukommt. Dieses Vertrauen wollen und müssen wir zurückzahlen."
Frahn über den noch enger gewordenen Flaschenhals Regionalliga-Aufstieg: "Wir haben uns das selbst eingebrockt, müssen jetzt Meister werden und dann die Relegation gewinnen, um aufzusteigen. Es ist schwerer geworden, ganz klar. In der Liga wird man uns nicht durchwinken, sind alle heiß. Damit müssen wir leben. Zwickau, Lok, Magdeburg, Union - die freuen sich sehr auf uns. Wir werden vorbereitet sein."
Frahn über seinen Zimmernachbarn Stefan Kutschke, der ein Angebot vom VfL Wolfsburg hatte, aber nicht gehen darf: "Kutsche ist ein geiler Typ, der steckt das weg. Ich habe ihm gesagt, dass wir zusammen irgendwann in der Bundesliga spielen. Mit RB! Sieben Tage mit Kutsche auf einem Zimmer ist schon eine harte Nummer, der hat einen seltsamen Fernseh-Geschmack. Gott sei Dank pennt er immer früh ein."
Frahn über den natürlichen Spielerfeind Trainingslager: "Ein Trainingslager ist nicht vergnügungssteuerpflichtig, da wird gearbeitet, da werden die Beine schwer, da ist die Laune auch mal im Keller. Aber Trainingslager muss sein."

Guido Schäfer
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