LVZ vom 19.11.2012, Anarchie und Askese

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Rumpelstilzchen
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LVZ vom 19.11.2012, Anarchie und Askese

Beitrag von Rumpelstilzchen » So 18. Nov 2012, 22:36

Anarchie und Askese
RB-Fußballer zeigen beim 3:0 gegen Cottbus: Das Verhältnis Offensive/Defensive ist im Lot


Leipzig. Ein Freitagabendspiel kann wunderbar sein - wenn es gewonnen wird und der Trainer ein lieber ist. Dann steht den Siegern ein freies Rest-Wochenende ins Haus, kommen die schönen Seiten des Profi-Lebens zum Tragen. Immer ein Tisch im Restaurant, Espresso aufs Haus, Lob und Küsse vom Kellner. Die RB-Kicker haben so ein Wochenende hinter sich, müssen nach dem 3:0 gegen Cottbus erst heute wieder an die Stanze.

Von Guido Schäfer
Ein Stündlein nach dem lässigen Freitag-Dreier durch Tore von Daniel Frahn, Stefan Kutschke und Rockenbach waren die RB-Männer bereit fürs Leipziger Nachtleben. Wer wann in welchem Zustand vom Streifzug nach Hause kam, durfte jeder Spieler selbst entscheiden. Coach Alexander Zorniger setzt auf die Vernunft der Seinen, hat weder Spione in der Spur noch einen strengen Zapfenstreich verhängt. Der 45-Jährige weiß: Sportler müssen ab und zu die Seele baumeln lassen, zwei bis sechs Bierchen trinken, Druck aus dem Kessel lassen.
Insbesondere Zornigers Untergebene brauchen das, schleppen sie doch das Bayern-München-Syndrom mit sich: Die Roten aus München und die Roten Bullen aus Leipzig müssen jedes Spiel gewinnen, gegen jeden Gegner besondere Widerstände brechen. "Die Jungs machen das toll", sagt der Trainer, "sie fokussieren sich auf jede Mannschaft."
Weil das so ist, dazu mehr und mehr das rechte Maß zwischen offensiver Anarchie und defensive Askese gefunden wird, hatte die U23 von Energie Cottbus nicht den Hauch einer Chance. Einziges Manko beim Einbahnstraßen-Kick vor 6171 Fans: Es hätten mehr als drei Tore fallen können und müssen. "Klar müssen wir mehr Tore machen", sagte der zwölffache Saisontorschütze Frahn, "aber das ist Jammern auf hohem Niveau."
Gut möglich, dass Kapitän Frahn beim Pokal-Viertelfinale am Mittwoch (13 Uhr) in Bischofswerda von Bord muss und erst wieder am Sonnabend im Punktspiel-Hit in Zwickau (13.30 Uhr) ran darf. Zorniger lässt in der englischen Woche rotieren, will den Fußballern aus dem zweiten Glied Einsatzminuten zukommen lassen. Eric Domaschke wird für Fabio Coltorti das Tor hüten, auch Tim Sebastian, Jeremy Karikari, Marcus Hoffmann, Henrik Ernst, Patrick Koronkiewicz, Umut Kocin und Carsten Kammlott dürfen mit einem Startplatz rechnen. Die Rotation sei in Hinblick aufs Weiterkommen "kein Risiko", so Zorniger, "ich vertraue allen voll und ganz."
Dass der FSV Zwickau (25 Punkte/gestern 5:0 in Torgelow) dem Tabellenführer RB (32) lästig werden könnte, steht (noch) nicht auf Zornigers Stundenplan. "Wenn wir weiter diesen Fußball spielen, werden wir weiter unsere Spiele gewinnen."
Also auch das im todschicken Sportforum "Sojus 31" zu Zwickau.

RB: Coltorti - Müller, Hoheneder, Franke, Judt - Schinke (73. Heidinger), Kaiser, Schulz (61. Röttger) - Rockenbach - Kutschke (61. Kammlott), Frahn
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