LVZ vom 04.01.2012, Der Mann, der Khedira und Gomez formte

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Jupp
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LVZ vom 04.01.2012, Der Mann, der Khedira und Gomez formte

Beitrag von Jupp » Do 3. Jan 2013, 22:12

Der Mann, der Khedira und Gomez formte
Frieder Schrof: Das Superhirn des VfB Stuttgart ist seit 2. Januar Nachwuchsleiter bei RB Leipzig


Leipzig. Der jüngste Coup von Red-Bull-Fußballchef Ralf Rangnick, 54, setzt der im Wachsen befindlichen RB-Akademie am Cottaweg im Wortsinn die Krone auf: Rangnick hat die Nachwuchs-Superhirne des VfB Stuttgart, Frieder Schrof, 58, und Thomas Albeck, 56, verpflichtet. Schrof, der den Hut im RB-Nachwuchs auf hat, über 30 Jahre Stuttgart, die "guten Jungs" Sami Khedira und Mario Gomez und seine Devise: Erfolg ist planbar.
Frage: Sie haben 30 Jahre erfolgreich in Stuttgart gearbeitet, sind jetzt in Leipzig. War da Frust in Stuttgart oder Lust auf Leipzig im Spiel?
Frieder Schrof: Die Herausforderung hier ist riesig, die Vorfreude auch. Als der Anruf von Ralf Rangnick kam, musste ich nicht lange überlegen. Ich kenne Ralf seit 30 Jahren, habe ihn in einer Bezirksauswahl trainiert. Er war als Spieler, wie er heute ist. Ehrgeizig, mannschaftsdienlich und immer mit dem Blick über den Tellerrand.
Sie und Thomas Albeck haben den VfB zum besten deutschen Ausbildungsverein gemacht, allein in den letzten sechs Jahren Transfererlöse von über 110 Millionen Euro eingespielt, Stars wie Mario Gomez, Sami Khedira und Serdar Tasci geformt. Was ist in Leipzig möglich? Gibt es jetzt schon Parallelen zum VfB?
Beide Vereine nehmen viel Geld für die Entwicklung des Nachwuchses in die Hand. Beide stehen für qualitativ hochstehende Ausbildung der jungen Spieler. Und alles ruht in Stuttgart und künftig auch in Leipzig auf drei Säulen. Erstens: Moderner, schneller, offensiver Fußballer. Dafür steht Ralf Rangnick - und dafür stehen wir. Zweitens: Persönlichkeitsentwicklung. Wir wollen gute Fußballer und starke Charaktere. Drittens: Schulische Ausbildung. Mit 14, 15, 16 darf bei uns keiner alles auf die Karte Fußball setzen. Nicht jeder wird irgendwann sein Geld mit dem Sport verdienen. Also braucht jeder ein zweites Standbein, eine ordentliche Schulausbildung.
Wer kommt Ihrem Ideal auf dem Weg vom Top-Talent zum Top-Profi am nächsten?
Ich habe viele tolle Jungs betreut, nenne jetzt mal zwei besondere. Mario Gomez und Sami Khedira. Als Mario beim VfB seinen ersten Fördervertrag bekam, sagte sein Vater: Geld ist uns nicht so wichtig, er soll bei Ihnen etwas lernen, Herr Schrof. Und wenn er gut ist, kommt das Geld von alleine.
Es ist eine Menge gekommen.
Und Mario ist immer noch ein klasse Typ, nicht abgehoben. Das gilt auch für Sami. Als Sami das erste Mal in meinem Büro war, konnte er nicht über meinen Schreibtisch gucken, so klein war er. Aber eine brutal gute Einstellung hatte der schon als Knirps. Hat immer mehr gemacht als andere, war immer pünktlich, immer diszipliniert, hatte immer Teamgeist. Ein herausragendes Vorbild in jeder Hinsicht.
Gibt es noch Kontakt zum Real-Star?
Ja, ich habe ihn mehrfach in Madrid besucht, bei ihm gewohnt, ihn zu Spielen begleitet. Wenn wir durch Madrid gelaufen sind, kamen wir keine zehn Meter am Stück weiter. Sami musste ständig Autogramme geben, wurde fotografiert. Er ist jetzt ein Superstar. Und er ist wie Mario ein guter Junge geblieben.
Die guten Leipziger Jungs sollten unter Ihrer Ägide nicht mit Frisuren und Tätowierungen auffallen. Würden Sie sich als konservativ bezeichnen?
Kann schon sein, ja. Unsere Spieler sollen durch Leistungen in der Schule und beim Fußball auffallen, nicht durch Äußerlichkeiten.
Wie viel macht das in die Wiege gelegte Talent beim späteren Gesamtpaket aus?
Nach meinen Erfahrungen nur ein Drittel. Der Rest ist harte Arbeit. Sehr harte Arbeit.
Sie verschaffen sich gerade einen Überblick über den RB-Nachwuchs und die Trainer. Gibt es schon eine Streichliste?
Gute und motivierte Leute bleiben natürlich - und davon gibt es viele bei RB! Ich möchte aber für die Zukunft die eine oder andere Änderung nicht ausschließen.
Wo steht RB in vier, fünf Jahren?
Ich lege mich auf keine Liga fest, aber Ralf Rangnick hat schon vor 20 Jahren gesagt, dass Erfolg planbar ist. Er hat Recht. Es wäre doch gelacht, wenn wir mit dieser Power hier keinen Erfolg hätten. Leipzig ist schon jetzt eine sehr gute Adresse, und sie wird noch eine bessere. Übrigens: Eure Stadt ist auch für einen Schwaben sensationell!
Interview: Guido Schäfer

RB-Beisammensein in der Trattoria No. 1: Thomas Albeck, Ralf Rangnick und Frieder Schrof (rechts). Foto: Guido Schäfer
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