LVZ vom 16.02.13: Kammlott kann es noch

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Rojiblanco
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LVZ vom 16.02.13: Kammlott kann es noch

Beitrag von Rojiblanco » Sa 16. Feb 2013, 09:22

Kammlott kann es noch

RB-Stürmer trifft zum ersten Mal seit ewigen Zeiten, sorgt für 1:0-Arbeitssieg gegen Neustrelitz

Leipzig. Am Ende des Abends im Tiefkühlfach Red-Bull-Arena schauten die 5349 Zuschauer auf ihre eiskalten Füße und barmten: Hoffentlich bringen uns diese Teile noch nach Hause. Es war ein ungemütlicher Start ins Wochenende, einer für Hartgesottene. Der 1:0-Sieg der Rasenballer gegen Neustrelitz bot wenig Erwärmendes, lässt sich auf diesen Extrakt reduzieren: RB hat neun Punkte Vorsprung. Und: Carsten Kammlott kann es doch noch.
Von Guido Schäfer
Sein letztes Mal ist lange her. Sehr lange. Und weil Mann sich an derart einschneidende Erlebnisse gut erinnern kann, kam es bei Carsten Kammlott aus der Pistole geschossen. "Mein letztes Tor? Gegen Braunschweig II, Saison 2010/2011." Seit jenem Tor hat der hochbegabte Stürmer im gegnerischen Strafräumen nur noch alte Bekannte getroffen, liebäugelte mit einer Rückkehr in seine Erfurter Heimat, biss sich aber nach gutem Zureden seines Beraters Karl Herzog und warmen Worten von Alexander Zorniger durch.
RB-Coach Zorniger gab dem 22-jährigen Sprinter den Vorzug vor Stefan Kutschke, wurde belohnt. "Alles richtig gemacht, oder?", fragte der Coach in die Journalistenrunde und lieferte diesen Überschriften-Vorschlag: "Zorniger entscheidet das Spiel!"
Er hat es mit seinem Mut zu einem unpopulären Wechsel mitentschieden. Die 22. Minute war jene, in der Kammlott eine Zentnerlast von den Schultern genommen wurde. Rockenbach-Traumpass in den Lauf, Kammlott ist mit Ball schneller als die Abseits reklamierende Deckung ohne und schließt flach ab. Innenpfosten, 1:0, es sollte das goldene, weil einzige Tor sein. "Ich bin einfach nur glücklich, das ist eine riesige Befreiung", sagte Kammlott. "Jetzt freuen wir uns aufs Derby gegen Lok."
Dann sollten die Roten Bullen ein paar Schippen drauflegen. Der Neustrelitz-Kick war ein zäher, ein körperlicher. Einer, der von zig Zweikämpfen geprägt und via zig Abspielfehler seiner Schönheit beraubt wurde. Die unter Profibedingungen übende TSG hatte keine Probleme, das Tempo bis zum Abpfiff mitzugehen, kam kurz vor dem Ende gar noch zu einer veritablen Ausgleichschance durch den eingewechselten Aymen Ben-Hatira.
Ansonsten erlaubte RB herzlich wenig, räumte die stabile Innenverteidigung Niklas Hoheneder/Tim Sebastian fast alles ab. Den kleinen Rest pflückte oder faustete Keeper Fabio Coltorti. "Das ist ja eine Maschine", beschrieb der beeindruckte Ex-Leutzscher Kai Hempel im TSG-Trikot den Muskelberg im Rasenball-Tor.
Für RB Leipzig bleibt nach dem Arbeitssieg vor dem Sonntag-Derby jede Menge Arbeit. Lok-Hebamme Steffen Kubald biss im VIP-Raum einer wehrlosen Nürnberger Rostbratwurst brutal den Kopf ab und sagte fest entschlossen: "Wir wollen hier gewinnen."
RB: Coltorti - Müller, Hoheneder, Sebastian, Judt - Röttger (57. Kutschke), Karikari, Schulz (70. Fandrich) - Rockenbach - Kammlott (77. Ernst), Frahn.
Neustrelitz: Bittner - Novy, Franke, Kahlert, Hempel, Fuchs, Rogoli, Morack (C), Pütt (84. Diouf), Weidlich (71. Schindler), Jovanovic (62. Ben-Hatira)
SR: Michael Wilske (Bretleben)

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