LVZ vom 14.03.2013: "Musste diese Chance nutzen"

Presseberichte zu RB Leipzig
Gesperrt
Benutzeravatar
Rojiblanco
Moderator
Beiträge: 6951
Registriert: Fr 23. Apr 2010, 14:12
Wohnort: Leipzig

LVZ vom 14.03.2013: "Musste diese Chance nutzen"

Beitrag von Rojiblanco » Mi 13. Mär 2013, 22:15

"Musste diese Chance nutzen"

Leipzig. Wer ein Angebot der gut situierten Roten Bullen hat und nicht Schweinsteiger oder Diego heißt, zückt reflexartig den Füllfederhalter. Stefan Kutschke stürmt seit 2010 für die Rasenballer (74 Ligaspiele, 17 Tore), hat eine attraktive Of- ferte zur Vertragsverlängerung ignoriert. Aus gutem Grund: Der 24-jährige Dresdner steigt unabhängig vom Saisonverlauf auf, wechselt im Sommer ablösefrei für vier Jahre zum illustren Diego-Team, dem VfL Wolfsburg.

Frage: Darf man Ihnen zum persönlichen Aufstieg gratulieren?
Stefan Kutschke: Man darf. Ich bin ja keine 19 mehr, musste diese einmalige Chance nutzen.
Wolfsburgs Sportchef Klaus Allofs spricht von einer Absprache, die vor seiner Zeit getätigt wurde, spielt auf die Ära Felix Magath an. Hört sich eher weniger nach einer Liebes-Hochzeit an.
Fußball hat nichts mit Herzschmerz, sondern mit Leidenschaft und Willen zu tun. Ich weiß, dass es für mich in Wolfsburg unglaublich schwer wird, aber ich will Dieter Hecking (VfL-Coach, Red.) zeigen, dass ich alles für meinen Traum Bundesliga gebe.
Felix Magath wollte Sie schon für diese Saison verpflichten und Edin Dzeko II aus Ihnen machen. Wie sind Sie mit dem zunächst geplatzten Traum umgegangen?
Ich mag keine Rückspiegel, lebe im Hier und Jetzt.
Ist Ihr Verhältnis zu RB Leipzig ab sofort belastet?
Nein, alle können meine Entscheidung nachvollziehen, wir können uns also weiter in die Augen schauen. Ich werde Gas geben, will auch sportlich aufsteigen. Ich bin dem RBL sehr dankbar, konnte erst hier auf einer etwas größeren Bühne auf mich aufmerksam machen. Ich werde weiter alles für unseren Aufstieg tun. Wo Kutschke drauf steht, ist Kutschke drin.
Wie bringen Sie Ihren Wechsel Ihrem Kapitän, Freund und Zimmerkollegen Daniel Frahn bei?
Er ist Sportler, er versteht mich. Und einen neuen Mann, den er im Hotelzimmer quälen kann, wird sich bestimmt auch finden lassen.
Werden Sie beim VfL Wolfsburg ein, nun ja, steinreicher Mann?
Ich heiße nicht Diego, aber es reicht zum Überleben.
Themawechsel: Gelb-rot im ersten Saisonspiel gegen Union Berlin, gelb-rot in Halberstadt, Sperre gegen Auerbach. Sind Sie der Rambo der Liga?
Ich bin weder Mutter Teresa noch Rambo, stecke ein und teile aus. Beim Union-Spiel bin ich übermotiviert in einen Zweikampf, habe zurecht die zweite Gelbe gesehen. Ich habe seitdem Hunderte Zweikämpfe geführt, alles ist im Rahmen geblieben. In Halberstadt bekomme ich die erste Gelbe, obwohl es eher Foul an mir war.
Und dann sind Sie in eine Flanke gerutscht und haben den Torhüter erwischt. Der gebärdete sich, wie nach einem Unfall mit einem Bus. War das auch nichts?
Sie sollten sich eine Brille besorgen. Ich gehe hin, ziehe die Beine aber schon wieder ein. Der Torwart fällt über mich, schreit, und ich fliege vom Platz. 1,94 Meter und 93 Kilo werden eben anders beurteilt als 1,70 m und 65 Kilo. Ich kann das nicht ändern. Die Jungs werden auch ohne mich gegen Auerbach gewinnen. Interview: Guido Schäfer

Gesperrt