LVZ vom 23.07.2013, Bremen als Gradmesser für Augsburg

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Jupp
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LVZ vom 23.07.2013, Bremen als Gradmesser für Augsburg

Beitrag von Jupp » Mo 22. Jul 2013, 22:03

Bremen als Gradmesser für Augsburg

Leipzig. Vormittagstraining am Cottaweg. Die Sonne brennt, das Thermometer zeigt 30 Grad. Die RB-Profis schwitzen beim Kleinfeld-Kick. Alexander Zorniger erlaubt nur zwei Ballberührungen. "Schneller spielen", fordert der Coach, gönnt seinen Jungs kaum Atempausen, hält das Tempo hoch. "Für mich ist interessant, wer auch bei dieser Hitze zu einem Schritt mehr bereit ist."
Nach dem Auftaktsieg in Halle soll keine Selbstzufriedenheit aufkommen. Heute wartet Erstligist Werder Bremen. Ein wichtiger Test. "Und ein Gradmesser für unser Pokalspiel am 2. August gegen Augsburg, wir wollen uns gut verkaufen", sagt Zorniger. Er wird die Belastung verteilen, auch Akteuren aus der zweiten Reihe eine Chance geben. "Wir werden den richtigen Mix finden, mal andere Konstellationen für die nächsten Aufgaben proben." Für den leicht am Handgelenk verletzten Stammkeeper Fabio Coltorti stehen Benjamin Bellot und Erik Domaschke je eine Halbzeit im Kasten.
Schon beim Test-0:1 gegen Hertha war RB auf Augenhöhe. Das erwartet Zorniger auch heute. "Bremen hat noch drei Wochen bis zum Bundesliga-Start, vielleicht haben wir sogar mehr Platz zum Spielen als in der Regionalliga." Werder-Coach Robin Dutt ist ein guter Freund von Zorniger, kommt ebenfalls aus dem Stuttgarter Raum. Dass Dutt als DFB-Sportdirektor aufhörte und zurück in die Bundesliga wechselte, kann Zorniger verstehen: "Er ist ein toller Trainer, es hat ihn wieder gejuckt."
Auch Niklas Hoheneder trifft alte Bekannte. Mit Werders Problemkind Marko Arnautovic kickte er in Österreichs U21-Auswahl, mit Zlatko Junuzovic schon in der U19 und später gemeinsam bei Austria Wien. "Ein super Spieler, wir sind befreundet."
Hoheneder hatte in Halle wie Innenverteidiger-Kollege Tobias Willers ein Sonderlob des Trainers erhalten: "Beide waren überragend, besonders im Kopfballspiel." Doch beiden sitzt Fabian Franke im Nacken, der fast wieder fit ist. "Fabian wird sich reinbeißen, da müssen die anderen aufpassen", glaubt Zorniger. Am Sonnabend gegen Münster wird der Trainer sein Siegerteam wohl nicht verändern, aber die Saison ist lang, der Konkurrenzkampf hart.
Zorniger sah sich übrigens am Wochenende den Erfurter 1:0-Erfolg bei den Stuttgarter Kickers an. Überrascht hat ihn am ersten Spieltag "die Deutlichkeit der Chemnitzer Niederlage" beim 0:3 gegen Osnabrück. Aber das ist auch eine Warnung an die Favoriten, zu denen RB zweifellos zählt.
Das 1:0 in Halle sei wichtig gewesen, meint Zorniger. "Auch für die Euphorie unserer Fans, die viel auf sich nehmen und sich viel anhören müssen." Beim HFC schlug ja nicht nur dem Teambus, bei dem zwei Scheiben demoliert wurden, nackter Hass entgegen. "Aber die gegnerischen Anhänger überschätzen die Wirksamkeit ihrer Beleidigungen, wir sind das gewohnt", sagt Zorniger, "und sie vergessen dabei, ihre Mannschaft zu unterstützen. Bei unseren Fans ist das anders."

Steffen Enigk
"Da war ganz schön Feuer drin"
Clemens Fritz tritt heute mit Werder Bremen bei RB Leipzig an und hat eine kurze Anreise


Blankenhain. Werder Bremen hat im thüringischen Blankenhain sein Trainingslager aufgeschlagen. Von dort aus reist der Bundesligist zu zwei Testspielen. Heute treten die Norddeutschen bei RB in Leipzig an (Anstoß 18 Uhr, Red-Bull-Arena), am Donnerstag in Erfurt gegen Rot-Weiß. Werder-Kapitän Clemens Fritz (32) hat für beide Vereine gespielt, bevor er eine bemerkenswerte Bundesliga-Karriere startete und 22 Länderspiele bestritt. Für die heutige Partie wurden bereits 7000 Tickets im Vorverkauf abgesetzt. Fritz verfolgt die Entwicklung in seiner ehemaligen Heimat genau und war vom Spiel HFC - RB beeindruckt.
Frage: Haben Sie als gebürtiger Erfurter und Bremer Kapitän die Schönheit Thüringens so erfolgreich gepriesen, dass Werder sein Trainingslager erstmals in Blankenhain aufschlug?
Clemens Fritz: Nein, nein. Ich war sogar überrascht, als ich davon hörte. Aber natürlich bin ich froh darüber. Ich weiß, dass wir in dieser Region viele Fans haben, denen wir sicher auch mit unseren Spielen in Leipzig und Erfurt eine Freude bereiten können.
In Leipzig haben Sie 1999 auf sich aufmerksam gemacht. Können Sie sich noch an den Anlass erinnern?
Sehr gut sogar. Das war das DFB-Hallenpokalturnier, und da sind mir ein paar Tore gelungen. Ich gehörte damals noch zur A-Jugend des VfB Leipzig. Aus Erfurt bin ich zwei Jahre vorher nach Leipzig gekommen, war bei diesem Wechsel also relativ jung. Aber das hat mir für meine Entwicklung und meine Selbstständigkeit nicht geschadet, und das Hallen-Turnier aus dieser Zeit ist natürlich in Erinnerung.
Sie waren 19 Jahre alt und neben dem Bielefelder Henryk Baluszynski mit fünf Treffern erfolgreichster Schütze des Turniers.
Na immerhin. Wichtig war vor allem, dass ich mich damit beim damaligen Trainer Uli Thomale für die erste Mannschaft empfehlen konnte. Das ist mir auch gelungen, denn ich wurde anschließend in der damaligen Regionalliga ein paar Mal eingesetzt.
Das war damals die dritthöchste Spielklasse. Dort spielt jetzt RB. Wie verfolgen Sie das Geschehen in Leipzig?
Ich bin gut informiert, natürlich auch über Erfurt. Und ich weiß, wie beide am Wochenende gespielt haben. Beide haben 1:0 gewonnen, und das Spiel zwischen dem HFC und RB am Freitag habe ich beim MDR verfolgt. Da war ganz schön Feuer drin, alle Achtung. Das war ein guter Einstieg für die 3. Liga.
Kennen Sie einige RB-Spieler?
Persönlich nicht so gut, aber ich weiß, welche Qualität die Mannschaft hat, weil ich viel Sport im Osten schaue. Und Daniel Frahn ist immer für solche Tore gut wie das in Halle.
Wie gut ist Werder Bremen in der kommenden Saison?
Da will ich keine Prognose abgeben. Wichtig wird sein, dass wir uns stabilisieren und nicht wieder eine solche Saison hinlegen wie zuletzt. Da haben wir ja, ähnlich wie Rot-Weiß Erfurt, lange gezittert. Ich hoffe, dass wir aus den Fehlern gelernt haben.
Welche Fehler hat die Werder-Mannschaft 2012/13 vor allem gemacht?
Vor allem haben wir zu viele Gegentore kassiert.
Es waren 66, der zweitschlechteste Wert vor Fast-Absteiger TSG Hoffenheim mit 67.
Das kam auch daher, dass wir oft zu ungeduldig waren. Wir wollten unbedingt den Sieg, waren auf die drei Punkte fixiert und hätten das Unentschieden mitnehmen sollen.
Steht mit dem FC Bayern der neue deutsche Meister bereits fest?
Sie haben zuletzt eine unglaubliche Saison gespielt und sind natürlich der große Favorit. Mal sehen, wie Dortmund dagegen halten kann.
Ist das Thema Nationalmannschaft für Sie noch aktuell?
Das ist abgehakt. Ich hatte eine wunderschöne Zeit, aber jetzt ist es vorbei. Es gibt so viele junge Spieler, die nachkommen. Als ich so jung war, galt Sebastian Deisler fast als das einzige große deutsche Talent. Heute kommt eine Vielzahl aus dem Nachwuchs, und das zeigt, dass der DFB die richtigen Weichen in der Ausbildung gestellt hat.
Wer steigt aus der 3. Liga auf?
Da will ich mich nicht festlegen, aber es wäre natürlich schön, wenn es eine Mannschaft aus dem Osten wäre. Erfurt oder Leipzig oder beide, ich hätte nichts dagegen.
Interview: Winfried Wächter
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