LVZ vom 07.10.2013, 2:0-Gala in Heidenheim

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Jupp
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LVZ vom 07.10.2013, 2:0-Gala in Heidenheim

Beitrag von Jupp » So 6. Okt 2013, 22:02

2:0-Gala in Heidenheim - RB Leipzig rückt nach bester Saisonleistung auf Platz drei vor
Frahn und Kaiser krönen starken Bullen-Auftritt


Heidenheim. Nein, so ganz haben die Heidenheimer die lieblichen Roten Bullen nicht in ihr Herz geschlossen. Nach dem grandiosen 2:0-Sieg der Leipziger flimmerte die neue, aber verhunzte Drittliga-Tabelle über die Anzeigetafel. RB wurde mal eben so weggelassen, man könnte auch sagen: gekillt. Diese Nummer fällt noch unter die Rubrik kindisch. Für eine andere könnten sich die DFB-Or­denswächter interessieren. Im Heidenheimer Fanblock wehte ein XXL-Banner mit der Aufschrift "FUSSBALLMÖRDER RBL".

Von Guido Schäfer

Nur um im Bild zu bleiben: Die von den RB-Finsterlingen um die Ecke gebrachte Sonnabend-Leich' war eine schöne, kassierte die erste Heimniederlage seit einem Jahr, führt die Liga trotz plötzlicher und unerwarteter Pleite mit 26 Punkten souverän an. Frank Schmidt, in seiner sechsten Spielzeit Cheftrainer beim FCH, dachte über eine ausgelassene Großchance zur eigenen Führung nach, prangerte den FCH-Blackout vorm 0:1 an, ließ aber an einem "sehr bitteren" Tag keine Zweifel am Ausgang der Partie. "Leipzig hat verdient gewonnen."
Die auswärts zuletzt dreimal hintereinander leer ausgegangenen RB-Profis kletterten auf Platz drei, zeigten ihre beste Saisonleistung - und sich als echte Kerle. Oder um mit Kapitän Daniel Frahn zu sprechen: "Die Eier, die wir in der Hose haben, haben wir gezeigt." Schöne Grüße auch von den Eier-Männern Olli Kahn und Sebastian Vettel.
Frahn hatte mit seinem siebten Tor einen kapitalen Bock von FCH-Abwehrmann Tim Göhlert zum 1:0 genutzt (61.), Dominik Kaiser band nach 77 Minuten ein rosarotes Schleifchen um das Gesamtkunstwerk.
In Kaisers 2:0 fand sich alles, was das RB-Spiel an jenem Tag vor der Heidenheimer Rekordkulisse von 10200 Fans auszeichnete. Dynamische Balleroberung im Mittelfeld (Joshua Kimmich), traumwandlerisch sichere Kombinationen Richtung gegnerische Hütte (Henrik Ernst, Timo Röttger, Christian Müller), Raffinesse beim semifinalen (Ernst) und finalen Zuspiel (Frahn). Und ein Schuss in den Winkel als kaiserliche Krönung. "Das war richtig gut. Fußballerisch und von der Mentalität her", lobte Coach Alexander Zorniger sein umformiertes Team, das den schmalen und zuletzt schalen Grat zwischen frühem Stören und kompakter Deckung kunstvoll beschritten hatte.
Christian Müller verteidigte für den nach links rochierenden Sebastian Heidinger. Fabian Franke machte in der Zentrale für Tim Sebastian die Schotten dicht. Und der 18-jährige Joshua Kimmich bot bei seinem Auflauf-Debüt zusammen mit Kaiser eine sensationell abgezockte Partie. War Heidenheim der Beginn der K&K-Monarchie? Weil Kimmich noch Sprechverbot hat (Welpenschutz), sprach der Coach einige Worte. "Joshua will immer den Ball, hat ein riesiges Herz."
Wo viel Licht ist, ist auch Schatten. Der nach wochenlangem Reservisten-Dasein bärenstarke Müller sah nach einem Bodenkampf mit Marc Schnatterer Rot (80.). Und: Matthias Morys (Faserriss in der Wade) und Yussuf Poulssen (vom Pferd auf den Oberschenkel geküsst) humpelten vom Platz. Die Punktspielpause kommt da gerade recht.
Die sonst so herzlichen Heiden­heimer hatten schon vorm Anpfiff ihr Mütchen am Leipziger Projekt Fußball-Bundesliga gekühlt. In der Stadionzeitung fragte ein FCH-Sponsor besorgt, ob "solche Tugenden wie Mannschaftsgeist oder das Miteinander einer starken Gemeinschaft nicht wesentlich mehr zählen", als das, was sich bei den aus Österreich getunten Rasenballern so tut. Der Dichter und Denker von der ansässigen Volksbank schloss mit dem Heidenheimer Motto: "Gemeinsam besser".
Diesmal waren sie gemeinsam schlechter als das Feindbild aus dem schönen Sachsen.

RB Leipzig: Coltorti - Heidinger, Hoheneder, Franke, Müller - Kimmich, Ernst, Kaiser (81. Sebastian) - Poulsen (38. Kammlott), Frahn, Morys (54. Röttger)
Bullen-Barometer

Top in Form: Fabio Coltorti, Daniel Frahn, Joshua Kimmich, Dominik Kaiser, Sebastian Heidinger, Timo Röttger

Gut drauf: Christian Müller, Fabian Franke, Niklas Hoheneder, Henrik Ernst, Matthias Morys, Carsten Kammlott
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