LVZ vom 11.12.2013, Judt und RBL gehen getrennte Wege

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Rumpelstilzchen
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LVZ vom 11.12.2013, Judt und RBL gehen getrennte Wege

Beitrag von Rumpelstilzchen » Di 10. Dez 2013, 23:15

Juri Judt und RB Leipzig gehen getrennte Wege

Leipzig. Er war der große Schweiger im Kader der Roten Bullen, umdribbelte Kameras und Mikrofone, ließ lieber Taten für sich sprechen. Als die in Ermangelung an Einsätzen ausblieben, zog Juri Judt gestern einen Schlussstrich unter seine 18 Monate bei RB Leipzig.
Ganz freiwillig erfolgte die Auflösung des Vertrages nicht. Red-Bull-Fußballchef Ralf Rangnick, 55, und RB-Coach Alexander Zorniger, 44, hatten Judt zuvor nahegelegt, sich im Winter nach einem neuen Job umzusehen. Daraufhin zog es der 27-jährige Defensivspieler vor, sofort seinen Turnbeutel zu packen. Man darf ungestraft davon ausgehen, dass der im heutigen Kasachstan geborene Judt die Auflösung mit einer Abfindung versüßt bekommt. "Juris sportliche Situation war nicht befriedigend. Deshalb sind wir seinem Wunsch nachgekommen, den Vertrag aufzulösen", wird Zorniger in einer Presseerklärung zitiert.
Judt war im Sommer 2012 vom 1. FC Nürnberg nach Leipzig gekommen - übrigens vom damaligen Cheftrainer Peter Pacult verpflichtet. Als Zorniger Pacult vorm Saisonstart beerbte, sah sich der neue Übungsleiter die Hinterlassenschaften des Österreichers an und befand in Sachen Judt: Guter Mann, darf bleiben!
Judt absolvierte unter Zorniger insgesamt 31 Pflichtspiele, war in der Aufstiegssaison Stammkraft in der Vierer-Abwehrkette, wurde in der 3. Liga hinten links von Sebastian Heidinger überholt. Zuletzt ward Judt (141 Einsätze in der 1. und 2. Bundesliga) kaum noch zu sehen, beobachtete die Rasenball-Auftritte vornehmlich via Tribüne.
Problematischer als beim in Mannschaftskreisen höchst beliebten Judt wird sich der RB-Abnabelungsprozess von Thiago Rockenbach da Silva gestalten. Der Brasilianer spielt in den Überlegungen der Rasenballer keine Rolle mehr, nennt aber einen bis zum 30. Juni 2015 laufenden Vertrag sein eigen. RB wird tief in den Sparstrumpf greifen müssen, um den 28-jährigen Techniker reisefertig zu machen.
Unterdessen deutet sich ein Red-Bull-interner Wechsel im Fall des griechischen Sprinters Christos Papadimitriou an. Der von Zorniger in der Punktspielrunde nur einmal eingewechselte 19-jährige Stürmer ist beim österreichischen Zweitligisten FC Liefering Thema. Die Lieferinger sind Ausbildungsteam von RB Salzburg, gehören zum Imperium von Dietrich Mateschitz. Beim FC würde Papadimitriou Praxis auf hohem Niveau bekommen und sein in der Heldenstadt flöten gegangenes Selbstwertgefühl aufforsten. Das pfeilschnelle Talent war im Sommer vom griechischen Kult- und Pleite-Club AEK Athen zu RB Leipzig gewechselt, brachte Erstligaerfahrung und einen Muskelfaserriss mit.
Dem hohen Anspruch von Fußball-Lehrer Alexander Zorniger wurde der junge Mann bis dato nicht gerecht. Papadimitriou ist hochveranlagt, hat in seiner Karriere aber nur einen Gang kennengelernt. Den Vorwärtsgang. Bei RB braucht es auch und vor allem den Rückwärtsgang. Das Wort "Taktik" war bei AEK Athen offenbar ähnlich bekannt wie "sparen". Guido Schäfer
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