LVZ vom 28.12.2013, "Nadelöhr Sportforum"

Presseberichte zu RB Leipzig
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Jupp
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LVZ vom 28.12.2013, "Nadelöhr Sportforum"

Beitrag von Jupp » Fr 27. Dez 2013, 22:26

"Nadelöhr Sportforum"
Leipzigs Sportbürgermeister Heiko Rosenthal über attraktive Wettkämpfe in der Stadt, fehlende Parkplätze, RB und die schwierige Hallensituation


Leipzig. Leipzigs Sportbürgermeister Heiko Rosenthal (39, Die Linke) hofft im neuen Jahr auf den RB-Aufstieg. Allerdings ergeben sich daraus neue Herausforderungen für die Stadtverwaltung, da weniger Parkplätze zur Verfügung stehen. Ein Fußball-Länderspiel wird es im neuen Jahr nicht geben, erst 2015 wieder.
Frage: Leipzig bekommt 2014 erneut kein Fußball-Länderspiel. Macht der DFB um die Stadt einen Bogen?
Heiko Rosenthal: Wir werden 2015 Gastgeber für ein Spiel unserer Nationalmannschaft sein. Termin und Gegner stehen noch nicht fest, aber die grundsätzliche Zusage haben wir angesichts unserer 1000-Jahr-Feier 2015.
Kann die Stadt Wünsche in Bezug auf den Gegner äußern oder muss sie es nehmen, wie es kommt?
Wir gehen davon aus, dass der DFB unser großes Jubiläum berücksichtigen wird und für uns einen adäquaten Gegner bereithält.
Warum hat Leipzig 2014 keinen neuen Höhepunkt im Sportprogramm?
So würde ich das nicht sehen. Für die deutschen Hallen-Meisterschaften der Leichtathleten am 22./23. Februar sind wir wieder Gastgeber, ebenso für die Tanz-EM im Oktober. Darüber hinaus sind die Partner Pferd und das Allstar-Game der Handballer Publikumsrenner.
Die beiden Letztgenannten sind nicht neu.
Das stimmt, aber sie gehören zu den Höhepunkten, um die uns viele beneiden. Die Neuseenclassics am 10./11. Mai wollen wir wenn es geht noch näher an die Stadt heranführen.
Was zu erheblichen Verkehrseinschränkungen führen wird?
Bei einer Radsportveranstaltung lässt sich das nicht vermeiden. Doch damit haben wir Erfahrung, wenn ich an den Leipzig-Marathon denke. Ich glaube, die Akzeptanz in der Bevölkerung ist für kurzfristige Einschränkungen gewachsen.
Der Marathon - er startet 2014 am 13. April - selbst ist nicht mehr gewachsen. Warum haben andere vergleichbare Städte größere Teilnehmerfelder?
Mit Ihrer Feststellung haben Sie zunächst vollkommen recht. Die Frage hinsichtlich des stagnierenden Starterfeldes müssen Sie aber dem Veranstalter direkt stellen. Fakt ist, dass bei uns die Rahmenbedingungen stimmen und ich hoffe daher, dass der Leipzig-Marathon 2014 wieder deutlich wachsen wird.
Spielt RB Leipzig im kommenden Jahr in der zweiten Bundesliga?
Das hoffe ich, wenngleich mir klar ist, dass es sportlich noch sehr schwer werden wird. Dem Rathaus ist sehr wohl bewusst, welche sportlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten sich bei einem Aufstieg ergeben.
RB wird von der Stadt dabei umfassend unterstützt, etwa, wenn es um die Bewilligung des Trainingszentrums am Cottaweg geht.
Was am Standort Leipzig passiert, kann sich deutschlandweit sehen lassen. Schon jetzt sind dort viele Talente aus der Stadt und der Region konzentriert. Aber der RB-Aufschwung ist auch eine neue Herausforderung für die gesamte Stadtverwaltung, wenn es gilt, bei einem eventuellen Aufstieg noch mehr Zuschauer regelmäßig durch das Nadelöhr Sportforum zu lotsen.
Wie will die Stadt die Herausforderungen bewältigen?
Verein, Stadionbetreiber und Stadt haben ein gemeinsames Verkehrskonzept entwickelt. Darin sind zahlreiche Maßnahmen, auch Straßensperrungen, vor allem im Waldstraßenviertel, vorgesehen. Wir wollen aber Park & Ride interessanter machen, indem die Besucher noch schneller vom Parkplatz zum Stadion und zurück gebracht werden. Es bedeutet für alle Beteiligten mehr Arbeit, aber es ist zu bewältigen. Die Baubürgermeisterin und ich arbeiten hier sehr gut zusammen.
Der Parkplatz an der Goyastraße steht nicht mehr zur Verfügung. Gibt es Alternativen?
Nur begrenzt. Im nördlichen Bereich des Sportforums neben dem Olympiastützpunkt gibt es noch städtische Flächen, die genutzt werden können. Diese sind allerdings nicht so groß wie die an der Goyastraße waren.
Groß wird vor allem das Gedränge in Leipziger Hallen, wenn die Brüderstraße rekonstruiert wird. Wo werden LVB-Handballer, L.E. Volleys und ATV-Hockeyspieler ihr neues Domizil finden?
Zunächst einmal ist es für den Leipziger Sport großartig, dass die Stadt Leipzig diese gewaltige Investition für die Sanierung der Brüderstraße stemmen kann und die Sportinfrastruktur damit nachhaltig verbessert. Für den Bauzeitraum muss der Leipziger Sport enger zusammenrücken. Das lässt sich nicht ändern, weil natürlich Hallenkapazitäten fehlen. Im August sollen die Bauarbeiten beginnen, im Moment laufen die Ausschreibungen.
Sie laufen europaweit, bleibt da die örtliche Wirtschaft nicht auf der Strecke?
Diese Frage kann ich Ihnen nicht beantworten, da sich die Stadtverwaltung an geltendes Recht halten muss. Bei einem Volumen von etwa 6,5 Millionen Euro ist eine solche Ausschreibung nun mal Pflicht. Anders ist es zum Beispiel bei RB Leipzig. Der Verein kann selbst Leistungen vergeben, achtet aber sehr wohl darauf, dass bei den Bauarbeiten am Cottaweg Unternehmen aus der Region entsprechend berücksichtigt werden.
Wann wird in Leipzig das Hallen-Problem gelöst sein?
Wir haben schon viel getan, am Rabet und an der Radrennbahn neue Hallen gebaut. Schulen, die neu errichtet werden, erhalten gleichfalls neue Hallen, bis 2015 kommen vier hinzu. Dann sollte sich die Situation deutlich entspannen.
Aber das Gedränge in der Arena wird bleiben, wenn Kulturveranstaltungen und Handball kollidieren.
Auch hier ist Entspannung in Sicht. Die Neue Messe steht als Ausweichquartier verstärkt zur Verfügung. Zum Beispiel für den HCL, der somit für Europapokal-Spiele nicht mehr nach Dessau umziehen müsste. Die Halle 1 bietet 15000 Besuchern Platz, woraus sich neue Möglichkeiten für uns ergeben, attraktive Wettkämpfe nach Leipzig zu holen. Für das Allstar Game der Handballer 2015 klappt es leider nicht. Im Februar findet in der Arena die Hockey-WM und in der Halle 1 gleichzeitig eine Messeveranstaltung statt. Wir werden in den kommenden Jahren versuchen, für den Leipziger Westen, also in Leutzsch, Rückmarsdorf und Böhlitz-Ehrenberg, noch eine Hallen-Lösung zu finden.

Interview: Winfried Wächter
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