LVZ vom 17.02.2014, Top im Spiel, mies vorm Tor

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Jupp
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LVZ vom 17.02.2014, Top im Spiel, mies vorm Tor

Beitrag von Jupp » So 16. Feb 2014, 22:18

Top im Spiel, mies vorm Tor
Rasenballer müssen Wehen Wiesbaden haushoch schlagen, aber nur Dominik Kaiser trifft


Leipzig. Vorentscheidungen sind was Feines, schonen Körper & Geist. Fußballer sagen dann: Der Sack ist zu, der Käse gegessen, die Messe gesungen. Ach nöö, dachten sich die Rasenballer gestern, das ist was für Weicheier. Also ließen sie gegen Wehen Wiesbaden zig Chancen liegen und hielten den knappsten aller Siege in Händen. 1:0 statt 6:0 hieß es vor glänzend unterhaltenen 11198 Fans. Mann des Tages war wie schon beim 2:0 in Erfurt Dominik Kaiser. Der traf nach 16 Minuten.
Von Guido Schäfer
Der Sonnabend-Spieltag war suboptimal für RB gelaufen. Darmstadt gewann 2:1 gegen Regensburg und drängelte nicht mehr nur am goldenen Leipziger Auspuff, sie zwängten sich vor die RB-Luxus-Karosse. Kapitän Daniel Frahn & Co. hatten demnach diesen einen Auftrag: Gewinnen, zurück auf Platz zwei, wieder drei Punkte Abstand zu den 98ern schaffen.
Das gelang, kostete aber wegen einer gegen Null gehenden Abschluss-Quote Körner & Nerven. Kurz vorm Schlusspfiff brachten die Gäste ihren ersten (!) Schuss aufs Tor zustande, musste Keeper Benny Bellot abtauchen. Man kann sich lebhaft vorstellen, was bei einem Remis nach diesem Spielverlauf und angesichts allseits bekanntem Dauerdruck auf der Dose los gewesen wäre.
Fußball-Chef Ralf Rangnick hätte nicht von der "über 75 Minuten besten Saisonleistung" geschwärmt. Trainer Alexander Zorniger hätte seinen Männern keine "Klasse-Partie" attestiert. Und Mittelstürmer Daniel Frahn wäre eher weniger auf Kaisers staubigem Rücken in die Katakomben geritten.
"Wir müssen das Ding schon in der ersten Halbzeit klar machen", sagte der alle(s) überragende Kaiser und dachte vor allem an Körner & Nerven. "Wenn man immer bis zum Ende zittern und rennen muss, geht das auf Dauer an die Substanz."
RB musste kurzfristig umstellen. Für den erkrankten Fabian Franke verteidigte Tim Sebastian. Dessen Mittelfeld-Part füllte Clemens Fandrich überzeugend aus. RB riss mit dem Anpfiff den Steuerknüppel an sich, rückte das Teil nicht wieder heraus. Stilbildend fürs Spiel der grotesk überlegenen Gastgeber war die Entstehung der Führung: Sebastian Heidinger betätigte sich als Ball-Jäger, spielte steil (neudeutsch: vertikal) auf den nie zu stoppenden Yussuf Poulsen, der dem in die Spitze geeilten Dominik Kaiser mundgerecht auflegte. 1:0, Kaisers achter Treffer.
Die Rasenballer setzten den Schlachtplan (Balleroberung überall) um, würzten das Ganze mit Raffinesse, jugendlichem Elan und Frechheit. Sie hatten nur ein Problem: Der Ball wollte nach dem 1:0 ums Verrecken nicht mehr rein. Kaiser und Niklas Hoheneder scheiterten am famosen Keeper Markus Kolke, Frahn säbelte am Ball vorbei, Diego Demmes Geschoss köpfelte der angolanische Fels José Pierre Vunguidica von der Linie.
Nach dem Wechsel das gleiche Bild: Poulsen & Co. dribbelten den Wiesbadenern Wendeltreppen in die Hälse, hatten Top-Chancen, bekamen ein Hoheneder-Tor weggepfiffen, mussten kurz vor knapp zittern. Dann tauchte Benny Bellot ab. Seinen Body hatte der unterforderte junge Mann mit Dehnübungen auf Temperatur gehalten.
Am Sonnabend geht es zu den Kieler Störchen. Die waten auf dünnen Beinchen durch den Abstiegssumpf. Es gibt schönere Vögel und Aufgaben.
RB: Bellot - Teigl, Hoheneder, Sebastian, Heidinger - Kimmich, Demme, Fandrich (76. Thomalla) - Kaiser - Poulsen (90. Jung), Frahn
Bullen-Barometer

Top in Form: Clemens Fandrich, Sebastian Heidinger, Niklas Hoheneder, Dominik Kaiser, Yussuf Poulsen
Gut drauf: Benny Bellot, Diego Demme, Daniel Frahn, Joshua Kimmich, Tim Sebastian, Georg Teigl
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