LVZ vom 24.03.2014, Ende einer Kaffeefahrt

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Rumpelstilzchen
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LVZ vom 24.03.2014, Ende einer Kaffeefahrt

Beitrag von Rumpelstilzchen » Mo 24. Mär 2014, 03:03

Ende einer Kaffeefahrt
RB Leipzig kommt im Touri-Modus nicht über ein 1:1 in Unterhaching hinaus


Unterhaching. Nein, es lag kein hemmender Föhn über dem Unterhachinger Sportpark. Nein, es wütete auch kein Magen-Darm-Virus in den Astralleibern der Roten Bullen. Die Ursachenforschung fürs Stillleben der RB-Profis beim 1:1 in Unter­haching führte zu einer anderen Erkenntnis: Die Vorbereitung aufs Match war gelinde gesagt suboptimal, hatte etwas von einem Klassenausflug, der Züge einer Kaffeefahrt besaß. Hätte nur noch gefehlt, dass Rheumadecken und Kaffee aus fairem Handel feilgeboten wurden.
Von Guido Schäfer
Die Idee war an sich löblich, sollte den Zusammenhalt der Red-Bull-Großfamilie stärken. Die Rasenballer düsten am Donnerstag via München nach Salzburg, wohnten abends dem Europa-League-Aus der Salzburger Bullen gegen Basel bei, verabsäumten den so wichtigen Sportlerschlaf vor 24 Uhr. Ein Umstand, der Cheftrainer Alexander Zorniger die Zornesröte ins Gesicht trieb.
Tags darauf wurde im sonnigen Ösi-Land in Sichtweite zum Großen Watzmann trainiert, ehe es per Bus gen Unterhaching ging. Dort fehlte der Reisegruppe der Grip, das Auge des Tigers. Wer eben noch an Europa League, Watzmann und Frittaten-Suppe dachte, kann nicht im nächsten Moment vom Touri-Modus auf Gift & Galle umstellen.
Coach Zorniger sprach von einem leistungsgerechten Ergebnis, nannte die Vorbereitung "sicher nicht optimal". Torschütze Yussuf Poulsen meinte: "Das waren heute nur 90 Prozent." 19 werden der schwächsten Darbietung 2014 eher gerecht.
Den zuletzt so dynamischen und sechs Mal in Serie siegenden Rasenballern fehlte bei den abstiegsgefährdeten Bayern alles, was sie zuletzt auszeichnete. Zugriff, Technik und Überzeugung. Das 1:1 durch Tore von Poulsen (23.) und Florian Bichler (25.) nach einem Missverständnis zwischen Keeper Benjamin Bellot und Niklas Hoheneder entsprach den Kräftverhältnissen einer unterdurchschnittlichen Drittliga-Partie, die von 3050 Fans und diversen Promis beäugt wurde. Die Ex-Bayern-Stars Torsten Fink und Hasan Salihamidzic stärkten ihrem just bei den Hachingern als Coach eingestiegenen Spezi Christian Ziege den Rücken.
Gesichtet auch der Vater von Nationalspieler Mats Hummels, Hermann. Der war mal Zweitliga-Trainer von Mainz 05, wohnt in München und urteilte schon zur Halbzeit messerscharf: "So griffig habe ich Haching in diesem Jahr noch nicht gesehen. Leipzig fällt nicht viel ein."
Das blieb nach dem Wechsel so.
Fazit: Der Vorsprung auf den am RB-Auspuff drängelnden Dritten aus Darmstadt schmolz von fünf auf drei Punkte, der Rückstand auf Tabellenführer Heidenheim wuchs von vier auf sechs Punkte.
Passend zum Ausflug: Joshua Kimmich und Sebastian Heidinger sahen die fünfte Gelbe Karte und fehlen beim Mittwoch-Hit gegen Heidenheim (20.15 Uhr/live im MDR).
Das Wort zum Sonntag lieferten die Unterhachinger Fans. Die machten sich stark für das Reine im Leben, flöteten Sozialkritisches. "Scheiß Red Bull, Wodka pur!"

RB Leipzig: Bellot - Teigl, Hoheneder, Sebastian, Heidinger - Kimmich (84. Morys), Demme, Fandrich (70. Röttger) - Poulsen, Kaiser, Frahn (57. Palacios-Martinez)
Bullen Barometer

Geht so: Benny Bellot, Yussuf Poulsen, Niklas Hoheneder, Tim Sebastian, Sebastian Heidinger, Georg Teigl, Clemens Fandrich, Timo Röttger

Unter Niveau: Joshua Kimmich, Diego Demme, Dominik Kaiser, Daniel Frahn, Federico Martinez
Bild

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