LVZ vom 01.09.2014, RB: Morys bleibt, Thomalla geht

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Rumpelstilzchen
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LVZ vom 01.09.2014, RB: Morys bleibt, Thomalla geht

Beitrag von Rumpelstilzchen » Mo 1. Sep 2014, 16:02

RB: Morys bleibt, Thomalla geht
Stürmer erfüllt Vertrag, Mittelfeldmann wird an SV Ried ausgeliehen / Rebic, Kalmar, Boyd auf Reisen


Von Guido Schäfer
Leipzig. Das Wochenende der Roten Bullen: 0:0 beim sperrigen FSV Frankfurt mit zehn Mann erzittert. Sechsstündige Busfahrt ins schöne Sachsen-Land. Sonnabend freudvolles Auslaufen. Danach, hach, Kurzurlaub. Am Dienstag, 14 Uhr wird wieder trainiert. Zu verschmerzen: Leipzig (acht Zähler) rutschte hinter den punktgleichen Ingolstädtern und Bochumern auf Platz drei.
Coach Alexander Zorniger, 46, band kein rosa Schleifchen ums Remis. "Ein sehr glücklicher Punkt. Wir haben nichts von dem auf den Platz gebracht, womit wir Frankfurt beeindrucken wollten." Fast nichts, denn: Trotz Unterzahl (Clemens Fandrich sah kurz vor der Halbzeit Gelb-Rot) machten Zornigers zehn Männer mehr Meter als jene elf von FSV-Coach Benno Möhlmann.
Fandrichs Platzverweis nannte Zorniger "Unsinnig". Er hätte auch Hanno Balitsch, 33, mit ins Boot holen können. Der ließ sich nach einem Schubser wie vom Blitz getroffen fallen und wies den Schiri nach Blitz-Heilung darauf hin, dass Fandrich zwei Gelbe hat. So einen Fiese Möpp (Kölsch für Sackgesicht) hat jeder gern - in seiner Mannschaft.
Heute schließt das Transferfenster, kurz vor knapp schlüpfen noch ein, zwei Rasenballer ins Freie. Mittelfeld-Allrounder Denis Thomalla wird für ein Jahr an den österreichischen Erstligisten SV Ried ausgeliehen, soll dort mehr Spielpraxis sammeln, als es ihm aktuell in Leipzig vergönnt ist.
Hinter der Personalie Tobias Willers steht ein Fragezeichen. Der 27-jährige Edelreservist hat ein Angebot des Drittligisten VfL Osnabrück (und zwei weitere Offerten) vorliegen, schwankt aber noch. Beim VfL würde Willers auf seinen Ex-Lotter Coach Maik Walpurgis, 40, treffen. Walpurgis und Willers sind Brüder im Geiste, ersannen in den Relegationskrimis Lotte gegen RB ein Rezept gegen die Bullen-Ball-Jagd. Abwehrchef Willers überwand das Mittelfeld mit sensationell temperierten Schlägen auf die Außen, riss RB so regelmäßig das Hinterteil auf, hebelt das Pressing/Gegen-Pressing der Leipziger aus. Übrigens verfuhr Frankfurt ähnlich. RB muss sich einstellen auf Gegner, die auf Kick and Rush bauen.
Bleiben werden Stürmer Matthias Morys, 27, und der erst unlängst von RB Salzburg geholte Mittelfeldspieler Stefan Hierländer, 23. Morys hatte nicht zuletzt bei seinen Einsätzen gegen 1860 München und in Frankfurt gezeigt, dass die 2. Liga das Revier des Sprinters sein könnte. Für Hierländer spricht, dass er auf allen Positionen im Mittelfeld eingesetzt werden kann. Der blutjunge Federico Palacios, 19, will sich bei RB durchbeißen und sich nicht ausleihen lassen.
Die Ein- und Auswechslung von Ante Rebic (rein in der 67. Minute, raus in der 87.) ist ausdiskutiert. Reisen bildet: Der 20-jährige Stürmer ist bei der kroatischen U21 - Mittwoch-Test in Lettland. Im Schoß seiner Nationalmannschaft ist auch Terrence Boyd. Der US-Boy, 23, weilt auf Einladung von Coach Jürgen Klinsmann in Prag, soll rund um den Mittwoch-Test gegen Tschechien Stallgeruch atmen und an seiner Genesung arbeiten. Der hoch talentierte Zsolt Kalmar, 19, empfängt am Sonntag mit der ungarischen Nationalmannschaft Nordirland. EM-Qualifikation.
Übrigens: Falls RB Leipzig eines fernen Tages in die Bundesliga aufsteigt, wird Doppel-Agent Ralf Rangnick sein Amt als Sportdirektor bei RB Salzburg aufgeben. Der 56-Jährige führte gestern bei Sky den dann nicht mehr zu schaffenden Aufwand an. Damit würde Rangnick einer Uefa-Regel vorgreifen, die besagt, dass Doppelfunktionen bei zwei Europacup-Teilnehmern verboten sind.
18-Jähriger rettet Punkt in der Nachspielzeit
Markranstädt und RB-Reserve spielen remis


Von uwe Köster
Leipzig. Wenn der Ausgleichstreffer in der zweiten Minute der Nachspielzeit gelingt, kann der Zufriedenheits-Pegel nur in eine Richtung ausschlagen. "Natürlich bin ich happy, denn das Remis war eine unglaubliche Energieleistung meines Teams", sagt denn auch Heiko Weber, Oberliga-Coach des SSV Markranstädt, nach dem 1:1 (0:0) bei der Reserve des Chemnitzer FC. Marc-Calvin Dünkel heißt der Held des Tages. Der 18-Jährige - erst in der 77. Minute für Dawid Krieger eingewechselt - veredelte in Minute 90+2 einen Querpass in den Strafraum mit einem satten Schuss passgenau in den Dreiangel. "Sein erstes Tor und dann auch noch ein Traumtor, schöner geht's nimmer", freut sich Weber mit dem Talent. Der Punkt war hochverdient, Weber: "Wir waren spielerisch eine Klasse besser." Bei aller Freude über das gestrige Remis ist der Coach mit den Seinen aber nicht ganz zufrieden: "Aufwand und Nutzen stehen bei uns in keinem Verhältnis, vier Tore in vier Spielen sind zu wenig." Fünf Punkte und Platz zehn eigentlich auch.
Zwölf Tore, zehn Punkte und Platz eins hören sich im Fall der U23 von RB Leipzig dann doch etwas besser an. "Diese Ausbeute hätte ich zu Saisonbeginn glatt unterschrieben", sagt RB-Coach Tino Vogel. Nach dem Traumstart mit drei Siegen gelang den RB-Talenten gestern im Spitzenspiel gegen Verfolger FC Oberlausitz Neugersdorf nur ein 0:0. "Mit dem Punkt kann ich absolut leben. Wir hatten unsere Torchancen, die hatten ihre Torchancen, das Unentschieden geht in Ordnung", analysiert der Trainer. Sieht auch Kollege Manfred Weidner so. "Das war ein rassiges Oberligaspiel, das beide hätten gewinnen können."
Ein kleines Sonderlob auf RB-Seite verdiente sich Torhüter Dominic Heine, noch 18 Jahre alt. "Ein starker Rückhalt, er hat kaum Fehler gemacht, strahlt trotz seiner Jugend viel Ruhe und Souveränität aus", meint Vogel. Solche Eigenschaften könnten wichtig werden, denn für den Trainer kommen die echten Bewährungsproben erst noch. "Jetzt geht es gegen die so genannten Kleinen, das werden ganz neue Herausforderungen."
SSV Markranstädt: Jokanovic, Kamm Al-Azzawe (73. Ronneburg), Majetschak, Ibold, Zimmermann, Hesse (55. Daubitz), Nüchtern, Schößler, Krieger (77. Dünkel), Le Beau, Dwars.
RB Leipzig II: Heine, Ludwig (73. Felke), Konik, Legien, Nattermann, Barth (77. Rothenstein), Schinke, Mietzelfeld, Siebeck, Niemeyer (88. Heinze), Sorge.
Red Bull Segen für den gesamten Osten
Lob für die Jugendarbeit von RB Leipzig / Kritik an häufiger Berichterstattung über den Zweitligisten


Zum Artikel "Das Murren der Mittelklasse" aus der Ausgabe vom 21. August und zur Berichterstattung zu RB Leipzig
Danke, LVZ, das dieser Bericht der Öffentlichkeit zuteil wurde und bildlich dargestellt ist. Verwundern muss schon das Aufbegehren von Eintracht Frankfurt, wo doch der Vorstandschef der Eintracht, Herr Bruchhagen, im Vorstand der DFL sitzt. Vom Finanzvorstand Herrn Hellmann ist die gegenwärtige Situation sehr gut dargestellt. Herr Hellmann irrt jedoch total, wenn er sich auf einem falschen Weg wähnt. Denn dieser Weg ist bereits unumkehrbar gegangen.
Die Hauptschuld an der Entwicklung gebe ich den Herren Dr. Rauball und Rummenigge. Bei beiden Herren ist für mich nicht erkennbar, dass es um den Fußballzuschauer und die Freude am Spiel geht, sondern um eine ständige Profitmaximierung. Herr Rummenigge wollte schon eine Europa-Liga, Herr Dr. Rauball ging sogar an die Börse.
Die Bundesliga ist entscheidend gestört, indem im Wesentlichen der Meister vorherbestimmt werden kann; es folgen auch vorhersehbare Vereine für die Champions League, Europa-Liga ein kleines sicheres Feld und die Abstiegskandidaten. In der Champions League setzt sich das fort. Nur vier Länder machen den Sieger noch unter sich aus.
Nachdem es der DFL und dem DFB über 20 Jahre nicht aufgefallen ist, dass ostdeutsche Mannschaften den Sprung zur ersten Liga ohne potenten Sponsor niemals schaffen können, sind die Herren von der DFL regelrecht aufgeschreckt, dass es mit Red Bull gelingen kann. Das äußerte sich nun in Diffamierungen der unwürdigsten Art.
Auch Herr Hellmann spricht von Red-Bull-Gebilde. Ihm sei gesagt: Red Bull ist ein Segen für den gesamten Osten, und immer mehr Sportfunktionäre im Osten erkennen dies auch, zumal auch ein Leistungszentrum für Kinder und Jugendliche entsteht. Red Bull holt und fördert junge Spieler, Bayern München kauft Weltklassespieler anderen Bundesligavereinen weg.
Und noch ein Wort an die Fanbewegungen, die gegen RB Leipzig demonstrieren oder RB boykottieren wollen. Die Speerspitze geht in die falsche Richtung. Wie steht ihr eigentlich zum Schalke-Großsponsor Gazprom, der vom russischen Präsidenten Putin wirtschaftlich gegen andere Staaten in Stellung gebracht wird?
Klaus Steding, 40629 Düsseldorf

Seit längerem beobachte ich, dass sich die Berichte über Red Bull in Ihrer Zeitung häufen und ausweiten. Kein Tag vergeht, ohne dass wir über diesen gekauften Ver­ein informiert werden. Nun gut - nehmen wir es hin! Dass ich nun auch noch wissen muss, ob Sadio Mané am Training bei RB Salzburg teilnimmt oder schwänzt - und das auf einer halben Seite mit überdimensionalem Bild - ist mir unbegreiflich und sicher auch anderen Lesern wurstig. Ich mache mir so meine Gedanken, ob diese Zeitung nicht doch "Lohn" für diese tollen Berichte bekommt und mitfinanziert wird. Gabriele Beyer, 04277 Leipzig

Die Redaktion meint: Wir haben es schon mehrfach versichert: Wir bekommen keinen "Lohn" von RB Leipzig und werden auch nicht "mitfinanziert". Aber: Wir finden, die 2. Bundesliga ist ein berichtenswertes Ereignis.

Ich war am Freitag, dem 21. August, zum Spiel gegen Aue erstmals im Leipziger Stadion. Tolles Stadion, fantastische Atmosphäre (kann man Leipzig nur beglückwünschen), gute Organisation - bis auf die Abfahrt vom Stadionparkplatz nach dem Spiel. Über anderthalb Stunden habe ich gebraucht, um aus dem Parkplatz wieder auf die Straße zu kommen (und da war ich noch nicht mal der letzte). Sicher kann man nach solchen Veranstaltungen nicht erwarten, dass man sofort den Parkplatz verlassen kann, aber doch in einer angemessenen Zeit. Die fünf Euro Parkgebühr für den Parkplatz sind sicher schon bundesligareif, die Organisation (besser: Nicht-Organisation) bei der Abfahrt entsprach der Kreisklasse. Ich hoffe, dass man hier an organisatorischen Lösungen arbeitet, denn als auswärtiger Zuschauer ist man doch auf den PKW und einen Parkplatz angewiesen. Klaus Ehrlich, Jena
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