LVZ vom 16.10.2014, Wildsau Terrence Boyd

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Jupp
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LVZ vom 16.10.2014, Wildsau Terrence Boyd

Beitrag von Jupp » Mi 15. Okt 2014, 22:06

Zorniger: "Froh, dass ich eine Wildsau wie Terrence ins Spiel werfen kann"
Der RB-Coach beschreibt auf nahezu sensible Weise die Vorzüge des gesundeten Stoßstürmers


Von guido schäfer

Leipzig. Berti Vogts war der Waden knabbernde "Terrier", Klaus Fichtel firmierte ob seiner Standhaftigkeit unter "Tanne", Herrn Hrubesch nannte man "Kopfball-Ungeheuer" und Luis Suárez trug sich unlängst als "Beißer" in die Geschichtsbücher ein. Auch bei den Rasenballern haben Namen, die gewisse Wesensarten der Fußballer sensibel beschreiben, Konjunktur. Letzter Schrei: "Wildsau". Noch dazu eine mit wunderbaren Laktatwerten. Eine, die beim Spiel in Nürnberg (Freitag, 20.30 Uhr) zum Kader gehört und Angst & Schrecken bei den Clubberern verbreiten soll.
Die seriöse Zeitung "Die Welt" widmete dem kreuzgefährlichen Tier unlängst eine Aufmacher-Geschichte. Quintessenz: "Greift die Wildsau an, hilft nur der Weg nach oben!" Richtung Baum. Klettern kann sie nämlich nicht, die Sau. RB-Coach Alexander Zorniger hat eine. Und er ist froh, "dass ich in den letzten 20 Minuten eine Wildsau wie Terrence ins Spiel werfen kann. Er bringt viel Emotionalität und Körperlichkeit ins Spiel." So eine(n), sagt der Coach, sieht man lieber in eigenen Reihen als beim Gegner.
Laut "Welt" haben Wildsäue 44 Zähne, starke Muskeln, sind "haarige Kraftprotze". Terrence Boyd hat ein paar Hauer und Haare weniger, ist muskelbepackt und heiß auf sein Comeback. Der Nationalspieler der USA hat eine Knieverletzung auskuriert, traf beim 2:1-Test gegen Markleeberg zum 1:0, reiht beim Üben ein Tor ans andere. Für 90 Minuten reicht die Puste des 23-Jährigen noch nicht, für einen Joker-Einsatz allemal.
Zornigers Anleihe aus Brehms Tierleben stört den smarten US-Boy nicht. "Wildsau ist mal was Neues. Bisher war ich der Brecher. Aber ich bin lieber eine Wildsau als ein Karnickel." Oder ein Reh. Ganz klar: Zwischen Trainer und Stürmer passt kein Löschblatt.
Zorniger sortierte Platz vier mit 16 Punkten gestern unter "vorzeigbar" ein, ist aber weit weg davon, "jubelnd durch die Stadt zu laufen". Im allgemeinen Hype um den Start sei einigen entgangen, dass man aus den letzten vier Partien nur fünf von zwölf Zählern ergattert habe. "Das ist zu wenig, spiegelt nicht die gezeigten Leistungen wider." Botschaft des 47-Jährigen: Aufwand und Ertrag sollen/müssen in ein besseres Verhältnis gesetzt werden. Eine Aufgabe, die übrigens die halbe Menschheit eint. Im vorliegenden Fall hat der Trainer ein simples Rezept, um Krummes gerade zu rücken. "Drei Punkte in Nürnberg." Für die Seinen, versteht sich.
Wenn da nicht ein sensationell besetzter und lange Zeit weit unter seinen Möglichkeiten spielender Gegner wäre. Schmale zehn Punkte haben die Männer von Club-Coach Valerien Ismael gesammelt, die Tendenz ist aber positiv. Zuletzt wurde Kaiserslautern 3:2 geschlagen, danach gab es ein 1:1 in Bochum. Man hat sich beim Bundesliga-Absteiger lange gesucht, wurde jetzt offenbar fündig.
Dass der FCN nach wie vor eine Hausnummer ist, zeigt die Personalie Jakub Silvestre. Der Torschützenkönig der abgelaufenen Zweitliga-Saison (15 Treffer für Aue) hatte im Sommer ein Angebot von RB Leipzig vorliegen, zog aber das aus Nürnberg vor. Wir lernen: Auch andere Mütter haben schöne Töchter. Und: Auch anderswo wird mit Euro gezahlt, wandern weder Haselnüsse noch Klicker über den Tresen. FCN-Coach Valerien Ismael, 39: "Wir können uns auf 90 intensive Minuten einstellen." Müssen, Monsieur Ismael. Und wenn nix läuft für RB, kommt sie, Zornigers wilde Variante.
XY ... ungelöst in der Torhüterfrage
Benny Bellot oder Fabio Coltorti - ein überraschend schwieriger Fall für "Eduard" Zorniger


Leipzig. Ein guter Torhüter rettet Punkte, ein schlechter kostet Punkte. Benny Bellot ist demnach ein Guter, hat in neun Zweitligaspielen nur sieben Treffer kassiert, darf beispielsweise den Punkt-Import aus Frankfurt (0:0) auf sein Konto buchen. Dennoch schien vor der Länderspielpause ausgemacht, dass der 24-jährige Leipziger und Club-Methusalem (seit Anbeginn dabei) gegen Nürnberg zurück ins zweite Glied muss.
Nein, keine Leistungsgründe, sondern eine übermächtige und wieder fitte Nummer eins namens Fabio Coltorti. Der 33-jährige Schweizer schwebt nach Ansicht von Coach Alexander Zorniger eine Klasse über Bellot und hat eine Ausstrahlung wie Hulk nach der Verwandlung. "Ich habe immer gesagt, dass wir mit Fabio eine klare Nummer eins haben", erklärte der Coach gestern und schob ein nicht unwesentliches Sätzlein nach: "Diesen Status muss er aber auch täglich unter Beweis stellen."
Weil es diesbezüglich hapert, ist das Rennen um den Platz zwischen den Pfosten enger denn je. Zornigers Botschaft: Ein Coltorti in Topform ist besser als Bellot. Ein Coltorti ohne Topform ist nicht besser. Wer von den beiden in Nürnberg aufläuft, ist noch nicht geklärt. Aktenzeichen XY ... ungelöst für Alexander Zorniger alias Eduard Zimmermann.
Wahrscheinlich spricht Torwartrainer Perry Bräutigam ein Wörtchen mit. Der 51-jährige Ex-Nationalkeeper stand übrigens in der Saison 1994/1995 im Zweitliga-Kasten der Nürnberger, kennt sich aus an der Noris. Nachfrage beim kultigen Perry: Wer darf ran am Freitag? Bräutigam trocken: "Ich könnte, mache es aber nicht." Dankeschön.
Klar ist dagegen, dass es auf der Rechtsverteidiger-Position einen Wechsel geben wird. Sprinter Georg Teigl kommt für Sprinter Sebastian Heidinger.
Und: Der kroatische U21-Stürmer Ante Rebic fällt wegen einer Schulter-Verletzung aus. Verteidiger Niklas Hoheneder steht in den Startlöchern, aber noch nicht im Kader.

Guido Schäfer
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