LVZ vom 16.10.2014, "Bei Lok wird es brutal schwer für uns"

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LVZ vom 16.10.2014, "Bei Lok wird es brutal schwer für uns"

Beitrag von Jupp » Mi 15. Okt 2014, 22:18

"Bei Lok wird es brutal schwer für uns"
Tino Vogel, Trainer von RB II, über Oberliga-Derby, Aufstiegsambitionen und Talententwicklung


Leipzig. Am Sonntag muss die U23 von RB zum 1. FC Lok. Tino Vogel, Trainer des souveränen Spitzenreiters, erwartet einen "Hexenkessel". Der 45-Jährige ist gespannt, ob seine junge Truppe auch im Plache-Stadion (Anstoß 14 Uhr) ihre offensive Spielweise durchbringt.

Herr Vogel, wo sehen Sie die Stärken der Probstheidaer?
Lok besitzt eine routinierte, kampfstarke Mannschaft mit viel Qualität. Wir haben Respekt, nehmen das sehr ernst. Wir müssen gegenhalten, damit das Stadion nicht ins Kochen gerät. Lok hatte bisher Probleme mit defensiven, tief stehenden Gegnern. Dazu gehören wir nicht. Auch deshalb wird es interessant.
Hat Ihr Team genug Erfahrung, um vor großer Kulisse zu bestehen?
Eigentlich nur Paul Schinke und Tom Nattermann. Für mich ist die spannende Frage, wie die Jungs mit der Atmosphäre umgehen, ob sie ihre Leistung auch in einem Hexenkessel auf den Platz bringen. Wir wollen mit aller Macht gewinnen, das Spiel bestimmen, aber es wird brutal schwer für uns.
Acht Siege in neun Partien, 30:7 Tore.Staunen Sie manchmal selbst?
Ja. Vor der Saison hätte ich das sofort unterschrieben. Es macht mich froh, wie wir die Philosophie des Vereins umsetzen, mit hohem Tempo und Spielfreude.
Wer sind die Schlüssel-Akteure?
Sicher ist Tom Nattermann ein wichtiger Mann. Er macht die Tore, wird aber auch sehr gut gefüttert. Sonst möchte ich keinen hervorheben. Wir hatten oft die gleiche Aufstellung, sind eingespielt, leben vom Teamgeist. Im Grunde blieb die Landesliga-Mannschaft zusammen, da haben sich alle gut entwickelt, aber auch die Jungs aus der A-Jugend. Vom Zweitliga-Kader waren ja nur zweimal Fabio Coltorti und Federico Palacios bei uns.
Wird Alexander Zorniger Spieler für Sonntag bereitstellen?
Kann ich nicht sagen. Der Cheftrainer entscheidet nach dem Nürnberg-Spiel, wer Praxis braucht. Aber mit großen Veränderungen rechne ich nicht.
Ist der Aufstieg für Sie jetzt Pflicht?
Er ist kein Muss, aber wir würden uns nicht dagegen wehren. Wir wollen so unbeschwert weiterspielen, das ist unsere große Stärke. Neugersdorf und Lok werden oben mitmischen. Mal schauen.
In der Regionalliga wäre Ihre Ausbildungs-Mannschaft mehr gefordert.
Sicher. Momentan ist der Sprung zu den Profis schwierig, aber nicht auszuschließen. Unser Kapitän Alex Sorge war mit im Trainingslager in Österreich, Tom Nattermann gegen Karlsruhe und Düsseldorf im Zweitliga-Aufgebot.
Sie haben einst die RB-Profis in die Regionalliga geführt, können dies nun mit der U23 wiederholen. Eine Genugtuung?
Das ist das falsche Wort. Damals hatte ich viele Routiniers, jetzt sind es junge Leute, die arbeiten oder studieren, die erst abends trainieren, wenig Freizeit und trotzdem unglaubliche Power haben. Deshalb wäre meine Freude diesmal noch ein Stück größer.
Damals durften Sie als Chefcoach nicht weitermachen. Blieben Wunden?
Fußball ist kein Wunschkonzert. Jetzt ist eine andere Zeit mit anderen Verantwortlichen. Meine Entscheidung zu bleiben war richtig. Ich bin froh, auch im sechsten Jahr ein Baustein zu sein. Natürlich würde ich mich freuen, in der Regionalliga Trainer sein zu können.

Interview: Steffen Enigk
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