LVZ vom 21.03.2015, Die nächste allerletzte Chance

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Jupp
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LVZ vom 21.03.2015, Die nächste allerletzte Chance

Beitrag von Jupp » Fr 20. Mär 2015, 22:43

Die nächste allerletzte Chance
Dauerdruck auf der Dose: RB muss auch in Heidenheim punkten, um weiter träumen zu dürfen


Von guido schäfer

Leipzig. Leipzigs Tourismus-Chef Volker Bremer und RB Leipzig sind eine Schicksalgemeinschaft. Beide eint der Wunsch, geliebt zu werden. Bremer von den spendablen Touris, RB von auswärtigen Fans. Alsdann wurde ein gemeinsames Image-Filmchen finanziert, produziert und gestern in der Red-Bull-Arena vorgestellt. Ein emotionales Feuerwerk mit Schlaglichtern auf die Highlights der Stadt. Am Ende sieht man glückliche Menschen in der RB-Arena - und diese liebliche Botschaft:
LEIPZIG
HEIMAT DER ROTEN BULLEN
Gezeigt wird die Minute (http://www.dierotenbullen.com/medien" onclick="window.open(this.href);return false;) in den Kinos des kommenden RB-Gastes. Bevor der 1. FC Nürnberg also am 5. April in Leipzig aufschlägt, läuft der Streifen - und geschätzten 70000 Kinobesuchern in und um Nürnberg das Wasser im Munde zusammen. Die Lust auf einen Leipzig-Besuch wird orgiastische Ausmaße annehmen. Oder auch nicht. Ein Beispiel aus dem Kino: Clubberer beim Tête-à-Tête mit seiner Angebeteten. Der FCN-Fan saugt begierig an einer Cola und sieht plötzlich den Belzebub und
LEIPZIG
HEIMAT DER ROTEN BULLEN
über die Leinwand flimmern. Alsdann verschluckt er sich derb und entleert die Coke im Ausschnitt seiner Begleitung. Stadtmarketing - heißes Eisen.
Nachfolgend alles, was sonst noch war und ist vor dem RB-Sonntagspiel beim 1. FC Heidenheim von 1846 (13.30 Uhr). Nachdem RB in der Vorwoche Düsseldorf schlagen musste, um die allerletzte Chance auf den Aufstieg zu wahren, muss RB diesmal die FCH-Männer von Frank Schmidt bezwingen. Es geht, na klar, um die allerletzte Chance.
RB-Cheftrainer Achim Beierlorzer nahm das Presse-Auditorium mit in die abgelaufene Trainingswoche und auf Wolke 7. "Wunderbares Wetter, top Rasen, super Stimmung." Wer dem herzlichen 47-jährigen Familienvater (eine Frau, drei Kinder, ein Hund) zuhört, vergisst Kugelschreiber und Story-Hatz und denkt: "Schön ist es auf der Welt zu sein!"
Noch schöner könnte die kommende Woche werden. Wenn am Sonntag drei Punkte mitgenommen wurden. Beierlorzer warnt vorm Gastgeber ("gewachsen und willensstark"), setzt die Seinen aber unter Druck. Man müsse dem RB-Spiel ansehen, dass hehre Ziele verfolgt werden. "Wir wollen die kleine Flamme erhalten. Das geht nur mit einer riesigen Einstellung. "Bei acht Punkten Abstand nach oben, ist noch vieles möglich."
Beierlorzers Abwehrhüne Rodnei ist 2010 mit Kaiserslautern in die Bundesliga aufgestiegen. "Ein wunderschönes Erlebnis", sagt Rodnei. "Das würde ich gerne noch mal so haben. Im Fußball kann alles passieren."
Und I: Keeper Benny Bellot hat seinen Vertrag bis 2018 verlängert. Und II: Boss Ralf Rangnick kurbelt die Immobilien-Branche an, ist Neu-Besitzer einer ETW im Waldstraßenviertel. Gut möglich, dass Rangnick die Finanzierung ohne Darlehen gestemmt hat.
Spannung im Oberliga-Aufstiegskampf steigt
RB-Reserve kann in Neugersdorf Schützenhilfe für Lok und Markranstädt leisten / Weber attackiert Vogel


Von Steffen EnigK

leipzig. Wird es wieder ein Wochenende für den 1. FC Lok? Mit einem Sieg heute (14 Uhr) bei Schott Jena wären die Probstheidaer im Aufstiegs-Rennen auf Schlagdistanz, falls der Oberliga-Zweite Neugersdorf gegen Spitzenreiter RB II und der drittplatzierte SSV Markranstädt gegen die starke Chemnitzer Reserve (jeweils Sonntag, 14 Uhr) Federn lassen. Lok-Trainer Heiko Scholz gefallen diese Spekulationen nicht: "Immer nur auf andere zu schauen bringt Unglück. Wir müssen unsere Spiele gewinnen, und das wird schwer genug."
Das jüngste, überzeugende 2:0 über Neugersdorf hat er abgehakt, erwartet in Jena einen ganz anderen Fußball. "Die haben schnelle Leute, wollen uns auskontern. Und gegen tief stehende Mannschaften hatten wir meist Probleme", sagt der Coach. Ob Kapitän Markus Krug nach überstandenem Infekt in die Abwehr zurückkehrt, lässt Scholz offen. Krug-Vertreter Gino Böhne habe ein Riesenspiel gemacht. "Bei mir zählen keine Namen, sondern nur Leistung."
Markranstädt verlor zuletzt an Boden: 1:1 gegen Lok, 1:2 gegen RB. Dennoch möchte Heiko Weber seine Jungs nicht kritisieren. "Wir haben uns zweimal achtbar aus der Affäre gezogen, und die Niederlage war sehr unglücklich", betont der SSV-Trainer und kann sich einen Seitenhieb auf Bullen-Kollege Tino Vogel nicht verkneifen: "Er hat die ganze Woche über Verletzte geklagt und dann gegen uns vier Zweitliga-Profis gebracht. Ich mag diese Jammerei nicht."
Auch der CFC II dürfte einige Profis mitbringen. Beim 2:1-Sieg gegen Lok spielten acht von ihnen mit, zwei Wochen später verkündete der Drittligist den Rückzug seines Oberliga-Teams für die nächste Saison. "Ist auch gut so, die zweiten Mannschaften will kaum einer sehen", sagt Weber. Er kann Bestbesetzung aufbieten, will zurück in die Erfolgsspur. Den Aufstiegs-Dreikampf mit Neugersdorf und Lok werden die Partien gegen die vermeintlich Kleinen entscheiden, glaubt Weber: "Ich finde es schön, dass es spannend bleibt, die Oberliga ist oft langweilig genug."
Auch ganz vorn. Tino Vogel wehrt trotz des Riesen-Vorsprungs vorzeitige Glückwünsche ab. "Aber wir wären bescheuert, wenn wir uns das noch nehmen lassen", versichert der RB-Coach. Sein Team könnte am Sonntag Schützenhilfe für SSV und Lok leisten. "Wer am Ende Zweiter wird, ist mir egal, er hat es dann auf jeden Fall verdient", sagt Vogel, kündigt aber für Neugersdorf Vollgas an: "Wenn wir nicht hundert Prozent geben, fallen wir bei dieser ausgebufften Truppe auf die Nase."
Er muss weiter auf seinen verletzten Kapitän Alexander Sorge verzichten, dazu auf den gelbgesperrten Alexander Siebeck. Dagegen sind Sebastian Konik und Vincent Rabiega wieder dabei - und sicher auch Akteure von Cheftrainer Achim Beierlorzer. "Das besprechen wir noch", so Vogel. Neugersdorf besitzt für ihn einen besonderen Reiz: "Die haben zu Hause bis auf das 0:0 gegen Lok alles gewonnen. Wir wollen die Ersten sein, die dort einen Dreier holen."
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