Diskussion Nachwuchsmannschaften

Alles zur Frauenmannschaft, Leistungszentrum und den Nachwuchsteams
Benutzeravatar
Imperator
Beiträge: 10272
Registriert: Do 8. Okt 2009, 11:18

Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von Imperator » Mo 25. Apr 2011, 11:23

Lindenauer, ... so siehts aus.
Aber umsonst wird es die Wörter "Doppelmoral" und "Heuchelei" ja auch nicht geben. ;)

sorry für kurzes ot
@Wuppertaler
Man kann mir sicherlich viel vorwerfen, aber Widersprüche mit Sicherheit nicht.
Gerade weil ich mich nicht wie ein Fähnchen im Wind drehe und Meinungen mal so oder mal so äußere um einen auf Prinz Charming machen zu wollen, ecke ich oft an.
Ich habe zu den diversen Themen ein Meinung, und die vertrete ich.
Wenn ich merke das die Mehrheit eine andere hat, bin ich der letzte der dann auch auf diese umspringt, nur um beliebt zu wirken.
Und wohlgemerkt meine ich damit auch wirklich die Meinungen.
Von Fakten, lasse ich mich gern belehren, aber nicht von Meinungen.
Danke fürs Gehör.

Weiter im Thema
Alexander Zorniger:
"In anderen Vereinen werden die Spieler auch mit Geld bezahlt und nicht mit ehemaligen Meisterwimpeln."


"Wer die Wahrheit sagt, sollte sein Pferd gesattelt lassen."
(Sprichwort)

Zaungast
Beiträge: 769
Registriert: So 11. Jul 2010, 12:21
x 2
x 2

Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von Zaungast » Mo 25. Apr 2011, 11:49

Lindenauer hat geschrieben: ...und was unterscheidet nun die beiden Systeme, außer das die Besten nun nicht mehr zu LOK oder Chemie wechseln sonder bei RB konzentriert sind???Das die KJS heute Sportmittelschule oder Sportgymnasium heißt???Fragen über Fragen??? :prof:
Die Nachwuchsausbildung im DFB hat sich in den letzten Jahren sehr verbessert und gehört heute mit zum besten in der Welt. Das ist u.a. auch ein Verdienst von Matthias Sammer. Sammer hat viele Elemente der DDR-Nachwuchsausbildung übernommmen.
Die DDR war ja im Jugendfußball sehr erfolgreich.

Zu Deiner Frage nach den Unterschieden der beiden Systeme: der Hauptunterschied ist die Freiwilligkeit. Wenn ein talentierter Leipziger Fußballer lieber in das Nachwuchszentrum des FC Bayern will, dann kann er das. Da kann ihm kein Peter Gießner oder ein anderer Fußballfunktionär den Wechsel über eine Bezirksgrenze hinaus verbieten. Wenn ein talentierter Spieler aus Halle oder Dresden in das NWLZ von RB Leipzig will, dann darf er das auch und braucht nicht den Vorsitzenden des einheimischen Clubs um Erlaubnis fragen.
Ansonsten sind sich beide Systeme inzwischen ähnlich.

Das war aber nicht die Frage, sondern, ab welchem Alter ist ein Wechsel in ein NWLZ sportlich und schulisch sinnvoll?

Meine Meinung dazu: sinnvoll ist es heute ab Aufnahme in die Sportmittelschule/Sportgymnasium, also ab 5. Klasse, also ab D-Jugend.
Das entspricht in etwa auch der Philosophie der DDR-Nachwuchsausbildung, auch dort wurden die Spieler mit Einschulung in die KJS in den Klubs/NWLZen konzentriert.

bauer
Beiträge: 26
Registriert: Mo 7. Mär 2011, 10:13

Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von bauer » Mo 25. Apr 2011, 12:36

Lindenauer hat geschrieben:Wie ich finde, eine sehr interessante Diskussion...
Nur etwas verstehe ich überhaupt nicht. Dieses Modell NWLZ von der F-Jugend an, wurde doch seit Jahren von LOK und Chemie/Sachsen jahrelang genau so betrieben und da gehe ich bis in die DDR zurück. Diese zwei Vereine haben jahrelang in Leipzig und Umgebung von kleinen Vereinen die Spieler ab geworben und danach auch wieder aussortiert. LOK und Chemie haben doch jahrelang um Platz 1 / 2 gespielt und dann kam eine Weile nichts. Ja und trotzdem war dieses Modell erfolgreich, warum soll das jetzt bei RB anders sein???


Na so einfach ist das glaube ich nicht. Den meisten geht es doch darum, glaube ich, dass man nun im Aufbau ist und sofort alles was dort gut ist weg holt. Da geht es m.M.n nicht um die 1-2 besten wie zu den DDR Zeiten, sondern um weitaus mehr. Und da frage ich mich muß das sein? Man beginnt doch bestimmt nicht in der höchsten Spielklasse und da wäre es doch angebracht die absoluten "Topspieler" in E+F bei ihren Vereinen zu lassen. Erst einmal in Ruhe aufbauen, diese Spieler dann für die D Jugend im Auge behalten.
Und wenn du die DDR Verhältnisse ansprichst, weiß ich noch von früher, dass man immer eine Altersklasse höher gespielt hat.
Wäre auch sinnvoll. Die Ergebnisse von 26:0 würden so nicht entstehen,oder selten.
Im übrigen finde ich diese Diskussion als sehr angenehm und sehr sachlich. Aber es gibt eben immer mal wieder Dinge, wenn man sie nicht so richtig verstehen will(nicht du bist damit gemeint), die dann zu Unstimmigkeiten führen, dann sollte man sich einfach einem anderen Thema widmen.

Benutzeravatar
Rumpelstilzchen
Administrator
Beiträge: 22455
Registriert: Fr 23. Okt 2009, 12:03
Wohnort: Leipzig
x 30
x 221

Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von Rumpelstilzchen » Mo 25. Apr 2011, 12:38

nochmal zum Vergleich mit dem FCB. Der hat aber mit vielen Vereinen der Umgebung auch ein recht gutes und quasi vertraglich geregeltes Verhältnis und wie bereits gesagt wissen die Oberen da eh: wenn die Zeit kommt, dann gehen die besten zu uns. Zudem ist das Niveau durch die Kooperationen sehr hoch -ö wie auch der Grad der Zusammenarbeit. Trotzdem scheint mir dieses Bild nur bedingt der Realität zu entsprechen, man muss nur sehen, wie viele gute Leute z.Z. aus der Sechziger Schule kommen. Also auch da bleiben einige der besten bei 1860 und nicht alle gehen zum FCB.

Fazit. Man hat auf hohem Niveau ein Miteinander gefunden und auch wenn Lok und FCS bei weitem nicht so begütert sind, wie Pleiteverein 1860, kann sowas auch hier funktionieren. Ich denke, dass man da mit den Abwerbungen unterhalb von D nicht sehr gut fährt. Ob das stimmt, wird natürlich die Zukunft zeigen. Wenn es aber wirklich so ist, dass die später Aussortierten den Fußball an den Nagel hängen, wäre es auf alle Fälle die schlechtere Strategie.
Bild

mike shinoda
Beiträge: 2613
Registriert: So 11. Apr 2010, 10:44
x 5
x 7

Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von mike shinoda » Mo 25. Apr 2011, 14:21

Ich hoffe in jedem Fall einfach, dass alle drei Vereine das Bestmöglichhe erreichen.

Diese Handballergebnisse hat es immer schon gegeben, da in den letzten Jahren, im Bereich der E und F Junioren, immer LOK und Sachsen die besten Spieler hatten. Da hat auch niemand gesagt: Oh der Junge ist gut aber wir warten bis er 12 ist. Das unterschiedliche Leistungsniveau auf diesen Ebenen ist nunmal schon sehr groß. Aber ich find auch, dass hier einige zu schwarz malen. Ich kenne so viele die bei LOK und auch beim HFC in der Jugend gespielt haben. Die haben auch nicht mit dem Fußball aufgehört, sondern sind eine Etage runtergegangen. Und so werden es auch die Jungs machen die bei RB nur bis zu einem gewissen Punkt mitgenommen werden.
Und kaputt gehen werden LOK und Sachsen daran auch nicht. Wie schonmal gesagt übernimmt LOK nahezu niemanden aus der A-Jugend, also entsteht einfach kein echter Schaden.

Das LOK und Sachsen sich jetzt hinten anstellen müssen schmerzt sie sicher sehr, und das kann ich auch nachvollziehen.
Aber in allen Vereinen der Welt spielen die Besten aus der Nachbarschaft bei ihnen. Auch bei Bayern. Nur ist München ne große Stadt, da kann man schonmal das ein oder andere Talent übersehen... ;) So gehen die Bender-Zwillinge halt von U`haching zu 1860. Aber bei 60 bekommt man halt auch schon mit 17 die Chance in der 2. Liga zu spielen. Bei vielen ist doch immer noch das Motto: Aus der Not eine Jugend zu machen. Find es teilweise sehr interessant, dass dann über die herausragende Jugendarbeit gesprochen wird.

Aber das soll nicht mein Problem sein. Ich wünsch mir ein vernünftiges miteinander, ohne Delegierungen von einem zum anderen Verein. Wenn ein Spieler die Chance bekommt bei RB spielen zu können und dorthin wechseln möchte soll er dies tun dürfen. Egal ob 7 oder 15. :lokbeer: :sachsenbeer:
Trost für Traditionalisten: Das Neue kann der Anfang einer langen Tradition werden.
Walter Ludin

bauer
Beiträge: 26
Registriert: Mo 7. Mär 2011, 10:13

Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von bauer » Mo 25. Apr 2011, 14:27

Wenn ER das möchte find ich das ja in Ordnung. Und ob alles so kommt bezweifle ich ganz stark. Dann muß das aber aufhören, wenn ER Auswahl spielen möchte mußt du dann zu RB gehen. Verstehe ich das richtig so?

mike shinoda
Beiträge: 2613
Registriert: So 11. Apr 2010, 10:44
x 5
x 7

Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von mike shinoda » Mo 25. Apr 2011, 14:29

bauer hat geschrieben:Wenn ER das möchte find ich das ja in Ordnung. Und ob alles so kommt bezweifle ich ganz stark. Dann muß das aber aufhören, wenn ER Auswahl spielen möchte mußt du dann zu RB gehen. Verstehe ich das richtig so?
Muss ehrlich sagen, dass ich das so einfach nicht bestätigen kann. Ich kenn diese Aussagen nur von Anderson...
Trost für Traditionalisten: Das Neue kann der Anfang einer langen Tradition werden.
Walter Ludin

bauer
Beiträge: 26
Registriert: Mo 7. Mär 2011, 10:13

Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von bauer » Mo 25. Apr 2011, 14:32

Er scheint aber vieles richtige zu wissen. Ich werde mich mal bei meinem Bekannten schlau machen.

Anderson

Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von Anderson » Mo 25. Apr 2011, 14:33

Zu DDR-Zeiten sind die Fußballer mit der 8. Klasse an die KJS gekommen. Es waren pro Schuljahr etwa 10 Jungs, die zusammen mit den Radsportlern in "RFu"-Klassen waren (maximale Klassenstärke an der KJS Leipzig waren 24 Schüler, die Räume waren nicht größer).

8. Klasse entspricht grob gesagt C1 oder C2. Das beantwortet die Frage nach dem Unterschied zwischen damals und heute. Der Aufhänger der Diskussion war, dass RB inzwischen beginnt, in größerer Zahl Spieler der E- und F-Jugend speziell von Lok und dem FC Sachsen abzuwerben. Das sind Kinder im Grundschulalter zwischen 2. und 4. Klasse!

Die Freiwilligkeit ist schon ein weiterer Unterschied zu damals, ist aber, aber wie schon weiter oben gesagt, auch zumindest eingeschränkt. Und je stringenter das Sammersche System gehandhabt wird, desto weniger wird es möglich sein, dass z.B. ein hochveranlagter junger Fußballer ohne Sportschulzugehörigkeit in eine Landesauswahl kommt. Oder auch dass man eine Sportschule in Leipzig als Fußballer besuchen kann, ohne bei RB zu spielen. Dieses System hat sicherlich viele Vorteile, aber eben auch ähnliche Nachteile wie sie das System der dahingegangenen DDR hatte.

Der Hinweis auf die Trainingszentren ist richtig und wichtig. Damit hat man gewährleistet, dass es eine Leistungspyramide gab. Durch diese TZ war es möglich, dass es in der DDR auch außerhalb der Leistungszentren gut ausgebildete Fußballer gab, die es teilweise auch als BSG-Spieler bis in die Nationalmannschaft geschafft haben (z.B. Weißflog aus Aue, Schellenberg aus Zwickau). Die Pyramide wurde im übrigen auch dadurch gewährleistet, dass nicht alle Fußballklubs in der DDR die gleiche Wertigkeit hatten. Dresden, Jena, Magdeburg, Lok und der BFC standen praktisch über Klubs wie Halle oder Union.

mike shinoda
Beiträge: 2613
Registriert: So 11. Apr 2010, 10:44
x 5
x 7

Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von mike shinoda » Mo 25. Apr 2011, 14:45

bauer hat geschrieben:Er scheint aber vieles richtige zu wissen. Ich werde mich mal bei meinem Bekannten schlau machen.
Mach das mal. Hoffe das sind nicht nur Chemiker und Lokisten. ;)
Trost für Traditionalisten: Das Neue kann der Anfang einer langen Tradition werden.
Walter Ludin

Antworten