Diskussion Nachwuchsmannschaften

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violethammer
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Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von violethammer » Fr 23. Mär 2018, 13:42

Wuppertaler hat geschrieben: Mal nur kurz die wichtstigsten Passagen mit RBL-Bezug:

- grundsätzliches Problem bei den Big Playern im Jugendbereich, die viel Geld in die Hand nehmen: zunehmender Erfolgsdruck und Ungeduld und dadurch stärkeres Kommen und Gehen, dass langfristig schädlich sein könnte.

Biermann schreibt: "Aufgrund dieser Ungeduld geben einige Berater keine Spieler mehr zu RBL.
Hier legt Biermann den Finger in die Wunde. Auf Grund dieser "Hire und Fire Politik" und Ungeduld schon im Nachwuchsbereich wird es zukünftig nicht einfacher werden, Top-Talente nach Leipzig zu holen. Es sei denn man nimmt weiter in Kauf, irrsinnige Summen bereits für 15-, 16jährige auszugeben, die ein Mannschaftsgefüge nicht homogener werden lassen, was auch der eigenen sportlichen Weiterentwicklung abträglich ist. Den Jungs selbst tut man damit auch keinen Gefallen und man muss sich über diverse Vorfälle trotz aller aufgestellten Regeln nicht wundern, weil mancher nicht mit der Situation so früh gehypt zu werden, umgehen kann. Die weitere Entwicklung bei RB im Nachwuchs wird jedenfalls spannend, was aktuell entscheidend fehlt ist Kontinuität und Geduld.

Karline
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Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von Karline » Fr 23. Mär 2018, 13:45

Musst mich nicht belehren. Natürlich kenne ich Sportinternate.

Die Fußballer von heute sind vom Dorfverein irgendwann in den Nachwuchs von Bundesligisten bzw. Profivereinen gewechselt, wo professioneller trainiert wird. Und gaben dort die U-Mannschaften durchlaufen.

Bis zur 3. Bundesliga ist das Netz von Vereinen sehr flächendeckend. Damit recht wahrscheinlich wohnortnah.

Die NLZ sind Kaderschmieden. Da werden alle noch so denkbaren Stellschrauben gedreht um den Fußballprofi zu kreieren.

Wie gesagt, ohne Zahlen halte ich das für überzogen und zu erzwungen.
Kann mir nicht vorstellen, dass meinetwegen 10-15% mehr Profis aus einem Jahrgang herauskommen.

Eben weil ich mit Verlusten rechne, dass die Jugendlichen dem enormen Druck nicht gewachsen sind.

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Anderson
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Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von Anderson » Fr 23. Mär 2018, 15:33

violethammer hat geschrieben:
Wuppertaler hat geschrieben: Mal nur kurz die wichtstigsten Passagen mit RBL-Bezug:

- grundsätzliches Problem bei den Big Playern im Jugendbereich, die viel Geld in die Hand nehmen: zunehmender Erfolgsdruck und Ungeduld und dadurch stärkeres Kommen und Gehen, dass langfristig schädlich sein könnte.

Biermann schreibt: "Aufgrund dieser Ungeduld geben einige Berater keine Spieler mehr zu RBL.
Hier legt Biermann den Finger in die Wunde. Auf Grund dieser "Hire und Fire Politik" und Ungeduld schon im Nachwuchsbereich wird es zukünftig nicht einfacher werden, Top-Talente nach Leipzig zu holen. Es sei denn man nimmt weiter in Kauf, irrsinnige Summen bereits für 15-, 16jährige auszugeben, die ein Mannschaftsgefüge nicht homogener werden lassen, was auch der eigenen sportlichen Weiterentwicklung abträglich ist. Den Jungs selbst tut man damit auch keinen Gefallen und man muss sich über diverse Vorfälle trotz aller aufgestellten Regeln nicht wundern, weil mancher nicht mit der Situation so früh gehypt zu werden, umgehen kann. Die weitere Entwicklung bei RB im Nachwuchs wird jedenfalls spannend, was aktuell entscheidend fehlt ist Kontinuität und Geduld.
Es wird auch weiterhin Berater geben, die nur auf den schnellen Euro aus sind und die daher ihre Schützlinge meistbietend verscherbeln werden, ohne Rücksicht auf den langfrisigen sportlichen Nutzen eines solchen Transfers.

Es wird auch weiterhin Nachwuchsverantwortliche in den Vereinen geben, die sich Erfolg lieber erkaufen als erarbeiten wollen.

Wenn RB aktuell für einen 16jährigen einen zweistelligen Millionenbetrag ausgibt, kann ich keinen Erkenntniszuwachs am Cottaweg erkennen.

Soweit ich das nachvollziehen kann, hat man bei RB mehr Spieler, die man als DFB-Nachwuchsauswahlspieler geholt hat, zu Nichtauswalspielern gemacht als umgekehrt.

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elbosan
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Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von elbosan » Fr 23. Mär 2018, 20:06

Den 16 Jährigen würde ich aus der Betrachtung der Jugendarbeit mal raushalten. Embalo war nie als Jugendspieler vorgesehen, sondern als Spieler für die 1. Mannschaft. Den Weg über die Jugendabteilung musste man altersbedingt gehen.

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Anderson
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Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von Anderson » Fr 23. Mär 2018, 20:58

elbosan hat geschrieben:Den 16 Jährigen würde ich aus der Betrachtung der Jugendarbeit mal raushalten. Embalo war nie als Jugendspieler vorgesehen, sondern als Spieler für die 1. Mannschaft. Den Weg über die Jugendabteilung musste man altersbedingt gehen.
Doch, genau das ist die "Jugendarbeit" mit Zielrichtung 1. Herrenmannschaft: zukaufen anstatt selbst ausbilden.

Glaubst du ernsthaft, dass irgendein anderer Jugenspieler bspw. in der U19 Interesse daran hat, diesen Spieler, der das Zehn- oder eher Hunderfache verdient, im Spiel gut aussehen zu lassen?
Glaubst du, dass irgendein älterer Herrenspieler diese Interesse im gemeinsamen Training hat?

Der Junge wird mit Geld und mit "Betreuung" zugeschüttet, so dass eine normale, altersgerechte Persönlichkeitsentwicklung kaum möglich sein wird, er ist allein wegen der Höhe der Transfersumme unter so starken Druck gesetzt (faktisch, auch wenn man immer das Gegenteil behaupten wird), dass es zumindest störend für die sportliche Entwicklung ist (vorsichtig formuliert).

Außerdem signalisiert man mit einem solchen Transfer, egal ob bewusst oder unwillentlich, gleichzeitig 50 oder 100 oder anderen eigenen Jugendspielern, inwieweit man ernsthaft mit ihnen plant - nämlich überhaupt nicht.

Wenn die Gruppen nicht funktionieren, wird sich keiner aus der Gruppe in der Gruppe optimal entwickeln können. Wenn die Gruppen aber von vornherein so strukturiert sind, dass sie praktisch gar nicht funktionieren können, bekommt man genau die Probleme, die hier seit Jahren diskutiert werden.

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elbosan
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Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von elbosan » Fr 23. Mär 2018, 21:03

Anderson hat geschrieben:
elbosan hat geschrieben:Den 16 Jährigen würde ich aus der Betrachtung der Jugendarbeit mal raushalten. Embalo war nie als Jugendspieler vorgesehen, sondern als Spieler für die 1. Mannschaft. Den Weg über die Jugendabteilung musste man altersbedingt gehen.
Doch, genau das ist die "Jugendarbeit" mit Zielrichtung 1. Herrenmannschaft: zukaufen anstatt selbst ausbilden.

Glaubst du ernsthaft, dass irgendein anderer Jugenspieler bspw. in der U19 Interesse daran hat, diesen Spieler, der das Zehn- oder eher Hunderfache verdient, im Spiel gut aussehen zu lassen?
Glaubst du, dass irgendein älterer Herrenspieler diese Interesse im gemeinsamen Training hat?

Der Junge wird mit Geld und mit "Betreuung" zugeschüttet, so dass eine normale, altersgerechte Persönlichkeitsentwicklung kaum möglich sein wird, er wird allein aufggesetzt (faktisch, auch wenn man immer das Gegenteil behaupten wird), dass es zumindest störend für die sportliche Entwicklung ist (vorsichtig formuliert).

Außerdem signalisiert man mit einem solchen Transfer, egal ob bewusst oder unwillentlich, gleichzeitig 50 oder 100 oder anderen eigenen Jugendspielern, inwieweit man ernsthaft mit ihnen plant - nämlich überhaupt nicht.

Wenn die Gruppen nicht funktionieren, wird sich keiner aus der Gruppe in der Gruppe optimal entwickeln können. Wenn die Gruppen aber von vornherein so strukturiert sind, dass sie praktisch gar nicht funktionieren können, bekommt man genau die Probleme, die hier seit Jahren diskutiert werden.
Ja, du hast recht, trotzdem ist Embalo da kein beispielhafter Transfers. Der hätte keine Minute in der U19 trainiert oder gespielt, wenn er für die 1. Mannschaft hätte auflaufen dürfen. Die meisten anderen Jugendspieler werden ja tatsächlich in die U19 oder u17 geschmissen. Da bin ich dann ganz bei dir.

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violethammer
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Lesetipp 11Freunde Ausgabe April 2018

Beitrag von violethammer » Do 29. Mär 2018, 07:25

Editorial:

Die deutsche Nachwuchsarbeit wird weltweit gerühmt. All die Leistungszentren, all die Stützpunkte, all die Trainer. Und vor allem all die hochtalentierten jungen Spieler aus einheimischer Fertigung. Doch die Euphorie über die Fortschritte in der Ausbildung ist längst großer Sorge gewichen. Denn der Turbokapitalismus des Profifußballs stülpt derzeit seine oft brutalen Gesetze auch jenen über, die besonderen Schutz brauchen. Zwölfjährigen, denen Berater bisweilen das Blaue vom Himmel versprechen. Vierzehnjährigen, die mitsamt ihrer Familie quer durch die Republik ziehen. Fünfzehnjährigen, die von der Bundesliga träumen und ein Jahr später aussortiert werden. In unserer Reportage über die Jagd auf Talente erzählen wir auch von jenen, die seit vielen Jahren mit Passion jugendliche Fußballer ausbilden und nun den Spaß an der Sache verlieren. Insbesondere dann, wenn kleineren Klubs reihenweise Talente weggekauft und Regeln zum Schutz der Kinder findig ausgehebelt werden.

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STBRos
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Re: Lesetipp 11Freunde Ausgabe April 2018

Beitrag von STBRos » Do 29. Mär 2018, 08:24

violethammer hat geschrieben:
Editorial:

Die deutsche Nachwuchsarbeit wird weltweit gerühmt. All die Leistungszentren, all die Stützpunkte, all die Trainer. Und vor allem all die hochtalentierten jungen Spieler aus einheimischer Fertigung. Doch die Euphorie über die Fortschritte in der Ausbildung ist längst großer Sorge gewichen. Denn der Turbokapitalismus des Profifußballs stülpt derzeit seine oft brutalen Gesetze auch jenen über, die besonderen Schutz brauchen. Zwölfjährigen, denen Berater bisweilen das Blaue vom Himmel versprechen. Vierzehnjährigen, die mitsamt ihrer Familie quer durch die Republik ziehen. Fünfzehnjährigen, die von der Bundesliga träumen und ein Jahr später aussortiert werden. In unserer Reportage über die Jagd auf Talente erzählen wir auch von jenen, die seit vielen Jahren mit Passion jugendliche Fußballer ausbilden und nun den Spaß an der Sache verlieren. Insbesondere dann, wenn kleineren Klubs reihenweise Talente weggekauft und Regeln zum Schutz der Kinder findig ausgehebelt werden.

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Etwas von "11 Freunde" nehme ich nicht in die Hand und füttere nicht diese Demagogen mit meinem Geld.

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Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von EisenerBulle » Do 29. Mär 2018, 09:07

@STBRos
Dann sind wir ja schon mindestens 2 ;) Und Danke für den Link! :thumb:
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche." (Gustav Mahler)
Dank an "tomsen" für den Avatar.

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Anderson
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Re: Lesetipp 11Freunde Ausgabe April 2018

Beitrag von Anderson » Sa 31. Mär 2018, 21:40

STBRos hat geschrieben:
violethammer hat geschrieben:
Editorial:

Die deutsche Nachwuchsarbeit wird weltweit gerühmt. All die Leistungszentren, all die Stützpunkte, all die Trainer. Und vor allem all die hochtalentierten jungen Spieler aus einheimischer Fertigung. Doch die Euphorie über die Fortschritte in der Ausbildung ist längst großer Sorge gewichen. Denn der Turbokapitalismus des Profifußballs stülpt derzeit seine oft brutalen Gesetze auch jenen über, die besonderen Schutz brauchen. Zwölfjährigen, denen Berater bisweilen das Blaue vom Himmel versprechen. Vierzehnjährigen, die mitsamt ihrer Familie quer durch die Republik ziehen. Fünfzehnjährigen, die von der Bundesliga träumen und ein Jahr später aussortiert werden. In unserer Reportage über die Jagd auf Talente erzählen wir auch von jenen, die seit vielen Jahren mit Passion jugendliche Fußballer ausbilden und nun den Spaß an der Sache verlieren. Insbesondere dann, wenn kleineren Klubs reihenweise Talente weggekauft und Regeln zum Schutz der Kinder findig ausgehebelt werden.

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Etwas von "11 Freunde" nehme ich nicht in die Hand und füttere nicht diese Demagogen mit meinem Geld.
Damit erspart man sich wenigstens die Mühe, sich inhaltlich mit dem Geschriebenen auseinandersetzen zu müssen.

Diese Methode kenne ich irgendwo her ...

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