Diskussion Nachwuchsmannschaften

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TRAFFIX
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Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von TRAFFIX » Di 14. Mai 2019, 11:31

https://rotebrauseblogger.de/2019/05/14 ... more-73424

Schöne Zusammenfassung vom Rotebrauseblogger zur Nachwuchssituation.
Mit dem Wegfall der U23 ist der Schritt von der U19 zu den Männern nochmal größer geworden und die Chancen auf einen Sprung direkt in die 1. Herren geringer. Verstehe nicht warum RB nicht eine Kooperation mit einem Zweit- oder Drittligisten eingeht und die talentiertesten U19 Spieler erstmal dort parkt und noch 1-2 Jahre beobachtet. Schade, dass man damals mit Markrans die Chance nicht weiter genutzt hat und wie zum Beispiel mit Lieferung noch einen Ausbildungs- bzw. Kooperationsverein sich herangezogen hat. Das fällt einen jetzt auf die Füße. Da kann man den einen oder anderen Nachwuchsspieler schon verstehen wenn er nach einigen Jahren im RB Ausbildungsstall dann keine Chance für die 1. Herren bekommt. :think:
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Anderson
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Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von Anderson » Di 14. Mai 2019, 22:50

Die Erkenntnis, dass im deutschen Nachwuchsfussball zu viel Taktik und zu wenig Technik/FußballSPIEL ausgebildet wird, ist nicht neu. Inzwischen ist sie auch von Verantwortlichen bzw. Fachleuten ausgesprochen worden.

Die Zweit- und Drittligavereine sind eigene Unternehmen mit anderen Prioritäten als der, Nachwuchsspieler von Erstligavereinen auszubilden. Die beinahe flächendeckende Entsorgung der U21/U23-Mannschaften fällt dem gesamten deutschen Fußball inzwischen gehörig auf die Füße - mit Recht!

Der eine oder andere RB-NW-Spieler der Jg. 2000 und 2001, dem noch vor zwei, drei Jahren fast alle Türen offenstanden, wird sich inzwischen gehörig in den Allerwertesten beißen, dass er in Leipzig geblieben ist (und sich damit womöglich seine Karriere versaut hat).

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Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von Eventzuschauer » Di 14. Mai 2019, 23:04

Ist aber das U23 Problem nicht in einigen Teilen auch hausfremdgemacht!?
Da spielt die U23 eines Erstligisten...in der 3. Liga...gegen dort wieder "Hochkaräter" im Profifußball. Das kann auf Dauer nicht funktionieren. Rein sportlich, physisch, athletisch schon. Aber das ganze drumherum passt nicht.
Von daher nachvollziehbar das immer mehr U23 abgemeldet wurden.

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Anderson
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Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von Anderson » Di 14. Mai 2019, 23:19

In England gibt es eine Reserveliga, die außerhalb des regulären Ligenbetriebs spielt. Diese Modell sollte auch in Deutschland möglich sein.
Ich möchte in den ersten vier Ligen ohnehin keine U-Mannschaften sehen. Schon allein aus wirtschaftlichen Gründen ist das schlecht für die dort spielenden Vereine, außerdem gibt das immer wieder Anlass, Wettbewerbsverzerrung zu unterstellen.

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Adamson
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Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von Adamson » Mi 15. Mai 2019, 09:05

Aber Anderson, da ist doch das Problem.
Das klingt wie: „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.“
Du kritisierst, dass uns die „Entsorgung der U23-Mannschaften“ auf die Füße fällt, willst aber selbst in den ersten vier Ligen keine U23 eines Profivereins. Na was nun?
Die Mehrheit der Vereine sprach sich bislang gegen eine separate Reserveliga. Der Schritt aus dieser Liga in den Profibereich ist nicht weniger groß, als aus der dritten oder vierten Liga. Und keiner bildet Nachwuchsspieler aus, um sie in so einem Streichelzoo zu halten, böse ausgedrückt. ;)
Liebet eure Feinde, vielleicht schadet das ihrem Ruf!

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Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von Anderson » Mi 15. Mai 2019, 10:56

Adamson hat geschrieben:
Mi 15. Mai 2019, 09:05
Aber Anderson, da ist doch das Problem.
Das klingt wie: „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.“
Du kritisierst, dass uns die „Entsorgung der U23-Mannschaften“ auf die Füße fällt, willst aber selbst in den ersten vier Ligen keine U23 eines Profivereins. Na was nun?
Die Mehrheit der Vereine sprach sich bislang gegen eine separate Reserveliga. Der Schritt aus dieser Liga in den Profibereich ist nicht weniger groß, als aus der dritten oder vierten Liga. Und keiner bildet Nachwuchsspieler aus, um sie in so einem Streichelzoo zu halten, böse ausgedrückt. ;)
Die Reserveliga in England ist nach meiner Kenntnis keine reine Nachwuchsliga. Die Kader der englischen Klubs sind in der Regel größer als die der deutschen, es kommen in der Reserveliga wohl auch die Ergänzungsspieler/Rehabilitanten jenseits der U21/23 zum Einsatz, dazu auch U19-Spieler, denen man das schon zumuten kann. Dadurch ist es ernsthafter Männerfußball, auf einem sportlichen Niveau, dass sich zwischen Liga 2 und 3 bewegen dürfte.
Was immer da stattfindet, Streichelzoo ist es mit Sicherheit nicht. Außerdem werden so, für alle Fälle, alle Spieler eines Kaders in regelmäßiger Spielpraxis gehalten.

Ich weiß nicht, warum deutsche Klubs gegen eine solche Liga sind. Die Mehrkosten dürften sich im überschaubaren Rahmen halten. Die Spieler sind eh unter Vertrag, Plätze hat man auch; sportlich sollte es allemal anspruchsvoller sein, als mit einer U21 4. oder 5. Liga zu spielen.

Wenn man sich landesweit bei der Nachwuchsausbildung und beim Übergang in den Männerfußball verrannt hat, darf und sollte man auch mal schauen, was andere machen und was sie ggf. besser machen.

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Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von Adamson » Mi 15. Mai 2019, 11:17

Trotzdem würde diese Reserveliga außerhalb des normalen Ligabetriebs stattfinden. Also ginge es dabei um die sprichwörtliche „goldene Ananas“.
Die Frage wäre ja auch, welche Mannschaften daran teilnehmen könnten? Nur erste Liga, erste und zweite? Runter bis zur Dritten?
Was passiert bei Auf-und Abstieg. Wo spielen die Mannschaften? Wer pfeift das ganze? Wann finden die Spiele statt.
Mancherorts kann kaum der reguläre Ligabetrieb aufrechterhalten werden, da soll dann noch diese Liga mit durchgeführt werden?
Das ist in Deutschland nicht installierbar.
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Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von Roter Brauser » Mi 15. Mai 2019, 14:11

Adamson hat geschrieben:
Mi 15. Mai 2019, 11:17
Das ist in Deutschland nicht installierbar.
Wenn es entsprechende Anstrengungen von Vereinsseite her gibt, dann ist sowas natürlich zu installieren.

Zu deinen Fragen zur Organisation: Lass die Reservemannschaften doch einfach drei Stunden vor dem eigentlichen Hauptspiel gegeneinander auf dem Trainingsgelände der gastgebenden Mannschaft antreten.
RB Leipzig - Bayern München wird 15:30 Uhr angepfiffen. Dementsprechend treten die Reserveteams um 12:30 Uhr am Cottaweg gegeneinander an. Das im Hauptspiel angesetzte Schiedsrichterteam leitet die Partie, sozusagen als Erwärmung...

Für mich stellt sich eher die Frage, welchen Zweck man mit zweiten /Reservemannschaften erreichen will. Meines Erachtens kann man Spieler für die Breite - also zweite und dritte Liga möglicherweise schneller und besser entwickeln.
Auf die nationale Spitze hat das meines Erachtens keine Auswirkungen.
Süle, Goretzka, Kimmich, Tah, Brandt, Sané, Werner, Havertz - alle diese Toptalente und mittlerweile Stamm-Nationalspieler sind direkt von der U19 in die erste Mannschaft gestoßen und haben - wenn überhaupt - eine handvoll Spiele in der zweiten Mannschaft gespielt.
Satzzeichen und Smileys sind keine Herdentiere!

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Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von Anderson » Do 16. Mai 2019, 10:18

Roter Brauser hat geschrieben:
Mi 15. Mai 2019, 14:11
Auf die nationale Spitze hat das meines Erachtens keine Auswirkungen.
Süle, Goretzka, Kimmich, Tah, Brandt, Sané, Werner, Havertz - alle diese Toptalente und mittlerweile Stamm-Nationalspieler sind direkt von der U19 in die erste Mannschaft gestoßen und haben - wenn überhaupt - eine handvoll Spiele in der zweiten Mannschaft gespielt.
Der männliche Körper (und übrigens auch das männliche Gehirn ;) ) sind mit 19 noch nicht "fertig".
Es gibt Spätentwickler (bspw. Reus), die bei der derzeitigen Praxis durch den Rost fallen (können). Das ist im Prinzip die gleiche Problematik wie bei den U-Nationalmannschaften, in denen jeweils vor allem Spieler zu Gange sind, die im Bezugsjahr von Januar-März geboren worden sind.
Wenn es sich der deutsche Fußball leisten kann, dauerhaft auf ein erhebliches Potential am veranlagten jungen Spielern pro Jahrgang zu verzichten, nur weil diese nicht sofort mit 19 den Sprung schaffen, muss man einfach so weitermachen wie derzeit. Dann kauft man sich einfach junge Spieler aus südlicheren Gefilden ein, die genetisch bedingt körperlich früher reif sind, anstatt sich die Arbeit mit den eigenen Pflänzchen zu machen.

Es ist für die Entwicklung eines jungen Spielers übrigens ein ganz erheblicher Unterschied, ob er fünf oder sechs Mal pro Woche mit Zweit- oder Drittligaspielern trainiert oder aber mit richtig guten Erstligaspielern. Unter diesem Gesichtspunkt wäre es allemal besser, die Spieler im Verein zu halten, sie in der ersten Herrenmannschaft mit trainieren zu lassen und Ihnen über eine Reserveliga regelmäßige Spielpraxis zu geben, als sie bspw. in die Pampa zu verleihen.

Die Zweiten Mannschaften in Regional- oder Oberliga sind für die Perspektive Bundesliga eher Sackgassen, da stimme ich mit Vorschreibern überein.

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Re: Diskussion Nachwuchsmannschaften

Beitrag von FaulerZauber » Fr 17. Mai 2019, 09:58

Reus ein Spätentwickler? Er war mit 18 Stammspieler in der 2. Liga. Er mag noch kein Kai Havertz gewesen sein, aber ein klassischer Spätentwickler wie Horst Hrubesch war er nicht ;)

Ich bin auch Meinung, dass der Wettbewerb mit U23-Mannschaften in 3. und 4. Liga deutlich unattraktiver ist. Dann muss man aber sagen, was man stattdessen will:

- Modell Liefering: Vorteil: der Partnerverein ist eine reguläre "erste" Mannschaft und damit im Wettbewerb entsprechend attraktiv. Beispiel: Dortmund kann seine besten Nachwuchskräfte in Bochum parken und bei Bedarf für die eigene Bundesligamannschaft jederzeit hochziehen. Nachteil: Wettbewerbsverzerrung möglich - allerdings nicht so stark wie bei reinen U23-Teams

- Reserveliga: Vorteil: keine Wettbewerbsverzerrung
Nachteil: wen interessiert der Wettbewerb?
What part of our history ist reinvented and under rug swept?
What part of your memory is selective and tends to forget? (A. Morissette)

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