Fankultur RBL: Wohin geht der Weg?

Stadionordnung, Fangesänge, Uservorstellung....

Scheiß L-O-K / Scheiß H-F-C in der Uffta?

Klar das gehört da rein - wir sind hier nicht beim Halma!
129
32%
Brauchen wir nicht - ausgelatschte Wege gibts genug in LE!
271
68%
 
Abstimmungen insgesamt: 400

Adamson
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Re: Fankultur RBL: Wohin geht der Weg?

Beitrag von Adamson » Do 27. Apr 2017, 11:02

Loch hat geschrieben: Ein guter Kompromiss wäre aus meiner Sicht, solche Banner in Maßen einzusetzen, diese Banner dann aber auch zu tolerieren.
Das würde dann beispielweise auch gelten, wenn ich ein Transparent hochhielte, auf dem steht "Refugees go home!" und signiere das mit Horst Schulze.
La cura para todo siempre es el agua salada: el sudor, las lagrimas o el mar!

Fanblock-Gänger
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Re: Fankultur RBL: Wohin geht der Weg?

Beitrag von Fanblock-Gänger » Do 27. Apr 2017, 11:51

Loch hat geschrieben:
Ein guter Kompromiss wäre aus meiner Sicht, solche Banner in Maßen einzusetzen, diese Banner dann aber auch zu tolerieren.
Das geht gar nicht. Weil keiner sagen kann, was "in Maßen" bedeutet. Vorgabe der Freiheit, pro Saison 5x so was hoch zu halten? Und wer hat dann das Recht dazu?

Und dennoch stehe ich hinter diesen Bannern, bei denen ich nicht weiß, was drauf steht!

Die Argumentation: "Wenn man nichts linkes äußern darf, kommen die Rechten im Block zur Geltung" ist durchaus gewagt und ein Totschlagargument. Und wenn du andere Vereine als Beispiel bringst: Sie haben eine andere Fanszene und es ist die Frage, wie der Verein so etwas toleriert und was er dagegen unternimmt. Ich gehe stark davon aus, dass RB sich von keiner Fangruppierung auf der Nase herum tanzen lässt. Vor einer solchen Entwicklung habe ich keine Bange.

Tut mir leid, Loch, ich kann deiner Argumentation nicht folgen und teile sie nicht. Und sie ist vor allem nicht überzeugend.

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mahe
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Re: Fankultur RBL: Wohin geht der Weg?

Beitrag von mahe » Do 27. Apr 2017, 13:52

Loch hat geschrieben:Das muss letztlich die Fanszene für sich klären. Meiner Meinung nach ist auch ein Stadion ein politischer Raum und wenn man denkt, so sei es nicht, nehmen ihn sich häufig irgendwann jene Leute (mit Gewalt), die dann wirklich eine ganz große Mehrheit nicht haben möchte: Nazis. Frag mal in Dortmund nach.
da gehe ich mit, denn das ganze leben ist politisch.

viele benutzen den begriff politik sehr stark eingeschränkt und zeigen so, dass sie eigentlich dessen bedeutung gar nicht kennen. es ist dann natürlich schwer wenn diese unwissenheit in diskussionen fliesst.

da kann man nur versuchen wissen zu vermitteln.
https://de.wikipedia.org/wiki/Politik" onclick="window.open(this.href);return false; als leichter einstieg


Loch hat geschrieben:Ich halte es für legitim, sich in einem Stadion auch zu fußfallfremden Themen wie Abschiebungen, Gentrifizierung, usw. zu äußern, sofern die Urheberschaft klar gekennzeichnet ist. Ich halte es aber auch für legitim, sich zu wünschen, dass auf solche Banner verzichtet wird, weil die Konzentration dem Sport gelten sollte. Letztlich würde ich persönlich dem individuellen Wunsch bestimmter Gruppen, solche Banner zu zeigen, aber den Vorrang geben. Kein Fußballspieler, Trainer oder Fan wird gezwungen, sich damit zu befassen. Gerade das Mateschitz-Banner halte ich für legitim, gar nicht mal bezogen auf den Inhalt, sondern insofern, dass es sich mit einer Person befasst, die direkt mit dem Verein zu tun hat. Selbst wenn das keine Mehrheitsmeinung ist, muss das die Mehrheit meiner Meinung nach aushalten.

Ein guter Kompromiss wäre aus meiner Sicht, solche Banner in Maßen einzusetzen, diese Banner dann aber auch zu tolerieren.
hier teile ich deine meinung nicht, denn ich gehe zum fußball, um vom alltag abzuschalten. ich möchte meine mannschaft unterstützen. bei diesem vorhaben empfinde ich banner, die rein gar nicht mit dem spiel, dem verein, den fans, dem stadion (fußballbezüge) zu tun haben, störend.

nehmen wir mal das thema westwerk. polemisch konnte man lesen, dass die mietpreise um 100% gestiegen sind. natürlich kann man da schnappatmung bekommen, wenn man das bei dieser relativen auskunft belässt.
ich habe im westwerk mehrmals räumlichkeiten genutzt. vieles ist dort alt und bedarf der pflege und instandhaltung, teils auch gesetzlich vorgeschrieben. nur wie soll ein vermieter das finanzieren, wenn mieter nur einen 1€/m² miete zahlen oder teils sogar entgeltfrei räume nutzen konnten.
um notwendiges umsetzen zu können, wurde der mietpreis auf 2€/m² erhöht. ja, das sind 100%, aber wo bekommt man denn noch so günstig gewerberäume?

aber wichtiger, warum sollte das im stadion thematisiert werden, wenn in B die mehrheit das spiel sehen und die mannschaft supporten möchte?
seit 27.09.2009
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Re: Fankultur RBL: Wohin geht der Weg?

Beitrag von Loch » Do 27. Apr 2017, 17:35

Fanblock-Gänger hat geschrieben:
Loch hat geschrieben: Ein guter Kompromiss wäre aus meiner Sicht, solche Banner in Maßen einzusetzen, diese Banner dann aber auch zu tolerieren.
Das geht gar nicht. Weil keiner sagen kann, was "in Maßen" bedeutet. Vorgabe der Freiheit, pro Saison 5x so was hoch zu halten? Und wer hat dann das Recht dazu?
Wieso soll das nicht gehen? Wenn 43.000 Menschen zu einem Fußballstadion gehen, sind zwangsläufig Kompromisse nötig und möglich. Wo, wann und wie lange dürfen die Fahnen geschwenkt werden? Welche Gesänge sollen für welche Dauer angestimmt werden? Wie oft darf ich mich auf der Hauptttribüne situationsbedingt erheben, bevor hinter mir jemand meckert? Um mal einige Beispiele zu nennen.
Fanblock-Gänger hat geschrieben:Die Argumentation: "Wenn man nichts linkes äußern darf, kommen die Rechten im Block zur Geltung" ist durchaus gewagt und ein Totschlagargument.
Das war nicht meine Argumentation. Ich habe geschrieben, dass man den Raum womöglich für Nazis öffnet, wenn man das Stadion zur politikfreien Zone erklärt (was sowieso niemals Realität sein wird; selbst das Verbot politischer Banner ist schon ein politischer Akt). Zu diesem Thema lohnt ein Blick in die zurückliegenden Jahrzehnte, in denen vielerorts u.a. antirassistische Ultras/Fans (ich rede bewusst nicht von "linken") die Nazis aus den Kurven verdrängt haben. Wenn es Stadien gibt, in denen nicht mal ein Grundkonsens gegen Rassismus und andere Diskriminierungsformen artikuliert wird, dann ist das quasi als Einladung zu verstehen, sich dort einzunisten. Denn natürlich sind solch große Menschenansammlungen mit gesellschaftlicher Breitenwirkung und großen Jugendgruppen ein idealer Ansatzpunkt, um diese Ideologie zu verbreiten. Dass das nicht zwangsläufig geschehen muss, ist klar.

Wenn sich Fans und (später) Funktionäre nicht frühzeitig deutlich in dieser Hinsicht positioniert hätten, hätte RBL heute vielleicht auch die Probleme, die es in Form diskriminierender Gesänge/Rufe/Banner und schlimmstenfalls ganzer Nazigruppen in mehr oder weniger großem Umfang in den meisten anderen Stadien gibt.

Ob man sich nun regelmäßig zu konkreten politischen Fragen (Abschiebungen, Westwerk - um diese Beispiele noch mal zu nennen) äußern muss, ist eine andere Frage.
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Re: Fankultur RBL: Wohin geht der Weg?

Beitrag von raceface » Do 27. Apr 2017, 17:48

Aber das Stadion bietet keinen Raum für Linke wenn das Stadion Politikfreie Zone wird?
Otto Rehhagel: „Wenn ich heute fünf Talente einbaue und mehrere Spiele hintereinander verliere, dann lassen die Leute an den Blumen, die sie mir zuwerfen, plötzlich die Töpfe dran.“

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Re: Fankultur RBL: Wohin geht der Weg?

Beitrag von melzer » Do 27. Apr 2017, 17:59

mahe hat geschrieben:@LJ
ich habe daran auch die ganze nacht geschrieben und heute vor der arbeit noch mal intensiv korrektur gelesen. bin mir sicher, dass der ein oder andere, das noch runder bekommen hätte, aber ich kann mit dem ergebnis leben.

ich sehe gerade, du bist gewechselt. :o



@melzer
die red aces machen sehr viel, das kann man imo nicht bestreiten. doch es gibt/gab situationen, da hilft der kontakt nicht weiter, weil man nicht gewillt ist, auch mal auf andere zuzugehen.

deine these, dass dann tote hose wäre, teile ich gar nicht. ich stelle mir sogar die frage, ob du ahnung von unserer fanszene hast.

die stimmung wird durch den capopodest initiiert. ich gehe mal diese personen durch.

capo s. (platzhirsche)
capo t. (lecrats)
trommler m. (bulls club)
trommler b. (sportfreunde)
trommler j. (aces?)

capo 27 (platzhirsche)
capo 29 (sportfreunde)


ich traue diesem team auch ohne aces zu, eine ordentliche menge für den support zu mobilisieren.
Ich glaube schon beurteilen zu können, wie es in unserer Fanszene aussieht. Das geht schon damit los, dass es für mich bei uns eine aktive Fanszene und eine ich nenne sie mal "normale" Fanszene gibt. Einfaches Beispiel: Auswärtsspiel in Mainz. Ein mehr oder weniger geteilter Auswärtsblock. Stimmung kam nur von dem unteren Teil, ca 100-200 Leuten. Davon waren nach meinem Empfinden mind 80% zugehörig zu den Rasenballisten ( wo ja auch die Aces dazugehören). Die restlichen 600-700 Mann im Block standen oft nur mehr oder weniger teilnahmslos rum. Bin selbst ein paar Mal durch den Block gegangen, um die allgemeine Stimmung im gesamten Block mitzubekommen. Und das ist nur ein Bsp.von Vielen, was mir gerade auswärts auffällt. Und bitte nicht nur weil ein Capo oder Trommler einem bestimmten FC zugehörig ist, heißt das nicht, dass er deswegen die Massen begeistert. Ich sehe da qualitativ gehörige Unterschiede, gerade bei den Trommlern. Ich will nicht weiter ins Detail gehen, aber ein bisschen Rhythmusgefühl sollte man schon haben. Meine Meinung

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Re: Fankultur RBL: Wohin geht der Weg?

Beitrag von Loch » Do 27. Apr 2017, 18:02

Adamson hat geschrieben:
Loch hat geschrieben: Ein guter Kompromiss wäre aus meiner Sicht, solche Banner in Maßen einzusetzen, diese Banner dann aber auch zu tolerieren.
Das würde dann beispielweise auch gelten, wenn ich ein Transparent hochhielte, auf dem steht "Refugees go home!" und signiere das mit Horst Schulze.
Das ist ein ziemlich extremes bzw. schwieriges Beispiel, da das eine Forderung wäre, die u.a. im Widerspruch zum Grundgesetz, den allgemeinen Menschenrechten der Vereinten Nationen - Stichwort Asylrecht - und meiner Meinung nach auch grundsätzlichen Prinzipien von Moral und Menschlichkeit steht. Von daher: Kann sein, dass man auch so etwas tolerieren sollte. Kann sein, dass man den Leuten die Meinung sagen sollte. Kann sein, dass man gegen ein solches Banner vorgehen sollte. Da möchte ich mich jetzt spontan nicht festlegen.

Wenn aber beispielsweise jemand fordert, dem Conne Island die Förderung zu streichen oder Mateschitz zum Ehrenbürger der Stadt zu machen, wäre das zu tolerieren.
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Re: Fankultur RBL: Wohin geht der Weg?

Beitrag von Loch » Do 27. Apr 2017, 18:06

raceface hat geschrieben:Aber das Stadion bietet keinen Raum für Linke wenn das Stadion Politikfreie Zone wird?
Wie gesagt: Ich rede nicht von links und rechts, sondern von einer menschenfeindlichen Ideologie (Nazis) und politischen Bestrebungen, die bis weit ins konservative Milieu hinein konsensfähig sein sollten (Antirassismus).

Wenn für dich "Ausländer raus" oder "Heil H." genau so schlimm ist wie "Grundeinkommen für alle" oder "Gentrifizierung stoppen", dann ist das halt so. Aber vielleicht meinst du auch etwas anderes mit "links".
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Re: Fankultur RBL: Wohin geht der Weg?

Beitrag von raceface » Do 27. Apr 2017, 18:26

Weder der linke noch der rechte Schund sowohl auch die Mitte gehören NICHT ins Stadion!

POLITIK RAUS AUS DEM STADION!

Kann doch nicht so schwer sein?
Otto Rehhagel: „Wenn ich heute fünf Talente einbaue und mehrere Spiele hintereinander verliere, dann lassen die Leute an den Blumen, die sie mir zuwerfen, plötzlich die Töpfe dran.“

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Re: Fankultur RBL: Wohin geht der Weg?

Beitrag von Truckle » Do 27. Apr 2017, 18:44

Politische Plakate malen scheint ein spezielles Leipziger Hobby zu sein seit den Tagen im Oktober 89.
Ich verfolge es jetzt nicht so genau, glaube aber das es das so kaum in einem anderen Stadion gibt.
Außer vielleicht auf St. Pauli.
In der Regel beschäftigen sich andere Szenen doch eher mit DFB, DFL und dem Gegner in Ihren Tapeten.

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