Corona-Virus

Hier kann alles rein, was sonst nirgends passt
nevermore
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Re: Corona-Virus

Beitrag von nevermore » Do 4. Jun 2020, 11:40

Jupp hat geschrieben:
Do 4. Jun 2020, 07:50
Das Thema wurde separat behandelt, da es ja nicht direkt mit der Ankurbelung der Wirtschaft zusammenhängt: https://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/re ... 47314.html

Vom in der Nacht vorgestellten Konjunkturpaket bin ich positiv überrascht, kann man hier nachlesen: https://www.bundesfinanzministerium.de/ ... onFile&v=8

Überhaupt: Der DAX stand am 18. März bei 8.400 Punkten, jetzt ist er bei knapp 12.500 Punkten und damit gar nicht mehr weit weg vom Vor-Corona-Niveau. Ich bleibe optimistisch, dass der Schaden in Deutschland geringer ist als in anderen Ländern. Die größte Sorge in Bezug zur Wirtschaft bereitet mir aktuell, dass der Export einbricht, weil vor allem in den USA ein wichtiger Absatzmarkt große Probleme hat.
Das ifo prognostizierte schon vor ein paar Tagen zweistellige Wachstumsraten für 2021.
https://www.ifo.de/node/55683

Soviel zum Weltuntergangsgeschrei von wegen "zurück in die Steinzeit".

Außerdem hat das Institut im Ökonomenpanel eine Einschätzung der Konjunkturmaßnahmen abgefragt:
https://www.ifo.de/node/55776

Im Konjunkturpaket von gestern Nacht wurde sehr viel richtig gemacht. Ich sehe überall fast nur positive Einschätzungen von den Fachleuten.

STBRos
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Re: Corona-Virus

Beitrag von STBRos » Do 4. Jun 2020, 12:59

Ich will Deine Euphorie nicht bremsen, aber zwischen Wetter und Klima besteht ein entscheidender Unterschied.

Die Pleitewelle wird es vermutlich geben und wird für Herbst 2020 erwartet.

https://www.finance-magazin.de/wirtscha ... t-2056461/
Im Herbst dieses Jahres rechnen sie mit deutlich steigenden Unternehmenspleiten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Restrukturierungsberatung Falkensteg, deren Ergebnisse FINANCE exklusiv vorab vorliegen. Für die Befragung „Covid-19-Studie: Die Wirtschaft im freien Fall?“ hat Falkensteg die Aussagen von mehr als 60 Insolvenzverwaltern ausgewertet.

Ein Kernergebnis: Jeder dritte Teilnehmer geht davon aus, dass die Zahl der Unternehmen, die Insolvenz anmelden müssen, durch die Folgen des Coronavirus um mehr als 20 Prozent steigen wird.
Mit sehr viel Geld versucht man die Folgen abzumildern. Auch dieses Geld müssen die künftigen Generationen direkt und indirekt zurückzahlen.

https://www.zeit.de/wirtschaft/2020-05/ ... oronavirus
Die Bundesregierung bezifferte die Kosten der Corona-Krise für Bund und Länder bereits Mitte April auf 453 Milliarden Euro – für dieses Jahr. Hinzu kommen Staatsgarantien von 820 Milliarden Euro. Der Bund wird deshalb 156 Milliarden Euro an neuen Schulden aufnehmen.

Die Berechnung ist aber längst Makulatur. Denn die dramatischen Steuerausfälle, die die Steuerschätzer am Donnerstag verkündet haben, sind in der Aufstellung noch nicht berücksichtigt. Ebenso wenig die vor wenigen Tagen beschlossenen Hilfsmaßnahmen für die Hotel- und Gastronomiebranche oder die zu erwartende Beteiligung an der Deutschen Lufthansa, um das Unternehmen vor der Insolvenz zu retten. Diskutiert wird außerdem, ob der Bund finanzschwache Kommunen stützen muss.
Auch für die kommenden Jahre sind die Aussichten schlecht. Bis 2024 stehen dem Staat rund 315,9 Milliarden Euro weniger zur Verfügung als im vergangenen Herbst erwartet. In der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 sagten die Steuerschätzer einen Einbruch der Steuereinnahmen für einen Vierjahreszeitraum um gut 316 Milliarden Euro voraus.
Und Du bist der Meinung, dass neue Konjunkturpaket trifft auf volle Zustimmung. Das betrifft dann wohl vor allem die offiziellen Meinungen. Ganz aktuell steht dazu auf n-tv dieser Kommentar:

https://www.n-tv.de/wirtschaft/kommenta ... 23499.html
Das Programm erinnert an einen Schrotschuss: Ein paar Kugeln treffen ins Schwarze - aber viele gehen am Ziel vorbei.
In der Summe aber entpuppen sich die Hilfen als das Sammelsurium eines parteipolitischen Tauziehens. Eine wirkungsvolle Gesamtstrategie fehlt.
Die "Rettungssummen", die auf Jahrzehnte gestreckt werden, sind zweifellos eine finanzpolitische Gefährdung. Auch die Hilfsprogramme für die Unternehmen werden zum Teil ausfallen, was die ohnehin gebeutelten Banken und Sparkassen (Niedrigzins, Regulatorik, Digitalisierung, verändertes Kundenverhalten) mit Kreditausfällen zusätzlich belasten wird und was die Gefahr einer neuerlichen Banken- oder Finanzkrise weiter steigen lässt.

Im übrigen, Corona ist noch nicht besiegt und auch einen Impfstoff dagegen gibt es noch nicht. Es gibt Experten die bezweifeln, dass es jemals einen Impfstoff dagegen geben wird. Sprach man nicht immer davon, dass wir uns am Anfang eines Marathons befinden. Jetzt bereits euphorisch Bilanz zu ziehen erscheint mir daher als verfrüht. Wie gesagt, Wetter ist nicht gleich Klima.

Und später, halten wir uns bei Auftreten neuer Wellen im Frühjahr und Herbst der kommenden Jahre an den moralischen Kodex und fahren auch in den kommenden Jahren/Jahrzehnten bei Auftreten der neuen Wellen stets ein- bis zweimal im Jahr die Wirtschaft herunter, verhängen Ausgangssperren, Kontaktverbote usw.? Was denkst Du, wie lange würde sich dies unser System leisten können? Vermutlich wird es dazu nicht kommen, nicht, weil es keine neuen Wellen geben wird, sondern weil wir für vergleichbare Maßnahmen keine gesellschaftliche Legitimation mehr erhalten werden. Bereits jetzt den moralischen Zeigefinger zu erheben ist daher zumindest gewagt. Es kann sein, dass dies zum Boomerang wird. Diesen werden vermutlich nicht alle erkennen, zu gut funktioniert das Kurzzeitgedächtnis und zu einheitlich sind dann die offiziellen Aussagen, dass der neue Weg im Umgang mit Corona nun richtig und alternativlos ist.

Mir sagte gestern ein politisch Verantwortlicher - "Man sollte sich jetzt noch einmal die Innenstädte anschauen, so werden wir sie nie wieder sehen." Ich befürchte, er wird damit nicht so falsch liegen.
Wir schätzen die Menschen, die frisch und offen ihre Meinung sagen - vorausgesetzt, sie meinen dasselbe wie wir. (Mark Twain)

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Re: Corona-Virus

Beitrag von Wuppertaler » Do 4. Jun 2020, 15:35

The-Last-ReBeL hat geschrieben:
Mi 27. Mai 2020, 14:27
eines sollte jeden klar sein, oder mal drüber nachdenken. Ökologisch gesehen, dass der Planet nicht kippt, hat man errechnet, das ca 7 Mrd Menschen so das Maximum ist. Und bevor wieder das Gelaber losgeht. Als vernunftbegabte Spezies sollte man sich darüber schleunigst mal den Kopf zerbrechen wie man das regeln will.
Das greift m.E zu kurz. Selbst wenn die Weltbevölkerung in den letzten Jahren nicht durch die hohen Wachstumsraten in Asien und Afrika auf knapp 8 Mrd gestiegen wäre, sondern - sagen wir - sich auf dem Niveau um die Jahrtauswende (rund 6 Mrd.) stabilisiert hätte, würde bei den fossilen Grundlagen der Lebens- und Produktionsweisen in den entwickelten Ländern und Schwellenländern der Großteil der planetaren Grenzen überschritten werden. Für die globalen Kipp-Punkte sind die 1,1 Mrd. Menschen in Europa und Nordamerika relevanter als die 1,3 Mrd. Menschen in Afrika. Regional ist die Überbevölkerung z.B. in Nigeria und der daraus entstehende Druck auf Naturräume ein riesiges Problem. Aber global gesehen ist es eher die westliche Lebensweise und deren Carbon Footprint.
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Re: Corona-Virus

Beitrag von Jupp » Do 4. Jun 2020, 15:49

Es geht darum die negativen Auswirkungen zu begrenzen, das durch Corona irgendwas besser wird, bezweifle ich bis auf Ausnahmen. Wie bei der Eindämmung des Virus kann übrigens auch jetzt jeder wieder einen Beitrag leisten. Nicht bspw. bei Amazon einkaufen, sondern beim örtlichen Händler um die Ecke, wenn man was kauft. In die Gaststätten insbesondere in die Freisitze gehen usw. Gerade Menschen mit mehr finanziellen Möglichkeiten, können hier helfen, damit die Einzelhandelsbetriebe oder die Gastronomie auch noch in einem Jahr da sind.
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Walle
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Re: Corona-Virus

Beitrag von Walle » Do 4. Jun 2020, 15:51

STBRos hat geschrieben:
Do 4. Jun 2020, 12:59
Mir sagte gestern ein politisch Verantwortlicher - "Man sollte sich jetzt noch einmal die Innenstädte anschauen, so werden wir sie nie wieder sehen." Ich befürchte, er wird damit nicht so falsch liegen.
In Manhattan und anderen Innenstädten der USA ist das jetzt schon so...

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Re: Corona-Virus

Beitrag von alberg94 » Do 4. Jun 2020, 16:29

Walle hat geschrieben:
Do 4. Jun 2020, 15:51
STBRos hat geschrieben:
Do 4. Jun 2020, 12:59
Mir sagte gestern ein politisch Verantwortlicher - "Man sollte sich jetzt noch einmal die Innenstädte anschauen, so werden wir sie nie wieder sehen." Ich befürchte, er wird damit nicht so falsch liegen.
In Manhattan und anderen Innenstädten der USA ist das jetzt schon so...
Vielleicht gibt's ja dann wieder den Blick auf die Architektur, was die Geschäfte angeht, kennste eine Innenstadt, kennste alle...

nevermore
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Re: Corona-Virus

Beitrag von nevermore » Do 4. Jun 2020, 16:41

STBRos hat geschrieben:
Do 4. Jun 2020, 12:59
Ich will Deine Euphorie nicht bremsen, aber zwischen Wetter und Klima besteht ein entscheidender Unterschied.
Was konkret hat der Wetterbericht damit zu tun?
Und Du bist der Meinung, dass neue Konjunkturpaket trifft auf volle Zustimmung. Das betrifft dann wohl vor allem die offiziellen Meinungen.
Das betrifft die Meinung von Fachleuten wie Clemens Fuest (Chef des ifo-Instituts), Lars Feld (Chef des Sachverständigenrats), Marcel Fratzscher (Chef des DIW), um mal die wichtigsten zu nennen, die sich allesamt positiv geäußert haben. Ich höre generell lieber auf in ihrem Fachgebiet ausgewiesene Wissenschaftler als auf Kolumnisten und andere selbsternannte Experten. In diesem Fall sind sogar BDI und Gewerkschaften derselben Meinung, was nicht oft vorkommt.
Die "Rettungssummen", die auf Jahrzehnte gestreckt werden, sind zweifellos eine finanzpolitische Gefährdung.
Auch das sehen die Fachleute größtenteils anders. Zum ersten, weil die Bundesrepublik eine Verschuldung von 80 Prozent des BIP locker verkraften kann (die Zeiten von Rogoff und Reinhardt mit ihren Rechenfehlern sind schon länger vorbei), zum zweiten, weil derzeit Negativzinsen auf deutsche Staatsanleihen bestehen.
Im übrigen, Corona ist noch nicht besiegt und auch einen Impfstoff dagegen gibt es noch nicht. Es gibt Experten die bezweifeln, dass es jemals einen Impfstoff dagegen geben wird.
Meines Wissens steht Herr Streeck mit dieser Haltung ziemlich alleine da. Er mag da durch seine HIV-Erfahrungen geprägt sein, oder auch durch seine Ratschläge an seine Heinsberg-Studie-Partner - man stünde ja auch etwas blöd da, wenn man zugeben müsste, dass sowohl die Schließung der Restaurants als auch die Entscheidung, nicht auf Durchseuchung zu setzen, sondern darauf zu bauen, dass die Zeit für die medizinische Forschung arbeitet, völlig richtig war. Im Allgemeinen geht der Tenor bei Wissenschaftlern und Pharmaunternehmen in Sachen Impfstoff immer mehr in Richtung "eher früher als später".
Und später, halten wir uns bei Auftreten neuer Wellen im Frühjahr und Herbst der kommenden Jahre an den moralischen Kodex und fahren auch in den kommenden Jahren/Jahrzehnten bei Auftreten der neuen Wellen stets ein- bis zweimal im Jahr die Wirtschaft herunter, verhängen Ausgangssperren, Kontaktverbote usw.? Was denkst Du, wie lange würde sich dies unser System leisten können? Vermutlich wird es dazu nicht kommen, nicht, weil es keine neuen Wellen geben wird, sondern weil wir für vergleichbare Maßnahmen keine gesellschaftliche Legitimation mehr erhalten werden. Bereits jetzt den moralischen Zeigefinger zu erheben ist daher zumindest gewagt. Es kann sein, dass dies zum Boomerang wird. Diesen werden vermutlich nicht alle erkennen, zu gut funktioniert das Kurzzeitgedächtnis und zu einheitlich sind dann die offiziellen Aussagen, dass der neue Weg im Umgang mit Corona nun richtig und alternativlos ist.
Ich bin da zuversichtlich, sowohl, was die verbesserten medizinischen, technischen und organisatorischen Möglichkeiten angeht, mit einer eventuellen zweiten Welle weitaus besser fertig zu werden als mit der ersten, als auch was die Fähigkeit eines Konsenses der Vernünftigen und Verantwortungsbewussten angeht, sich nötigenfalls gegen die 15-Prozent-Koalition aus Rechtsaußen, Liberallalas und Verschwörungstheoretikern durchzusetzen, um zehntausende Tote zu verhindern.

Ob wir "die Wirtschaft herunterfahren" müssen, wird im Übrigen eher davon abhängen, wie das Ausland mit einer zweiten Welle zurechtkommt, als von unseren eigenen Entscheidungen. Entgegen anderslautenden Behauptungen hat sich die Industrie nämlich selber heruntergefahren, weil Lieferketten und Absatzmärkte im Ausland ausfielen, und wurde nicht per Dekret durch die böse Bundesregierung oder das RKI oder Herrn Drosten geschlossen.
Mir sagte gestern ein politisch Verantwortlicher - "Man sollte sich jetzt noch einmal die Innenstädte anschauen, so werden wir sie nie wieder sehen." Ich befürchte, er wird damit nicht so falsch liegen.
Ich kann nach Bedarf für jede x-beliebige Position, sei sie nun vernünftig oder völlig abstrus, einen politischen Verantwortlichen finden, den ich als Kronzeugen anführen kann. Grade die Liberalen tun sich immer gern mit apokalyptischen Szenarien für die Wirtschaft hervor, und nach deinen Beiträgen zu schließen scheinen sich in deinem Umfeld ziemlich viele Wirtschafts-Apokalyptiker zu befinden. Dass selbst ein Herr Hüther, der nun nicht gerade für sozialistische Ideologien und das Herunterspielen von Gefahren für die Unternehmen steht, sich auf die Seite der Mehrheit seiner Kollegen schlägt, sollte aber doch etwas zum Nachdenken anregen.

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Re: Corona-Virus

Beitrag von STBRos » Do 4. Jun 2020, 19:52

Dein mit falschen Behauptungen oder nicht belegbaren Annahmen, wofür andere von Dir kritisiert werden, gespickter Beitrag ist schon grenzwertig. Dies hier aber ist eine Beleidigung an alle Unternehmen und der Angestellten aus den Bereichen Dienstleistung, Handel, Gastronomie, Hotellerie usw.
nevermore hat geschrieben:
Do 4. Jun 2020, 16:41
Ob wir "die Wirtschaft herunterfahren" müssen, wird im Übrigen eher davon abhängen, wie das Ausland mit einer zweiten Welle zurechtkommt, als von unseren eigenen Entscheidungen. Entgegen anderslautenden Behauptungen hat sich die Industrie nämlich selber heruntergefahren, weil Lieferketten und Absatzmärkte im Ausland ausfielen, und wurde nicht per Dekret durch die böse Bundesregierung oder das RKI oder Herrn Drosten geschlossen.
Oder hast Du bewusst Wirtschaft gegen Industrie getauscht, um Demagogie zu betreiben?
nevermore hat geschrieben:
Do 4. Jun 2020, 16:41
STBRos hat geschrieben:
Do 4. Jun 2020, 12:59
Ich will Deine Euphorie nicht bremsen, aber zwischen Wetter und Klima besteht ein entscheidender Unterschied.
Was konkret hat der Wetterbericht damit zu tun?
Tut mir leid für Dich. Mein Kind war drei Jahre alt, als es mir, im Disput mit meiner Frau befindlich, sagte - "Tja Papa, da kam die Kutsche wieder zurück". Ab hier wusste ich, das Kind kann Metapher einsetzen.
nevermore hat geschrieben:
Do 4. Jun 2020, 16:41
was die Fähigkeit eines Konsenses der Vernünftigen und Verantwortungsbewussten angeht, sich nötigenfalls gegen die 15-Prozent-Koalition aus Rechtsaußen, Liberallalas und Verschwörungstheoretikern durchzusetzen, um zehntausende Tote zu verhindern.
Es spricht für Dein Denkmuster, dass Du in schwarz und weiß unterscheidest und für Dein Schwarz auch noch eine Quote benennst.
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Re: Corona-Virus

Beitrag von RotorBrowser » Do 4. Jun 2020, 20:24

Hier folgend ein Beitrag von der Einführung des Sicherheitsgurtes im Auto.
Auch da gab es schon Leute, welche die nicht sichtbare Gefahr als Phantom einschätzten. Heute sind die Verschwörungstheoretiker nur umfangreicher. Am Besten find ich die Einschätzung " mit Fesselung" und Einschnitt in die Freiheit.

Also, ab hier::::
https://www.welt.de/motor/news/article1 ... licht.html


Anfang der 1970er-Jahre fühlten sich Autofahrer vom Sicherheitsgurt gefesselt, fürchteten Knitterfalten im Sakko und um ihre Freiheit im Allgemeinen. Erst Jahre später hat es bei der Mehrheit "Klick" gemacht. Aber nicht ganz freiwillig.

In den wilden 70er-Jahren herrschte hinterm Steuer Anarchie: Nur etwa 5 bis 15 Prozent der Autofahrer trugen einen Sicherheitsgurt. Obwohl zu diesem Zeitpunkt seit Langem klar war, dass es sich angeschnallt sicherer fährt und etwa jedes fünfte Auto 1975 sogar schon mit modernen Automatik-Dreipunktgurten ausgerüstet war, fuhr die Mehrheit ohne Gurt. Die Gründe waren so vielfältig wie skurril. Und das Thema so brisant, dass die Politik 1976 eine Gurtpflicht einführte – das Nichtanschnallen aber nicht bestrafte.
dvr_gurtpflicht-koenner-tragen-gurt-1972.jpg

"Könner tragen Gurt" war eine Kampagne, die Gurtmuffel zum Anschnallen bekehren sollte.

Mit zunehmender Motorisierung traten auch ihre Schattenseiten in das Bewusstsein der Öffentlichkeit: Zwischen 1960 und 1970 verdoppelte sich der Pkw-Bestand auf Deutschlands Straßen, die Zahl der Unfallopfer erreichte 1970 mit 21.300 einen Höchststand. Schon 1961 stellte die Verkehrssicherheitskonferenz fest, dass Autofahrer vor Tod oder schweren Verletzungen geschützt werden können, wenn sie einen Sicherheitsgurt anlegen würden. Zudem versprach sie sich eine Verringerung der Todesfälle beziehungsweise Schwerverletzten um 50 bis 60 Prozent, wie aus einer Veröffentlichung des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) hervorgeht.
Volvo hat's erfunden

Der Dreipunkt-Sicherheitsgurt – bis heute Standard im Autobau – war zu dieser Zeit bereits erfunden: Der schwedische Volvo-Ingenieur Niels Bohlin kombinierte die bis dahin verwendeten Becken- und Schultergurte zu einer Konstruktion, so dass Becken und Schulter des Insassen gleichzeitig fixiert werden konnten. Zuvor bestand beim Beckengurt die Gefahr, dass der Oberkörper bei einem Unfall klappmesserartig nach vorn knickte, der nur mit einem Schultergurt gesicherte Insasse konnte leicht unter der Befestigung hindurchrutschen. Das erste Auto mit serienmäßigem Dreipunktgurt auf den Vordersitzen war 1959 ein Volvo PV 544.

In den 1960er-Jahren waren Sicherheitsgurte – Becken-, Schulter-, später Dreipunkt-Gurte - in deutschen Fahrzeugmodellen nur auf Wunsch erhältlich. Volkswagen beispielsweise versah seine Fahrzeuge ab 1960 mit Gurtvorbereitungen ab Werk, bei Opel konnten ab 1968 unter anderem Kadett, Admiral und Diplomat mit Vordersitzgurten bestellt werden.

Üblich war der zu jener Zeit der Statik-Gurt. Der musste vor dem Anlegen auf Umfang und Sitzposition des Passagiers eingestellt werden und gab nicht nach - das war unbequem und umständlich. Wurde der Gurt trotz allem angelegt, dann häufig zu lose, damit er nicht so einengte, was letztlich dazu führte, dass seine Schutzfunktion gegen Null tendierte. Der Dreipunktgurt mit Aufroll-Automatik löste schließlich das Bequemlichkeits-Problem, 1975 war immerhin jedes fünfte Auto mit den modernen Gurten ausgerüstet. Bereits 1974 verpflichtete der Gesetzgeber die Autoindustrie, bei neu zugelassenen Autos Sicherheitsgurte auf den Vordersitzen einzubauen. Anlegen wollte sie aber auch jetzt nur ein Bruchteil der Autofahrer.
Angst vor dem "Leibriemen"
volvo_Sicherheitsgurt_Amazon_1961.jpg

Bereits 1961 warb Volvo für den Gurt in seinen Autos.

Die Gurtallergie hatte aus heutiger Sicht teils skurril anmutende Gründe, mit denen sich sogar psychologische Studien beschäftigten. Heraus kam: Der Sicherheitsgurt wurde primär mit den Gefahren eines Unfalls und seinen Folgen assoziiert, erst sekundär mit seiner eigentlichen Funktion, nämlich vor diesen Gefahren zu schützen, heißt es in einer Veröffentlichung des Verkehrssicherheitsrats in den 70er-Jahren.

Ein großer Teil der Autofahrer hatte Angst, aufgrund des Sicherheitsgurtes das Auto bei einem Brand nicht schnell genug verlassen zu können. Andere fürchteten, bei einem Unfall durch den Gurt selbst verletzt zu werden. Auch, dass bei Frauen der Busen plattgedrückt oder die Kleidung durch den "Leibriemen" zerknittert werde, waren gängige Argumente. Vor allem schien das Anlegen des Gurtes Autofahrer in ihrem Freiheitsgefühl einzuschränken, viele verbanden mit ihm die Vorstellung der Fesselung.

Trotz intensiver Sicherheitsaufklärung des Verkehrsministeriums, Pro-Gurt-Aktionen von Automobilclubs und DVR ("Könner tragen Gurt", "Klick. Erst gurten – dann starten") und drastischer Unfallbeispiele in der ARD-Verkehrssendung "Der 7. Sinn" änderte sich an der Gurtanlegequote kaum etwas. Eine Anschnallpflicht per Gesetz war umstritten – auch juristisch: Darf der Staat den Einzelnen zwingen, etwas zu tun, das seinem eigenen Schutz dient? Viele sahen die persönliche Freiheit in unzumutbarer Weise eingeschränkt.
Anschnallpflicht seit 1976

Zum 1. Januar 1976 trat trotzdem die Anschnallpflicht auf den Vordersitzen in Kraft – allerdings nur äußerst halbherzig: Denn es gab zwar die Pflicht, aber keine Sanktion, wenn man sich nicht anschnallte. Die Gurtanlegequote stieg dementsprechend wenig: Legten 1975 nach Erhebungen der Bundesanstalt für Straßenwesen 39 Prozent den Gurt an, nutzen ab 1976 zwischen 50 und 60 Prozent der Autofahrer den Sicherheitsgurt. Innerhalb von neun Jahren stieg trotz intensiver Aufklärungsmaßnahmen die durchschnittliche Anlegequote auf 58 Prozent. Das änderte sich erst, dann aber schlagartig, als 1984 ein Verwarngeld von 40 Mark eingeführt wurde: Im September 1984 schnallten sich 92 Prozent der Autofahrer an. Ab 1984 wurde auch das Anschnallen auf der Rückbank Pflicht.

Untersuchungen zeigten später die Wirksamkeit der Gurtanlegepflicht. So zitiert der Deutsche Verkehrssicherheitsrat aus einer Studie von 1990: Ohne Bußgeld und Rücksitz-Anschnallpflicht wären im Jahr 1985 28 Prozent mehr Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen.

Heute stellt kaum jemand mehr das Anschnallen im Auto ernsthaft in Frage, der Sicherheitsgurt gilt als Lebensretter Nummer eins – noch vor dem Airbag. 98 Prozent aller Autofahrer schnallen sich an, so die Zahlen der Bundesanstalt für Straßenwesen. Seit 2002 sind die optischen und akustischen Gurtwarner Bestandteil der Prüfungen der Crashtest-Organisation Euro-NCAP. Uns erinnern die Gurtpiepser lautstark daran, "Klick" zu machen.

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Re: Corona-Virus

Beitrag von nevermore » Do 4. Jun 2020, 20:54

STBRos hat geschrieben:
Do 4. Jun 2020, 19:52
Dein mit falschen Behauptungen oder nicht belegbaren Annahmen, wofür andere von Dir kritisiert werden, gespickter Beitrag ist schon grenzwertig. Dies hier aber ist eine Beleidigung an alle Unternehmen und der Angestellten aus den Bereichen Dienstleistung, Handel, Gastronomie, Hotellerie usw.
nevermore hat geschrieben:
Do 4. Jun 2020, 16:41
Ob wir "die Wirtschaft herunterfahren" müssen, wird im Übrigen eher davon abhängen, wie das Ausland mit einer zweiten Welle zurechtkommt, als von unseren eigenen Entscheidungen. Entgegen anderslautenden Behauptungen hat sich die Industrie nämlich selber heruntergefahren, weil Lieferketten und Absatzmärkte im Ausland ausfielen, und wurde nicht per Dekret durch die böse Bundesregierung oder das RKI oder Herrn Drosten geschlossen.
Oder hast Du bewusst Wirtschaft gegen Industrie getauscht, um Demagogie zu betreiben?
nevermore hat geschrieben:
Do 4. Jun 2020, 16:41
STBRos hat geschrieben:
Do 4. Jun 2020, 12:59
Ich will Deine Euphorie nicht bremsen, aber zwischen Wetter und Klima besteht ein entscheidender Unterschied.
Was konkret hat der Wetterbericht damit zu tun?
Tut mir leid für Dich. Mein Kind war drei Jahre alt, als es mir, im Disput mit meiner Frau befindlich, sagte - "Tja Papa, da kam die Kutsche wieder zurück". Ab hier wusste ich, das Kind kann Metapher einsetzen.
nevermore hat geschrieben:
Do 4. Jun 2020, 16:41
was die Fähigkeit eines Konsenses der Vernünftigen und Verantwortungsbewussten angeht, sich nötigenfalls gegen die 15-Prozent-Koalition aus Rechtsaußen, Liberallalas und Verschwörungstheoretikern durchzusetzen, um zehntausende Tote zu verhindern.
Es spricht für Dein Denkmuster, dass Du in schwarz und weiß unterscheidest und für Dein Schwarz auch noch eine Quote benennst.
Ich dachte mir schon, dass du weitaus besser austeilen als einstecken kannst, und wollte einfach mal die Probe auf's Exempel machen. Ich sehe mich bestätigt.

Ich habe die Industrie hervorgehoben, weil Deutschland ungeachtet aller Anstrengungen von Grünen und Linken, dies zu ändern, immer noch in erster Linie ein Industrieland ist, sowohl was Beschäftigung als auch was Wertschöpfung angeht. Der Anteil der Wirtschaft, den "wir heruntergefahren haben", aus eigener Entscheidung, ist im Vergleich zu dem, der entweder gar nicht heruntergefahren wurde oder aus Gründen, die nichts mit Entscheidungen der deutschen Regierung zu tun hatten, heruntergefahren werden musste, der deutlich geringere. Es geht da im Übrigen auch nicht nur um die Industrie. Es wurde auch "das Dienstleistungsgewerbe" nur zum geringsten Teil geschlossen, denn das besteht nur zum geringsten Teil aus Friseuren und Gastgewerbe. Banken oder Versicherungen arbeiteten ebenso weiter wie die Grund- und Wohnungswirtschaft, I&K-Dienstleister, Transportdienstleister, und natürlich das Gesundheits- und Sozialwesen, um nur einige Bereiche zu nennen. Geschlossen wurden auch nicht die Landwirtschaft, das Baugewerbe, Energie- und sonstige Versorger, noch der Großhandel, der Versandhandel inkl. Logistikbetriebe, oder der Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien, Apotheken, oder Bau- und Gartenmärkte. Per Regierungsentscheidung geschlossen wurden lediglich andere Einzelhändler sowie Dienstleister mit direktem Kundenkontakt, und natürlich das Kultur- und Gastgewerbe.

Also, wenn du meinst, ich würde hier "Demagogie" betrieben, weil ich "die Wirtschaft" durch "die Industrie" ersetzt habe, dann kannst du das genausogut auf dich selber anwenden. Deutschland hat keineswegs per Regierungsentscheidung "die Wirtschaft" heruntergefahren, oder auch nur den Handel und den Dienstleistungssektor. Die bestehen nämlich nur zum geringsten Teil aus Boutiquen, Friseuren und Gastwirtschaften.

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