Atomenergie/Castor/E-Cars/Naturschutz

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FutureMan
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Re: Atomenergie/Castor/E-Cars/Naturschutz

Beitrag von FutureMan » So 12. Feb 2012, 22:19

Roter Brauser hat geschrieben:...und plötzlich muss das "erneuerbare" Deutschland dem "atomaren" Frankreich Strom exportieren, damit die Menschen dort nicht frieren müssen...herrlich :lol:

http://www.tagesschau.de/ausland/stromparis100.html" onclick="window.open(this.href);return false;
wir exportieren auch keinen erneuerbaren strom sondern immer noch strom aus kohle.

Bisher kann nur ein minimum an erneuerbaren strom überhaupt verwendet werden und daran wird sich vorerst auch nix ändern, rein technisch bedingt schon nicht.

Es ist zu erwarten das wir durch den höheren Stromverbrauch der nächsten Jahre die Kohle Stromgewinnung auch noch ein ganzes Stück anziehen.

Zum Glück haben wir dahingehend ja noch einige Reserven, somit müssen wir zumindest in nächster zeit wohl auch noch keinen A-Strom aus den nachbarländern importieren.

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Roter Brauser
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Re: Atomenergie/Castor/E-Cars/Naturschutz

Beitrag von Roter Brauser » So 12. Feb 2012, 22:43

Naja, genauer gesagt exportieren wir einen Strommix und da ist durchschnittlich 15-20 % Strom aus erneuerbaren Quellen enthalten.

Kohle ist sicherlich für die Zukunft noch unabdingbar für die Stromerzeugung, einen großen Anstieg würde ich da aber nicht prognostizieren, trotz der in Bau befindlichen neuen Steinkohleblöcke.
Die großen Potentiale sehe ich aber bei den Erneuerbaren und GuD-Kraftwerken, vor allem wenn es gelingt den Strom speicherbar zu machen.
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FutureMan
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Re: Atomenergie/Castor/E-Cars/Naturschutz

Beitrag von FutureMan » So 12. Feb 2012, 23:25

A Strom hatten wir vorher ja z.b auch nur 11% also nicht die Masse.
Erneuerbare haben halt momentan noch den grossen Nachteil das nicht alle stabil strom liefern.

Wasserkraft z.b ist ja sehr unproblematisch, nur haben wir keine struktur wie norwegen, das wird wohl nicht so steigen. biomasse u.ä könnte man auch mit einplanen, aber wind und sonne lohnen sich nur bedingt.

Die Solarförderung wurde ja auch schon runtergefahren weils zu wenig bringt.

Man kann das ganze natürlich über pumpspeicherwerke o.ä speichern. Aber das heisst dann natürlich auch nicht das man jetzt unendlich windräder baut und dann ganz deutschland mit pumpspeicherwerken zubaut ;)

Allgemein wird man sich kurzfristig erstmal mit den bestehenden grossen energieformen behelfen und das andere mehr als zusatz pflegen. Da fehlt halt noch viel an forschung und technik bis da wirklich von der energieausbeute was drin ist.

Aber persönlich glaub ich zumindest nicht an wind und sonne.

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Re: Atomenergie/Castor/E-Cars/Naturschutz

Beitrag von Wuppertaler » Mo 13. Feb 2012, 09:26

Mal ein paar Berichtigungen:
1) Der Stromverbrauch steigt nicht, sondern er sinkt in den letzten vier Jahren. Höchststand 2005-2006, sowohl was die Erzeugung als auch den Verbrauch angeht.

2) Der Anteil der Kernenergie am Stromerzeugung war deutlich höher. Vor der Abschaltung zw. 23-30%, nach der Abschaltung bei rund 17%. Dein Anteil von 11% ist vermutlich der Anteil an der Primärenergieerzeugung

3) Die Förderung von Solar wurde nicht gedrosselt, weil sie nix bringt. Ganz im Gegenteil: sie war zu erfolgreich (schau dir mal die Zuwachsraten der Kapazitäten an) und damit wird die Solarförderung zu teuer. Zumal sie ordnungspolitisch begründet wurde mit dem entstehen neuer, zukunftsfähiger Jobs in der deutschen Solarbranche. Aber der Großteil der in Deutschland verbauten Panels stammt mittlerweile aus China etc.

4) was die Potentiale der erneuerbaren angeht:
Wasserkraft ist in der Tat ziemlich ausgereizt. Ab und an wird es nochmal eine Erneuerung und damit Kapazitätserhöhung von Laufwasserkraftwerken (LWK) geben, wie bei Wasserkraftwerk Rheinfelden. Aber wenn dann wird da in Zukunft eher bei den Mini- und Mikro-LWK wieder was passieren. Im Sauerland und anderen Regionen gibt das schon einige Leute, die alte Mini-LWK wieder aufbauen, da es sich mit der Einspeisevergütung wieder lohnt und neue Laufräder auch effizienter sind. Aber für Wasserkraftwerke mit Staumauern und Fallhöhen wie in Norwegen, Österreich oder die Schweiz ist die Topographie in Deutschland nicht geeignet.
Biogas und anschliessende Verstromung wird auch noch wachsen, ist aber nicht ganz problemfrei, da vor allem Maissilage verwendet wird, da höhere Erträge bieten als Anlagen die überwiegend mit Gülle betriebenen werden. Werden die Anlagen zu groß, wird es aber ziemlich schwierig die Rohstoffe zur Vergasung regional zu versorgen. Energiepflanzen in Monokultur ist jetzt auch nicht die Weiheit letzter Schluss. Zudem wäre der Wirkungsgrad der Anlagen höher, wenn man die anfallende Wärme der Verstromung in BHKW nutzen könnte, was aufgrund der ländlichen Lage meist nicht oder nur zu einem geringen Teil passiert.
Windkraft wird onshore auch nicht mehr so stark anwachsen. Zumindest was die Anzahl der Anlagen angeht. Aber alte Anlagen werden sicherlich noch von 1 MW auf 4-5 MW erneuert (re-fit). Aber off-shore ist da noch ne Menge Kapazität unerschlossen, auch wenn dies teuer und technisch anspruchsvoll ist.
Photovotaik wird sicherlich auch zunehmen. Zumal da in den nächsten 10-20 Jahren ganz neue Anwendungsmöglichkeiten entstehen werden und der Wirkungsgrad noch deutlich nach oben gehen dürfte. In Zukunft wird sicherlich nicht nur Solarpanels auf dem Dach stattfinden, sondern auch an Hauswänden oder sogar Fenstern. Man wird die Panels eventuell gar nicht mehr als solche erkennen, weil sie so dünn und transparent geworden sind. An der TU Chemnitz wird Farbe entwickelt, die gleichzeitig Strom erzeugt. Vll. wird man später Straßenflächen nutzen, die im Sommer sich gut aufheizen. Vermutlich kommt es auch zu Großprojekten wie Desertec. Szenarien von gehen fest davon aus, dass das Potential in Deutschland noch gut gesteigert werden kann. Ende 2011 waren 24.000 MW Leistung installiert, Roland Berger schätzt das die Leistung bis 2020 auf 70.000 MW anwächst, Siemens schätzt das Potential sogar auf 161.000 MW Leistung. Das wären ungefähr 25% des derzeitigen Stromverbrauchs nur aus Photovoltaik.

Aber vor allem ist beim Thema Energieeffizienz noch etliches zu machen und sollte uns ermöglichen den Strom- (Energie-)verbrauch noch mal deutlich zu senken, ohne das hier die Leute ihr Auto abgeben müssen oder nur noch alle 5 Jahre eine Fernreise machen dürfen. Das Wuppertal Institut hat in einer Studie für E.On die Einsparpotentiale von 70 Maßnahmen innerhalb von 10 Jahren bei 40% der Endenergienachfrage veranschlagt.
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Re: Atomenergie/Castor/E-Cars/Naturschutz

Beitrag von Roter Brauser » Mo 13. Feb 2012, 09:41

Wuppertaler hat geschrieben:Mal ein paar Berichtigungen:
1) Der Stromverbrauch steigt nicht, sondern er sinkt in den letzten vier Jahren. Höchststand 2005-2006, sowohl was die Erzeugung als auch den Verbrauch angeht.
Wobei zu beachten ist, dass wir 2008/2009 eine Wirtschaftskrise hatten. In solchen Zeiten sinkt der Stromverbrauch fürgewöhnlich.
Allgemein kann man aber zumindest sagen, dass der Verbrauch in Industrieländern bei geringem Wirtschaftswachstum in etwa konstant bleibt. Im Gegensatz zu Entwicklungsländern.

Aber das kann sich schlagartig ändern, wenn Elektroautos eine echte Alternative zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor werden sollten!

Beim Rest kann ich nur zustimmen. Man könnte vermuten, dass du aus der Branche kommst ;)
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Re: Atomenergie/Castor/E-Cars/Naturschutz

Beitrag von FutureMan » Mo 13. Feb 2012, 09:51

@Wuppertaler

Die Förderung wurde heruntergefahren weil es gegenüber anderen erneuerbaren energien zu wenig bringt.

Und woher du die 20-30% Kern nimmst weiss ich nicht, die gab es einfach nicht. Es gab einzelne Anbieter die ihrerseits um die 30% ihrer eigenen Einspeisungsmenge aus A Strom bezogen, dafür bezogen andere Anbieter quasi garnix daraus, die gesamte A Stromerzeugung über das jahr 2011 war 11,9%. Falls du dich aufs Wiki beziehst, keine Ahnung auf welche seltsamen berechnungen die stützen, wirklich stimmig sind die jedenfalls nicht. Hatte die Statistik erst vor ein paar Wochen auf dem Tisch, kann ja mal schauen obs die auch online irgendwie gibt.

Und das Photovotaik ausgebaut wird bezweifle ich wie gesagt wir haben fast keine Speicherkapazitäten und schmeissen diesen Strom eigentlich quasi nur hinten raus. Es ist einfach nicht nutzbar. Ähnliches gilt für diese 08/15 Windparkts, die einfah so in die landschaft gebaut wurden.
Off-Shore mag das effektiver sein aber auch da müsste ein System her wo man spitzen effektiv speichert und risiken absichert. Kann natürlich sein das man die Risiken über importe regelt, kommt wohl auf die preise an.

Allgemein hoffe ich ja das in absehbarer zeit die fusion mal was wird (ich weiss einige lehnen sowas generell ab), aber an der seite siehts momentan ja dahingehend nicht gut aus, nen fortschritt ist da nicht wirklich erkennbar in den letzten jahren. Das wird wohl eher wie der heilige Kral der Energiegewinnung ;)

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Re: Atomenergie/Castor/E-Cars/Naturschutz

Beitrag von FutureMan » Mo 13. Feb 2012, 10:04

Wo sich hier so viele für Energie interessieren was haltet ihr denn von

http://www.brennstoffspiegel.de/technik ... 3F&start=0" onclick="window.open(this.href);return false;

Der macht ja ganz schön Wind damit. Aber eine Methode die keiner nachprüfen kann und die er scheinbar selbst nicht wirklich versteht klingt irgendwie im ersten moment erstmal ziemlich unglaubwürdig.

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Re: Atomenergie/Castor/E-Cars/Naturschutz

Beitrag von Roter Brauser » Mo 13. Feb 2012, 10:19

FutureMan hat geschrieben:Und woher du die 20-30% Kern nimmst weiss ich nicht, die gab es einfach nicht. Die gesamte A Stromerzeugung über das jahr 2011 war 11,9%. Falls du dich aufs Wiki beziehst, keine Ahnung auf welche seltsamen berechnungen die stützen, wirklich stimmig sind die jedenfalls nicht. Hatte die Statistik erst vor ein paar Wochen auf dem Tisch, kann ja mal schauen obs die auch online irgendwie gibt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Stromerzeu ... .C3.A4gern" onclick="window.open(this.href);return false; (Ja, die von dir bezweifelte Wikistatistik und deren Quelle kannst du unten nachlesen)

2008: 23,3 %
2009: 22,8 %
2010: 22,4 %
2011: 17,8 % (bedingt durch die Energiewende 2.0)


Das sind auch die Größenordnungen, die ich aus den Vorlesungen mitgenommen habe.

Nochmal der Hinweis: 11,9 % sind ggf. der Primärenergiebedarf (Strom, Wärme, Kraftstoffe), aber wir reden hier nur von der Stromerzeugung.
Und das Photovotaik ausgebaut wird bezweifle ich wie gesagt wir haben fast keine Speicherkapazitäten und schmeissen diesen Strom eigentlich quasi nur hinten raus.

Die Abnahme von erneuerbaren Strom sollte durch das EEG sichergestellt sein und meines Wissens wird der auch abgenommen. Dafür müssen dann konventionelle Kraftwerke Leistung einsenken oder vom Netz gehen.
Off-Shore mag das effektiver sein aber auch da müsste ein System her wo man spitzen effektiv speichert und risiken absichert. Kann natürlich sein das man die Risiken über importe regelt, kommt wohl auf die preise an.
Off-Shore ist Stand jetzt die Erneuerbare Quelle mit den höchsten Potentialen (laut BMU 280 TWh/a, wovon 2010 nur 0,2 TWh/a genutzt wurden. Zum Vergleich: Der Gesamtverbrauch in Deutschland liegt zwischen 600 und 700 TWh/a.
Die Stromgestehungskosten sind dabei heute schon konkurrenzfähig.

Zur Kernfusion:
In Cadarache wird der erste Fusionsreaktor gebaut. Mal schauen was da rauskommt.
Aber auch diese Energieerzeugung hat den Nachteil, dass kontaminiertes Material übrig bleibt, was entsorgt/endgelagert werden muss.
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Re: Atomenergie/Castor/E-Cars/Naturschutz

Beitrag von Wuppertaler » Mo 13. Feb 2012, 11:34

Roter Brauser hat geschrieben:Beim Rest kann ich nur zustimmen. Man könnte vermuten, dass du aus der Branche kommst ;)
erwischt!
"Dinge, die Pep Guardiola seit heute Abend auf seinem Manchester City-Einkaufszettel hat: Das Bochumer Publikum!"

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Re: Atomenergie/Castor/E-Cars/Naturschutz

Beitrag von FutureMan » Mo 13. Feb 2012, 11:54

Sollte ich die Statistik nochmal online finden kann ich sie ja verlinken.
Zur Kernfusion:
In Cadarache wird der erste Fusionsreaktor gebaut. Mal schauen was da rauskommt.
Aber auch diese Energieerzeugung hat den Nachteil, dass kontaminiertes Material übrig bleibt, was entsorgt/endgelagert werden muss.
Selbst unverbrauchtes Tritium würde gerade noch irgendwas zwischen 10 und 15 Jahren zum zerfall benötigen. Das sollte kein problem darstellen.

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