RB Leipzig - Leidenschaft und Kommerz

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Arrmaniac
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Re: RB Leipzig - Leidenschaft und Kommerz

Beitrag von Arrmaniac » Mi 10. Aug 2011, 19:12

Wuppertaler hat geschrieben:Wenn diese Art von Marketing wirklich das Gelbe von Ei wäre, gäbe es mittlerweile sicherlich Nachahmer, denen es auch nicht mehr reicht ihren Firmennamen auf dem Auto stehen zu haben, sondern die die volle Kontrolle über den Rennstall haben möchten. Das dies eben keine Nachahmer auf dem Plan ruft, spricht in meinen Augen eher dafür, dass dies Strategie vor allem aus den Überzeugungen von DM gespeist ist und weniger in der Kosteneffizienz der eingesetzten Mittel begründet.

Mit welchen potenziellen Nachahmern will man denn den Vergleich ziehen? Es muss ja schon ein Entrepreneur sein, der Sportmarketing von Heute auf Morgen von Grund auf startet und gleichzeitig ein Unternehmen, das große Mengen freies Eigenkapital in das Sportmarketing stecken kann. Da fällt mir spontan nur Google ein. Welches andere Unternehmen könnte sagen, wir investieren 100 Millionen in 10 Jahren in einen neuen Fußballclub?
Red Bull geht eine Eigenschaft vollkommen ab, mit der alle anderen "Big Player" nämlich samt und sonders "geschlagen sind": Sie sind vielfach und standortbedingt im Sportmarketing verstrickt. Das sieht man sogar bei VW. Es wäre einfach untragbar für diese Unternehmen, sich nur auf einen einzigen Verein zu konzentrieren. edit: Und dabei die anderen Seilschaften zu kappen.
Wuppertaler hat geschrieben:Das die Gewinnsituation von RB immer noch sehr gut ist, liegt vermutlich in der riesigen Diskrepanz zwischen Herstellungs- und Verkaufspreis. Aber auch da werden in 10 Jahren nicht mehr die selben Margen drin sein wie heute und in den letzten Jahren. Schon jetzt wird RB in den Discountern immer mehr mit Sonderangeboten von der Palette weg verkauft und beworben, damit die Leute nicht zu geschmacklich identischen, aber um Längen billigere Nachahmergetränken (take off etc.) abwandern.
Ich denke dies ist die Herausforderung, der sich das Unternehmen wirklich stellen muss. All das Marketing wird nicht helfen, wenn man das Produktportfolio nicht erfolgreich weiter entwickeln kann.
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Elektrozaun
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Re: Rote Bullen vs. RB Leipzig

Beitrag von Elektrozaun » Mi 10. Aug 2011, 19:13

Wenn man den Fussball für Investoren öffnet muss man auch die Auswüchse der Premier League in Kauf. Die Clubs sind dann dazu verdonnert Rendite abzuwerfen. Das unmittelbar spürbare Resultat werden extrem steigende Eintrittspreise sein, besonders bei den sog. "Top-Clubs" mit heute großem Anhang und vollen Stadien. Dann ist Schluss mit "für 15 Euro in die Allianz-Arena". Nur um mit einer handvoll spanischer, englischer und italienischer Clubs in der CL mitzuhalten, ist dies in meinen Augen ein unverhältnismäßiger Einschnitt in die bestehende Vereinsstruktur. Dann lieber nationaler Wettbewerb mit Gehältern und Ablösesummen eine Größenordnung tiefer. Ich sehe keinen Gewinn für den Profifussball, wenn dort mit noch mehr Geld hantiert wird.
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AceFace
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Re: Rote Bullen vs. RB Leipzig

Beitrag von AceFace » Mi 10. Aug 2011, 19:14

Funke-F1 hat geschrieben:
ThunderBlaze hat geschrieben: Die Vereine sind kein Teil der freien Marktwirtschaft.
Definitiv falsch [...]
Definitiv richtig! In der BRD gibt es KEINE Freie Marktwirtschaft (und im Fußball schonmal gar nicht)!
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Re: Rote Bullen vs. RB Leipzig

Beitrag von Fanblock-Gänger » Mi 10. Aug 2011, 19:17

Es gibt genügend Kräfte innerhalb der UEFA und FIFA und auch bestimmter Bundesligavereine, die den Kommerz geil finden und aus ihrer Sicht nichts gegen eine noch weitergehende Kommerzialisierung hätten, mutmaße ich.

2 Gründe sprechen meiner Meinung nach dagegen:
1.) Man möchte keinen Aufruhr unter Fans
2.) Man möchte sich auch nicht mit "Traditionsvereinen" anlegen.

Dass im Zweifel aber "Traditionsvereine" nix zu melden haben und der "Kommerz" siegt, sieht man an der Regionalligareform.

Erster Schritt, die KOmmerzialisierung weiter zu treiben ist der Verkauf von Stadionsnamensrechten. Zweiter Schritt wird der "Verkauf" von Mannschaftsnamen. Dritter Schritt...

Es wird nur eine Frage der Zeit sein.

Auswüchsen wie in der Premier League kann begegnet werden.

By the way: Die 50+1 verhindert eine Kommerzialisierung des Fußballs nicht, sie behindert sie lediglich, wie man bei RBL ja sieht. Oder bei VW Wolfsburg.

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Re: Rote Bullen vs. RB Leipzig

Beitrag von Funke-F1 » Mi 10. Aug 2011, 19:28

Elektrozaun hat geschrieben:Wenn man den Fussball für Investoren öffnet muss man auch die Auswüchse der Premier League in Kauf.
Das ist eben die Frage die auch ein Herr Kind aus Hannover geklärt haben möchte. Kann man eine vernünftige, investorenfreundliche Umgebung schaffen die rechtlich Bestand haben kann.
Elektrozaun hat geschrieben: Die Clubs sind dann dazu verdonnert Rendite abzuwerfen.
Das sind die Clubs, nehmen wir als Paradebeispiel den deutschen Vorzeigeclub FCB, bereits heute. Und zwar die deutschen Vereine weit mehr als ihre englischen oder spanischen Pendants.
Elektrozaun hat geschrieben: Das unmittelbar spürbare Resultat werden extrem steigende Eintrittspreise sein, besonders bei den sog. "Top-Clubs" mit heute großem Anhang und vollen Stadien. Dann ist Schluss mit "für 15 Euro in die Allianz-Arena".
Da kann ich dir nicht widersprechen. Die Clubs bieten eine Leistung an und die Fans konsumieren oder auch nicht! Das gleibt ja jedem selbst überlassen.
Elektrozaun hat geschrieben: Nur um mit einer handvoll spanischer, englischer und italienischer Clubs in der CL mitzuhalten, ist dies in meinen Augen ein unverhältnismäßiger Einschnitt in die bestehende Vereinsstruktur. Dann lieber nationaler Wettbewerb mit Gehältern und Ablösesummen eine Größenordnung tiefer. Ich sehe keinen Gewinn für den Profifussball, wenn dort mit noch mehr Geld hantiert wird.
Unser (deutscher) Profifußball steht doch nicht allein da sondern ist in Europa bzw. die Welt eingebettet. Das geht vom Wettbewerb um Spieler bis zum sportlichen Wettbewerb um EL/CL. Man kann einfach nicht davon ausgehen dass sich hier in Deutschland eine Insel der Glückseligen bildet sondern wir werden davon genauso betroffen sein wie von der Globalisierung und dem momentanen Börsenchaos.

Ich kann eigentlich immer wieder nur sagen was ich auch früher schon mal schrieb, jeder kann konsumieren was er möchte, er muß aber nicht. Fußballglück kann man auch in der 3., 5. oder 10. Liga empfinden. Man muß also nicht am Großen Rad drehen.

Ist aber nur meine Meinung für 10 Eurocent.
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Re: Rote Bullen vs. RB Leipzig

Beitrag von Funke-F1 » Mi 10. Aug 2011, 19:29

AceFace hat geschrieben:
Funke-F1 hat geschrieben:
ThunderBlaze hat geschrieben: Die Vereine sind kein Teil der freien Marktwirtschaft.
Definitiv falsch [...]
Definitiv richtig! In der BRD gibt es KEINE Freie Marktwirtschaft (und im Fußball schonmal gar nicht)!
Inwiefern das bei uns noch "sozial ist" ist doch wohl eher die Frage!
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Re: Rote Bullen vs. RB Leipzig

Beitrag von Arrmaniac » Mi 10. Aug 2011, 19:30

AceFace hat geschrieben:
Funke-F1 hat geschrieben:
ThunderBlaze hat geschrieben: Die Vereine sind kein Teil der freien Marktwirtschaft.
Definitiv falsch [...]
Definitiv richtig! In der BRD gibt es KEINE Freie Marktwirtschaft (und im Fußball schonmal gar nicht)!
Freie Marktwirtschaft ist freilich ein utopischer Zustand, der nirgends auf diesem Planeten exitiert. Trotzdem ist auch der Fußball hierzulande den Gesetzmäßigkeiten des Marktes unterworfen. Ob man das als Fußballfan wahrhaben will oder nicht. Aber ich glaube, dass wir das im Philosophiethread weiter diskutieren sollten ;)
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Re: Rote Bullen vs. RB Leipzig

Beitrag von ThunderBlaze » Mi 10. Aug 2011, 19:33

Funke-F1 hat geschrieben: Ich kann eigentlich immer wieder nur sagen was ich auch früher schon mal schrieb, jeder kann konsumieren was er möchte, er muß aber nicht. Fußballglück kann man auch in der 3., 5. oder 10. Liga empfinden. Man muß also nicht am Großen Rad drehen.
Ich bin kein Konsument, sondern ein Fan. Und zwar von Dynamo Dresden. Und weil ich mir dann die erste Liga nicht leisten kann soll ich mir nur noch Spiele der zweiten ansehen? Was ist das denn? Wer solch eine Entwicklung will dem ist echt nicht mehr zu helfen. Ich bezweifle das das jemand mit macht. Da wird sich schon genügend Widerstand bilden. Und das bei jedem Klub. Da werden schon die Mitglieder nicht mit machen. Wir sind nicht der Spielball irgendwelcher Investoren.
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Re: Rote Bullen vs. RB Leipzig

Beitrag von Elektrozaun » Mi 10. Aug 2011, 19:37

Funke-F1 hat geschrieben:
Elektrozaun hat geschrieben:Nur um mit einer handvoll spanischer, englischer und italienischer Clubs in der CL mitzuhalten, ist dies in meinen Augen ein unverhältnismäßiger Einschnitt in die bestehende Vereinsstruktur. Dann lieber nationaler Wettbewerb mit Gehältern und Ablösesummen eine Größenordnung tiefer. Ich sehe keinen Gewinn für den Profifussball, wenn dort mit noch mehr Geld hantiert wird.
Unser (deutscher) Profifußball steht doch nicht allein da sondern ist in Europa bzw. die Welt eingebettet. Das geht vom Wettbewerb um Spieler bis zum sportlichen Wettbewerb um EL/CL. Man kann einfach nicht davon ausgehen dass sich hier in Deutschland eine Insel der Glückseligen bildet sondern wir werden davon genauso betroffen sein wie von der Globalisierung und dem momentanen Börsenchaos.
Vielleicht hab ich mich nicht klar ausgedrückt. Ich hab nix gegen die EL oder CL per se, man soll auch daran teilnehmen. Ich bin aber nicht der Meinung, dass man auf Gedeih und Verderb versuchen sollten mit dem finanziellen Einsatz besagter Clubs mitzuhalten. Dann gewinnen eben keine deutschen Club mehr die CL, machen sie ja ohnehin kaum. Auch gut. Was für mich als Fan wichtig ist, sind die nationalen Wettbewerbe. Das internationale Geschäft mach ich an, wenn donnerstags nix weiter in der Glotze kommt.

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Re: RB Leipzig - Leidenschaft und Kommerz

Beitrag von Wuppertaler » Mi 10. Aug 2011, 19:41

Es gibt doch nun genug Firmen und Produkte, die überwiegend in in einem sportlichen Kontext werben/beworben werden. Was spräche dagegen, wenn die RB-Strategie wirklich so gut funktioniert, dass Firmen dem folgen und einem Verein übernehmen/neu gründen oder einen Formel1-Rennstall komplett betreiben, um volle Kontrolle zu behalten?

Das nur Newcomer, die groß einsteigen dafür in Fragen kommen solch eine Strategie zu fahren, halte ich für ein Gerücht. Grundsätzlich ist ja VW und VfL Wolfsburg da nicht so sehr weit weg, nur das er nicht einen Verein komplett neu aus dem Boden stampft und WOB vermutlich ganz normale Vereinsmitglieder hat. Der Unterschied ist in meinen Augen eher eine Frage des Auftretens. RB und DM vertreten das deutlich offensiver und selbstbewußter als Verkaufsveranstaltung als VW mit dem VfL Wob
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