RB Leipzig - Leidenschaft und Kommerz

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LE79
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Re: RB Leipzig - Leidenschaft und Kommerz

Beitrag von LE79 » Di 23. Sep 2014, 13:11

Wo ich Wupper recht geben muss, ist die Tatsache das der Extremsport durch die Marketingaktionen bekannter gemacht wird und dadurch auch die Unfälle. Aber wäre Red Bull kein Sponsor, so wäre der Sport zwar nicht so bekannt, aber die Ausübung in der Szene und die damit vorhandenen Todesfälle wären trotzdem da, aber es würde keiner wahrnehmen. Und diese Tatsache kann und darf sich der Journalismus nicht verschließen. Die Todesfälle würde es trotzdem geben!
Aber halten wir uns doch mal andere Zahlen vor Augen:
Laut Statistik gibt es 1,46Mio Sportunfälle pro Jahr in Deutschland.
472.000 (auch tödliche) davon entfallen auf den Fußball. Wer ist dafür verantwortlich?
Jedes Jahr sterben in den Alpen 100te Menschen beim Klettern. Weitere 100te beim Skifahren. Ist jetzt Jack Wolfskin, die in diesem Bereich mit einer der größten Sponsoren sind dafür verantwortlich?
http://www.youtube.com/watch?v=4zotw3CJTKQ
Mensch, das Video ist klasse. So durch den Tiefschnee an der Klippe entlang. Alles Easy nüsch wahr. Bis....ja... bis die Lawine oder die Schlucht kommt.
Man sollte die Kirche im Dorf lassen. Dann dürfte es für keine Sportart mehr Sponsoren geben, damit die entsprechenden Todesfälle nicht dem Sponsor zugeordnet werden.

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LutzMFröhlich
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Re: RB Leipzig - Leidenschaft und Kommerz

Beitrag von LutzMFröhlich » Di 23. Sep 2014, 13:25

Fein.
Gehe mit euren Aussagen ja größtenteils mit.

Beweisen kann man den speziellen Fall der Doku nicht, da man Red Bull dafür wohl anklagen müsste und Ermittlungen einleiten muss.
Das wird vermutlich unmöglich sein.

Ein "guter Journalist" kann mit den verfügbaren Quellen mit Sicherheit nicht alles ermitteln. Ich weiß ja nicht wie ihr euch das vorstellt.
Mein Eindruck bleibt, dass Red Bull kein besonders großes Interesse an der objektiven Aufarbeitung der Todesfälle zeigt, und zwar aus dem objektiv verständlichen Grund, dass es nur downside bedeutet.
Daher bleibt es bei den journalistisch nicht bewiesenen Mutmaßungen.
Red Bull ist der einzige, der diese ausräumen könnte, macht es aber nicht.
Wie auch…es wird in derartigen Fällen nie "den einen" erwiesenen Schuldigen geben.

Todesfälle können vielleicht nicht verheimlicht werden. Der Aufklärung der Ursachen kann man sich aber sehr wohl verweigern.
Du schreibst ja "das unter der Ägide von RB weniger Extremsportler sterben als im statistischen Mittel". Das ist korrekt, lässt aber folgenden Punkt außer Acht: Mit Red Bulls Engagement, aber ohne den Drang immer noch spektakulärer werden zu wollen, hätte man (vielleicht) noch weniger Todesfälle. Man sieht, das wird halt sehr schnell sehr philosophisch und hoch spekulativ und deswegen möchte ich es auch gerne dabei belassen.

Mein Ziel war es nicht nur gegen Red Bull eine Keule zu schwingen und ich glaube das habe ich auch nicht.

Insoweit sind wohl alle Argumente ausgetauscht. :mrgreen:

rotebrauseblogger
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Re: RB Leipzig - Leidenschaft und Kommerz

Beitrag von rotebrauseblogger » Di 23. Sep 2014, 13:26

Vielleicht ganz interessant in dem Zusammenhang ein ziemlich guter Beitrag des Deutschlandfunk von vor ein paar Tagen, wo es um Basejumping geht. Und am Rande auch um Red Bull und der Meinungsäußerung eines Extremsportlers, dass bei Auftritten im Rahmen von Marketinggeschichten vermehrt die eigene Grenze überschritten werde: "Dann fallen manchmal die vernünftigen Entscheidungen in den Hintergrund und man übertritt seine eigenen Limite oder seine normale Entscheidungsfähigkeit und macht es nur aus diesem Grund und dann passieren diese Unfälle."

http://www.deutschlandradiokultur.de/ex ... _id=294973" onclick="window.open(this.href);return false;
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Re: RB Leipzig - Leidenschaft und Kommerz

Beitrag von Fanblock-Gänger » Di 23. Sep 2014, 13:28

LutzMFröhlich hat geschrieben: Ein "guter Journalist" kann mit den verfügbaren Quellen mit Sicherheit nicht alles ermitteln.
Ein "guter" Journalist stellt nicht eine These an den Anfang eines solchen Projekts und lässt sie am Ende so stehen, völlig unabhängig davon, was die Recherchen ergeben.

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Re: RB Leipzig - Leidenschaft und Kommerz

Beitrag von collapsing_os » Di 23. Sep 2014, 13:36

Roter Bulle hat geschrieben:wobei ich den Artikel von Uhle jetzt eigentlich Richtung pro RB verstanden hatte ...
Tag, ja ich hab den Artikel pro RBL geschrieben. Ich halte das Ganze für gut. Aber bei mir ist zu viel kaputt, als dass ich so schnell wieder Fan werde.

Danke übrigens fürs Verlinken. Ich befasse mich gern mal mit RBL. Aber das ohne allzu viel Euphorie.
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Re: RB Leipzig - Leidenschaft und Kommerz

Beitrag von collapsing_os » Di 23. Sep 2014, 13:43

Little Joe hat geschrieben:Ja, es ist nun wahrlich kein Anti-RB-Artikel.
Ich staune nur über seine Aussage, das planmäßig RB Leipzig irgendwann unabhängig von Red Bull und mit Hilfe anderer Sponsoren existieren soll und Red Bull quasi nur der Ziehvater ist. Ich habe derartiges noch nicht gelesen.
Doch, das war 2009 mal Thema irgendwo. Red Bull investiert über soundso viele Jahre, dann ziehen die sich zurück.
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Re: RB Leipzig - Leidenschaft und Kommerz

Beitrag von Wuppertaler » Di 23. Sep 2014, 14:04

Fanblock-Gänger hat geschrieben:
LutzMFröhlich hat geschrieben: Ein "guter Journalist" kann mit den verfügbaren Quellen mit Sicherheit nicht alles ermitteln.
Ein "guter" Journalist stellt nicht eine These an den Anfang eines solchen Projekts und lässt sie am Ende so stehen, völlig unabhängig davon, was die Recherchen ergeben.
Natürlich stellt er eine These an den Anfang. Der Aufhänger der Reportage ist der Tod des Basejumpers bei den RB-Werbemaßnahme zur Einführung eines Mobilfunktarifes. Und die Frage, ob RB eben bewußt die Risiken in Kauf nimmt um ihr Image zu steuern. Und ich habe jetzt in der ganzen Doku keine Widersprüchlichkeiten gesehen in der z.B. alle tödlichen Unfälle im Lauterbrunnertal mit RedBull in Verbindung gebracht wird. Man kann dem Journalisten nicht den Vorwurf machen, dass er nur tendenziöse Meinungen zusammenbastelt. Es kommen Leute zu Wort, die die Frage, ob es möglicherweise bei diesen Werbemaßnahmen durch subtilen Einfluß von seiten des Sponsors größere Risiken eingegangen werden, dies verneinen. Und das RedBull sich bedeckt hält, kann man auch nicht den Journalisten zum Vorwurf machen. Und ich bin mir sicher, dass ein Firma wie JackWolfskin, Patagonia oder irgend eine andere Outdoor-Marke, die sich bei einer tödlichen Himalaja-Tour, die nur zur Werbezwecken durchgeführt würde, anders verhalten würde.
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Re: RB Leipzig - Leidenschaft und Kommerz

Beitrag von Roter Bulle » Di 23. Sep 2014, 14:50

Aber bei mir ist zu viel kaputt, als dass ich so schnell wieder Fan werde.
interessant ... was genau ist denn "kaputt"? (gern auch nur ganz kurz angerissen) ... und wann ging das ungefähr los?

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Re: RB Leipzig - Leidenschaft und Kommerz

Beitrag von Grinch1969 » Di 23. Sep 2014, 14:51

*** Und ich bin mir sicher, dass ein Firma wie JackWolfskin, Patagonia oder irgend eine andere Outdoor-Marke, die sich bei einer tödlichen Himalaja-Tour, die nur zur Werbezwecken durchgeführt würde, anders verhalten würde. ***

Beweise oder mal wieder nur Behauptung?
Eine Mehrheit von 51% der jungen Befragten lehnt den Kapitalismus in heutiger Form ab, genauso allerdings auch sozialistische Ideen.

Rasenballsport, das aufgezwungene Feigenblatt in der BuLi für Red Bull....

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collapsing_os
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Re: RB Leipzig - Leidenschaft und Kommerz

Beitrag von collapsing_os » Di 23. Sep 2014, 15:25

Roter Bulle hat geschrieben:
Aber bei mir ist zu viel kaputt, als dass ich so schnell wieder Fan werde.
interessant ... was genau ist denn "kaputt"? (gern auch nur ganz kurz angerissen) ... und wann ging das ungefähr los?
Ich denke, mein Artikel von Anfang Mai (Klick) sagt dazu alles aus.
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