Gewaltprobleme im Fußball

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Mölkau
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Re: Gewaltprobleme im Fußball

Beitrag von Mölkau » Di 12. Jun 2012, 10:07

http://www.lvz-online.de/gestaltete-spe ... 40392.html" onclick="window.open(this.href);return false;

Falls es schon gepostet wurde, sorry
LE79 hat geschrieben: ... wenn wir wie LOK rechnen würden haben wir dieses Jahr 100 Jahre Tradition zu feiern. :clap2:
1912 Gründung FC Sportfreunde 1912
1951 Umbenennung BSG Stahl Markranstädt
1990 SSV Markranstädt
2009 Rasenball Leipzig
macht heute 2012 100 Jahre!

PIKV
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Re: Gewaltprobleme im Fußball

Beitrag von PIKV » Di 12. Jun 2012, 14:52

Ist der Ordner selbst Schuld wenn er sich als Loki mit Lok Button dort hinstellt..reine provokation.
Für immer Zentralstadion!

Bild

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crank
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Re: Gewaltprobleme im Fußball

Beitrag von crank » Di 12. Jun 2012, 15:38

PIKV hat geschrieben:Ist der Ordner selbst Schuld wenn er sich als Loki mit Lok Button dort hinstellt..reine provokation.
Er ist selbst schuld, dass er im Krankenhaus liegt? Tolle Weltanschauung...und wenn er Blau-Gelb angemalt wäre geht das nicht in Ordnung. Wenigstens hat die BSG sich klüger dazu geäußert.
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Re: Gewaltprobleme im Fußball

Beitrag von Jupp » Di 12. Jun 2012, 15:40

Das ist genau das, wo ich sage, dass der Fußball ein Gewaltproblem hat. Man muss sich auch in Fanartikeln frei bewegen können, ohne das man mehr Angst als ohne haben müsste. Ich würde mir derzeit auch keinen RBL-Aufkleber ans Auto machen. Respekt wer das macht, ich scheue da das Risiko.
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Greif
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Re: Gewaltprobleme im Fußball

Beitrag von Greif » Di 12. Jun 2012, 16:32

Jupp hat geschrieben:Das ist genau das, wo ich sage, dass der Fußball ein Gewaltproblem hat. Man muss sich auch in Fanartikeln frei bewegen können, ohne das man mehr Angst als ohne haben müsste.
Das Markierte ist aber eben der springende Punkt - es müsste; isses aber nich! Es gab schon immer Sachen, die nicht gehen/gingen. Als Ordner mit LOK-Button zum Chemie-Spiel ist da nur eine Sache - mit West-Ham-Klamotten zum Millwall-Spiel is dasselbe in Grün - oder RB-Trikot im Dresdner K-Block. KEIN normaldenkender Mensch käme auf die Idee so ne Aktion zu bringen, weil man präzise vorhersagen kann, wie so etwas ausgeht. In diesem Fall hat der Ordner wirklich Pech gehabt, denn er hätte die Reaktion vorhersehen müssen, wenn er auch nur halbwegs Grips in der Murmel hat. Und an den beschriebenen Beispielen wird auch NIEMAND etwas ändern können. Weder die Moralisten hier, noch die Polizei, noch die Verbände mit unsinnigen Forderungen nach stehplatzbefreiten Stadien - siehe Millwall (die Experten des englischen Fußballs könnten sicher noch weitere Vereine benennen, wo es außerhalb der Stadien regelmäßig rummst).

Zum Schluss noch etwas aktuelle Lektüre: http://www.stadionwelt-fans.de/index.ph ... ws_id=5192" onclick="window.open(this.href);return false; --> Muss man nicht lesen, wenn man nicht mag - dann allerdings sollte man konsequenterweise auch nicht über die Leute schreiben, die diese Mitteilung verfasst haben ;)

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Heiko
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Re: Gewaltprobleme im Fußball

Beitrag von Heiko » Di 12. Jun 2012, 17:17

Der Diskussionsanstoß der Ultras Frankfurt, in dem sie die Hochstilisierung der Ereignisse um das Relegationsspiel aufgreifen hat mit dem verprügelten Ordner nur wegen eines Aufklebers/Aufnähers genau was zu tun ?

Pyro und Platzläufe müssen warum zu einem Fußballspiel gehören ?
Warum muss das akzeptiert werden ?
Zitat: Es gab schon immer Sachen, die nicht gehen/gingen.

Ich schrieb bereits einmal etwas zur Toleranz. Ja, Toleranz gehört sowohl zum Nehmen, als auch zum Geben gleichermaßen ...

Es wundern sich nur immer die über eine immer geringer werdende Toleranzgrenze der Ordnungskräfte, die damit ein Problem haben, eventuell mit Verboten behaftete Tätigkeiten nicht (mehr) ausüben zu können.

Wo ist das Problem, auf Pyro und Platzstürme zu verzichten ?
Dies gab es alles mit Einführung der Fußball-Regeln nicht und wurde zu diesem Zeitpunkt und noch viele Jahre später auch nicht praktiziert bis es Leute gab, die das cool fanden und erstmals damit loslegten.

Wie ich schon woanders schrieb, ich kann die Befürworter in gewisser Weise verstehen, aber der Verursacher des Dilemmas sind sie meist selbst, auch das der Stehplatz-Diskussion.
Ich stehe auch lieber, also verzichte ich auf das, was die Minderheit vielleicht möchte, was aber (auch kontrolliert, wie vorgeschlagen) derzeit aus den bekannten Gründen so gut wie unmöglich ist.

Man hat es desöfteren übertrieben. Daß es jetzt die Medien besonders aufgreifen und verbreiten, hat auch mit der immer rasanteren Entwicklung im IT- und Unterhaltungselektronik-Bereich zu tun. Sie unterliegen wirtschaftlichen Zwängen und verdienen an Schlagzeilen.

Zurückentwicklung allen ? Gerne. Geht aber leider nicht. Also muß man Kompromisse machen. Die Kompromissbereitschaft des DFB, der Gesetzgebung und der Veranstalter ist zumindest zur Zeit gering. Da wäre es an der Zeit, zu zeigen, daß man in seinem Handeln Kompromissbereitschaft entwickeln möchte. Das wird ein langer Prozess, wenn Vertrauen vorher "verspielt" wurde.


Viiiiiel zu lang, mein Post, aber da fehlt für eine umfangreiche und differenzierte Betrachtung immer noch jede Menge ... ;-)
Ich lass dir deine Meinung, lass du mir meine.
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Johannes 8.44 - - Johannes 8; Hosea, Kapitel 8, Vers 7

Wobei beide Schriftzüge jetzt eher billig wirken und ich mir davon kein Trikot kaufen würde.

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Re: Gewaltprobleme im Fußball

Beitrag von k.s.Ruch » Di 12. Jun 2012, 17:22

Was allen Vorschlägen, Forderungen und Initiativen gemeinsam ist, ist oberflächlich gesehen der Kampf gegen Gewalt. Betrachtet man die Ideen aber einmal etwas genauer, geht es letztendlich um zwei elementare Dinge. Zum einen dienen der Fußball und seine nun einmal lobbylosen Fans als ideales Testfeld für Polizei, Justiz und Politik, um neue Vorgehensweisen zu testen. Die Kette ist ganz einfach: Beim Fußball passiert etwas, was fürs Business schädlich ist. Funktionäre und sonstige „Experten” regen sich auf, ein Großteil der Medien steht attestierend zur Seite. Dem gewöhnlichen RTL-Gucker und BILD-Leser wird eine Gefahr suggeriert, die er gerne glaubt. Polizei, Verband und Politik warten mit Lösungsvorschlägen auf, die wiederum über die Medien verbreitet werden. Gegenstimmen gibt es nicht, da Fußballfans keine Lobby haben. So entsteht ein Klima, in dem mal eben so offen über Fußfesseln nachgedacht werden kann. Und einmal an Fußballfans ausprobiert, scheint der Weg bereitet für eine Etablierung. Die Vergangenheit hat es doch gezeigt. Nur ein Beispiel: Waren es oftmals nur Randgruppen wie eben aktive Fans, die regelmäßig von BFEEinheiten auf die Fresse bekommen haben, hat es urplötzlich auch den „bürgerlichen Widerstand” bei den Stuttgart21-Demos getroffen, und zwar mit voller Wucht, mitten ins Auge. Meldeauflagen, außerhalb der Gerichtsbarkeit erfolgende Stadt- und Aufenthaltsverbote, Bannmeilen, Kontaktverbote, Suche nach Pyro-Zündlern per Fahndungsbilder, prügelnde Bullen - Alltag für uns, unvorstellbar für viele andere. Aber am Ende wird es jeden treffen. Jeden, der kritisch ist und seine Kritik auch öffentlich vorträgt. Jeden, der nicht ins Bild der Mächtigen passt. Zum anderen geht es noch um etwas ganz anderes: Die „bösen” Fans oder Ultras sollen von den „guten” Fans oder Ultras separiert werden. Es wird eine Spaltung angestrebt; diejenigen, die sich konform verhalten, sollen diejenigen, die aus dem von Verband, Polizei, Vereinen, Medien und Gesellschaft vorgegebenen Rahmen fallen, verpfeifen, denunzieren, ausliefern. „Gut” gegen „böse”, die „Guten” gewinnen und vertreiben die „Bösen” aus den Stadien. So die Vorstellung dieser Herrschaften. Was sie dabei übersehen, ist die Tatsache, dass es diese Unterteilung in „gut” und „böse” schlicht nicht gibt. Ja, es kommt im Rahmen von Fußballspielen zum – verbotenen - Abbrennen von Pyrotechnik. Ja, es gibt Auseinandersetzungen mit gegnerischen Fans und der Polizei. Ja, es gibt Randale. Ja, es gibt Fußballfans, die über die Stränge schlagen, die gegen Gesetze verstoßen und die nach Regeln und Werten leben, die mit den Vorstellungen der Fußball-Bosse nicht vereinbar sind. Aber genau diese Typen, die es auch mal krachen lassen, sind dieselben, die in den Stadien für das sorgen, was natürlich niemand verbieten will, weil der Fußball davon lebt: Choreografien, Fahnen, Support, Stimmung. die Leute, die aus der Emotion heraus ein Bengalo zünden oder sich mit anderen anlegen, geben aus der gleichen Emotion heraus 90 Minuten Vollgas im Stadion und schaffen genau die Atmosphäre, die den Fußball so einzigartig macht. Wer die vermeintlich schlechten Emotionen raushaben will, kickt damit automatisch auch die guten, die angenehmen raus.

Fußball ist Emotion, basta! Und Emotionen sind nicht kontrollierbar, nicht rational erklärbar, nicht vernünftig. Sie geschehen einfach.



das bringt es auf den punkt, guter artikel :thumb:
No Al Calcio Moderno!!!

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Heiko
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Re: Gewaltprobleme im Fußball

Beitrag von Heiko » Di 12. Jun 2012, 17:31

@k.s.Ruch

Die Gleichsetzung, daß es die "Bösen" sind, die (fast) ausschließlich auch für das "Gute" (Stimmung, Choreo ...) stehen, hast du zwar nicht exklusiv, aber in der Minderheit. ;-)
Ich spreche es nicht ab, daß es das gibt, aber das eine kann ohne das andere trotzdem sehr gut funktionieren.

Das was du davor geschrieben hast, ist Polemik und bitterste Verschwörungstheorie.

Ich sehe ein, daß es Fan-Gruppen gibt, die einen gewissen "Ruf" bei den Behörden besitzen, den sie sich "erarbeitet" haben. Mich wundert aber anschließend nicht, wenn die Ordnungshüter auf diese dann "vorbeugen".
Ich lass dir deine Meinung, lass du mir meine.
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Wobei beide Schriftzüge jetzt eher billig wirken und ich mir davon kein Trikot kaufen würde.

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Re: Gewaltprobleme im Fußball

Beitrag von tortor_et » Di 12. Jun 2012, 17:43

Wer die vermeintlich schlechten Emotionen raushaben will, kickt damit automatisch auch die guten, die angenehmen raus. ...
Kann man sicher nicht verallgemeinern.
Die Stimmung im RB Block ist so schlecht nicht. Ist natürlich noch ausbaufähig.

Ich vermisse viellicht eine geschlossene Blockbildung bis in die höheren Reihen.
Leute die neben mir aus Emotion heraus einen Bengalo anzünden, habe ich bisher nicht vermisst. ...

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pH_ludo_win
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Re: Gewaltprobleme im Fußball

Beitrag von pH_ludo_win » Di 12. Jun 2012, 17:47

Greif hat geschrieben:Zum Schluss noch etwas aktuelle Lektüre: http://www.stadionwelt-fans.de/index.ph ... ws_id=5192" onclick="window.open(this.href);return false; --> Muss man nicht lesen, wenn man nicht mag - dann allerdings sollte man konsequenterweise auch nicht über die Leute schreiben, die diese Mitteilung verfasst haben ;)
Habe ich gelesen. Der Autor sieht den Ultra als modernen Kreuzritter gegen den ach so bösen Kommerz im Fußball.
Würde mich nicht wundern, wenn aus der Feder des Schreibers auch mal die eine oder andere Hetzschrift gegen RB Leipzig fließt.

Mein Problem mit Pyro ist einfach, dass Unbeteiligte geschädigt werden können. Wenn erwiesen wäre, dass Pyro ungefährlich ist, hätte ich nichts dagegen.
Und zum "Argument", dass manche Sachen "einfach nicht gehen": Mit der gleichen Mentalität haben in den 50er Jahren vermutlich auch Weiße in den USA argumentiert, als Rosa Parks es gewagt hat, sich in einen Bus nach vorne zu setzen. Schwarze gehörten für diese KKK-Groupies "einfach nicht nach vorne im Bus".
Alles ist möglich, und nichts ist sicher.

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