[Ehemaliger Spieler] Daniel Frahn (Chemnitzer FC)

Halle der Helden - Ehemalige Rasenballsportler
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mahe
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Re: [Ehemaliger Spieler] Daniel Frahn (Chemnitzer FC)

Beitrag von mahe » Mi 14. Aug 2019, 10:43

imo greift das grundgesetz hier nicht. wenn man gegen die regeln und werte des arbeitgebers verstößt, hat man mit konsequenzen zu rechnen. das ist in jedem arbeitsverhältnis so.


mal ein anderer allgemeiner gedanke:
er war krankgeschrieben und geht dann ins stadion. ich denke, dass das nicht der genesung gedient hat. imo könnte das auch ein möglicher grund für eine abmahnung/kündigung sein.
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Adamson
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Re: [Ehemaliger Spieler] Daniel Frahn (Chemnitzer FC)

Beitrag von Adamson » Mi 14. Aug 2019, 10:46

Sorry, mahe aber das Grundgesetz steht über allem!

Wenn er nicht Bettruhe verordnet bekam, kann er machen was er will, so lange es seiner Genesung nicht im Wege steht.
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Re: [Ehemaliger Spieler] Daniel Frahn (Chemnitzer FC)

Beitrag von Jupp » Mi 14. Aug 2019, 10:48

Ich rede doch nicht hier von einem Shirt in altdeutscher Schrift. Altdeutsche Schrift wird durchaus gern in der rechten Szene verwendet, dem ein oder anderen gefällt es aber einfach nur und er verwendet es einfach so. Es geht um die Gesamtkonstellation in Rostock aus der Gruppe, die es erstellt hat, dem Banner davor und dem Totenkopf, dazu sind die Rostocker insgesamt sehr martialisch im Auftreten, was für mich grundsätzlich keine angenehme Atmosphäre ist. Genauso die Gesamtkonstellation in Chemnitz als einem Rechtsextremisten gedacht wird im gesamten Stadion und Frahn noch ein Hooligan-Shirt hochhält und er jetzt später mit dem Auto mit denen zum Auswärtsspiel fährt. Und wie Anderson nun schon mehrfach schrieb, ist er Angestellter eines Vereins, der für bestimmte Werte steht. Hält ein Orban hier ein Sympathieshirt hoch zu Hooligans oder auch sonstigen Extremisten, die gewalttätig sind und zeigt sich auch im Stadion in der Öffentlichkeit mit ihnen, ist er weg und das ist auch gut so. Ich will sowas bei RBL nicht erleben und kann mir es zum Glück auch nicht vorstellen. Siehe jetzt wieder die Trikotaktion gegen Osnabrück.

Mal unabhängig vom Vereinswesen hört Meinungsfreiheit übrigens dort auf, wo man sich außerhalb des Grundgesetzes bewegt. Die Gruppe mit der Frahn unterwegs ist, bewegt sich außerhalb des Grundgesetzes und wurde als verfassungsfeindlich eingestuft. Haben wir letztlich nun aber auch schon mehrfach diskutiert und wir drehen uns im Kreis.
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Re: [Ehemaliger Spieler] Daniel Frahn (Chemnitzer FC)

Beitrag von nevermore » Mi 14. Aug 2019, 10:54

Jupp hat geschrieben:
Mi 14. Aug 2019, 10:48
Mal unabhängig vom Vereinswesen hört Meinungsfreiheit übrigens dort auf, wo man sich außerhalb des Grundgesetzes bewegt.
Sorry, Jupp, aber dem ist definitiv nicht so. Es kann jeder der Meinung sein, dass die FDGO weg muss, und das auch öffentlich sagen. Egal ob es sich um Kommunisten oder Neonazis handelt. Selbst im Beamtentum wurde der sog. Radikalenerlass aufgehoben. Es gibt vereinzelte Ausnahmen wie das Gesetz gegen Holocaustleugnung, aber ansonsten darf jeder seine politische Meinung äußern, auch wenn er die DDR zurückhaben oder den Kaiser Wilhelm wieder haben will.

Wenn das vors Arbeitsgericht geht, bin ich sehr gespannt, wie das ausgeht.

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Adamson
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Re: [Ehemaliger Spieler] Daniel Frahn (Chemnitzer FC)

Beitrag von Adamson » Mi 14. Aug 2019, 11:04

So ist es.

Jupp, dann verlass doch den Kreis. Äußere dich zu Argumenten und bete nicht immer deine Doktrin herunter.
Der Staat, der Verein oder wer auch immer gegen verfassungsfeindliche Gruppen vorgehen will, muss demokratische Prinzipien beachten. Die Demokratie rettet man nicht, in dem man selbst auf diese Prinzipien pfeift.
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Re: [Ehemaliger Spieler] Daniel Frahn (Chemnitzer FC)

Beitrag von dersichdenwolftanzt » Mi 14. Aug 2019, 11:04

nevermore hat geschrieben:
Mi 14. Aug 2019, 10:54
Wenn das vors Arbeitsgericht geht, bin ich sehr gespannt, wie das ausgeht.
Schon allein, dass sich z.B. der Sponsor "Sparkasse Chemnitz" nach dem Trikot-Gate beim CFC ausgestiegen ist, kann man sehr sehr gut als "Geschäftsschädigend" betrachten.
Das sind mal eben ca. 170.000 Euro / Jahr die an Einnahmen fehlen.

https://www.tag24.de/nachrichten/cfc-ch ... all-998109

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Re: [Ehemaliger Spieler] Daniel Frahn (Chemnitzer FC)

Beitrag von Jupp » Mi 14. Aug 2019, 11:08

Frahn ist aber kein normaler Arbeitnehmer, der am Arbeitsplatz seine Meinung sagt, sondern eine Person des öffentlichen Interesses, der vor tausenden Zuschauern im Stadion eine Botschaft für gewalttätige Schläger nach außen trägt und diese dann mit der Aktion gegen Halle untermauert. Das Verhalten ging bundesweit durch die Medien und jetzt auch wieder. Er trifft sich dabei mit Gruppen, die Hausverbot beim CFC haben. Das ist vereinsschädigend und dem CFC bleibt da doch gar keine andere Möglichkeit und jedem anderen Verein auch. Ansonsten könnte sich der CFC nie mehr glaubhaft gegen Gewalt oder Extremismus positionieren, wenn er es durchgehen lässt, dass der Kapitän des Vereins in der Öffentlichkeit genau diese Gruppen unterstützt.

Davon ab, wenn ihr als Arbeitnehmer mit einem Hooliganshirt zu einem Geschäftstermin geht und bei möglichen Auftraggebern mit rechtsextremen Schlägertrupps am Rande der Veranstaltung sehen lasst, dann wäre ich auf die Reaktion eures Chefs gespannt. Bei Frahn ist durch die öffentliche Wirkung das Ausmaß dann noch viel größer.
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Re: [Ehemaliger Spieler] Daniel Frahn (Chemnitzer FC)

Beitrag von FaulerZauber » Mi 14. Aug 2019, 11:24

Adamson hat geschrieben:
Mi 14. Aug 2019, 10:46
Sorry, mahe aber das Grundgesetz steht über allem!

Wenn er nicht Bettruhe verordnet bekam, kann er machen was er will, so lange es seiner Genesung nicht im Wege steht.
Die Grundrechte sind Abwehrrechte des Einzelnen gegen den Staat und haben keine unmittelbare Wirkung zwischen privaten Rechtssubjekten auf Gleichordnungsebene. Im Zivilrecht gibt es eine sog. "mittelbare Drittwirkung" der Grundrechte, d.h. dass deren Geist in der Anwendung der einfachen Gesetze gewahrt sein muss, die Wertungen fließen meist über Auslegungsbegriffe oder Generalklauseln ein.

Grundrechte stehen aber immer auch der anderen Seite zu und Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass sich der Arbeitgeber alles gefallen lassen muss. Meinungsfreiheit findet seine Schranken in den "allgemeinen Gesetzen" und bei kollidierendem Verfassungsrecht sowieso.
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Re: [Ehemaliger Spieler] Daniel Frahn (Chemnitzer FC)

Beitrag von mahe » Mi 14. Aug 2019, 11:25

Taten, wie zum Beispiel sexuelle Belästigung von Arbeitskollegen, Diebstahl, Betrug, Verbreitung von nicht wahrheitsgemäßen Äußerungen, die der Firma schaden können, Mobbing, das Nutzen von Telefon und Internet zu privaten Zwecken und einige weitere Handlungen, die schädlich für den Betrieb sein können, sind sichere Gründe für eine fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber.
er wird ja nicht in seinem handeln oder meinungsfreiheit beschränkt, sondern er kann das alles tun, aber eben nicht mehr als angestellter der GmbH.

die GmbH versucht sich nach dem trauervorfall von rassistischen, gewaltverherrlichenden usw. tendenzen zu distanzieren, gibt den betreffenden personen im eigenen stadion hausverbote und ein mitarbeiter in besonderer stellung handelt entgegen der bemühungen der GmbH. das ist betriebsschädigendes verhalten und das auch schon zum zweiten mal.
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Re: [Ehemaliger Spieler] Daniel Frahn (Chemnitzer FC)

Beitrag von FaulerZauber » Mi 14. Aug 2019, 11:31

nevermore hat geschrieben:
Mi 14. Aug 2019, 10:54
Jupp hat geschrieben:
Mi 14. Aug 2019, 10:48
Mal unabhängig vom Vereinswesen hört Meinungsfreiheit übrigens dort auf, wo man sich außerhalb des Grundgesetzes bewegt.
Sorry, Jupp, aber dem ist definitiv nicht so. Es kann jeder der Meinung sein, dass die FDGO weg muss, und das auch öffentlich sagen. Egal ob es sich um Kommunisten oder Neonazis handelt. Selbst im Beamtentum wurde der sog. Radikalenerlass aufgehoben. Es gibt vereinzelte Ausnahmen wie das Gesetz gegen Holocaustleugnung, aber ansonsten darf jeder seine politische Meinung äußern, auch wenn er die DDR zurückhaben oder den Kaiser Wilhelm wieder haben will.

Wenn das vors Arbeitsgericht geht, bin ich sehr gespannt, wie das ausgeht.
In der Diskussion wäre es hilfreich, Meinungen und Tatsachenbehauptungen nicht zu vermischen. Holocaustleugnung kann sich qua Definition nicht auf Meinungsfreiheit berufen, da es sich um - erwiesenermaßen falsche - Tatsachenbehauptungen handelt. Falsche Tatsachenbehauptungen sind nie von der Meinungsfreiheit gedeckt.

Meinungsfreiheit betrifft "Werturteile", diese sind in der Tat sehr weitgehend zulässig und finden ihre Schranke dort, wo die Rechte anderer Grundrechtsträger verletzt werden (z.B. Beleidigung) und dort, wo die freiheitlich-demokratische Grundordnung gefährdet wird. Insoweit hat Jupp vollkommen recht.

Ob diese Grenzen hier überschritten sind (v.a. hier die berechtigten Interessen des Arbeitgebers verletzt werden) muss am Ende ein Gericht entscheiden. Aber bitte verbreitet hier nicht den Unsinn, Meinungsfreiheit bedeutet, dass jeder jeden Unsinn verbreiten darf.
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