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Re: [Ehemaliger Spieler] Daniel Frahn (Chemnitzer FC)

Verfasst: Mi 14. Aug 2019, 14:24
von Adamson
dersichdenwolftanzt hat geschrieben:
Mi 14. Aug 2019, 13:59
... Treuepflicht ist auch die Loyalitätspflicht des Arbeitnehmers. Aus ihr folgt die Verpflichtung, ehrverletzende Kritik am Arbeitgeber zu unterlassen. Dies kollidiert mit dem grundrechtlich geschützten Recht auf freie Meinungsäußerung aus Art. 5 Abs. 1 Grundgesetz (GG).
Juristisch ausgedrückt findet eine Abwägung unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls statt, entschied schon das Bundesarbeitsgericht (BAG, Urt. v. 24.06.2004, Az. 2 AZR 63/03). Das Grundrecht der Meinungsfreiheit muss danach in der Regel dann zurücktreten, wenn die Äußerung des Arbeitnehmers einen Angriff auf die Menschenwürde oder eine Formalbeleidigung oder Schmähung darstellt. Im Übrigen kommt es auf die Schwere der jeweiligen Beeinträchtigung an.
... aha. Alles klar. Und noch mal. Das alles, weil er da stand und mit ein paar üblen Gestalten im Auto gefahren ist? Du bist dir sicher, dass die Keule jetzt nicht bissl zu groß ist?
Für mich klingt das alles verdammt nach Hexenjagd?

Re: [Ehemaliger Spieler] Daniel Frahn (Chemnitzer FC)

Verfasst: Mi 14. Aug 2019, 14:37
von mahe
wieviele "fettnäpfchen" muss denn jemand mitnehmen, damit ein arbeitgeber handeln darf?


erinnert ich irgendwie an das lied
Here I lay
(Man, it feels good to be home)
Meet Grady, a 29-year-old construction worker
After coming home from a hard day's work
He walks in the door of his trailer park home
To find his wife in bed with another man
(What the fuck?) Grady

Alright, calm down, relax, start breathin'
Fuck that shit, you just caught this bitch cheatin'
While you at work, she's with some dude tryna get off
Fuck slittin' her throat, cut this bitch's head off
Wait, what if there's an explanation for this shit?
What, she tripped, fell, landed on his dick?

Re: [Ehemaliger Spieler] Daniel Frahn (Chemnitzer FC)

Verfasst: Mi 14. Aug 2019, 14:47
von dersichdenwolftanzt
Adamson hat geschrieben:
Mi 14. Aug 2019, 14:24
dersichdenwolftanzt hat geschrieben:
Mi 14. Aug 2019, 13:59
... Treuepflicht ist auch die Loyalitätspflicht des Arbeitnehmers. Aus ihr folgt die Verpflichtung, ehrverletzende Kritik am Arbeitgeber zu unterlassen. Dies kollidiert mit dem grundrechtlich geschützten Recht auf freie Meinungsäußerung aus Art. 5 Abs. 1 Grundgesetz (GG).
Juristisch ausgedrückt findet eine Abwägung unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls statt, entschied schon das Bundesarbeitsgericht (BAG, Urt. v. 24.06.2004, Az. 2 AZR 63/03). Das Grundrecht der Meinungsfreiheit muss danach in der Regel dann zurücktreten, wenn die Äußerung des Arbeitnehmers einen Angriff auf die Menschenwürde oder eine Formalbeleidigung oder Schmähung darstellt. Im Übrigen kommt es auf die Schwere der jeweiligen Beeinträchtigung an.
... aha. Alles klar. Und noch mal. Das alles, weil er da stand und mit ein paar üblen Gestalten im Auto gefahren ist? Du bist dir sicher, dass die Keule jetzt nicht bissl zu groß ist?
Für mich klingt das alles verdammt nach Hexenjagd?
Hexenjagd?

Garantiert nicht, denn mit Frahn wurde nach dem Trikot-Gate im März gesprochen, er wurde für ein paar Spiele gesperrt und es wurde eine Geldstrafe verhängt.
Im Anschluss hat sich der Verein nochmals deutlich gegen rechte Fangruppierungen positioniert (z.B. auf dem Stadtfest in Chemnitz usw.).
Beim Heimspiel gegen Budissa Bautzen liefen die Spieler mit einem Trikot auf (siehe Bild:
Chemnitzer-FC1.jpg
Weiterhin standen beide Mannschaften vor dem Spiel hinter einem Banner:
Chemnitzer-FC-Budissa-Bautzen-2.jpg
"Für unschöne Szenen sorgten allerdings Teile der Ultras, insbesondere die Fangruppierung Ultras Chemnitz ’99, die aus Protest den ersten zwölf Minuten des Spiels fernblieben und die vom Verein kostenlos verteilten T-Shirts mit der Aufschrift „Toleranz, Weltoffenheit, Fairness“ in den Stadiongraben warfen."

Damit könnte man durchaus feststellen, dass eben diese Ultrabewegungen, etwas gegen die freihetlich demokratische Grundordnung haben - und damit kann ich mich nicht öffentlich als Kapitän mit Teilen oder Vertretern dieser Gruppierungen sehen lassen.
Denn hier hat er das bestreben des Vereins, sich von den rechter Ultraszene zu distanzieren klar entgegen gestellt.

Re: [Ehemaliger Spieler] Daniel Frahn (Chemnitzer FC)

Verfasst: Mi 14. Aug 2019, 14:50
von jimmy.klitschi
Soweit ich weiß, steht auch in den offiziellen Statuten des CFC so etwas wie "gegen Rassismus, und Fremdenhass, Verfassungsfeindlichkeit..." (Ob das bei Vereinen wie dem CFC nur 'ne schablonenhafte Floskel ist, sei mal dahingestellt, dürfte aber rein juristisch bindend sein.)
Nun sind Rassismus, Fremdenfeíndlichkeit (aber auch Verfassungsgegnerschaft) ganz grundsätzliche Integrale des Rechtsradikalismus. Das werden bzw können selbst die entsprechenden Akteure niemals abstreiten - wenn sie denn ehrlich sind.
Wenn nun mein Angestellter sich öffentlich trotz Abmahnung wiederholt als Sympathisant einer den Statuten entgegenstehenden Vereinigung zeigt, dann wird man die arbeitsrechtliche Frage doch mal stellen und gerichtlich überprüfen lassen dürfen, oder?

Re: [Ehemaliger Spieler] Daniel Frahn (Chemnitzer FC)

Verfasst: Mi 14. Aug 2019, 15:05
von Anderson
Ja, es geht sogar eine Stufe kleiner, also ohne Arbeitsrichter.

Wenn ich als Spieler einen Arbeitsvertrag unterschreibe, werde ich automatisch auch aktives Vereinsmitglied.

Mit der Annahme der Mitgliedschaft erkenne ich die Satzung des Vereins an, die ganze Satzung, Punkt.

Wenn ich die Satzung nicht mehr anerkennen kann, warum auch immer, sollte ich meine Mitgliedschaft von mir aus beenden. Mache ich das nicht, kann meine Mitgliedschaft im Verein auch durch das dafür lt. Satzung zuständige Gremium des Vereins beendet werden; völlig gesetzeskonform, wenn ich nachweislich gegen die Satzung verstoßen habe. Dafür gibt es Ehrenräte o.ä.
Das gilt für die Angestellten des Vereins, soweit sie Vereinsmitglieder sind, genauso wie für jedes normale Mitglied ohne Arbeitsvertrag oder Funktion.
Der Ehrenrat des CFC könnte praktisch die Mitgliedschaft Frahns im CFC auch beenden, ohne dass der Arbeitsvertrag gekündigt sein muss. Damit entfiele dann praktisch die Grundlage für die Spielberechtigung.

In §2 (4) der CFC-Satzung steht: "Der Verein ist parteipolitisch und religiös neutral. Er tritt rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen entschieden entgegen."

Re: [Ehemaliger Spieler] Daniel Frahn (Chemnitzer FC)

Verfasst: Mi 14. Aug 2019, 15:39
von Adamson
Ich gebe es auf. Mit euch Nasen ist die Demokratie verloren. ;)

Re: [Ehemaliger Spieler] Daniel Frahn (Chemnitzer FC)

Verfasst: Mi 14. Aug 2019, 15:53
von Anderson
Adamson hat geschrieben:
Mi 14. Aug 2019, 15:39
Ich gebe es auf. Mit euch Nasen ist die Demokratie verloren. ;)
Wieso?

Du kannst als Mitglied auf einer MV eine Satzungsänderung beantragen, bspw. so: "Der Verein fördert rassistische, verfassungs- und fremdenfeindliche Bestrebungen."

Das stellst du ganz demokratisch zur Abstimmung und dann schaust du, was passiert.

Ob der Verein, sollte ein solcher Passus in die Satzung aufgenommen werden, dann die Gemeinnützigkeit behält, ist eine andere Frage.

Ich gehe davon aus, dass die CFC-Satzung demokratitsch per Abstimmung in Kraft gesetzt wurde.

Re: [Ehemaliger Spieler] Daniel Frahn (Chemnitzer FC)

Verfasst: Mi 14. Aug 2019, 15:59
von Wuppertaler
dersichdenwolftanzt hat geschrieben:
Mi 14. Aug 2019, 14:47
Damit könnte man durchaus feststellen, dass eben diese Ultrabewegungen, etwas gegen die freihetlich demokratische Grundordnung haben - und damit kann ich mich nicht öffentlich als Kapitän mit Teilen oder Vertretern dieser Gruppierungen sehen lassen.
Denn hier hat er das bestreben des Vereins, sich von den rechter Ultraszene zu distanzieren klar entgegen gestellt.
Kann man natürlich so interpretieren wenn man das möchte. Man kann das aber auch so interpretieren, dass sich die Ultras nicht von Döddeln wie dem Siemon mit seinem aufgesetzten "Antifaschismus", der nicht ernst gemeint ist, verarschen lassen.

Re: [Ehemaliger Spieler] Daniel Frahn (Chemnitzer FC)

Verfasst: Mi 14. Aug 2019, 16:05
von epolino
Man kann aber auch alles schön reden.

Re: [Ehemaliger Spieler] Daniel Frahn (Chemnitzer FC)

Verfasst: Mi 14. Aug 2019, 17:50
von Peppermint Pig
Süddeutsche hat geschrieben:Tatsache ist: Mehr als 500 Jahre lang waren gebrochene Schriften das Hauptausdrucksmittel für deutsche Literatur, von Martin Luther bis Karl Marx, und damit völlig unpolitisch. Das Kommunistische Manifest wurde in ihr genauso gedruckt wie der Vorwärts und die Bibel. Es war Adolf Hitler persönlich, der Martin Bormann befahl, ein Verbot der deutschen Schrift zu erlassen mit der hanebüchenen, unhistorischen Begründung, es handele sich um "Judenlettern"! Bei der Unesco liegt der Antrag vor, die deutsche Schrift als Kulturgut anzuerkennen. Wer sie nicht beherrscht, ist von unserer Geschichte abgeschnitten.
https://www.sueddeutsche.de/kolumne/fra ... -1.3807103
Den Wortlaut des Briefes findet man bei Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Antiqua-F ... er_Antiqua
Fontblog hat geschrieben:Falsch ist jedoch, eine Schrift, die seit dem 16. Jahrhundert die vorherr­schende Druckschrift im deutsch­spra­chigen Raum war, aufgrund ihrer Popularität in den Jahren 1933 bis 1941 als Nazi-Schrift zu bezeichnen.
https://www.fontblog.de/fraktur-ist-auc ... i-schrift/