Kommerz schadet, aber dennoch, wieviel braucht der Fußball ?

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hoffefan
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Kommerz schadet, aber dennoch, wieviel braucht der Fußball ?

Beitrag von hoffefan » Mo 29. Mai 2017, 18:34

Nach dem Pokalspiel am Samstag fragt man sich wirklich, was die Ultras und Fans eigentlich wollen. Da wird ein Halbzeitact ausgepfiffen, obwohl kein Fußball gespielt wird ( würde mich brennend interessieren, ob das bei Rammstein oder Böhse-Onkelz
auch so gewesen wäre ). Das H.Fischer dort fehl am Platz war, hat der DFB nicht bemerkt. Warscheinlich hat sie in den 15Min. mehr Geld verdient, als so mancher Eintracht oder BVB Fan im Jahr. Ein cleveres Management hätte wahrscheinlich gesagt, Haase du gehst da nicht hin, von denen kauft keiner deine neue Single.
Man muß auch nicht immer dauerpresent sein.
Egal, zurück zur Frage, was stellen sich die Ultras vor, wo fängt Kommerzialisierung an, wo hört sie auf ? Immer dieses allgemeine, gebt uns unseren Fußball zurück.
Dann sollen sie sich doch die Bezirksliga anschauen.
Soll man Obergrenzen für Sponsorengelder einführen, Obergrenzen für
Spielergehälter ? Die Fans jubeln Spielern zu, die 3-5 Mio pro Saison bekommen.
Wo kommt das Geld her, vom Ticketverkauf, wohl kaum. Die Fans pfeifen in der Halbzeitpause, fliegen aber dann zur WM nach Katar. mich würde schon interessieren, wo die Grenze beim Kommerz liegt. Sollen sich die Fans doch mal ganz klar dazu äußern. Die BL Vereine rufen nach immer mehr Fersehgeldern, dann müssen sie auch damit leben, das es Montagsspiele geben wird, irgendwie müssen Sender wie Sky die Kosten auch einspielen. Die Quadratur des Kreises.

Le_Shakesbear
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Re: Kommerz schadet, aber dennoch, wieviel braucht der Fußba

Beitrag von Le_Shakesbear » Mo 29. Mai 2017, 19:47

hoffefan hat geschrieben:...Warscheinlich hat sie in den 15Min. mehr Geld verdient, als so mancher Eintracht oder BVB Fan im Jahr. ...
Der war ja mal richtig gut :rofl: , wenn man bedenkt, dass sie das angeblich für 0€ gemacht hat (als Promoauftritt, seitens Plattenfirma dem DFB angeboten).
:respekt: Hoffefan für den ungewollten Diss :respekt:

hoffefan
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Re: Kommerz schadet, aber dennoch, wieviel braucht der Fußba

Beitrag von hoffefan » Mo 29. Mai 2017, 20:13

Le_Shakesbear hat geschrieben:
hoffefan hat geschrieben:...Warscheinlich hat sie in den 15Min. mehr Geld verdient, als so mancher Eintracht oder BVB Fan im Jahr. ...
Der war ja mal richtig gut :rofl: , wenn man bedenkt, dass sie das angeblich für 0€ gemacht hat (als Promoauftritt, seitens Plattenfirma dem DFB angeboten).
:respekt: Hoffefan für den ungewollten Diss :respekt:
Hey, das war ein Promoauftritt für die neue LP, und das hat den DFB und die Zuschauer keinen Cent gekostest. Das war kein ungewollter Diss von mir, das ist Kommerz. H. Fischer verkauft nach dem Auftritt wahrscheinlich mehr Platten
als gedacht. Mein Schwager+Schwägerin sind Hardcore Andrea Berg Fans, wenn die so ausgepfiffen worden wäre, die hätten sich am nächsten Tag die neue CD gekauft.
Nur zum Trotz. :lol:

Aber Deine Meinung zum Kommerz im Fußball würde mich mehr interessieren.
Wenn Du magst.

Tag Eins
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Re: Kommerz schadet, aber dennoch, wieviel braucht der Fußba

Beitrag von Tag Eins » Di 30. Mai 2017, 08:27

Wer erst durch den Auftritt von Helene Fischer beim Pokalfinale darauf gekommen ist, dass es beim Spitzenfußball um Unterhaltung geht und dass dieser durch und durch kommerzialisiert ist, der muss die letzten 20 Jahre verschlafen haben. Einer der Vorreiter der Kommerzialisierung in Deutschland seit den 90er Jahren war übrigens die Handelsgesellschaft aus dem Ruhrpott, die heute ironischerweise mit dem Slogan "Wa(h)re Liebe" für sich wirbt, aber alles tut (vom Stadionnamen bis zum Aktienverkauf), um Geld zu akquirieren. Man könnte das ein Stück weit verlogen nennen, insbesondere weil mit dem Finger auf andere gezeigt wird. Man sollte halt nicht darauf hereinfallen. Und Kommerz schadet nicht nur, er hat auch seinen Nutzen (z.B. bessere Stadien), wenn er nicht überzogen oder verschleiert wird.

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elbosan
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Re: Kommerz schadet, aber dennoch, wieviel braucht der Fußba

Beitrag von elbosan » Di 30. Mai 2017, 08:51

Dortmund wirbt(!) mit "Echter Liebe". Und die Frage zu beantworten. Fussball IST Kommerz und der Kommerz ist der Fußball. Selbst vor Jahrzehnten als noch Commodore und Jägermeisters von den Trikots prangerte und man sich Bunte Spielerbildchen aus Hanuta zusammentauschte hat sich der Kommerz die Ware Fußball einverleibt.

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Re: Kommerz schadet, aber dennoch, wieviel braucht der Fußba

Beitrag von RaBaSpo » Di 30. Mai 2017, 09:32

Fußball ist heutzutage nichts ohne Kommerz und wird auch nie mehr davon loskommen. Das ist die Wahrheit und es stellt sich immer wieder die Frage: Nimmt man diesen Umstand an oder lehnt man sich gegen die zunehmende Kommerzialisierung auf?

Wo wäre der Leipziger Fußball ohne den Kommerz? Tot. Die Fußballstadt Leipzig gäbe es nicht mehr. Selbst die kleinsten Vereine hier in der Stadt werden von irgendwelchen Einkaufsläden oder Fahrradwerkstätten etc. finanziell unterstützt.
Und die Diskussion "Tradition contra Kommerz" verstehe ich erst recht nicht.

Jeder Verein hat seine Tradition, und Tradition erarbeitet man sich wodurch? Richtig! Durch Erfolge, Erzählungen von früheren Ereignissen und Weitergabe der Vereinsliebe. Bei uns ist es eben nur eine kurze Geschichte, auf die wir bislang zurückblicken können - aber wir haben unsere Geschichtsbücher für die jetzige Ära schon zur Hälfte gefüllt.
Fakt ist aber auch: Ohne den Kommerz gäbe es auch die Tradition nicht.
Gutes Beispiel ist da der DFB-Pokal. Seit 1985 wird das Endspiel jährlich in Berlin ausgetragen - auch das ist eine Tradition geworden. Berlin bezahlt jährlich Millionen dafür dieses Finale austragen zu dürfen, und das seit 1985.
Borussia Dortmund hätte ohne den Kommerz nicht überlebt, der Verein wäre 2004 in der Versenkung verschwunden, hätte man nicht Millionenbeiträge aufgewendet um den Verein schuldenfrei zu machen.

Die Diskussion um Kommerz wird immer ein heikles Thema sein, an dem sich viele Geister scheiden werden.
RBL-Anhänger: seit 2011
erstes Spiel: gg. Schalke 1:2 (1:1), 24.07.10
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The-Last-ReBeL
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Re: Kommerz schadet, aber dennoch, wieviel braucht der Fußba

Beitrag von The-Last-ReBeL » Di 30. Mai 2017, 10:05

auch mal von mir ein paar Anmerkungen und Gedanken.
Fußball ist Sport, sogar Leistungssport. Das heisst um Leistung zu bringen muss ein Spieler arbeiten also trainieren. Dafür wird er entlohnt. Das Geld muss irgendwo her kommen also erwirtschaftet werden. Da sind wir beim Kommerz.

Ich bin auch nicht der Meinung: " Früher war alles besser", Es war anders aber ähnlich.
Die 1 Mio an Pele 1970 sind jetzt eben 50 Mio für Keita.

Die Frage ist welche Ausuferung und welchen Stellenwert nimmt das Ganze ein. Ede Stoiber war ja der Meinung das der Markt das regelt und der Markt das hergibt.

Ich bin dabei, wenn es ein FFP gibt, dann sollte es auch ein paar Vereinbarungen unter Topclubs und Instutionen geben. Transfers jenseits von gut und böse ( 100 Mio 105 Mio , 130 Mio ) sollte man auch mal eine stillschweigende Kappung akzeptieren.
Weiterhin sollten Spieler, ich wähle mal bewusst Draxler aus, die lange Verträge unterschreiben dann auch dort spielen. Es kann nicht sein , dass er so lange herumbockt und schlecht spielt bis er seinen Willen bekommt. Vereine sollte da auch mal rigoros solche Leute auf die Tribüne verbannen. Andere sollten dann eben auch mal die Füße still halten.
Ein Sportler sollte dahin wechseln wo er sich sportlich entwickeln kann, aber das muss er vorher wissen. Wenn Uli H sinniert das wenn man ca 150 Mio Chinesen einen Euro abnimmt um Einnahmen zu generieren, die Mehrheit dort aber mit dem Fußball wie wir ihn lieben nichts anfangen können, auf so etwas sollte verzichtet werden.
Wenn man wie gestern gesehen in München eine Kamera am Weißbierglas befestigt um Bilder zu machen wie Robben Ancelotti Bier in den Nacken giesst, ist das schon mehr als pervertiert. Ich lasse mich zu Emotionen hinreißen bei Siegen, Niederlagen oder Momenten wie das Coltorti Tor. Aber gestellte Emotionen zu verkaufen ist krank.
Ich glaube hier werden momentan Schwellen und Grenzen überschritten die die Mehrheit nicht mittragen.
Damit will ich nicht sagen, das es in 20 Jahren vielleicht ganz anders aussieht. Leben ist ja bekanntlich Veränderung.
Halten wir fest, gewisse Auswüchse sollten eingedämmt werden.
Und wenn Ede Stoiber Claqueure braucht, dann soll er mal wieder ne Rede zum politischen Aschermittwoch halten .
https://www.youtube.com/watch?v=x-D33GlUfyw

„Wenn du laufen willst dann lauf eine Meile. Willst du aber ein neues Leben, dann lauf Marathon.“ Emil Zàtopek

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Re: Kommerz schadet, aber dennoch, wieviel braucht der Fußba

Beitrag von oldbull53 » Di 30. Mai 2017, 22:47

Man sieht an 1860, das Geld in in den "falschen" Händen und bei einen selbstherrlichen "Eigentümer" eines Traditionsvereins den sportlichen Abstieg nicht verhindern kann.
1860 und auch Wolfsburg haben bewiesen, das das ganze Traditionsgeheuchele, nur das ist was es immer war, Selbstverarschung und Neid auf sportlich Bessere.
Und die s.g. Fans in München, wenn es die Medien und der DFB nicht billigend in Kauf nehmen würden, weil eben alles Kommerz, auch die "hässlichen" Seiten, würde schon vor langer Zeit hart durchgegriffen worden sein.
Aber die Medien leben nun mal davon und wir, RBL, waren stellvertretend, der mediale und wirtschaftliche Glücksfall des Jahrhunderts.

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Re: Kommerz schadet, aber dennoch, wieviel braucht der Fußba

Beitrag von hoffefan » Di 30. Mai 2017, 23:24

The-Last-ReBeL hat geschrieben:auch mal von mir ein paar Anmerkungen und Gedanken.
Fußball ist Sport, sogar Leistungssport. Das heisst um Leistung zu bringen muss ein Spieler arbeiten also trainieren. Dafür wird er entlohnt. Das Geld muss irgendwo her kommen also erwirtschaftet werden. Da sind wir beim Kommerz.

Ich bin auch nicht der Meinung: " Früher war alles besser", Es war anders aber ähnlich.
Die 1 Mio an Pele 1970 sind jetzt eben 50 Mio für Keita.

Die Frage ist welche Ausuferung und welchen Stellenwert nimmt das Ganze ein. Ede Stoiber war ja der Meinung das der Markt das regelt und der Markt das hergibt.

Ich bin dabei, wenn es ein FFP gibt, dann sollte es auch ein paar Vereinbarungen unter Topclubs und Instutionen geben. Transfers jenseits von gut und böse ( 100 Mio 105 Mio , 130 Mio ) sollte man auch mal eine stillschweigende Kappung akzeptieren.
Weiterhin sollten Spieler, ich wähle mal bewusst Draxler aus, die lange Verträge unterschreiben dann auch dort spielen. Es kann nicht sein , dass er so lange herumbockt und schlecht spielt bis er seinen Willen bekommt. Vereine sollte da auch mal rigoros solche Leute auf die Tribüne verbannen. Andere sollten dann eben auch mal die Füße still halten.
Ein Sportler sollte dahin wechseln wo er sich sportlich entwickeln kann, aber das muss er vorher wissen. Wenn Uli H sinniert das wenn man ca 150 Mio Chinesen einen Euro abnimmt um Einnahmen zu generieren, die Mehrheit dort aber mit dem Fußball wie wir ihn lieben nichts anfangen können, auf so etwas sollte verzichtet werden.
Wenn man wie gestern gesehen in München eine Kamera am Weißbierglas befestigt um Bilder zu machen wie Robben Ancelotti Bier in den Nacken giesst, ist das schon mehr als pervertiert. Ich lasse mich zu Emotionen hinreißen bei Siegen, Niederlagen oder Momenten wie das Coltorti Tor. Aber gestellte Emotionen zu verkaufen ist krank.
Ich glaube hier werden momentan Schwellen und Grenzen überschritten die die Mehrheit nicht mittragen.
Damit will ich nicht sagen, das es in 20 Jahren vielleicht ganz anders aussieht. Leben ist ja bekanntlich Veränderung.
Halten wir fest, gewisse Auswüchse sollten eingedämmt werden.
Und wenn Ede Stoiber Claqueure braucht, dann soll er mal wieder ne Rede zum politischen Aschermittwoch halten .

Sehr intelligenter Beitrag. Sehe ich genau so. Da ich keine Meisterschaftsfeiern der Bayern verfolge, habe ich bei Plasberg ( zufällig hingezappt ), die Kamera auf den Weissbiergläsern gesehen. Irgendwo ist doch mal Schluß mit der Inszenierung. Das ist ja schon peinlich. Der Stoiber war ja heissgelaufen wie ein Tauchsieder in der Sendung. Aber wie gesagt, jeder Fan muß sich an die eigene Nase fassen, wenn sein Verein für 8-10 Mio einen neuen Spieler kauft, dem er dann zujubelt.

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Re: Kommerz schadet, aber dennoch, wieviel braucht der Fußba

Beitrag von The-Last-ReBeL » Mi 31. Mai 2017, 06:24

@Hoffe,
sehe ich auch so. Wir der Fan, sind der Verbraucher. Wir kaufen die Karten und das Sommertrikot ,das Wintertrikot, das Auswärtstrikot, das CL Trikot, das Sky Abo . Ich finde es auch spannend wenn ein neuer Spieler vielleicht auch 2 oder 3 neu präsentiert werden. Schicker wäre es natürlich wenn immer auch mal 2-3 aus dem Nachwuchs kommen und sich länger mit einen Verein identifizieren. Das schafft eben auch Bindung.
Leider ist das in Leipzig noch nicht gelungen einen Spieler dauerhaft aus dem eigenen Nachwuchs in die 1. Mannschaft zu integrieren.

Obwohl bei Plasberg der Willi Lembke wieder in alte Klassenkampfzeiten verfiel, hatte er doch Recht was die Meisterschaft betrifft. Meisterschaften die am letzten Tag entschieden wurden waren doch einfach Klasse. So sehr wie ich mich damals über das Tor von Patrik Anderson gefreut habe. Im Nachhinein hätte ich es doch den Schalkern gegönnt endlich mal wieder die Schale in den Pott zu holen. Und ich glaube, wenn die Schale mal dort wieder aufschlägt, sind 1000 fach mehr Emotionen dabei wie momentan in München.
https://www.youtube.com/watch?v=x-D33GlUfyw

„Wenn du laufen willst dann lauf eine Meile. Willst du aber ein neues Leben, dann lauf Marathon.“ Emil Zàtopek

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