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CL Gruppe 2. Spieltag
Mittwoch, 28.10.2020, 21:00 Uhr
Ort: Manchester, Old Trafford
Manchester United
RB Leipzig
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DR. MICHAEL KÖLMEL IM INTERVIEW - TEIL 2

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Leipzig - (09.01.2013) Promovierter Volkswirt, Honorarprofessor für Medienökonomie, Gründer des Filmverleihs "Kinowelt", Geschäftsführer des Verlages "Zweitausendeins" und Inhaber der Red-Bull-Arena. Im Interview mit rb-fans.de spricht der umtriebige Medienunternehmer Michael Kölmel über das Stadion, RB Leipzigs verpasste Aufstiege, Chancen und Parallelen zum FC Sachsen.

Wie kam der Kontakt zu Red Bull zustande?

Ich weiß nicht, ob wir angesprochen wurden, oder ob wir da vorstellig geworden sind. Ich glaube, wir haben dort mal angerufen. In der Formel 1 haben sie eine Erfolgsgeschichte aufgebaut, indem sie schlechte Teams gekauft und diese dann nach vorne gebracht haben. Das hat geklappt. Im Fußball praktizieren sie das in Salzburg, aber Österreich hat nicht den Stellenwert im europäischen Fußball. Das geht nur in Deutschland, Spanien, England oder Italien. Damals hat es Red Bull zuerst mit einem der Leipziger Traditionsvereine versucht, aber da gab es zu große unterschiedliche Auffassungen bezüglich Mitbestimmungsrecht, Vereinsfarben und Vereinsname. Drei Jahre später ist man darauf gekommen, dass das nur mit einer Neugründung funktioniert.

Wie oft besuchen Sie die Spiele der Rasenballsportler?

So viele wie möglich. Ich war bei einigen Auswärtsspielen dabei und heute Abend (gegen Energie Cottbus II, Anmerkung der Autoren) bin ich natürlich auch wieder mit meinen Kindern und einigen Freunden im Stadion. 

Hand aufs Herz: Gehen Sie zum Fußball in die Red-Bull-Arena oder ins Zentralstadion?

Ich gehe natürlich in die Red Bull Arena. 

In einem Interview von 2009 mit der „Welt“ haben sie auf die Frage geantwortet, wann man in Leipzig Bundesligafußball sehen könne,  dass 8 Jahre ein realistisches Szenario seien. RB spielt bereits in seiner vierten Saison und hat erst einen Aufstieg geschafft. Der Verein müsste sich langsam beeilen, damit ihre Prognose eintrifft -  oder korrigieren sie ihre Einschätzung?

Ich stehe weiterhin zu der Prognose. Denn in dieser Saison bin ich weitaus überzeugter, dass sie den Aufstieg schaffen werden. Danach kommen sie in Ligen, die ausgeglichener sind und nicht nur einen Aufsteiger hervorbringen. Wo man auch mit ein paar Niederlagen aufsteigen kann und nicht jedes Spiel zu einem Endspiel wird. Außerdem sind in der 3. Liga schon eine ganze Reihe Ex-Bundesligisten vertreten, so dass RB nicht mehr der Exot sein wird, der unbedingt geschlagen werden muss. 

Gab es in den letzten beiden Spielzeiten Momente, in denen Sie Parallelen zu ihrem Engagement beim FC Sachsen - viele Investitionen, wenig Ertrag - gesehen haben?

Ich habe mich mehrmals gut daran erinnert (lacht). Letztens habe ich Ede Geyer bei einem Spiel von Dynamo Dresden getroffen und gesagt "Irgendwie kommt das einem bekannt vor". Er war damals auch extrem enttäuscht, dass man mit dem betriebenen Aufwand nicht aufgestiegen ist. Ich habe damals aufgrund der Ligareform viel Geld investiert, weil man die Möglichkeit hatte, in die 3. Liga zu kommen. Doch durch diese Ligareform sind wir noch weiter zurückgerutscht. 

Woran lag es ihrer Meinung nach, dass in den letzten beiden Spielzeiten trotz namhafter Neuzugänge, sowohl  auf dem Platz als auch den Trainerbänken, der Aufstieg verpasst wurde?

Chemnitz spielte im ersten Jahr unglaublich konstant und gut, die haben ja fast nichts verloren. Da hatte man relativ frühzeitig den Anschluss verloren. Im letzten Jahr war es ganz schön knapp und auch mit Pech verbunden, in der letzten Minute den Ausgleich zu kassieren. Wenn der nicht passierte wäre, hätten sie in Halle gewonnen. Dann wäre der HFC nervös geworden. 

Was stimmt sie optimistisch, dass diese Saison der anvisierte Aufstieg gelingt?

Man hat aus den letzten Jahren gelernt und das Team wurde nicht stark verändert.

Der Vorwurf der mangelnden Kontinuität im Verein steht aber immer noch im Raum. 

Es ist immer ein Risiko, wenn man viele Personen austauscht. Das verunsichert. Kontinuität ist daher meist ein Vorteil. Ich wage jetzt aber mal die Prognose,  dass die aktuelle Zusammenstellung länger erhalten bleibt als alle anderen zuvor. 

Kommt eine Leipziger oder regionale Identifikation zu kurz? Bis auf Ulrich Wolter, Perry Bräutigam, Ingo Hertzsch und Tino Vogel hat der Verein derzeit wenig auf wichtigen Positionen zu bieten. 

Man wird über den Jugendbereich die Identifikation stärken. Ansonsten ist eine Identifikation schon da, oder woher kommen die Zuschauer? Anfangs sagte man, es sei ein Retortenverein, da kommt normalerweise niemand oder erst, wenn sie 1. Bundesliga spielen. Und jetzt spielt man zum dritten Mal 4. Liga und es kommen trotzdem über 7000 Zuschauer. 

Ihre Firma Filmaufbau Leipzig GmbH war an der Produktion von "Das Leben ist kein Heimspiel", einer Dokumentation über den Aufstieg der TSG Hoffenheim, beteiligt. Die gleichen Produzenten arbeiten aktuell  an einer Dokumentation über  den 1.FC Union Berlin. Wann widmet sich ihr Team RB Leipzig?

Es gab mal eine Produktion in Zusammenarbeit mit dem MDR, die aber abgebrochen wurde. Ich kümmere mich jetzt erst einmal um die Dokumentation über Union Berlin. Das dürfte es in naher Zukunft auch erst einmal gewesen sein. 

Sie sind gleichzeitig auch großer Fan vom 1. FC Union Berlin. Beide Vereine könnten in ihrer Außendarstellung kaum verschiedener sein. Wie passt das zusammen? 

Es sind unterschiedliche Konzepte, die eine neue Facette in die Bundesliga bringen können. Es gibt ja Tradtionsverein, die auch immer noch in der absoluten Mehrheit sind. Weiterhin gibt  es Werksvereine und neuerdings auch Mäzenvereine, wo einer sagt, in dem Dorfverein habe ich selber früher Fußball gespielt und wir können auch mal in der Bundesliga spielen. Die vierte Variante ist ein Marketingverein, wo bspw. Red Bull wie in der Formel 1 einem großen Publikum zeigen will, dass sie als Marke auch etwas Großes leisten können. Das ist aber auch ein großes Risiko. Einfach nur Trikotsponsor sein können viele. Aber in guten wie in schlechten sportlichen Zeiten dabei zu sein, ist schwieriger und risikobehafteter. Deswegen finde ich das Engagement von Red Bull bewundernswert und man sollte es nicht verteufeln. 

In welchen Block werden wir Sie anfinden, wenn beide Teams aufeinandertreffen?

Das wird sicher ein Spiel sein, in dem ich nicht im Stadion sein werde (schmunzelt). 

Abschlussfrage: Welchen Titel würden Sie dem bisherige Bestehen von RB geben, wenn doch eine Dokumentation zustande käme?

"Red Bull verleiht Flügel." Vor allem in Bezug auf das Jugendkonzept, zukünftige Stars frühzeitig zu finden, zu promoten und denen ihre Ausbildung zu finanzieren. Das war übrigens auch in Leipzig früher ein Problem. Da hat die Stadt oft gesagt "Wir machen mit, Wir machen mit" und am Ende ist das alles zusammengebrochen.



Vielen Dank für das Gespräch!


F-Lion & Rojiblanco


Permalink:
https://www.rb-fans.de/artikel/20120901-koelmel-interview-teil2.html

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