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16. Spieltag 1. Bundesliga
Samstag, 10.01.2026, 15:30 Uhr
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Leipzig - (03.09.2012) Das elektrisierende Derby ist vorbei. Aus sportlicher Sicht verlief das Duell absolut zufriedenstellend. Doch die Vorfälle während und vor allem im Anschluss der Partie zeigen erneut, dass in Leipzig wohl nur ein Verein eine wirkliche Zukunft hat.

Zum Sportlichen

Trainer Alexander Zorniger veränderte seine Startformation gegenüber dem letzten Spiel auf zwei Positionen. Niklas Hoheneder ersetzte Tim Sebastian in der Innenverteidigung und Stefan Kutschke durfte nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder den Platz neben Daniel Frahn einnehmen. 
RB drückte dem Spiel von der ersten Minute seinen Stempel auf und zwang die Gastgeber frühzeitig in die Defensive zurück. Lok Leipzig kam selten über die Mittellinie, verlor die Bälle bereits frühzeitig im Spielaufbau an die stark pressenden „Roten Bullen“. Die langen Bälle aus der Defensive landeten meist bei unseren Abwehrspielern. Lok-Angreifer Engler blieb in Halbzeit eins völlig blass. Unser Team zeigte sich im Angriffsspiel sehr variabel, versuchte es mal durch die Mitte, mal über die Außen. Dass es nicht zum Torerfolg reichte, lang meist an mangelnder Präzision. Als sich die zurückhaltenden Gastgeber doch einmal über die Mittellinie trauten und einen Eckball herausholten, wurden sie eiskalt bestraft. Der stets sichere Fabio Coltorti pflückte die Ecke herunter, sah den durchstartenden Juri Judt und schoss den Ball zügig in seine Richtung. In der Lok-Abwehr verschätzte man sich komplett, Judt war durch und lupfte den Ball mit einem sehenwerten Treffer über Ex-RB-Keeper Christopher Gäng (der vor dem Spiel ankündigte, ohne Gegentor zu bleiben). Nach dem Führungstreffer schaltete RB einen Gang zurück, ohne jedoch die Kontrolle über das Spiel zu verlieren. 


Nach der Pause startete unsere Elf furios in die zweiten 45 Minuten. Sie spielten sich Torchancen in Minutentakt heraus, bis es in der 55. Minute endlich klingelte. Kutschke verwerte im Fünfmeterraum eine präzise Rockenbach-Flanke zum 2:0. Vorentscheidung? Mitnichten. Erneut ließ RB wie nach dem 1:0 den Gegner mehr Raum und Platz im Mittelfeld, Trainer Alexander Zorniger kritisierte diese Phasen nach den Treffern in der anschließenden Pressekonferenz. Der auffällige und technisch starke Walthier trieb den Ball immer wieder geschickt durchs Mittelfeld und sorgte für ständige Torgefahr. Lok-Stürmer Engler scheiterte sogar mit einem Kopfball am Posten. Wäre hier der Anschlusstreffer gefallen, hätten wir uns auf eine hitzige Schlussphase einstellen müssen. Glücklicherweise hielt sich die Sturm- und Drangphase der Gastgeber zeitlich in Grenzen, ab der 75. Minute hatten die Blau-Gelben nichts mehr zuzusetzen. Rockenbach schob in der 83. Minute nach einem erneuten Aussetzer in der Hintermannschaft von Lok zum 3:0 ein, die endgültige Entscheidung im Derby. Dass Lok noch der Ehrentreffer gelang, war nichts weiter als Ergebniskosmetik. 


Alles in allem ein hochverdienter Sieg der Zorniger-Elf, die sich weiter im Aufwärtstrend befindet. Pressing, Variabilität, defensive Stabilität funktionierten in diesem Spiel deutlich besser als noch gegen Union und Neustrelitz. Allerdings war Lok auch kein Gegner, der unsere Mannschaft großartig fordern konnte. Da traten andere Mannschaften, die ähnliche Qualitäten wie Lok im Team haben, schon ganz anders in der Red Bull Arena auf. Am wichtigsten waren sowieso die 3 Punkte.


Abseits des Platzes

Die Entwicklung unserer Fanszene bleibt eindrucksvoll. Im Vergleich zum letzten Derby gegen Lok Leipzig vor drei Jahren war dieses zahlen- und stimmungsmäßig ein Drei-Klassen-Unterschied. Von den knapp 25.000 Zuschauern (Viertligarekord in Deutschland, yeah) war das Stadion wohl 50:50 in rot-weiß und blau-gelb getränkt. Beide Fanlager lieferten sich schon vor der Partie packende Gesangsduelle und setzten diese auch in den 90 Minuten Spielzeit fort. Bei Lok Leipzig fielen zwei Böller negativ auf, zudem wurden unsere Auswechselspieler am Spielfeldrand bei der Erwärmung mit unzähligen Feuerzeugen beworfen. Auch waren einige Schlachtrufe („Wenn wir wollen, schlagen wir euch tot“ oder „Wir sind keine Fußballfans, wir sind Deutsche Hooligans“) absolut daneben. Ebenso war das Plakat in Anspielung auf Rangnicks Burn-Out absolut verabscheuungswürdig. Nur in Sachen Choreo konnte Lok positiv überraschen, wobei auch hier betont werden muss, dass dies nicht unser Heimspiel war und deshalb keine größere Choreo organisiert wurde. Unsere Fans ließen sich nicht durch die Provokationen der gegnerischen Anhänger im Stadion herausfordern, reagierten absolut vernünftig. Dies wird auch dem neutralen Publikum aufgefallen sein. Schön auch, dass „Danke Roman“-Spruchband in Anspielung auf den Abschied des Österreichers in Richtung Wacker Innsbruck. 

Während Marco Rose in der Pressekonferenz seinen Anhang für ein friedliches Fußballfest lobte (zurecht), wusste er zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was außerhalb des Stadions passierte. VIP-Fans und Pressevertreter mussten im Anschluss 20-30 Minuten im Stadion verweilen, weil Lok-Hooligans den Stadion-Vorplatz stürmten. Die Polizei zog ein Großaufgebot inkl. Wasserwerfer zusammen um den gewalttätigen Mob in die Schranken zu verweisen. Wieso es überhaupt dazu kommen konnte, dass der Stadionvorplatz gestürmt wurde, müssen sich Security und Polizei hinterfragen. Auch die Fantrennung funktionierte nicht im Ansatz, war im Nachhinein ein absoluter Witz. Liest man sich Beiträge in unserem Forum oder auch bei Facebook durch, gab es am gestrigen Tage nämlich zahlreiche Übergriffe auf RB-Fans. Dabei wurde offenbar keine Rücksicht darauf genommen, in welchem physischen Zustand sich die späteren Opfer befanden. Selbst Angriffe auf schwangere Frauen, Rollstuhlfahrer, Kinder und Renter scheuten die gewaltbereiten(-suchenden) Täter nicht.

Fakt ist, dass dieses friedliche Fußballfest durch Idioten zerstört wurde und nun auch medial aufgearbeitet wird. Das passt nicht allen, weswegen man bei Lok Leipzig gleich die entsprechenden Threads schloss. Kritik ist nicht erwünscht. Damit haben diese Leute ihrem Verein ein weiteren Image-Schaden zugefügt, den die Vereinsverantwortlichen unbedingt vermeiden wollten. Jetzt sind Kubald und Co. gefragt, die Vorkommnisse aufzuarbeiten und endlich (!) gegen einen Teil der Fans ohne Rücksichtnahme vorzugehen, sonst hat dieser Verein keine Chance mehr in Leipzig. 

Es war ein schönes Fußballspiel mit einem hässlichen Ende. Leider Tradition in Leipzig. 

Rojiblanco


Permalink:
https://www.rb-fans.de/artikel/20120903-special-nachbetrachtung-lok-rb.html

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