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3. Spieltag 1. Bundesliga
Samstag, 13.09.2025, 15:30 Uhr
Ort: Mewa Arena
1. FSV Mainz 05
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MIT DEN BULLEN AUF TOUR: SIEGE IN BURGHAUSEN UND GEGEN GRÖDIG

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Leipzig - (12.08.2013) Erst das Siegtor gegen Burghausen in Unterzahl und allerletzter Sekunde. Dann der Premierenbesuch bei der Partnerfiliale in Salzburg. Ein Erlebnisbericht.

Das S-Bahn-Derby in Halle war als Auswärtsspiel ja nicht so richtig ernstzunehmen. Die Fahrt nach Burghausen zum ersten Pflichtspiel in Bayern überhaupt kann man deswegen guten Gewissens als ersten Auswärtstrip der Saison durchgehen lassen. Die Vorzeichen waren klar: RB fährt als Mitaufstiegsfavorit zum noch punkt- und torlosen Abstiegskandidaten. Da erwartet man eigentlich drei Punkte. Nach einem frühen Traumtor vom Capitano (13.) sah es dafür auch ziemlich gut aus, der unmittelbare Ausgleich (16.) durch Schröck dämpfte jedoch sowohl Führungseuphorie als auch Spielfluss der Leipziger Bullen sehr abrupt. Auf beiden Seiten lief wenig zusammen in Hälfte eins. Das Spiel war geprägt von Zweikämpfen und gelegentlich fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen. Weitere Torchancen ergaben sich nicht.

Ziemlich früh in Hälfte zwei, gerade als der erneut nicht für die Stammelf berücksichtigte Rockenbach eingewechselt werden sollte, dezimierte Willers unsere Truppe via Notbremse. Für Rocke hatte sich ein Einsatz damit erledigt, stattdessen kam zunächst der bärenstarke Sebastian als Ersatz in der Innenverteidigung. Später folgten Morys (für Kammlott) und Ernst (für Thomalla). Trotz einiger ärgerlicher Fehler im Defensivverhalten sowie zahlreicher Ungenauigkeiten und Unkonzentriertheiten im Offensivverhalten war Leipzig nun am Drücker. Zwar sprangen auch weiterhin keine Chancen im Minutentakt heraus, doch der Wille (und Glaube) zum Sieg war stets erkennbar. Und in der Nachspielzeit, als man sich die für beide Seiten angemessene Punkteteilung bereits gedanklich schön geredet hatte, zahlte sich diese Mentalität dann aus und Kaiser verwandelte eiskalt zum heftig umjubelten Siegtreffer. Auf Seiten der Gastgeber sank die Stimmung von einer Sekunde zur anderen ins Bodenlose und insbesondere deren Coach Georgi Donkov wirkte weit nach Abpfiff noch reichlich mitgenommen.

Auch auf den Rängen stand das Duell lange Zeit unentschieden. Die Leipziger hatten etwa 400 Leute am Start (darunter auch Freunde aus Salzburg), insgesamt waren 2.600 Zuschauer im Stadion – leicht über dem Schnitt von Wacker in der vergangenen Saison. Etwas erschütternd war die reichliche Präsenz von Klatschpappen auf der Haupttribüne. Glücklicherweise wurde davon nur äußerst selten Gebrauch gemacht – wie sich überhaupt das Publikum in Burghausen kaum zu Regungen hinreißen ließ. Abgesehen natürlich von den gut 50 Ultras, die 90 Minuten supporteten. Dabei waren sie in der Regel auch lauter als die Leipziger, weil ihnen zum einen das Tribünendach akustische Vorteile verschaffte und weil sie zum anderen in der Spitze auch einfach mit mehr Leidenschaft und Power am Start waren. Der Gästeanhang spulte sein Repertoire diesmal eher routiniert herunter. Am Ende waren es aber natürlich die Rot-Weißen, die den großen Jubel auf ihrer Seite hatten.

Die Wacker-Ultras, die in einheitlicher Anti-RB-Kleidung erschienen waren, verharrten nach Abpfiff noch eine Weile fassungslos in ihrem Block. Während des Spiels präsentierten sie ein paar Banner gegen uns und Salzburg und bereits vor Anpfiff sorgten sie mit einem kleinen Handzettel für „Aufklärung“ unter den Fans, was die bösen Machenschaften von Red Bull anbelangt. Unsere nach der Partie entspannt auslaufenden Jungs begleiteten sie mit wütenden Gesängen und entsprechenden Gesten. Schaute man sich die Leute beim Verlassen des Blocks dann aber mal im Einzelnen an, bot sich ein interessantes Bild: Frauen, Kinder, Jugendliche, Alte – alles dabei, eine bunte Mischung, vieles, was man gemeinhin nicht unter Ultra zählen würde.

Ultrakurz war im Anschluss die Fahrt zur nächsten Auswärtspartie – oder sollte man es doch eher als RB-Heimspiel bezeichnen? Innerhalb einer Stunde war man von Burghausen aus in Salzburg und dort in der Red-Bull-Arena, dem Original sozusagen. Dort kam es zum echten Spitzenspiel nach dem 3. Spieltag in der obersten Liga Österreichs. Tabellenführer Salzburg empfing Verfolger und Liganeuling SV Grödig. Beide Teams hatten zu Beginn der Saison schon für Aufsehen gesorgt: die Rot-Weißen mit einem 5:1 daheim gegen den zukünftigen Ex-Meister Austria Wien, der SV Grödig ebenfalls im eigenen Stadion mit einem 7:1 gegen Admira Wacker (und hatte damit für den dortigen Rausschmiss von Toni Polster nach nur drei Spielen gesorgt).

Die erste Hälfte gestaltete sich ausgeglichen, Salzburg ließ seine Offensivpower mit einigen schönen Kombinationen, denen die letzte Konsequenz fehlte, gelegentlich aufblitzen, Grödig hielt tapfer dagegen. Ein traumhafter Seitfallzieher brachte die Gäste aus der selben Stadt dann in der 38. Minute sogar in Führung – die RB-Mannschaft verlor daraufhin den Faden, wirkte verunsichert und hätte vor der Pause sogar noch höher zurückliegen können. Nach dem Wechsel jedoch drehte die Elf von Coach Roger Schmidt richtig auf, verwandelte den Rückstand in eine Führung und spielte den Gegner in Überzahl in den letzten 15 Minuten regelrecht an die Wand. Die Art und Weise, wie die Salzburger Bullen in dieser Phase tief in der gegnerischen Hälfte sofort den ballführenden Spieler attackierten, blitzschnell umschalteten und zügig in die Spitze spielten, und das selbst noch bei lockerer Drei-Tore-Führung kurz vor Schluss – das dürfte so ziemlich dem idealen Fußball im großen System Rangnick entsprechen. In dieser Hinsicht ist Salzburg derzeit schon weiter als Leipzig. RB Salzburg dürfte im Moment der absolute Top-Favorit auf den Titel sein und gespannt darf man auch auf die Auftritte in der Europa League sein – in der Champions League-Qualifikation waren die Mozartstädter ja etwas unglücklich am höher eingeschätzten Fenerbahce gescheitert.

Kommen wir abschließend zur spannendsten Frage: Wie ist es den nun, das ganze Drumherum in Salzburg, und wie ist die Stimmung im Stadion? Hierzu durfte man ja bereits einige Horrorgeschichten mit Begriffen wie Großraumdisco und Klatschpappenpublikum konsumieren.

Zunächst auf den Punkt gebracht: Das Publikum in Salzburg ist extrem launisch, aber auch begeisterungsfähig und emotional. Wenn es seine Mannschaft etwa ungerecht behandelt sieht oder großartige Offensiv- wie Defensivaktionen geboten bekommt, dann äußert es seinen Unmut oder seine Begeisterung auch lautstark und intensiv. Und wenn es mit dem Spiel seiner Mannschaft unzufrieden ist – tja, dann pfeift es das eigene Team auch schon mal vor dem Pausenpfiff gnadenlos aus. Und das in einer Partie, in der Salzburg vielleicht unglücklich, aber keinesfalls unterirdisch agierte.

Auch in Salzburg gibt es einen Block an Supportern, die sich – so wie das bei uns auch der Fall ist – selbst wohl kaum als Ultras bezeichnen würden. Aus der Ferne sah man dort alle Altersklassen und Geschlechter vereint. Jung und alt, Mann und Frau, feuerten ihre Jungs über 90 Minuten an, nicht nur beim Stand von 4:1. Insbesondere der Auftakt mit einem knapp zehnminütigen Dauergesang war durchaus beeindruckend. Ansonsten wechselten sich Gesänge und die üblichen Schlachtrufe munter ab und orientierten sich dabei ziemlich am Spielgeschehen. So wirklich anders als in anderen Fankurven geht es in Salzburg nicht zu. Aber anders ist es doch, denn der Unterschied zwischen Ultras und Supportern macht sich schon bemerkbar. Hier sind es eben nicht überwiegend männliche Heranwachsende mit einer durchaus aggressiven Grundstimmung, sondern friedliche Zeitgenossen, die emotional bei der Sache sind, aber dabei immer ein wenig kontrolliert und eher fröhlich als aggressiv wirken. Ob ein gesundes Maß an Hass und Irrationalität zum Fußball dazu gehört, mag jeder für sich selbst beantworten. Ein typischeres „Familienpublikum“ wird man jedenfalls im höherklassigen europäischen Profifußball vermutlich nirgendwo anders finden.

Zwei Dinge fallen dann aber doch negativ auf: Beim Brüllen der Mannschaftsaufstellung macht erstens nur der Fanblock mit und ist dieser zweitens kaum zu hören, da die Stadionregie gerade bei der Erwiderung die Musik richtig hochzieht. Und dann wäre da noch der Punkt Pünktlichkeit: Selbst zehn Minuten nach Anpfiff herrscht noch ordentlich Hektik auf den Tribünen und es dauert so seine Zeit, bis alle Zuschauer auf ihren Plätzen sind. Ansonsten ist natürlich alles im und um das Stadion herum mit Red Bull zugekleistert – im Spiel selbst geht es aber um Fußball und nichts anderes. Da werden beispielsweise keine Ecken und Auswechslungen vom Sponsor präsentiert, wie man das ja aus anderen Stadien kennt. Was die Präsenz der Marke angeht, liefert dieser Besuch vermutlich auch schon einen Vorgeschmack auf das Leipzig in naher Zukunft. Daran wird man sich gewöhnen müssen. Aber so ist eben der Deal: Das Publikum bekommt hochklassigen Fußball, Red Bull seine Präsenz.

Das Publikum in Salzburg, das nun – nach dem Ende der Austria vor acht Jahren – noch im Stadion ist, scheint sich damit arrangiert zu haben. Wer Red Bull als Gefahr für den Fußball betrachtet ist ebenso wenig dort wie jene, für die Red Bull Salzburg eben etwas ganz anderes ist als der ehemals in Violett-Weiß spielende Verein. Wer jetzt im Stadion ist, ist Anhänger eines völlig neuen und anderen Clubs. Sich das mal anzuschauen, war interessant, eben, weil es in vielen Punkten doch ein ziemlich anderes Erlebnis ist als in den meisten anderen Stadien. Was grundsätzlich ja erstmal positiv ist, denn Vielfalt bereichert. Ob man diese Art der Fußball-Atmosphäre aber aller zwei Wochen haben möchte? Schwer zu sagen. Denkbar ist wie gesagt ja auch, dass sich das Leipziger Publikum in eine andere Richtung entwickelt und Red Bull nicht so präsent sein wird wie in Salzburg. Die Antworten auf alle offenen Fragen werden wohl nicht allzu viele Jahre auf sich warten lassen.

Statistik zum 1. Spiel:
Burghausen: Loboué – Burkhard, Taffertshofer, Eberlein, Moser – Thee (80. Müller), Holz (C), Schröck, Burkhardt (72. Mokhtari) – Kulabas (91. Drum), Hauk
LeipzigColtorti – Judt, Hoheneder, Willers, Jung – Thomalla (57. Sebastian), Kaiser, Schulz – Poulsen (90. Ernst), Frahn (C), Kammlott (65. Morys)
Tore: 0:1 Frahn (13.), 1:1 Schröck (16.), 1:2 Kaiser (92.)
Zuschauer: 2.600 (ca. 400 Leipziger)
Schiedsrichter:  Marcel Göpferich (Bad Schönborn)
Gelbe Karten:  Eberlein | Hoheneder (1), Morys (1)
Rote Karten: Willers (56., Notbremse)

Statistik zum 2. Spiel:
Salzburg: Gulacsi – Ramalho, Klein, Ulmer, Hinteregger, Jantscher (46. Hierländer), Mante, Ilsanker, Kampl (86. Meilinger), Soriano, Alan (68. Berisha)
Grödig: Fend – Zündel, Taboga, Strobl, Cabrera, Leitgeb, Huspek (64. Zulechner), Nutz, Boller (69. Handle), Salamon, Elsneg (79. Trdina)
Tore: 0:1 Elsneg (38.), 1:1 Hinteregger (51.), 2:1 Ramalho (66.), 3:1 Berisho (83.), 4:1 Soriano (90.)
Zuschauer: 16.223 (ca. 30 Leipziger)

Loch


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