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15. Spieltag 1. Bundesliga
Samstag, 14.12.2019, 18:30 Uhr
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DER BLANKE WAHNSINN! COLTORTIS SIEGTREFFER LÄSST LEIPZIG ERBEBEN

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Leipzig - (25.04.2015) Ein Fußballfest, der blanke Wahnsinn, die beste Stimmung aller Zeiten. Kein Superlativ kann korrekt beschreiben, was gestern in der Schlussviertelstunde in der Schüssel abging. Fazit: Der Fußballgott hatte gestern eine heiße Affäre mit unserer Pleißemetropole.

Was war geschehen? Ein typisches Darmstadtspiel. Die Lilien wie erwartet defensiv eingestellt und mit langen Bällen auf DSE oder den, gegen die Leipziger Pressingmaschine erwartbaren hohen Ballgewinnen und Räumen zum Kontern via Heller und Co. Die Rasenballer waren tonangebend, konnten aber nur selten die Abwehr komplett aushebeln. Reyna noch mit der besten Chance des ersten Durchgangs, insgesamt ein Spiel, bei dem das erste Tor die Entscheidung hätte bringen können.

Beierlorzer will den Sieg! Was waren das für Einwechslungen? Damari für Demme (der Vorlagengeber zum Siegtreffer), Frahn für Teigl (tosender Applaus und standing ovations als der Capitano kam) und Kalmár für Sebastian (Kimmich! rückte in die IV). Alles auf Offensive. Beierlorzer vermittelte damit den Spielern auf dem Feld das: „Los jetzt, auf zum Sieg!“

Dr. Dr. Kampka lässt vorglühen. Nichts bringt das Leipziger Publikum schneller aus den Sitzen als Schiedsrichter mit einer merkwürdigen Linie. Die zudem noch auf die Fallsucht der Darmstädter Zwei-Meter-Hünen reingefallen ist, wie auf einen schlechten Hütchenspielertrick. Die gelbe Karte für Kaiser, obwohl sein Gegenspieler in seinem Rücken steht, der passionierte Schauspieler und Konterunterbrecher Stroh-Engel, Reyna als böser Bube und die Höhe Gelb für Damari statt Elfer, obwohl der Israeli am Fuß getroffen wurde, all das führte zusammen mit dem lange Zeit nicht geahndeten Zeitspiel von Mathenia und der Fußballverweigerungshaltung des Relegationsplatzteams zu einer aufgeheizten Stimmung, die sich in den letzten 20 Minuten wie ein Gewittersturm entladen sollte.

Präludium: 76. Minute – Frahn kommt mit standing ovations für Teigl, nur selten gab es bei einer Einwechslung mehr TamTam, „jetzt geht’s los“-Rufe machten die Runde, sollten aber schnell verstummen. Volle Offensive: Damari, Reyna, Poulsen und nun Frahn. Die Defensive schrumpfte zusammen und leistete sich prompt den vermeintlichen KO. Sirigu steckt auf Kempe durch, die Abseitsfalle schnappt nicht zu, Behrens verwandelt die Hereingabe unhaltbar zum 1:0. Darmstadt feiert vor dem Leipziger Fanblock. Ein Spielverlauf, wie ihn Darmstadt zuletzt oft erlebte. Dazu war bisher in keiner Begegnung mehr als ein Tor gefallen.

Leipzig steckt nicht auf: Publikum und Mannschaft fingen sich schnell, reagierten trotzig, aber wie will man den jetzt noch engeren Lilien-Abwehrriegel knacken? Die Antwort: Mit Glück! Kimmichs Sahnepass auf Klostermann und der missglückte Klärungsversuch von Bregerie buchsierten das Spielgerät ins Tor. Ausgleich, das Stadion stand Kopf, aber es sollte letztlich nur ein Vorgeschmack auf das grande finale werden…

Der Ausbruch des Schweizer Vulkans. Darmstadt konterte jetzt und hatte viel Platz, Heller von der Doppelbewachung befreit brach durch und Flankte auf Sirigu, sein Kopfball kratzte Coltorti aus dem Winkel, aber damit nicht genug. Nachspielzeit, letzte Aktion des Spiels, Ecke für Leipzig. Kimmich der mittlerweile in der IV spielt, lotst Coltorti nach vorn. Der baldige Bayer gestern schon als Führungskraft und insgeheimer Chef auf dem Platz (lief 13 km!). Coltorti sprintet nach vorn, die Ecke kommt herein, DSE, ausgerechnet DSE, hebt das Abseits auf, der kleine Damari gewinnt das Kopfballduell und Coltorti steht vier Meter allein vor dem Kasten, die Zeit hält an … er nimmt den Ball an … dreht sich … und verwandelt in bester Goalgettermanier. Spiel, Satz und Sieg Leipzig, das Stadion tobt, das Stadion schreit, es bebt, wildfremde Menschen liegen sich in den Armen, wer jetzt käme, würde meinen, hier wurde gerade ein Pokalsieg oder die Meisterschaft besiegelt. Es tobt und schreit, bis der Schiedsrichter bei Wiederanpfiff die Partie beendet, es tobt und schreit weiter, bis die Mannschaft in allen Ecken des Stadions gewesen ist. Coltorti wird auf Händen getragen. Nicht gegen Lotte, nicht gegen Saarbrücken, nicht mal gegen Wolfsburg oder im Pokal gegen Aue oder Chemnitz gab es so einen kollektiven Gefühlsausbruch. Jeder der nicht da war, wird es bitter bereuen, jeder der es miterlebt hat, noch lange Zeit einen Schauer fühlen, wenn er sich daran erinnert. 25.000 Leipziger werden heute nur krächzen können, so belastet waren die Stimmbänder. Einfach herrlich, einfach Wahnsinn!

Ausblick: In nicht mal drei Stunden geht es erst mal weiter mit der U23, nach dem Umpflügen des Lilienbeets gilt es nun eine Lok von den Gleisen zu schubsen. Danach volle Konzentration auf St. Pauli, noch ist alles möglich! Darmstadt muss indes daheim gegen Kaiserslautern ran, da gilt es den Pfäzern die Daumen zu drücken... Die Bedingung für Leipzig ist klar: jedes Spiel in dieser Manier annehmen: Sieg oder Meuselwitz!

Statistik:
RB Leipzig:
Coltorti – Klostermann, Sebastian (86. Kalmár), Compper, Jung – Kaiser (C), Demme (65. Damari), Kimmich – Teigl (75. Frahn), Poulsen, Reyna
SV Darmstadt 98: Mathenia – Balogun, Sulu (C), Brégerie, Holland – Kempe (88. Jungwirth), Behrens, Heller (90.+3 Gorka), Rosenthal (63. Sirigu), Gondorf – Stroh-Engel
Tore: 0:1 Behrens (77.), 1:1 Klostermann (79.), 2:1 Coltorti (90.+3)
Gelbe Karten: Kaiser (5), Compper (7), Damari (1) / Holland, Gondorf, Mathenia
Schiedsrichter: Dr. Robert Kampka (Mainz)
Zuschauer: 25.336

Rumpelstilzchen


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