UNSER WOHNZIMMER KANN WEITER AUFGEWERTET WERDEN

Leipzig - (19.04.2016) Wir haben zuletzt in Teil 1 erläutert, warum ein Stadionneubau am Stadtrand für unseren Verein ein Desaster wäre. Als wesentlicher Gründe sind die Erweiterungs- und Verbesserungsmöglichkeiten unseres Stadions zu nennen, welche nun in Teil 2 näher betrachtet werden.


Teil 1 - Warum ein Stadionneubau ein Desaster wäre
Herausnehmen der Sitzschalen in Sektor B - Stehplätze
Wer einmal im Sektor B war weiß, dass letztlich das gesamte Spiel im Stehen unser Team unterstützt wird. Die aktuellen Sitzschalen schränken die Kapazität und die Flexibilität nur unnötig ein. Zudem gibt es immer wieder Besucher in Sektor B, denen aufgrund der Sitzschalen und der günstigeren Preise gegenüber den Geraden gar nicht bewusst ist, dass es sich um einen Fanblock handelt, was dann nur zu unnötigen Konflikten durch Fahnen usw. führt. Zudem ist die Mitmachquote logischerweise dann geringer im Fanblock, was die Stimmung verschlechtert. Für die Umsetzung wäre das sogenannte Stuttgarter Modell ideal, bei dem Sitzschalen schnell in Stehplätze umgewandelt werden können. Hierzu muss natürlich die Statik des Sektors durch die höheren Zuschauerzahlen auf gleicher Fläche verbessert werden. Diese wurde aber nach unseren Informationen bereits geprüft und eine Verstärkung der Statik ist möglich!
Tribünen nach unten ziehen
Neben den fehlenden Stehplätzen ist das Hauptmanko in unserem Stadion der Abstand der Tribünen zum Feld. Die frühere blecherne Wand wurde mittlerweile immerhin mit Werbung behangen, aber die Emotionen zwischen Publikum und Mannschaft werden trotzdem so nicht befördert. Gerade nach Toren, wenn die Spieler in Richtung Publikum laufen, wird dieser Missstand besonders deutlich. Im Artikel von Spiegel Online, welcher den Heimvorteil auf Basis von Studien untersucht, wird deutlich, dass insbesondere Gladbach von der baulichen Eigenheit des Stadions profitiert. So sitzen dort die Zuschauer in der ersten Reihe fast in Höhe des Spielfelds, was sich positiv auf die Stimmung und damit auch auf den sportlichen Erfolg auswirkt. Im übrigen werden auch im Fernsehen tolle emotionale Bilder produziert, wenn sich Fans und Spieler beim Jubeln fast Auge in Auge stehen. Dies dürfte auch für die Marke Red Bull nicht unwichtig sein.
Nicht zuletzt haben die Bilder im Stade de France beim Anschlag von Paris gezeigt, dass ein geringerer Abstand zwischen Tribünen und Rasen auch eine höhere Sicherheit verspricht, da Zuschauer bei einer Panik auch aufs Spielfeld fliehen können. Der Sturz eines RB-Fans von der Tribüne beim Spiel gegen Darmstadt im letzten April hat ebenfalls gezeigt, dass ein geringer Abstand zum Spielfeld positiv wäre.
Flexibilität zur Erhöhung der Hintertortribünen ermöglichen
Mit Stehplätzen im Sektor B sowie dem nach unten ziehen der Tribünen würde sich die bisherige Kapazität des Stadions weiter erhöhen. Sollte diese Kapazität weiterhin nicht reichen, könnten die Hintertortribünen weiter erhöht werden.
Breitere Plattformen hinter den Tribünen, mehr Toiletten
Insbesondere in Sektor A ist es auf der Plattform im Bereich der Essensstände und der Toiletten schon jetzt sehr eng. Derzeit gehen viele Zuschauer aus dem Unterrang nach oben auf die Toiletten bzw. zu den Essensständen, bei höheren Zuschauerzahlen wird dies aber ebenfalls nicht mehr sinnvoll sein. Durch das Herunterziehen der Tribünen würden sich die Zuschauerzahlen weiter erhöhen. Insofern müssten die Plattformen weiter vergrößert und vor allem die Anzahl der Toiletten erhöht werden. Denkbar ist dabei auch, dass die Plattformen im jetzigen Bestand bleiben und die Toiletten in den Hang des ehemaligen Zentralstadions integriert werden.
Überdachte Rolltreppen mindestens an einem Sektor
Die Architektur des Stadions integriert ins ehemalige Zentralstadion ist einmalig und sorgt für einen besonderen Charme. Ein Nachteil ist dabei natürlich gerade für ältere Zuschauer das Überwinden des Stadionwalls. In anderen Stadien gibt es aber bereits überdachte Rolltreppen. Zumindest in einem Sektor könnte dabei ein seniorengerechter Zugang geschaffen werden.
Sitzschalen in Vereinsfarben
Gern wird die aktuelle Sitzfarbengestaltung als Schwimmbad bezeichnet. Im VIP-Bereich wurden die bestehenden Sitze schon durch rote Sitze ausgetauscht, was aber farblich nicht zum Rest der Sitzplätze passt. Damit unsere Arena weiter zu einem Stadion von RB Leipzig wird, wäre ein kompletter Austausch der Sitze in Vereinsfarben sehr wünschenswert. Gerade in anderen Stadien, bei denen die Sitzschalen in Vereinsfarben gehalten sind, sieht man wie toll das wirkt.
Gestaltung der Imbissbuden und Toiletten
Die aktuell blecherne Gestaltung der Imbissbuden laden nicht unbedingt zum Verweilen und zum Verzehr von Speisen und Getränken ein. Eine stärker vereinsbezogene Gestaltung könnte die Aufenthaltsqualität weiter steigern.
Bezahlkarten an den Imbissständen
Um die Wartezeiten an den Imbissständen zu verringern, ist die Einführung von Bezahlkarten sehr wünschenswert. Diese haben sich für Stammbesucher in anderen Stadien bewehrt. Idealerweise würde diese Funktion auch in die Dauerkarte integriert, um nicht mehrere Karten zu haben. Aufmerksame Besucher unserer Heimspiele haben sicher schon festgestellt, dass die aktuellen Kassensysteme die Bezahlung mit Karte schon vorbereitet haben.
Imbissstände vor dem Stadion
Bereits in der Vergangenheit gab es ein größeres Angebot an Imbissständen vor dem Stadion. Bei Konzerten kennt man ebenfalls die Imbissstände vor dem Stadion. Diese sorgen für eine angenehme Atmosphäre vor und nach dem Spiel und entzerren die An- und Abreise der Fans. Darüber hinaus wird mit größerem Angebot vor dem Stadion das Catering im Stadion entlastet, so dass sich die Wartezeiten dort reduzieren.
Weitere VIP-Logen in Sektor C
Aktuell ist im Vergleich zu weiteren Bundesligastadien die Anzahl der Logen unterdurchschnittlich. Für eine Erhöhung der Einnahmen sind insbesondere VIP-Logen unverzichtbar. Insofern ist es wichtig ebenfalls in Sektor C weitere Logen zu integrieren.
LED-Werbebanden
Die neuen Anzeigetafeln haben im Sommer eine deutliche Verbesserung der Präsentationsmöglichkeiten ermöglicht. Mit LED-Werbebanden könnten diese weiter verstärkt werden. Natürlich würden sich hier auch bessere Möglichkeiten für Sponsoren ergeben.
Zentraler Fanshop direkt am Stadion
In anderen Stadien der 1. Liga, aber auch teilweise der 2. Liga gibt es oftmals zentrale Fanshops vor den Eingängen der Stadien, welche zu den Spielen brechend voll sind. Die aktuellen kleinteiligen Lösungen sind sicherlich gut, könnten aber mit einem zentralen Fanshop weiter aufgewertet werden. Vielleicht könnte ein Fanshop an die Rückseite der bestehenden Tribüne des ehemaligen Schwimmstadions gebaut werden. Um diesen zu füllen, wäre natürlich auch der weitere Ausbau des bestehenden Fanartikelsortiments von Vorteil, welches aktuell noch nicht auf Zweitliganiveau ist. Der Vorstandsvorsitzende Oliver Mintzlaff hat bereits mehrfach deutlich gemacht, dass sich auch im Merchandisingbereich etwas tun soll.
Bessere Markierung der Reihen
Aktuell sind die Reihen teilweise nur sehr schwer lesbar, da die Farben teilweise verblasst sind. Es wäre schön, wenn zur besseren Orientierung die Farben aufgefrischt werden würden.
Jupp
Permalink:
https://www.rb-fans.de/artikel/20160419-special-stadion.html