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SCHOCK IN DER DEFENSIVE – WAS JETZT?

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Leipzig - (15.09.2016) Am Dienstag riss sich Rechtsverteidiger Lukas Klostermann das vordere Kreuzband und fällt somit mindestens sechs Monate aus. Was bedeutet das für unser Team und welche Alternativen haben Ralph & Ralf nun? Wir haben ein paar Gedankenspiele für euch durchgeführt.

Als Lukas Klostermann am Dienstagvormittag vom Platz humpelte, stockte vielen Fans der Atem. Unser Rechtsverteidiger blieb ohne Fremdeinwirkung im Rasen hängen und wälzte sich danach mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden. Kurze Zeit später sollten sich die schlimmsten Befürchtungen bestätigen: Die medizinische Untersuchung ergab einen Riss im vorderen Kreuzband – und damit das mögliche Saisonaus. Typischerweise dauert ein Kreuzbandriss 6-8 Monate, in wenigen Fällen kann es auch zu kürzeren Genesungszeiten kommen. Für unsere Mannschaft bedeutet dies den Ausfall des Stammrechtsverteidigers für zumindest den größten Teil der Spielzeit.

Zuallererst wünschen wir an dieser Stelle Lukas natürlich eine schnelle Heilung und komplette Regeneration. Nach einem starken Olympiaturnier standen die Chancen gut für ihn, sich weiter in den Fokus zu spielen. Mit dem Spiel gegen Dortmund war ein Anfang bereits gemacht. Umso bitterer ist es für den 20-jährigen, jetzt erstmal auf Fußball verzichten zu müssen und in der Entwicklung zurückgeworfen zu werden. Der Sport ist leider manchmal unfair. Lass den Kopf nicht hängen Lukas!

Unser Trainer Ralph Hasenhüttl steht nun vor der Aufgabe die ideale Lösung zu finden, um Klosti adäquat zu ersetzen. Doch gibt es diese Ideallösung überhaupt und welche Möglichkeiten bieten sich generell? Spielen wir mal ein paar Szenarien durch.

Lösung A – Schmitz und die Jugend

Die offensichtlichste Möglichkeit Klostermann zu ersetzen liegt natürlich auf der Hand und heißt Benno Schmitz. Der 21-jährige wurde vor der Saison eben für diese Rolle verpflichtet und müsste sich nun schneller als gedacht für längere Zeit beweisen. Benno hat bereits die ersten Pflichtspiele als Start-RV gespielt und sein Potential gezeigt. In Hoffenheim bereitete er das wichtige 2:2 von Sabitzer in letzter Minute vor, allerdings leitete er das 2:1 für Hoffenheim durch einen Fehlpass ein und in Dresden verschuldete er den Elfmeter kurz nach der Halbzeitpause und brachte so das Momentum zum kippen. Seit seiner Verpflichtung scheiden sich bei Schmitz etwas die Geister. Ist der junge Mann aus der Bayern-Jugend nach seiner durchwachsenen Zeit in Salzburg wirklich reif für die Bundesliga? Sicherlich besitzt er nicht die defensive Qualität eines Klostermann. Es wird Zeit brauchen, bis er sich gänzlich an Tempo und Zweikampfführung im deutschen Fußballoberhaus gewöhnt hat. Die Frage ist, ob wir diese Zeit haben. In der Offensive zeigt Benno hingegen sehr brauchbare Ansätze. Wenn er auch nicht so schnell ist wie Lukas – aber wer ist das schon? – sind doch seine Flanken sehr ordentlich. Man hätte sich sicher gewünscht, dass Schmitz ein paar mehr Wochen Training und Kurzeinsätze in seiner Vita stehen hat, bevor er für längere Zeit einspringen muss, aber Fußball ist kein Wunschkonzert.

Setzt man auf diese Option, stellt sich noch die Frage, wer als Backup zu Schmitz fungieren würde. Hier wäre zunächst eine naheliegende Möglichkeit Jugendspieler hochzuziehen, um für den Notfall gewappnet zu sein. Ken Gipson wäre wohl der erste Name auf dieser Liste. Der 20-jährige wurde erst vor dieser Saison komplett in die zweite Mannschaft beordert, wo er bislang drei der sechs Saisonspiele absolvierte. In der letzten Spielzeit sammelte er in zwei Partien Erfahrung in Liga 2 und lief 23 Mal in der Regionalliga auf. Ob es bei ihm für die Bundesliga reichen würde, ist mehr als fraglich. Es haben sich aber schon viele Talente nach dem Wurf ins kalte Wasser bewährt. No risk, no fun.

Die "echten" Rechtsverteidiger-Alternativen sind damit schon erschöpft, es bleibt aber die Möglichkeit einen der anderen Jugendspieler quasi umzuschulen und vom defensiven Mittelfeld nach rechts hinten zu ziehen. Was bei einem Ex-RBLer im Nationaltrikot funktioniert, kann ja so verkehrt nicht sein. In Frage kommen dabei die Defensiv-Allrounder Vitaly Janelt und John-Patrick Strauß. Janelt hat noch nie auf der Rechtsverteidigerposition gespielt, Strauß hingegen kam immerhin schon in zwei Partien Anfang der letzten Saison in der Regionalliga auf dieser Position zum Einsatz. Hieran erkennt man natürlich, dass es sich um die eher risikoreicheren und unwahrscheinlicheren Lösungen handelt – aber man weiß ja nie. Zudem könnte man hier ein Zeichen an die eigene Jugend senden.

Lösung B – Demme und Schmitz

Kommt Ralph Hasenhüttl aus den beschriebenen Gründen zu dem Schluss, dass Schmitz nicht die 1A-Lösung auf der Rechtsverteidigerposition ist, dann bietet sich auch die Variante an einen bereits im Profikader beheimateten Spieler nach hinten zu ziehen. Dieser Spieler wäre vermutlich Diego Demme. Unser menschgewordener Mittelfeldmotor hat sowohl die defensiven als auch offensiven Qualitäten für die Position und bereichert läuferisch bekanntlich jeden Mannschaftsteil. Ein Rechtsverteidiger, der auch nach 120 Minuten noch problemlos über die rechte Spielfeldseite sprinten kann – das hätte doch was. Ebenso ist Demme auch kein gänzlich unbeschriebenes Blatt auf RV. In der Saison 14/15 absolvierte er nominell 3 Partien rechts hinten, unter anderem auch das glorreiche 0:4 vor heimischen Publikum gegen Sandhausen am 32. Spieltag – wo er allerdings nach 34 Minuten verletzungsbedingt ausgewechselt wurde. Seitdem ist viel Zeit vergangen, Diego hat sich als Spieler weiterentwickelt. Die Variante erscheint bei näherer Betrachtung nicht unrealistisch, zudem sind wir mit dem Mittelfeld-Trio Ilsanker, Keita und Kaiser auch ohne Demme in diesem Mannschaftsteil gut besetzt.

Egal ob als Stamm-RV oder wenigstens als Backup zu Schmitz – DD31 könnte die Ideallösung sein. Als vereinsinterne Lösung ist Demme von den in Frage kommenden Spielern wohl am weitesten in seiner Spielerentwicklung. Es ergeben sich jedoch auch Fragen. Wie sehr würde Demme im Mittelfeld fehlen? Kann Diego die RV-Position schnell genug adaptieren – wohl gemerkt auf Bundesliganiveau? Unerfahrenen oder ungelernten Spieler einzusetzen birgt immer Gefahren. Das bringt uns zu Variante Nummer drei.

Lösung C – Mister Vertragslos

Das Transferfenster ist zu, die Option einen neuen Spieler von einem anderen Verein als Klostermann-Ersatz zu verpflichten ist also verstrichen. Was viele prophezeit haben, scheint nun eingetreten: Wir sind auf den Außenverteidigerpositionen zu dünn besetzt und können Ausfälle von Stammkräften nicht wirklich gut kompensieren. Mit Klostermann und Schmitz haben wir zwei gelernte Rechtsverteidiger, einer fällt jetzt erstmal aus. Weitere Verletzungen, Sperren oder einfache schlechte Leistung könnten Ralph & Ralf fix in Notsituationen bringen. Mit Bernardo wurde kurz vor Ende der Transferperiode noch ein LV und IV – Backup verpflichtet. Einen Linksfuß auf RV sieht man allerdings eher selten, in der Bundesliga gibt es zumindest keinen. Gänzlich ohne Bundesligaerfahrung saß Bernardo auch erstmal auf der Tribüne gegen Dortmund. Aber: Im Training am Mittwoch wurde der Neuzugang als Rechtsverteidiger getestet. Ein klares Zeichen, dass Ralph Hasenhüttl bereit ist mit dem Brasilianer zu experimentieren und ihm vielleicht die Chance gibt, sich auf der frei gewordenen Position zu versuchen.

Nichtsdestotrotz gibt es für Ralf Rangnick noch die Möglichkeit nachzubessern. Obwohl Transfers nicht mehr erlaubt sind, darf man immer noch vertragslose Spieler verpflichten und unter denen gibt es erstaunlicherweise zahlreiche namenhafte Spieler. Eines ist gleich zu sagen: Das geforderte Altersprofil von maximal 23 Jahren wäre wahrscheinlich nicht haltbar. Doch dagegen hilft der immer wieder brauchbare Verweis auf die Verpflichtung des Marvin Compper. Außerdem: junge Spieler auf RV haben wir selber genug, wenn das Team jetzt etwas benötigt, dann sofortige Hilfe mit Qualität, um Klostermann zu ersetzen.

Der wohl bekannteste Vertragslose wäre Martin Cáceres. Der Nationalspieler Uruguays und Ex-Juventus-Profi kann viel internationale Erfahrung vorweisen und wäre auf allen Positionen in der Viererkette einsetzbar. Allerdings erholt sich der Südamerikaner im Moment selbst noch von einem Achillessehnenriss und wird voraussichtlich im Oktober erst wieder ins Training einsteigen können. Weiterhin dürfte sein Gehalt ein Knackpunkt werden, da müsste er Abstriche machen. Gerüchteweise wird er auch von mehreren Premier-League Klubs umworben. Dürfte wohl zu teuer und unpassend als Übergangslösung sein, somit unwahrscheinlich.

Ein weiterer vertragsloser Außenverteidiger ist ein alter Bekannter unseres neuen Trainers – Danilo Soares. Der Brasilianer war letzte Saison lange verletzt, weswegen Ingolstadt seinen Vertrag nicht verlängerte. Auch jetzt ist sein Gesundheitszustand nicht klar. Trotz seiner Ausmusterung bei den Schanzern war er in der Aufstiegssaison einer der Garanten für den Erfolg und ein Pfeiler der Mannschaft. Sollte er dieses Level wieder erreichen, kann er auch uns helfen. Stellt sich nur auch hier die Frage, ob der gelernte Linksverteidiger auf der gegenüberliegenden Spielfeldseite ebenso heimisch werden kann. Insgesamt eher unwahrscheinlich.

Die nächste bundesligaerfahrene Variante wäre der Ex-Darmstädter György Garics. Der Vertrag des Österreichers wurde im Sommer bei den Hessen aufgelöst – in beiderseitigem Einvernehmen heißt es. Garics war verletzt, ist nun aber wieder fit, für die Vertragsauflösung soll es auch persönliche Gründe gegeben haben. Auf jeden Fall wäre der 32-jährige eine sehr gestandene und bezahlbare Lösung, die unserem jungen Team auch in der Kabine helfen könnte. Es heißt, auch Eintracht Frankfurt erwägt diese Option und hat Garics einen Vertrag angeboten, nachdem sich Neuzugang Varela schwer verletzt hat.

Ein weiterer Kandidat könnte Sebastian Boenisch sein, der sowohl auf der Links- als auch auf der Rechtsverteidigerposition eingesetzt werden kann. Er hat zuletzt in Leverkusen keine Vertragsverlängerung erhalten, geht aber mit 29 Jahren, 124 Bundesligaspielen und 14 Einsätzen für die polnische Nationalmannschaft als gestandener Bundesligaspieler durch. Er hat zudem unter Roger Schmidt unsere Spielweise kennengelernt. Vielleicht spricht ihn Papa mal an, ob er wie er aus Leverkusen nach Leipzig wechselt?

Die Liste ist noch lang. Es gibt zahlreiche erfahrene Rechtsverteidiger, die derzeit vertragslos sind. Inwieweit sie uns helfen können, ist oft fraglich und schwer zu beurteilen. Darunter wären zum Beispiel der zuletzt bei Swansea City unter Vertrag stehende Dwight Tiendalli, der Ire und Ex-Hammer Joey O’Brien, Abdoulaye Bamba – immerhin Nationalspieler der Elfenbeinküste – dessen Vertrag in Dijon nicht verlängert wurde oder auch der ehemalige Weltklasse-RV Jose Bosingwa, welcher bei Trabzonspor keinen neuen Vertrag erhielt.

Insgesamt erscheint ein Neuzugang aus diesem Pool eher unwahrscheinlich, weil die passenden und qualitativ hochwertigen Spieler natürlich nicht dabei sind. Trotzdem kann man hier ein Auge offen lassen, sollten sich Schmitz oder andere Varianten nicht bewähren.

Lösung X, Y und Z

Damit sollten die realistischen Optionen mittlerweile abgearbeitet sein, aber wenn wir schon mal bei Gedankenspielen sind, kann das Möglichkeitsbecken auch gleich zur Gänze ausgeschöpft werden.

Neben der Variante, Spieler aus dem defensiven Mittelfeld umzuschulen, gibt es noch andere Positionen, bei denen man sich einen Wechsel auf die RV zumindest mal vorstellen kann. Zum einen haben wir da die Innenverteidigung. Klostermann selbst hat es quasi vorgemacht, als gelernter Innenverteidiger auf rechts. Viele Spieler kommen allerdings nicht in Frage. Man könnte mit Papa und Compper oder Bernardo in der IV spielen und Orban auf rechts stellen, beraubt sich dann jedoch der Bank in der Innenverteidigung.

Ralf Rangnick sagte allerdings erst heute der 'Bild', dass er Bernardo durchaus zutraut, als Linksfuß auf der rechten Verteidigerseite zu spielen. Philipp Lahm hätte als Rechtsfuß auch jahrelangs links hinten agiert, auch wenn man beide Spieler natürlich nicht miteinander vergleichen könne. Sollte Bernardo als Backup für Schmitz spielen können, wäre auch das Thema Neuverpflichtungen vorerst vom Tisch.

Schauen wir mal, was die Saison bringt. Wir freuen uns auf eure Meinungen und Diskussionen im Forum.

FM7


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