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16. Spieltag 1. Bundesliga
Mittwoch, 19.12.2018, 20:30 Uhr
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PLANLOS IN WOLFSBURG!

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Wolfsburg - (24.11.2018) Mit breiter Brust ging es nach Wolfsburg. Eine dicke Serie in der Tasche und einen Gegner, der zuletzt nur selten überzeugen konnte. Heraus kam, ohne das Mittelfeld-Trio Kampl, Sabitzer und Forsberg, ein extrem zähes Spiel, dass durch einen Konter nach eigener Ecke entschieden wurde. Punktlos kehrt die Rangnick-Elf nun aus Wolfsburg zurück.

No Kampl – no party!

Die schlechten Nachrichten gab es spätestens auf der Pressekonferenz. Upamecano, Sabitzer und Kampl waren für das Spiel in Wolfsburg fraglich, keiner der drei kam am Ende zum Einsatz. Neben Forsberg, der möglicherweise erst wieder in der Rückrunde wird auflaufen können, ein empfindlicher Verlust für die Leipziger Kreativzentrale. Eigentlich die Chance für Bruma und Co. sich zu beweisen, aber die Ausfälle waren nicht zu kompensieren.

Rangnick setzte im Zentrum auf das Trio Laimer, Ilsanker und Demme, eine Kombination die so oder ähnlich bereits in Glasgow, Luhansk und gegen Schalke wenig Kreativität versprach und dieses Versprechen auch diesmal einlösen sollte. Weiter vorn sollte Bruma das Spiel beleben, er wurde seinen eigenen Ansprüchen heute jedoch erneut nicht gerecht. Dadurch waren die Stürmer vom Leipziger Spiel weitestgehend abgeschnitten, auch weil Wolfsburg hohe Bälle sehr gut verteidigte.


War einer der wenigen Aktivposten: Poulsen.


Wolfsburg erwischt den besseren Start

Die Gastgeber erwischten den besseren Start ins Spiel und hatten eine Schwachstelle bei den Leipzigern ausgemacht: lange Bälle auf die Stürmer. Fast alle gefährlichen Wolfsburger Aktionen entsprangen diesem Stilmittel oder kamen nach Kontern zustande. Dagegen fand Leipzig bis zum Gegentor, nachdem sich Wolfsburg weiter zurückzog, kein probates Mittel und hatte Glück, nicht schon im ersten Durchgang in Rückstand zu geraten, als Weghorst an Gulácsi scheiterte (14.). Auch Ginzcek hätte nach einem unglücklichen Ballverlust von Ilsanker treffen können, schoss aber am Kasten vorbei (29.). Bester Leipziger in der ersten Halbzeit war Poulsen, dessen zwei Abschlüsse aber am Tor vorbeigingen, aber die einzigen blieben, die aus wirklich aussichtsreichen Positionen abgegeben wurden.


Konnte den Ausfall von Kampl und Sabitzer nicht kompensieren: Bruma.


Erinnerungen werden wach

Mit einem glücklichen 0:0 ging RBL in die Kabine. Rangnick stellte um und ließ nun Dreierkette spielen. RBL übernahm nun das Zepter und hatte durch Demmes Fernschuss, der erst vom Innenpfosten und dann von Casteels abprallte, die Chance zum 1:0 (48.). Nach der zweiten von zwei folgenden Ecken war es aber Wolfsburg, das jubeln sollte. Einem Ballverlust auf der Außenbahn folgte ein schneller Pass von Mehmedi in den Lauf von Ginczek, dessen Schussversuch von Gulácsi vor die Füße des mitstürmenden Roussillon prallte, der nur noch ins leere Tor einschieben musste (50.). Konter nach eigener Ecke – quasi der Klassiker des Leipziger Spiels, seit es letzte Saison, als sich derlei Gegentore unter Hasenhüttl mehrten, sei es in grauer Vorzeit, als Müller gegen Heider das Laufduell verlor (die legendäre 1:5 Heimpleite gegen Kiel).

Wolfsburg verteidigte nun die Führung konsequent runter. RBL fiel in den folgenden fast 45 Minuten nichts mehr ein. Die Angriffe verebbten spätestens am Strafraumrand. Zum einen, weil nur Poulsen Luftduelle für sich entscheiden konnte (aber das Gros davon nur im Mittelfeld), zum anderen und weitaus größten Teil aber, weil es dem Spielaufbau an jedweder Präzision und Schnelligkeit mangelte. Gefühlt hätte man noch einmal 45 Minuten spielen können, es hätte sich wohl nichts mehr geändert. In diesem Sinne erinnerte das Spiel stark an die Auftritte gegen Schalke und in Glasgow, als die Offensive ähnlich krankte. Die Hereinnahmen von Cunha, Augustin und Sarrachi verpufften daher, weil die Bälle gar nicht mehr bis in die Sturmspitzen kamen.

Nach zähen 40 Minuten und weiteren vier Minuten Nachspielzeit bereitete die Pfeife von Stieler dem Leiden ein Ende.



Fazit

Ohne Kampl, Forsberg und Sabitzer wirkte RBL planlos. Bruma hinter den Spitzen ohne Präzision konnte seine Stärken zu keinem Zeitpunkt aufs Feld bringen, auch Laimer fehlte es im Zentrum an Kontrolle. Ilsanker wie gewohnt nur defensiv, wodurch im Mittelfeld nur noch Demme übrigblieb, um den Spielaufbau zu schultern. Da half es auch wenig, dass Rangnick am Ende des Spiels Augustin und Cunha brachte, beide tauchten ohne Zuspiele genauso ab wie Nationalstürmer Werner. Fakt bleibt, dass ohne die Mittelfeldstars ein präzises Aufbauspiel auch heute nicht stattfand, vielleicht nicht stattfinden konnte. Eine andere Spielanlage hätte ggf. geholfen.

Insgesamt erspielte sich Wolfsburg drei Großchancen, Leipzig hingegen nur eine. Insofern war der Sieg am Ende durchaus verdient, einfach weil die Wölfe deutlich mehr aus ihren wenigen Offensivaktionen machten und RBL über 90 Minuten fast komplett harmlos blieb. Nicht zuletzt investierten die Gastgeber läuferisch extrem viel, waren hier Leipzig in allen Belangen deutlich überlegen.

Erneut muss RBL also gegen ein Team aus dem unteren Mittelfeld Punkte lassen. Punkte, die man am Ende des Tages bzw Jahres noch schmerzlich vermissen könnte. Mit Salzburg und Gladbach vor der Brust stehen nun ganz andere Aufgaben ins Haus, zumal eine Rückkehr von Sabitzer, Kampl und Upamecano sich auch noch hinziehen könnte, so Rangnick auf der Pressekonferenz. Letzte Saison ging jedenfalls pünktlich zum Winterbeginn die Luft aus, mehrten sich die schlechten Spiele. Selbiger steht nun wieder an – dieses Mal nicht wieder in die Kältefalle zu laufen, dürfte Rangnicks größte Aufgabe werden.


Statistik
VfL Wolfsburg: 
Casteels (C) – William, Knoche, Brooks, Roussillon (87. Uduokhai) – Gerhardt, Arnold – Mehmedi (72. Steffen), Rexhbecaj – Weghorst, Ginczek (72. Brekalo)
RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Konate, Orban (C) (70. Saracchi), Halstenberg (70. Augustin) – Laimer (80. Cunha), Ilsanker, Bruma, Demme – Poulsen, Werner
Schiedsrichter: Tobias Stieler (Hamburg)
Tore: 1:0 Roussillon (50.)
Torschüsse: 6 / 9
Schüsse aufs Tor: 3 / 4
Passquote: 73,4% / 75,5%
Zweikampfquote: 45,7% / 54,3%
Ballbesitz: 48,3% / 51,7%
Laufstrecke: 116,6 km / 115,1 km
Sprints: 260 / 220
Intensive Läufe: 751 / 679
Fouls: 11 / 15
Ecken: 2 / 9
Abseits: 2 / 0
Gelbe Karten:
Rexhbecaj / Konaté (4), Orban (2)
Zuschauer: 22.832 (ca. 1.900 RBL-Fans)

Rumpelstilzchen


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