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Testspiel
Freitag, 12.07.2019, 18:00 Uhr
Ort: Trainingszentrum am Cottaweg
RB Leipzig
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DEFENSIV TOP – OFFENSIV FLOP? VOR- UND NACHTEILE DER NEUEN SPIELKULTUR

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Leipzig - (18.03.2019) RB Leipzig das neue Atlético Madrid? Mit defensiver Stärke zum Erfolg. Nichts ist beachtlicher Ralf Rangnick gelungen, als die Abwehr auf Vordermann zu bringen. Doch auch zu Lasten der Offensive? Wir beleuchten die Hintergründe.

Platz 3 in der Bundesliga nach dem 26. Spieltag und somit ein Champions League Platz inne, nur die Bayern und Dortmunder sind tabellarisch besser. Fußballherz was willst du mehr könnte man meinen nach drei Jahren Bundesliga und vor laute Freude punktetechnisch wieder in die Hände klatschen. Doch das Leipziger Publikum ist auch als kritisch bekannt und wird im heimischen Stadion schnell nervös, wenn unsere Rasenballer mal ein ums andere Male das Tor nicht treffen und somit wertvolle Punkte im Kampf um die internationalen Plätze liegen gelassen und verschenkt werden. Ganz so unberechtigt ist die Enttäuschung nicht und offenbart zugleich tiefgründig ein paar belastende Quellen, die es noch in Zukunft zu lösen gilt, wenn man wieder in der Champions League oder auch Europa League antreten sollte.

Für alle Beteiligten, Zuschauer und Fans haben wir mit Ralph Hasenhüttl und Ralf Rangnick zwei unterschiedliche Trainertypen und teilweise auch unterschiedliche Spielkulturen kennengelernt, die dann im 4. Bundesligajahr noch durch Julian Nagelsmann abgelöst werden. Wie für jeden Trainer ist es schwierig nach einer erfolgreichen Saison diese erneut zu bestätigen und dabei selber eine taktische Variabilität über den zusammengesetzten Kader wie auch über die eigentliche Spieltaktik auf den jeweiligen Gegner abgestimmt einzusetzen. Es gibt nichts Schlimmeres als nur das Gleiche zu wiederholen wie in der erfolgreichen Vorsaison, dann verlierst du im Profigeschäft. Taktische Flexibilität und ebenso entsprechende Spielertypen, die situationsbedingt die vakanten Eigenschaften verkörpern, sind der Lösung Schlüssel, um unberechenbar zu bleiben und die richtigen Antworten auf dem Platz abrufen zu können, wenn es denn von Nöten ist.

Nun wurde das Konzept des noch eher unbekannten schnellen Leipziger Umschaltspiels mit den richtigen Spielertypen im 1. Bundesligajahr zum Erfolg, worauf sich aber die Konkurrenz spätestens im 2. Bundesligajahr immer besser einzustellen wusste. Andere Lösungen waren gefragt, die aber wiederum durch den gleichen Spielerkader mit ihren individuellen Fähigkeiten nicht ausreichend umgesetzt werden konnten. Die Bemühungen das Offensivspiel weiter erfolgreich zu zelebrieren war unter Ralph Hasenhüttl auch in der 2. Bundesligasaison unverkennbar, aber es fehlte an der defensiven Grundordnung, um das Angriffsspiel abzusichern mit der Folge, dass man sich zu oft auskontern ließ. Mit Ralf Rangnick wird in der 3. Bundesligasaison wieder mehr auf die Defensive geachtet und in diesem Bereich vieles optimiert. Der Lernfaktor der jungen Spieler ist sehr hoch, vieles wird erfolgreich umgesetzt und gilt nun als neue Stärke im Leipziger Spiel, welche nur schwer zu knacken ist. Andererseits verliert man durch die defensivere Ausrichtung und in der Priorisierung im Spiel gegen den Ball die offensiven Freiheiten, wenn man sozusagen fast alle Spieler zum Verteidigen mit einbezieht.


Gegen tiefstehende Gegner beherzte Einzelaktionen wagen

Eine Konstante bleibt jedoch immer gleich, wenn es gegen eine Mannschaft zu spielen gilt, die nur darauf bedacht ist nicht zu verlieren und dabei mit dem gesamten Team im letzten Drittel verteidigen will. Gleiches Szenario wiederfährt jeden Trainer, ob Ralph Hasenhüttl, Ralf Rangnick oder Julian Nagelsmann und jedem anderen Trainer, wenn es gilt tiefstehende Gegner erfolgreich zu bespielen. Das Verteidigen ist dabei immer die leichtere Aufgabe, denn mit der Spielkugel hat die ballführende Mannschaft immer die anspruchsvollere Aufgabe zu bewerkstelligen als ohne. Viele Teams geraten dabei immer wieder schnell an ihre Grenzen und gleichzeitig gibt es viele Faktoren und Interaktionen untereinander, um dieses Problem erfolgreich lösen zu können. Vielfältigste Ansätze sind natürlich vorhanden wie man am besten die Abwehrketten, auch wenn sie tiefgestaffelt agieren, aushebeln kann oder andere taktische Schachzüge von Nöten wären.

Letztendlich hängt aber vieles, neben den taktischen Lösungsansätzen, von den individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten ab, die den gewissen Unterschied zu Tage legen würden. Denn gerade gegen tiefstehende Gegner brauchst du beherzte Spielertypen, die mit Mut gezielt die Eins-gegen-Eins-Situationen aufsuchen, mit dem Ziel über die Außenpositionen erfolgreich durchzubrechen oder in den Strafraum einzudringen und gegebenenfalls den Torabschluss suchen – zu guter Letzt auch mal von außerhalb der Box den scharfen, gezielten Torabschluss umzusetzen wissen. All die Aktionen müssen ebenso mit hoher Geschwindigkeit getätigt werden und hierfür bedarf es an die entsprechenden Fertigkeiten und Spielertypen, um solche Situationen erfolgreich meistern zu können. Dribbelstärke, Zweikampfstärke, den unbedingte Wille und Drang zum Tor, zuzüglich den Ball abschirmen und behaupten können, sind nur einige Schlagwörter, die am besten durch Yussuf Poulsen in den Leipziger Reihen im Offensivspiel aktuell verkörpert wird.


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Eine Szene mit Symbolcharakter aus dem Spiel gegen den FC Augsburg. Das Zusammenspiel gegen tiefstehende Gegner bleibt weiterhin die Achillesferse unseres Teams und offenbart einige Defizite, die es aufzuarbeiten gilt, wenn man den hohen Ansprüchen gerecht werden will


Gebraucht werden zweikampf-, dribbelstarke und torgefährliche Offensivspieler

Beim Spiel gegen tiefstehende Gegner bedarf es in der Offensive eben an zweikampf- und dribbelstarken Offensivspielern, die gezielt die Eins-gegen-Eins-Situationen zum Strafraum suchen, wie auch den Torabschluss. Gleichzeitig sollten die Offensivspieler aber auch im Verbund mit den Mittelfeldspielern und Verteidigern ihren Anteil dazu beitragen, gemeinsam nach spielerischen Lösungen zu suchen. Angefangen vom ständigen Lösen von ihren Gegenspielern, bis hin zum Ball fordern, Anlaufen von Zuspielen, Räume reißen in der gegnerischen Abwehr und Schaffen von neuen Spielsituationen. Lookman war da in der Rückrunde der letzten Saison ein Offensivspieler, der all diese Eigenschaften gut verkörperte und in seinen wenigen Einsätzen ein richtiger Gewinn war. Siehe auch den Artikel: „Gefangen in der Taktikspirale!“ - Mit Matheus Cunha (34%) und Timo Werner (37%) im Sturm standen gegen den FC Augsburg unterdurchschnittlich zweikampfschwache Akteure auf dem Platz, die nur selten den Ball unter Gegnerdruck behaupten können. Wenn dann auch noch ein formschwacher Timo Werner in der Rückrunde es nur noch auf 29% Zweikampfquote und einem Treffer schafft, dann ist zumindest ein Kriterium offengelegt, dass man so gegen tiefstehende Gegner ohne die gewisse Zweikampfhärte in der Offensive keine wirkungsvollen Akzente setzen kann.

Oft heißt es dann die Stürmer seien bei den gegnerischen Verteidigern abgemeldet, der taktischen Grundausrichtung geschuldet. Aber es fehlt in dieser Hinsicht auch an die richtigen Antworten durch diese Spieler, um doch noch wirkungsvoller werden zu können. Es gibt eben auch diejenigen Stürmertypen, die zweikampfstark sind, die im Mann-gegen Mann sich durchzusetzen wissen (u.a. in Form von Yussuf Poulsen, der aber verletzungsbedingt in der vorletzten Partie nicht zur Verfügung stand). Dies zeigt das eigentliche Manko auf, dass wir auch rein kadertechnisch keine Alternativen umfänglich im Sturmbereich aufzuweisen haben, die die nötigen Eigenschaften verkörpern, wenn es gegen defensiv aufgestellte Teams es zu beweisen gilt, diese Spiele gegen über die Offensive erfolgreich gestalten zu können. Wird dann auch ein Yussuf Poulsen wie zuletzt auf Schalke durch Sané ein Pendant entgegengestellt, dann wird schnell die gesamte Offensive in Schach gehalten, mit der Folge dass man die Bälle nicht ausreichend festmachen kann und der Gegnerdruck sich erhöht.

Andere Mannschaften besitzen zumindest in dieser Hinsicht mehr Gestaltungsfreiheit und haben entsprechende Spielertypen in ihren Reihen, um auch taktisch variabler gegen die vermeintlichen Underdogs agieren und erfolgreiche Akzente in der Offensive setzen zu können. Mit Haller (53% Zweikampfquote), Sancho (50%), Weghorst (49%), Lukebakio (49%), Hazard (48%), Lewandowski (47%) und Jovic (47%) sind nur ein einige Sturmcharaktere genannt, die den gewissen Unterschied in der Zweikampfquote aufzeigen und somit die Fähigkeit besitzen, den Ball auch unter Gegnerdruck im letzten Drittel und im gegnerischen Strafraum zu behaupten und dabei auch den Torabschluss noch erfolgreich suchen.

Schaffen wir es nicht in diesen bestimmten Fällen unsere Abwehrstrategen, die genau diese Fähigkeiten besitzen, gewinnbringend einzusetzen, so wird neben der abgemeldeten Offensivabteilung insgesamt auch kein positives Ergebnis möglich sein. Zur Offensivabteilung gehören natürlich auch die Mittelfeldspieler, die leider im Leipziger Spiel noch zu selten torgefährlich werden – ein Problem, welches nicht erst seit heute bekannt ist. Eher ist es die Abwehr, die ihre Arbeit auch offensiv in dieser Saison sehr gut macht und somit werden Spielertypen vermisst wie Lookman oder auch ein Haidara, der nach seiner Verletzungsgeschichte noch in Form gebracht werden muss. Einst war es auch Emil Forsberg, der aber ebenso nicht zur alten Offensivstärke zurückgefunden hat, wie teilweise auch Marcel Sabitzer, der mit 3 Saisontreffer zumindest etwas beizutragen vermochte, auch über den Rückraum torgefährlicher zu werden. Es zeigt eben leider auch auf, dass unsere anderen Rückraumspieler wie Kampl, Demme und Adams keine Goalgetter sind, größtenteils andere Aufgaben übernehmen müssen und wir somit Mannschaften wie Bayern München, die mit Goretzka oder Leverkusen mit Havertz Spielertypen in ihren Reihen haben, um auch mit dem nötigen Know-How taktische Lösungen gegen tiefstehende Gegner auf den Platz gewinnbringend begegnen zu können. Schmerzlich vermisst wird natürlich ein Naby Keïta, der über seine Dribbel- und Zweikampfstärke mit Zug in den gegnerischen Strafraum sonst viel Torgefahr ausübte.


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Einst ein sehr erfolgreiches Gespann - in dieser Saison werden Timo Werner, Emil Forsberg und Jean-Kévin Augustin aus unterschiedlichen Gründen ihren Erwartungen nicht gerecht


Fehlende Offensivqualitäten oder auch interne Probleme?

Nun sind in der Rückrunde neun Partien gespielt und 7 der 13 RB-Treffer wurden von unseren Defensivspielern erzielt, während auf Yussuf Poulsen vier Tore fallen. Anhand der Verteilung merkt man schon sehr gut wie sehr wir in der Offensive einerseits von der Zweikampfstärke und vom gesamthaften Mitwirken des dänischen Nationalspielers abhängig sind und inwieweit die Rückraumspieler ebenso diese Fähigkeit im Offensivbereich nachhaltig einsetzen können oder eben nicht. Manchmal wünschte man sich paradoxerweise bei einem tiefstehenden Gegner ein Positionswechsel der Akteure, so dass zweikampfstarke Spieler aus unserer Abwehr im Angriffsdrittel auftauchen könnten, um dann nachfolgend auch mal in der Lage zu sein, sich in den Eins-gegen-Eins-Situationen erfolgsversprechender zum gegnerischen Strafraum durchzusetzen. Siehe Ibrahima Konaté beim Spiel in Düsseldorf, als dieser in starker Manier das Tempodribbling zum gegnerischen Tor aufnahm und erfolgreich abschloss.

Von der kräftigen Statue bringe eigentlich ein Jean-Kévin Augustin die konstitutionellen Voraussetzungen mit, dem am ehesten gerecht zu werden, doch auch mit nur 35% Zweikampfquote verliert er ebenso zu oft viele Offensivaktionen und lässt sich noch von zu vielen Nebensächlichkeiten ablenken. Eine Chance hätte er alle male verdient mehr Einsatzzeiten zu bekommen, solange unsere anderen Offensivakteure neben Poulsen nicht erfolgsversprechender auftreten. Das Tischtuch scheint etwas zerrissen zu sein und der Trainer muss nur noch wenig Vertrauen in ihm setzen, wenn immer wieder defensive Spieler einwechselt oder vorrangig eingesetzt werden und somit keine ausreichende Möglichkeit besteht, für ihn sich besser ins Team zu spielen.

Insgesamt ein gewisses Luxusproblem, ein Jammern auf hohem Niveau, aber wenn man den Anspruch hegt in die Champions League zu wollen, sollte man sich auch diesen Umständen stellen und diese Problematik erkennen. Ob man nun Spielerpersönlichkeiten und deren Qualitäten im Männerbereich nachhaltig positiv ändern oder verbessern kann, weiß Ralf Rangnick nur allzu gut dieser Philosophie zu begegnen, da versucht wird Talente schon annähernd auf Weltklasseniveau mit fertigen Fähigkeiten an Bord zu ziehen. Schnell ist man an den Punkt angelangt, wo Spieler an ihre Grenzen stoßen und nicht die Fähigkeiten auf den Platz bringen können, die taktisch in bestimmten Situationen von Nöten wären. Gern hätte da ein Trainer die Möglichkeit taktisch variabler zu reagieren und einen Unterschiedsspieler aufzustellen, der je nach den taktischen Gesichtspunkten erfolgreicher agieren könnte. Besitze man diese Variante nicht, müssen taktisch andere Lösungen her, die so leider noch nicht in der Rangnick'schen Taktik gegriffen haben. Mehr Kreativität wird gewünscht, mehr Ideen übers Mittelfeld, um letztendlich über den Rückraum wirkungsvollere Akzente erreichen zu können. Die Möglichkeiten sind des Öfteren vorhanden, jedoch werden diese zu wenig genutzt und somit münden die Offensivbekunden allzu oft uneffektiv und ungenau im letzten Spieldrittel und im Torabschluss. Hier hinken wir anderen Top-Teams noch weit hinterher, wenn es darum geht über das Mittelfeld generell torgefährlicher zu werden… sowohl mannschaftlich taktisch, als auch individuell.

Gelinge es nicht über das spielerische Mittel hinter die Abwehrreihen zu kommen, so bliebe oft nur die letzte Möglichkeit von Distanzschüssen und im Suchen der Eins-gegen-Eins-Situationen. Bleiben diese auch noch erfolglos und werden nicht mutig genug angegangen, so erkennt man sehr schnell die Defizite und ebenso die Ursachen, warum es im Offensivbereich nicht mehr so fruchtet wie gewünscht. Die Gegnerschaft ruht nicht, überall sind Fußballlehrer am Werk, die die individuellen Merkmale der Gegenspieler analysieren und jeden ihrer Spieler Informationen mit auf den Weg geben, um sich taktisch besser auf seinen Gegenpart einstellen zu können.

Primär ist es das Ziel die Stärken des Gegners zu unterbinden, sei es mannschaftlich taktisch als auch individuell. Daran sollte man sich messen und taktisch offensiv flexibler reagieren. Aktuell scheint die defensive disziplinierte Umsetzung und Marschroute oberste Priorität zu haben, wo man auch ungefährdet die Nummer Eins in der Bundesliga nun zu sein scheint. Das Auftreten und die Umsetzung gleichen mittlerweile der Spielkultur von Atlético Madrid sehr, nur hat man nicht unbedingt Weltklasse-Offensivakteure wie Antoine Griezmann, Diego Costa oder Morata in den eigenen Reihen, die mit ihrer individuellen Klasse und Effektivität vor dem gegnerischen Tor ihre wenigen Chancen zu nutzen wissen.

Die Erwartungshaltung bezüglich Timo Werner ist immens hoch, war doch einst der Nationalstürmer unangefochten Torgarant und die Nummer Eins im RB-Sturm. Durch seine Ablehnung einer Vertragsverlängerung und ebenso durch sein Stillschweigen über seine Zukunft, trägt er nicht gerade zum positiven Umfeld bei und bringt sich selber immer mehr in Bedrängnis, wenn die eigene Leistung auf dem Platz nicht stimmt. Auch der Trainer gerät dann immer mehr in Erklärungsnot und zieht sich ebenso den Unmut der Fans zu, wenn trotz fehlender Leistung ein Timo Werner immer gesetzt ist und fast immer die volle Partie durchspielen darf. Allen Beteiligten wäre es geholfen auf eine Entscheidung zu drängen, anderenfalls wird die ganze Sache immer ungläubiger. In den verbleibenden vier Heimspielen der Rückrunde wird es nicht einfacher werden, wenn Freiburg ebenso die Augsburg-Taktik anwendet oder die starken Bayern zu Gast sind, erfolgreicher aufzutreten. Auch gegen Hertha wird es ebenso schwierig sein, man erinnere sich an die letzte 2:3 Heimniederlage, in der die Berliner taktisch die richtigen Mittel aufzogen. Und zu guter Letzt ist die 0:1 Hinspielniederlage gegen Wolfsburg erwähnt, die aktuell das viertbeste Auswärtsteam darstellen, punktgleich mit unseren Rasenballern. Bayer Leverkusen sitzt im Nacken und gilt ebenso als ernstzunehmender Konkurrent wie die Borussia aus M’gladbach im Kampf um einen Champions League Platz, wie auch die Eintracht aus Frankfurt. Zeit zum Luft holen bleibt da eben nicht viel.


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Timo Werner am Boden – Spekulationen um einen Vereinswechsel zum FC Bayern, seine Nichtvertragsverlängerung und sein Stillschweigen darüber sind nicht gerade förderlich bei ausbleibender Form, kritische Töne verstummen zu lassen.


Es wäre wichtig in erster Linie seine vorhandenen Offensivkräfte wieder in Form zu bringen und sie gewinnbringender einzusetzen, denn ein Timo Werner und Emil Forsberg haben viel mehr Potential, als sie es aktuell auf dem Platz bringen. Gleichzeitig tut man sich auch mit der Fast-Ausbootung von Jean-Kévin Augustin keinen Gefallen, denn auch er hatte schon mal einen viel besseren Stand bei RB Leipzig gehabt und seine Qualitäten gekonnt aufgezeigt. Geschweige denn auch ein Bruma, der kaum noch zum Zuge kommt. Die Ursachen sind also auch intern auffindbar und zeigen ein paar mögliche Stellschrauben auf, um das offenkundige Offensivproblem angehen zu können. Gleichzeitig spiegelt es aber auch die begrenzten Möglichkeiten wieder, wenn man einerseits die defensive taktische Marschroute priorisiert und dabei kein Deut von seiner taktischen Linie abrücken will.

Die alte Weisheit „der Sturm gewinnt Spiele, die Abwehr gewinnt Meisterschaften“ kommt natürlich nicht von ungefähr. Da spricht der bisherige Erfolg in dieser Bundesligasaison unangefochten für Ralf Rangnick. Dem interessierten Zuschauer und Fan ist es aber auch nicht entgangen, dass nicht alles auf Rosen gebettet ist und noch viel Potential in der Offensive es auszuschöpfen gilt, um taktisch flexibler und erfolgreicher aufspielen zu können. Die letzten Spiele der Bundesliga werden wohl weiterhin ergebnisorientiert angegangen, das ist zumindest zu erwarten und auf ein Offensivspektakel alias Bayer Leverkusen wohl größtenteils verzichtet. Einschließlich mit dem 1:0 Pokalerfolg gegen Wolfsburg hat Ralf Rangnick mit seinem Team es geschafft, in den letzten 9 Pflichtspielen nur 2 Gegentreffer hinnehmen zu müssen. 7 Spiele zu Null, eine unglaubliche Quote. Unsere Abwehrreihe, unser defensives Mittelfeld wie auch unser Torhüter ragen dabei besonders hervor. So gehört man aktuell zu den besten Defensiv-Teams in Europas Top-5 Ligen, hat die fünftwenigsten Gegentreffer und im Verhältnis der Gegentreffer zu der Anzahl der Spiele Platz 6 inne. Nur PSG, Liverpool, Juve, Atletico und Man City sind besser.

Offensiv fehlt aber natürlich der Augenschmaus, der Ausgang der Partien wird dabei immer knapper und oft helfen dann nur noch Nuancen wie Standards oder etwas Spielglück. Mit Julian Nagelsmann zur kommenden Saison besteht die Hoffnung wieder auf mehr Offensivfußball, aber auch er muss sich daran messen lassen, welche taktische Ausrichtung am Ende am besten umgesetzt wird. In diesem Sinne drücken wir erst einmal unseren Rasenballern und unserem Trainerteam die Daumen, im Endspurt der diesjährigen Bundesligasaison die Anzeichen erkannt und doch noch alle vorhandenen Trümpfe aus dem Ärmel schütteln zu können, um die internationalen Träume wieder wahr werden zu lassen.

oligei


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