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6. Spieltag 1. Bundesliga
Samstag, 31.10.2020, 18:30 Uhr
Ort: BORUSSIA-PARK, Mönchengladbach
Bor. Mönchen-
gladbach
RB Leipzig
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DAS SOMMERINTERVIEW MIT DER RBL-VEREINSSPITZE

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Leipzig - (21.06.2019) Eine actionreiche Saison ist vorüber. Aber auch neben dem Platz war bis zuletzt viel los. Wir haben der Vereinsspitze zu einigen Themen wie Paderborn, Kritik der Fans, zur Fanbetreuung, dem geplanten Stadionausbau, Pyro, Identität, Herr Mintzlaff und zur "RB-DNA" einige buntgemischte Fragen gestellt.

Wir sprachen im Doppelinterview mit Florian Scholz (39, Direktor Kommunikation, Marketing & Sportrelations) und Ulrich Wolter (44, Direktor Operations)

Danke, dass ihr euch Zeit für unsere Fanfragen genommen habt. Lasst uns zuerst über die omniöse RB-DNA sprechen, die Herr Mintzlaff im letzten Interview der LVZ mehrfach erwähnt hat. Er sprach von der klarsten DNA der Liga. Was genau hat er damit gemeint? Bislang ist die RB-DNA unter den Fans, vor allem als Alleinstellungsmerkmal in Sachen Spielstil und dem Spieleralter verstanden worden. Woher rührt diese Wortschöpfung? Für viele Fans klingt das nach Fachchinesisch.

Scholz: Das mag sein, für uns ist das relativ einfach: Oliver Mintzlaff bezog sich auf die Frage einiger weniger RB-Fans, die sich öffentlich gegen einige Merkmale, die RB Leipzig ausmachen, positionierte. Demnach verwiesen wir darauf, dass RB Leipzig die klarste DNA der Liga hat, und jeder weiß, wofür RB Leipzig steht und was uns ausmacht – und wer damit ein Problem hat, muss sich nicht gezwungen fühlen, bei uns ins Stadion zu kommen. Ziemlich einfach. Setzt ihr euch gerne ins Wohnzimmer von jemandem, den ihr eigentlich gar nicht mögt und vielleicht sogar ablehnt? Konstruktive Kritik ist allerdings immer willkommen, wir wollen ja auch gemeinsam einen Weg innerhalb unserer Leitplanken und Regeln finden.


Klingt nachvollziehbar. Und was heißt nun RB-DNA?
 
Scholz: DNA im Sinne von "Wofür steht RB Leipzig im Kern"? Das Profil, die Werte. Es sind die Werte und Inhalte unseres Klubs, die verinnerlicht sind, mit denen wir weiter wachsen und die es gilt zu leben, mit denen wir zusammen mit den Fans "gemeinsam groß geworden sind". Wir leben in flachen Hierarchien, schlanken Strukturen, kurzen Entscheidungswegen; Nachhaltigkeit und Kontinuität sowie natürlichem Wachstum, das findet sich auch in unserem Leitbild wieder. Wir positionieren uns klar für die Grundwerte der Gesellschaft und zum Beispiel gegen Rassismus, Homophobie, Gewalt und Ausgrenzung. Wir sind stolzer Teil der Leipziger Historie, leben eine Offenheit Richtung Fans und Öffentlichkeit, in Richtung unserer Gegner und heißen alle Menschen willkommen. Wer spielt sonst von jedem Gegner die Vereinshymne? Ich kann es Ihnen aber noch konkreter benennen.


Ja gerne, zu 100% haben wir es noch nicht verstanden.
 

Scholz: Es geht um die ganzheitliche Philosophie des gesamten Klubs: sportlicher Bereich mit Spielstil, Anforderungsprofil der Spieler, medizinischer Bereich, Ernährung, Nachwuchs sowie natürlich die Geschäftsstelle, Fan-Kultur und Fan-Nähe, Identifikation mit der Stadt, Region und den Menschen, soziale Verantwortung, Leidenschaft, Entwicklung, Glaubwürdigkeit. Am Ende kann doch jeder folgende Merkmale für sich bewerten: welcher Klub hat so eine klare Transferphilosophie? Spielphilosophie? Trainerausbildung? Mittlerweile sind sechs Bundesliga-Trainer aus der Ralf Rangnick-Schule im Amt. Das jüngste Team auf und neben Platz? Eine starke Marke wie Red Bull an der Seite? Wer ist jünger, dynamischer und innovativer? Wer hat schlankere und schnellere Strukturen? Wer hat ein friedlicheres und familienfreundlicheres Publikum? Wer alles hat ein so modernes Trainingszentrum? Wer ist noch nachhaltiger im Sport und spielt immer noch mit sechs, sieben Spielern in der Startelf aus Zweitliga-Zeiten? Wo stellen sich Spieler permanent der Öffentlichkeit und den Fans? Wo sind die Fans näher am Spieler? Ich habe hierzu eine klare Antwort, das alles zeichnet RB Leipzig aus. Dies hat Oliver in der LVZ bereits vorweggenommen. Diese Merkmale werden wir weiter intensivieren und niemals aus dem Auge verlieren.

Okay, danke jetzt haben wir ein Bild zur Bedeutung der RB-DNA.


Beim DFB-Pokal Finale gab es im Fanblock nicht übersehbare Verwendung von Pyrotechnik. Gab es hier Konsequenzen, wird es eine Geldstrafe geben?

Wolter: Es hat eine Geldstrafe seitens des DFB gegeben.


Bei einem damaligen Verstoß, gab es ein größeres Medienecho. Hat sich die Vereinsstrategie hier geändert?

Wolter: Es gibt keine Veränderung in der "Null Toleranz Strategie" des Vereins gegen den Einsatz von Pyrotechnik im Zusammenhang mit Spielen von Mannschaften von RB Leipzig. Wir haben die Verursacher von Berlin bislang noch nicht ermittelt, natürlich wollen wir aber die Verantwortlichen dafür finden und ihnen dann die Kosten der Geldstrafe auferlegen.


Wie weit ist die Ausgestaltung der Fanbetreuung mit den neuen Fanbeauftragten? Was wird deren Tätigkeitsfeld sein, worauf liegt der Fokus?

Wolter:
Wir führen derzeit eine Vielzahl von Gesprächen, wollen zunächst die Position des Leiters der Fanbetreuung besetzen, um dann mittelfristig zwei weitere Mitarbeiter in der Fanbetreuung einzustellen. Kommunikative Fähigkeiten sind uns bei der Besetzung sehr wichtig, um zwischen den Interessen der Fans und des Clubs bestmöglich vermitteln zu können.


Im Rahmen der inzwischen seitens Paderborn und RBL aufgelösten Kooperation gab es auch vereinzelt Gegenwind von Leipziger Fans. Jetzt mal Klartext, was wäre denn der Inhalt gewesen? Offenbar sind vereinzelt Ängste aufgekommen, weil die Inhalte nicht offen waren. Waren diese berechtigt?

Scholz: Ängste waren völlig unbegründet, da wir lediglich mit unserer bislang erworbenen Expertise im sportlichen Bereich auf Wunsch von Paderborn unterstützen wollten – generell wurde das gesamte Thema ziemlich hysterisch behandelt. Es gab den Wunsch nach einer Kooperation, mit Leben waren die Inhalte noch nicht gefüllt. Am Ende kamen wir in den vergangenen zwei Wochen allerdings überein, dass es inhaltlich doch nicht so sinnvoll ist wie anfangs gedacht. Paderborn verwies zudem darauf, dass es nichts mit anderen Beweggründen zu tun habe, dass auch sie, nicht nur RB Leipzig, inhaltlich Abstand nehmen wollen.


Glauben Sie den Grund wirklich?
 
Scholz:
Ich kann zunächst einmal nur für uns sprechen und klar sagen: RB Leipzig würde nicht einknicken, nur weil jemand laut ruft. Zweitens: Warum sollte Paderborn vor bundesweit nicht einmal 3000 Menschen, die die Online-Petition gegen die Kooperation unterschrieben, einknicken? Das steht in keinem Verhältnis zur breiten Masse an Fans. Von daher glaube ich der Paderborner Aussage, insbesondere vor dem Hintergrund der sehr konstruktiven und offenen Gespräche, die beim Wechsel von Markus Krösche geführt wurden.


Identifikation zum Verein spielt bei den Fans immer eine große Rolle. Auf der Ebene in Sachen Beziehung zur Stadt Leipzig ist RBL hier sehr aktiv und weit. Es gibt aber weitere Faktoren. Bspw. Langfristigkeit in Personalentscheidungen auf und neben dem Platz, die Integration von Jugendspielern als Eigengewächse der Akademie, Bindung zu Fanlieblingen der Spieler. Und nicht zuletzt die Rolle von RedBull als Gründervater des Vereins Rasenballsport Leipzig. Herr Mintzlaff sprach von Partner, viele denken an Eigentümer. Wie sieht es denn konkret aus. Finanziert sich RBL inzwischen vielleicht sogar selbst?


Scholz: Unser Ziel ist es, mindestens einen Jugendspieler langfristig bei den Profis spielen zu sehen. Das wird sicher unter Julian Nagelsmann weiter forciert. Unsere Profis sind und bleiben nah- und anfassbar. Das wird bleiben und darauf werden wir auch weiterhin ein großes Augenmerk legen. Wir planen bereits wieder zahlreiche Autogrammstunden, Treffen mit Fanclubs, Aktionen mit RB-Fans und Spielern, Events.


Und die Frage nach der Rolle von RedBull? Partner oder Eigentümer?
 
Scholz: Wir sind stolz, Red Bull zu haben. Und das wird sich auch nicht ändern. Wir haben mittlerweile über 40 Partner an unserer Seite, die den erfolgreichen und spannenden Weg von RB Leipzig mitbestreiten. Die Marke RB Leipzig ist jung, attraktiv und hat in so kurzer Zeit eine große Strahlkraft – wenn ihr wollt sogar sexy. Red Bull ist natürlich ein immens wichtiger Partner für uns, da wir durch dieses Netzwerk in den verschiedensten Bereichen äußerst profitieren. Doch durch das große Portfolio an Sponsoren sind wir finanziell gesehen auch in der Breite sehr gut aufgestellt.


Hat RBL das Thema Identifikation auf dem Radar? Ist sie vielleicht sogar Teil der besagten RB-DNA?

Scholz: Selbstverständlich. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Es geht mit den Kindern los bis zu den Fans, die uns seit dem ersten Tag an begleiten. Im Kidsklub "Bullis-Bande" haben wir mittlerweile 3500 Mitstreiter, eine starke Kennzahl nach zwei Jahren. Diese Zahl wächst rasant und zeigt als eines von vielen Beispielen, wie RB Leipzig in der Region – damit meine ich Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – längst angekommen ist. Die Fußballschulen, die Ingo Hertzsch verantwortet, sind mittlerweile im ganzen Osten unterwegs. Auch hier sind jährlich über 3000 Kinder aktiv. Fakt ist auch mit Blick auf die Mannschaft, dass wir mit Yussi und Diego zwei Spieler noch aus der dritten Liga bei uns haben und zahlreiche Akteure aus der 2. Liga. Ich kann nur wiederholen: Wir sind gemeinsam gewachsen, und wir werden uns gemeinsam mit den Fans weiterentwickeln. Darin liegen unsere Motivation und unser Antrieb. Diese einzigartige Verbundenheit, die über zehn Jahre gewachsen ist, wird gepflegt. Übrigens sind auch noch 10 Mitarbeiter der ersten Stunde dabei. Auch das steht für die Identifikation und die Möglichkeit, in diesem Klub die nächsten Schritte zu machen.


Wir haben gelesen, dass RB Leipzig mittlerweile unter den fünf Top-Klubs nach Beliebtheit sein soll. Man redet hier angeblich von über 1,5 Mio. Fans bundesweit. Können sie das bestätigen?
 
Scholz: Es werden immer mehr Sympathisanten und auch Fans, korrekt! Ich wurde heute bereits schon von Medien damit konfrontiert, dass es sich momentan um einen Platz unter den Top 4 handeln soll. Schön zu hören. Das bestätigt zumindest auch eure Frage in etwa. Zeitgleich wissen wir, dass wir nach Bayern am stärksten polarisieren. Das ist auch gut so. Solche Einordnungen sind wichtig. Längst sollte uns keiner mehr die Akzeptanz, Anerkennung und das positive Image anhand solcher Fakten absprechen. Auch hier ist die Entwicklung zufriedenstellend nach den ersten Jahren der großen Widerstände.


Kommen wir zum Stadionausbau. Bezüglich der Gestaltung der Sitze in der RBA soll es Urheberrechtshindernisse geben, würden diese sich mittelfristig lösen lassen?

Wolter: Wir haben im Rahmen der umfangreichen Planungen der Genehmigung für den geplanten Umbau natürlich mit den ursprünglich am Bau der Red Bull Arena Beteiligten gesprochen und die denkmalschutzrechtlichen und urheberrechtlichen Themen gelöst.


In Sachen Catering und sanitäre Einrichtungen hat RBL bei einer Umfrage, die schlechteste Bewertung in der Liga erhalten. Können sich Fans auch außerhalb vom B-Block hier Hoffnungen auf Verbesserungen machen?

Wolter:
Neue Kioske und Toiletten entstehen in zwei Etagen hinter dem Sektor B – diese sind aber für alle Zuschauer, vorrangig die aus A und C ebenfalls gut erreichbar, weil die Sektorentrennung aufgehoben wird und die Fans sich frei bewegen können. In Sektor D soll der mittlere Getränke Kiosk zudem in ein zusätzliches Herren WC umgewandelt werden – es profitiert also jeder. Die ehemalige Polizeizentrale in Sektor D wird dann zu einem Getränkekiosk mit deutlich erhöhter Kapazität ausgebaut.


Wo genau wird die neue Geschäftsstelle entstehen? Wird dieser Bau evtl. in Verbindung mit dem Leipziger Sportmuseum erfolgen?

Wolter: Wir prüfen derzeit mehrere Optionen. Wir wollen nah an die Red Bull Arena und die RB Leipzig Fußballakademie, kurze Wege sind uns wichtig. Eine Verbindung mit dem ehemaligen Sportmuseum ist denkbar und wird geprüft.


Und für wann ist die Außenverglasung der RBA geplant?

Wolter: Wir prüfen hier noch verschiedene Varianten, die Fertigstellung ist für das Jahr 2021 geplant.


Herr Mintzlaff gilt allgemein als rationaler Typ, als Hardliner, knallharter Verhandler und finanziell sparsam wo dies möglich ist. Klar es ist sein Job, aber welche Seiten hat der RBL-Chef noch? Hat er emotionale Seiten, ist er privat ein völlig anderer Typ?



Auch privat unterwegs. Die RBL-Spitze. Foto: Belantis / Eric Kemnitz


Scholz: Ich kenne Oliver seit 2007, an jenem Tag ist der VfB Stuttgart Meister geworden. Er war Berater von Mario Gomez, ich Journalist. Man kann sich auf Oliver verlassen, er trennt extrem gut zwischen Beruf und privat. In wichtigen, bestimmten Situationen, nimmt er eine ganz klare und konsequente Haltung ein und vertritt diese. Ich bin mir sicher, dass kaum einer das Pensum fahren kann, welches Oliver tagtäglich für RB Leipzig abreißt. Das geht nur mit absoluter Leidenschaft und vollem Einsatz. Oliver fordert viel, aber ordnet dies dann auch alles richtig ein. Und man muss an dieser Stelle festhalten: Bei so vielen Themen, in so einem schnellen Geschäft, unter so einem öffentlichen Radar: Viel wurde nicht falsch entschieden, oder? (lacht). Gerade auch ohne ihn würden wir heute nicht da sein, wo wir sind, das steht außer Frage. Privat gehen wir im Management-Team des Öfteren ins Piccola Italia am Rosental-Park, sind sportlich aktiv. Oliver ist immer mittendrin.


Wir wünschen maximalen Erfolg, eine gute Saisonvorbereitung und freuen uns bereits auf die nächste Saison.

OzzyRBL


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