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29. Spieltag 1. Bundesliga
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INTERVIEW MIT SEBASTIAN HEIDINGER: VOM AUFSTIEGSHELDEN ZUM U19-TRAINER

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Leipzig - (25.03.2024) Sebastian "Heidi" Heidinger ist einer der Lotte-Helden, die mit RB Leipzig den wichtigsten Schritt seit 2009 gepackt haben. Heidi war ebenfalls im Aufstiegsteam von Liga 3 in Liga 2 und hat 15 Zweitligaspiele für RBL gemacht. Als Spieler flexibel, einer der Publikumslieblinge und jetzt Trainer der U19 von RB Leipzig. Unser Interview mit Heidi zu seiner Tätigkeit bei der U19!

War dir klar, dass du im Anschluss an deine Profikarriere Trainer werden willst, oder gab es noch Alternativen?

Sebastian Heidinger: Ich musste 2020 durch eine schwerere Verletzung leider meine Karriere beenden. In den letzten Jahren meiner aktiven Zeit habe ich schon immer ein bisschen damit geliebäugelt, im Fußball zu bleiben, um das, was ich in dieser Zeit erlebt habe, weiterzugeben. Es gab die Möglichkeit, in eine Berater-Rolle zu schlüpfen oder an der Seitenlinie als Trainer zu stehen. Ich habe frühzeitig angefangen, erste Lizenzen zu machen und habe von den damaligen Verantwortlichen bei RB Leipzig das Zeichen bekommen, dass sie gerne mit mir zusammenarbeiten würden. Besser hätte es für mich kaum laufen können.


Heidi nach dem wichtigsten Spiel der Vereinsgeschichte in Lotte.


Würdest du gerne irgendwann im Herrenbereich tätig sein oder kannst du dir den Trainerjob im Nachwuchs für lange Zeit vorstellen?

Sebastian Heidinger: Sowohl als auch. Ich würde gerne alles einmal durchleben. Mir ist es wichtig, dass ich erst einmal eine gute Basis habe. Ich hätte natürlich nach meiner Karriere irgendwo als Co-Trainer im Herrenbereich anfangen können. Aber mir war wichtig, mich auf ein Level zu bringen, dass ich einen echten Mehrwert biete und nicht nur für die gute Laune im Trainerteam zuständig bin. Daher war für mich klar, im ersten Schritt Trainer im Nachwuchsbereich zu werden. Hier bei RB Leipzig hat man sehr gute Voraussetzungen und Möglichkeiten, die ein Dritt- oder Viertligaverein im Herrenbereich gar nicht hat. Womit wir hier arbeiten können, was wir hier alles nutzen können, das ist nicht selbstverständlich für den Einstieg ins Trainergeschäft.


Wie würdest du dich denn selbst als Trainer beschreiben? Gibt es Werte, die dir besonders wichtig sind?

Sebastian Heidinger: Es gibt gewisse Dinge, auf die ich sehr achte. Das spüren und wissen die Jungs auch. Essenziell ist, dass die Jungs klare Strukturen haben und mich einschätzen können. Um nur ein Beispiel zu nennen: Wenn ein Spieler zu spät zur Matchplan-Besprechung kommt, wird er aus dem Kader gestrichen. Da ist es egal, ob es einer unserer Topspieler ist. Das ist nie persönlich gemeint, sondern dabei geht es immer um die Professionalität. Leidenschaft, Freude und Spaß gehören auch mit dazu und das versuche ich täglich im Training zu vermitteln. Dinge wie Pünktlichkeit, Respekt untereinander und das Miteinander in einer Gruppe sind essenziell. Natürlich schaut jeder ein Stück weit auch auf sich, aber mir ist wichtig, dass wir als Team agieren – und das alle.


Ist es aus deiner Sicht von Vorteil, dass du ein ehemaliger Profi und bereits in jungen Jahren als Cheftrainer tätig bist?

Sebastian Heidinger: Zu Beginn der Trainerkarriere kann das durchaus ein Vorteil sein. Aber die Jungs merken schnell, wenn man als Trainer nicht das nötige Wissen mitbringt. Daher ist es so wichtig, dass man den Inhalt mit Leben füllt. Da spielt das Alter keine so große Rolle. Man muss einfach authentisch sein und eine qualitativ hochwertige Arbeit leisten.


Von den besten Spielern lernen, Heidi zusammen mit Emil Forsberg und Jo Kimmich in einem Testspiel.


Wie würdest du die U19 im Allgemeinen beschreiben?

Sebastian Heidinger: Den Großteil begleite ich schon seit der U17. Was über all die Jahre geblieben und gewachsen ist, ist die unheimliche Wissbegierde. Manchmal sind sie noch nicht so stabil, wie sie sich selbst wahrnehmen, aber das ist auch ein Stück weit normal in diesem jungen Alter. Aber ich bin im Grunde genommen sehr zufrieden mit den Jungs, weil sie immer 100 Prozent auf dem Platz geben. Sie sind sehr reflektiert und es macht einfach Spaß, mit ihnen zu arbeiten.


Du bist kurz nach Saisonbeginn Cheftrainer der U19 geworden und in deinem ersten Spiel konntet ihr den Hamburger SV mit 3:0 besiegen. Wie hast du den Umbruch so schnell geschafft?

Sebastian Heidinger: Ich glaube, das liegt einfach an der Art und Weise, wie wir als Trainerteam mit den Jungs umgegangen sind und immer noch umgehen. Ich bin sehr offen und ehrlich zu den Spielern. Wir haben versucht, gewisse Dinge nach unserer Idee anzupassen. Wir haben der Mannschaft eine klare Struktur und einen Plan vorgegeben, in dem sie sich natürlich dann auch frei entfalten konnten und bis heute können. Wir haben viel Unterstützung und Vertrauen seitens des Klubs bekommen, was extrem hilft. Man hat gesehen und auch gemerkt, dass die Arbeit schnell Früchte getragen hat.


Marco Rose hat gerade in der Youth League häufiger bei den Spielen zugeschaut. Wie sieht eure Zusammenarbeit aus?

Sebastian Heidinger: Marco schaut sich häufiger die Spiele an und es findet ein sehr regelmäßiger Austausch statt. Vor allem am Anfang meiner Laufbahn als Trainer gab es immer mal wieder Themen, bei denen ich mir seine Meinung und seinen Rat eingeholt habe. Er ist sehr offen, hilfsbereit und hat eine klare Meinung. Er will wissen, wie die Jungs sich im Training machen, vor allem bei denen, die schon einmal mit den Profis zusammen trainiert haben.


Trotz des Ausscheidens im Achtelfinale der Youth League gegen Real Madrid habt ihr Historisches erreicht. Was waren die Höhepunkte in deiner bisherigen Trainerkarriere bei RB Leipzig?

Sebastian Heidinger: Das erste Spiel gegen den HSV war natürlich sehr emotional, weil ich extrem aufgeregt war. Ich hatte aber großes Vertrauen in die Jungs. Es war einfach schön zu sehen, dass sie nach so kurzer Zeit unsere Vorgaben bereits gut umgesetzt haben. In der Youth League war mein Highlight das Heimspiel gegen Manchester City, wo man sehen konnte, dass wir eine neue Idee eingebracht haben und diese fast perfekt umgesetzt wurde. Es ist schön, wenn du an der Seitenlinie stehst und deine Ansätze umgesetzt werden. Das Stadion am Cottaweg war ausverkauft, was mich einfach für die Jungs sehr gefreut hat. Dabei will ich das emotionale Spiel in den Playoffs gegen Midtjylland oder auch das Achtelfinale vor kurzem gegen Real Madrid nicht vergessen. Wir haben auf internationaler Ebene Historisches für den Verein erreicht. Auch wenn wir natürlich weiterkommen wollten, werde weder ich noch die Mannschaft diese besondere Reise jemals vergessen.


Heidi in einem Heimspiel für RBL in Liga 2.


Möchtest du abschließend noch etwas loswerden?

Sebastian Heidinger: Für mich als Trainer, aber vor allem für die Jungs, würde ich mich freuen, wenn es bei einem der nächsten Spiele eine noch größere optische und akustische Unterstützung geben würde. Die Jungs arbeiten jeden Tag hart, um ihren Traum vom Fußballprofi leben zu können. Zudem spielen sie attraktiven Fußball, den man sich sehr gut anschauen kann (lacht). Das hätten sie sich definitiv verdient!


Leipzig Olé



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