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CL Gruppe 1. Spieltag
Dienstag, 20.10.2020, 21:00 Uhr
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DAS CORONA-TRANSFERFENSTER-FAZIT

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Leipzig - (11.10.2020) Die wohl schwerste Transferphase der Vereinsgeschichte ist zu Ende. Wie haben Krösche und RBL abgeschnitten und wie sind die Neuzugänge bisher gestartet? Hat Leipzig seine Hausaufgaben erledigt und was werden die nächsten schweren Doppelspielwochen bringen?

„Sicher kann Krösche mit den geringen finanziellen Mitteln nicht zaubern, aber der Grundansatz zu Trainingsbeginn das Team weitestgehend zusammen zu haben, darf schon mal als krachend gescheitert angesehen werden. Das könnte RBL später nochmal auf die Füße fallen und so sind auch die mahnenden Worte einzuordnen, die Nagelsmann letzte Woche verlautbaren ließ (noch mindestens drei Spieler).

Gelingt es neben Angeliño und Samardzic noch Sørloth einzutüten, wäre RBL von der Breite her schon besser aufgestellt, wenngleich schwerlich ideal auf die Saison vorbereitet. Denn mit dieser Zusammenstellung geht man mehrere riskante Wetten ein: Wie wird für Sørloth (oder Stürmer X) und Hwang der Wechsel in die Bundesliga? Gelingt es im zweiten Jahr besser die vorhandenen Spieler mitzunehmen (Haidara, Adams, Forsberg, Lookman/Samardžić). Kann Nagelsmann auch ohne seinen Wunsch-Holding-Sixer? Und wer macht am Ende die 60 Scorer von Werner und Schick?

Je mehr Unwägbarkeiten und je mehr Spieler erst zum Pflichtspielstart mittrainieren können, umso gefährdeter die Saisonziele. Die natürlich nur lauten können: Champions League-Qualifikation und Überwintern im internationalen Wettbewerb.“ Quelle

 

So schrieb ich vor gut einem Monat. Seit diesen Aussagen sind mit Kluivert und Sørloth zwei weitere Offensivkräfte gekommen und mit Josko Gvardiol wurde ein sehr interessanter Verteidiger für 2021 festgezurrt. Zudem hat Lookman den Verein leihweise verlassen und so erst den Platz für Kluivert ermöglicht.

Allerdings ist es, wie oben zu lesen, nicht gelungen, das Team bis zum Saisonstart komplett zu haben. Kluivert und Sørloth haben quasi kein Training mit der Mannschaft absolvieren können und der Norweger konnte bei seinen beiden Einsätzen daher auch noch keinen echten Eindruck hinterlassen.

Dagegen ist es Nagelsmann gelungen in den bisherigen Spielen mehrere Wiederauferstehungen einzuläuten. Haidara spielt aktuell hervorragend und hat mit Adams und Kampl dafür gesorgt, dass die Ausfälle von Laimer und Sabitzer nicht ins Gewicht fallen. Forsberg feiert seinen zweiten Frühling und es scheint nicht abwegig, dass er der Saison wieder seinen Stempel aufdrücken wird, ähnlich wie seinerzeit in der ersten Bundesligaspielzeit.

Mit Samardžić und Wosz kamen zudem erstmals wieder Junioren zum Einsatz, was durchaus hoffen lässt, dass die Jugendarbeit (zumindest im Fall von Wosz) doch mal eine echte Frucht abwirft.

 

Wosz feierte gegen Schalke sein Debüt in der ersten Mannschaft.

 

Krösches Arbeitsnachweis

Vertragsverlängerungen

Wohl Krösches bisherige Meisterleistung, wenngleich sie in den Fällen von Werner und Upamecano mit dem Pferdefuß daherkam, dass die Ausstiegsklauseln recht niedrig angesetzt sind. Der Preis der Verlängerung… So ist durchaus zu erwarten, dass Upamecano nächstes Jahr für unter 50 Mio den Verein verlassen wird. Mit Gvardiol hat man zwar schon einen Nachfolger aber der ist auch nicht gerade billig gewesen. Man darf sich hier aber auch durchaus fragen, was die Alternative gewesen wäre. Dazu ist es Krösche auch gelungen wichtige weitere Stützen länger zu binden. Klostermann und Poulsen, die nun schon beide seit Zweit- bzw. Drittligatagen den Verein prägen, haben ebenfalls verlängert. Hier macht Krösche seine Hausaufgaben und sorgt dafür, dass keine schalkesken Zustände herrschen. 2022 enden dann die Verträge der Generation die 16/17 für Furore sorgte, auch hier darf man Krösche schon in der Spur vermuten.

 

Angelino war ein Schlüsseltransfer des Sommers.

 

Leihen

In Anbetracht der schwierigen Umstände die bevorzugte Transferart in diesem Sommer. Nicht nur Leipzig greift auf Leihen zurück sondern in ganz Europa ist weniger Geld im Markt. Junge Kicker wie Krauß und Jäkel in kleineren Ligen untergebracht, Talabidi mit Rückkaufoption verkauft, das liest sich nach einem Konzept. Mvogo war nach seinen eher erfolglosen Jahren wie Augustin schwer ohne Leihe an den Mann zu bringen, auch hier wohl die richtige Wahl. Beim Franzosen entscheidet jetzt die FIFA. Augustin versucht derweil sein Glück als offiziell vertragsloser Spieler in Nantes. Dazu wurden mit den Gebühren für Lookman und Wolf wichtige Gelder generiert bzw. Gehalt freigemacht, um am Ende noch Kluivert zu realisieren.

Die Überleitung zu den leihweisen Zugängen. Hier sicherte sich RBL bei allen drei Leihakteuren wohl Kaufoptionen. Im Fall von Kluivert ist dies noch nicht bestätigt, wurde aber mehrfach berichtet. Henrichs könnte nächsten Sommer gekauft werden, bei Angeliño wird wohl die Kaufpflicht greifen. Was auf der einen Seite schön ist, könnte auch nächsten Sommer zum Problem werden. Denn die Kaufpflicht von Angeliño und der vorgezogene Kauf von Gvardiol werden dann enorme Mittel binden (also im Prinzip die gesamte mögliche Upamecano Ablöse, die ja auch anteilig nach Salzburg weitergegeben wird). Will man dann auch Kluivert und Henrichs holen, wären weitere große Sprünge ohne Abgänge schwer vorstellbar, denn eines hat diese Transferperiode gezeigt: Die Sprüche von den finanziellen Grenzen waren keineswegs flapsig gemeint. Dennoch muss man aufpassen, die Leihen nicht wie eine Bugwelle vor sich herzuschieben.

 

Gretchenfrage Wernernachfolge.

 

Wernernachfolge

Das Thema des Sommers. Während Werner in England schon die erste Kritik entgegenschlägt, weiß man in Leipzig noch nicht, wo man in dieser scheinbaren Kernfrage des Transfersommers wirklich steht. Auch wenn die ersten Spiele gezeigt haben, dass man mit den neuen taktischen Freiräumen (das Spiel ist nun nicht mehr so stark auf Werner zugeschnitten) durchaus sehr ansehnlichen Fußball bieten kann und Tore auch nicht zwingend von den Sturmspitzen kommen müssen, so werden wir in dieser Saison auch treffsichere Stürmer brauchen.

Die Fakten sind klar: Cunha, Lookman, Werner und Schick wurden durch Kluivert, Hwang und Sørloth ersetzt. Wie das letztlich ausgehen wird, ist noch komplett offen. Kluivert ist wohl eine Verbesserung im Vergleich zu Lookman, der hier ebenso wenig einschlug wie in Everton. Allerdings hat auch Kluivert – wenngleich auf höherem Niveau – nicht bei der Roma überzeugen können. Sørloth soll nun – wie transfermarkt User GrazerAK1902 schrieb – Schwanensee tanzen und dies mit den Erfahrungen, die er bei seiner türkischen Laiensschauspieltruppe erwarb. Ob ihm dies jetzt auf der großen Bühne gelingt, bleibt abzuwarten. Und Hwang hinterließ gegen Nürnberg zwar einen guten Ersteindruck, stand aber danach in der neuen Hackordnung dennoch klar hinter Nkunku und Poulsen bzw. war angeschlagen.

 

Neue Kicker braucht der Rasenballsport.

 

Die Neuen

Wie so oft bei Nagelsmann brauchen die Neuzugänge eine gewisse Anlaufzeit. Verbunden mit der kurzen Vorbereitungszeit einiger Akteure sollten die Erwartungen an die Neuen in den nächsten Wochen vielleicht nicht allzu astronomisch sein, auch wennsich eine Diskussion über ihre Leistungen wohl nicht vermeiden lassen wird.

Angeliño

So ein halber Neuzugang, aber eigentlich ist er keiner mehr. Er ist auch einer der wenigen Spieler, die von Beginn an lieferten und das macht der Spanier nun auch weiterhin. Als offensiver Linksverteidiger ein Kicker, an dem aktuell auf dieser Position keiner im Kader herankommt.

Henrichs

Der Wunschspieler und wie Hwang schon länger da, ist sein bisher größter Erfolg die Nominierung für die Nationalmannschaft nach drei Jahren Pause. An den Leistungen im RBL-Dress kann es nur bedingt gelegen haben, denn seine Kurzeinsätze hinterließen nur wenig bleibende Eindrücke. Spannende Frage, ob er sich als echte Konkurrenz (oder bestenfalls Steigerung) zu Klostermann und Mukiele bzw. aktuell auch Haidara auf rechts erweist, denn andernfalls sind die veranschlagten 15 Mio Euro Kaufoption wohl zu hoch.

 

Hwang hat gegen Nürnberg gut angefangen.

 

Hwang

Gut gegen den FCN gestartet und auch gezeigt, dass er andere Qualitäten mitbringt als Werner, aber danach angeschlagen etwas abgefallen. Der Typ wie sein Vorgänger (als der Typ – Werner spielt immer) wird er wohl nicht. Bleibt abzuwarten, ob er einen bleibenderen Eindruck hinterlassen kann als beispielsweise Cunha, der (allerdings mit mehr Freiheiten) derzeit in Berlin groß auftrumpft.

Kluivert

Die große Unbekannte. Vor zwei Jahren baggerte RBL schon an ihm, als er noch in Amsterdam kickte. Der Sprung nach Rom war wohl zu groß, so richtig angekommen ist der Sohn der Barca-Legende dort nicht. Nun also der Versuch in Leipzig sein zweifelsohne vorhandenes Talent auf den Platz zu bringen. Auch hier bleibt erstmal ein Fragezeichen, wie das ausgehen wird. Immerhin bleibt die Grundprämisse, die auch Lookmans Entwicklung hemmte, bestehen, nämlich, dass es abseits der Schienenspieler gar keine Außenbahnpositionen in den Nagelsmann-System gibt.

Martínez

Der spanische Keeper fiel bisher eher neben dem Platz auf, als er mit dem Nachwuchskicker Novoa nach einem Besuch in Prag in Quarantäne musste. Wird es scheinbar wie Mvogo schwer haben am übermächtigen Gulácsi vorbeizukommen, bisher saß zudem nur Tschauner auf der Bank.

Samardžić

Ein Versprechen für die Zukunft. Immerhin bis jetzt fester Bestandteil des Kaders, was wohl auch der Grund bzw. die Bedingung für seinen Wechsel sein könnte. Hat auf seiner Idealposition aber auch enorme Konkurrenz, ließ aber in der U20 Nationalmannschaft gerade wieder seine Klasse aufblitzen.

 

Sørloth kommt mit schwerem Gepäck.

 

Sørloth

Das Thema der letzten Wochen zum Schluss. Ein ordentlicher Rucksack, den der Norweger nun tragen muss. Mit über 20 Mio Ablöse und dem naheliegenden Vergleich mit Nationalmannschaftskollege Haaland sind die Erwartungen quasi grenzenlos. Zudem der Sprung in eine höhere Liga und ein funktionierendes Team ohne echtes Training (weder vor dem Wechsel noch danach). Jetzt kommen die Doppelspielwochen und ja, irgendwann muss er liefern, so viel Schonfrist wird man sich nicht leisten können. Bisher wirkten seine Auftritte wenig inspirierend, da darf gegen und mit dem Ball mehr kommen. Bei Norwegens Aus gegen Serbien war er der bessere der beiden skandinavischen Angreifer und führte fast vier Mal so viele Zweikämpfe wie Haaland, dessen bestechendste Szene in dem Spiel war sich am Seitenrand ein Red Bull hinter die Binde zu kippen. Auch hier steht aber eine finale Entscheidung noch aus.

 

Fazit

Unter schweren Bedingungen haben Krösche und Leipzig eine solide Transferphase geliefert, für die ein abschließendes Fazit aber noch nicht möglich ist. In der B-Note bleiben Abzüge stehen. Die späte Verpflichtung von Sørloth und Kluivert könnten in den kommenden Wochen noch eine Rolle spielen, weil man quasi keine Trainingsmöglichkeit in den englischen Wochen hat. Die Werner-Nachfolge ist wie Schrödingers-Katze – noch bleibt uns der Blick auf das wahre Leistungsvermögen von Sørloth & Co. verwehrt. Informationen dazu dann erst in ein paar Wochen, wenn wir auf die Katze in der Kiste geschaut haben. Dazu wurden durch die Leihen auch viele Probleme nur auf den nächsten Sommer verlagert, was aber angesichts der Beschränkungen der Transferphase nicht anders möglich war.

Dennoch hat RBL ein durchaus konkurrenzfähiges Team zusammenbekommen und steht nach einem guten Saisonstart auf Platz 1 der Bundesliga. Nun folgt mit den englischen Wochen die Kür und es wird sich schnell zeigen, ob der Kader breit genug ist und ob die Neuzugänge liefern können, wenn sie gebraucht werden.

Rumpelstilzchen


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  • Alexander Sørloth
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