Sorgenfrei in Runde 2!
Inhalt
Vor dem Spiel ist vor dem Spiel
Auffällig welche Spieler nicht an Bord waren. Sabitzer (selbst wohl schon mit den Bayern einig), Sørloth (Kandidat für einen Wechsel nach England), Lookman (dito) und Wosz (Leihkandidat). Auch Halstenberg (verletzt, aber ebenso Kandidat für einen Wechsel) sowie Henrichs (Knie) und Poulsen (Trainingsrückstand) fehlten. Olmo kickte derweil im olympischen Finale und verlor gegen Brasilien mit Cunha.
Marsch mit zwei Neuzugängen in der Startelf (sowas hatte letzte Saison Seltenheitswert). Simakan war der Gewinner der Vorbereitung und Silva als Topneuzugang gleich gesetzt. Bei den Gastgebern dagegen nach einem Fehlstart viele Verletzungssorgen. Einige Topspieler fehlten oder saßen auf der Bank (Testroet, Esswein, Diekmeier, Keita-Ruel, Kister) – der SVS also weit weg von der Topbesetzung und das merkte man auch.
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Dreisatz des Spiels
Ein quasi ungefährdeter vier zu null Sieg bei einem Zweitligisten, was soll man da groß meckern. Marsch gewinnt seinen Auftakt gegen schon sehr schwache Sandhausener und jubelt gleich viermal – einmal mehr als Nagelsmann in seinen ersten Pokalduellen. Auffällig aber trotzdem: kein Stürmer traf.

Willi geht voran!
Neu im Bullenstall
Silva vergab nach nur drei Minuten eine Topchance (Herzlich Willkommen in Leipzig!). Der Portugiese wirkte anfangs noch nicht komplett integriert und hatte nur wenige Ballkontakte sowie schlechte Passwerte. Er steigerte sich jedoch im Laufe der Partie immer mehr nachdem man schon Schlimmes befürchten musste, als er mit dem Schienbein gegen den Pfosten rauschte. Kurz vor der Pause war er dann an der Entstehung des 2:0 beteiligt (Ballablage auf Vorvolagengeber Forsberg) und später legte er Nkunku noch sehenswert das 3:0 auf. Das wird was, wobei er bei den Zweikämpfen noch zulegen muss (0 von 5 Duellen)!
Simakan eine echte Bereicherung, in der Luft stark und mit Orban gemeinsam ein sicheres Duo in der Abwehr und toller Einsatz in Halbzeit 2 als es mal kurz brenzlig wurde. Offensiv mit einem Tor, dass von Schiedsrichter Schlager wegen Stürmerfoul zurückgepfiffen wurde und einem Pfostentreffer. Stark!
Brobbey, Szoboszlai und Raebiger kamen für die letzten Minuten. Der Ungar mit dem ersten RBL-Tor in seinem ersten RBL-Pflichtspiel mit seiner ersten Ballaktion. Kann man mal machen… gerade nach so einer Verletzungspause. Raebiger zog als jüngster RBL-Spieler aller Zeiten ohne Angst seine Kreise aber von Brobbey war in der Schlusshase nur wenig zu sehen.

Nkunku war der Dreh- und Angelpunkt der Offensive.
Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt
Nkunku: Offensiv der Dreh- und Angelpunkt des Leipziger Spiels. Nkunku hat im Duell um die umkämpften Plätze im OM ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Spieler des Spiels!
Orban: Ging voran, wo ein echter Kapitän vorangehen musste und schoss das erste Tor der Saison. Dass Orbans Kopfbälle offensiv eine echte Waffe sind, wusste man schon immer, in Sandhausen ist diese Erkenntnis wohl erst im Laufe der ersten Halbzeit gereift. Zu spät.
Simakan: Führte die meisten Duelle. Offensiv fast mit einem Treffer und defensiv sicher. Geile Frise. Der Gewinner der Vorbereitung. Mit ihm scheint RBL einen Glücksgriff gemacht zu haben, wenn wir was können, dann französische Verteidiger scouten…

Simakan mit einem guten Spiel.
Luft nach oben
Forsberg: Da war noch nicht alles Gold, was glänzt. Wenigste Pässe aller Startfeldspieler nach Silva, nur ein gewonnener Zweikampf. An einigen Situationen einleitend beteiligt, dennoch war das noch nicht Forsberg auf Topniveau oder EM-Niveau.
Kategorie schlecht (gealtert)
1450 Vermummte Sandhausen-Fans versuchen die Blocktrennung zu überwinden. Ziehen sich zurück. Polizei kommt hinzu. #svsrbl pic.twitter.com/MePedh9nSb
— Semi (@semantosoph) August 7, 2021
Ein paar Irre gibt es scheinbar immer...
Tweet des Spiels
— Fanverband Leipzig e. V. (@fanveRBand) August 7, 2021
Endlich zurück im Stadion!
Champagner oder Bier – die Fans
Neue Saison und endlich wieder Stadionerlebnis. Zwar konnten nur knapp 400 Leipzig-Fans mitreisen, aber für die war die Rückkehr auf die Tribüne etwas ganz besonderes. Der SVS natürlich mit den obligatorischen Anti-RB Bannern und einigen Aggro-Fans, es gibt auch Dinge die man nicht so extrem vermisst hat… Über das Spiel gesehen hörte man vor allem die Leipziger Fans, die bei dem Spielverlauf natürlich auch viel Spaß hatten.
Was ein Gefühl ... 😇 pic.twitter.com/57yRH4DaNh
— Angel3RBL (@Diego3164562417) August 7, 2021
Pfeife des Spiels
Vier Bundesligaspiele unter Schlagers Leitung hatte RBL bisher absolviert. Alle auswärts und alle zu Null, nur einmal ging man nicht als Sieger vom Platz (0:0 in Wolfsburg). Das heutige Spiel fügte sich gut in diese Statistik ein und war der höchste Sieg unter Schlagers Leitung. Das Tor von Simakan hätte man nicht zwingend zurücknehmen müssen, auch wenn da etwas Armeinsatz dabei war.

Szoboszlai erzielte das 4:0.
Aufgefallen
1) Wie schon oben geschrieben, war es durchaus bemerkenswert, wer eben nicht dabei war. RBL will immer noch den Kader verkleinern und Lookman sowie Sørloth sind heiße Kandidaten für Wechsel nach England. Auch bei Sabitzer und Halstenberg könnte in Bezug auf FCB und BVB bald Bewegung reinkommen. Schon jetzt ist es der größte Umbruch seit Peter Pacult. Eine ganz schöne Kaskade die die Abgänge von Upamecano, Krösche und Nagelsmann ausgelöst haben.
2) Marsch vor dem Spiel schon mit Gesten in Richtung Fanblock und auch danach Teil der Party. Der nahbare Amerikaner könnte hier einige innigere Bindung zu den Fans herstellen als Nagelsmann. Man fühlte sich an Hasenhüttl oder Zorniger erinnert.
3) Orban und Simakan mit einem Tor und weiteren guten Versuchen. Angeliño mit der Vorlage. In Sachen Torgefahr muss man sich bei der Abwehr wie auch schon letzte Saison keine Gedanken machen, das läuft…
4) Sandhausen, das ist Zweite Liga par excellence. Da bekommt man schon beim Einlaufen Angst um die Spieler. Silva verletzte sich beinahe selbst, als er eine Hereingabe verpasste und mit dem Schienbein voll gegen den Pfosten rauschte. Mukiele musste behandelt werden nach Kopf-Wirkungstreffer und die Gastgeber unterbanden einige Leipziger Angriffe doch sehr ruppig. Am Ende verletzte sich aber keiner ernsthaft.
„Hochgezüchtet, wettbewerbsverzerrend, Mitglieder ohne Rechte: Null Akzeptanz für das traditionslose Marketingprojekt.“ Sandhausens Fans schon zu Saisonbeginn stabil. #SVSRBL #DFBPokal pic.twitter.com/1Vlfte4gAr
— Florian Reis (@vunallemebbes) August 7, 2021
Einfallslosigkeit auf stabil niedrigem Niveau.
5) Gut, es war nur Sandhausen, aber gut 75% Ballbesitz zeigten, dass man hier so schnell keinen totalen Rückfall in ganz alte Zeiten erleben wird. Leipzig hat eine spielstarke Truppe, die auch mit dem Ball viel anzufangen weiß und dieses Potenzial wird Marsch nicht einfach brachliegen lassen. Die Konterabsicherung war ok, aber beim SVS fehlten auch einige Topspieler.
6) Schlechtester Saisonstart für Sandhausen seit dem Zweitligaaufstieg. Daheim gegen RBL kann man weiterhin nicht gewinnen. Sieg und Polonaise gibt es lediglich bei eigener Anreise in die RBA. Dieses Mal also eher die Leipziger mit Polonaise durch das Stadion am Hardtwald (zumal 0:4 ja das ursprüngliche Polonaise-Ergebnis ist). Sandhausen hat als nächstes nun den Tabellenführer aus Karlsruhe vor der Brust – harte Zeiten am Hardtwald.
7) Nachdem Leipzig im Mai kein Pflichtspiel gewinnen konnte und immer Gegentore kassierte war dieser souveräne Sieg in Sandhausen Balsam für die Seele. Bis auf eine kleine Schwächephase um das 4:0 herum hat die Marsch-Elf wenig zugelassen.
8) Vier Tore und dennoch kein Stürmertor. Hwang und Silva vergaben gute Chancen. Beide leiteten aber Treffer ein. So lange sie die Dinger für die Mittelfeldspieler auflegen, ist ja alles Paletti. Dennoch sollte man dieses kleine Manko im Blick behalten.

Keine Stürmertore? Na immerhin an zwei Toren beteiligt.
Das waren doch mal eine absolut souveräne Vorstellung und ein quasi ungefährdeter Einzug in die zweite Pokalrunde, gegen einen der nominell schwerstmöglichen Gegner. Orban zeigt, wer der Kapitän der Herzen in Leipzig ist und Marsch zeigte, dass man auch unter ihm mit dem Ball was anzufangen weiß. Sandhausen aber letztlich auch kein wirklicher Gradmesser, da wogen Fehlstart und Ausfälle schwer.
Am nächsten Sonntag geht es dann nach Mainz (spielt morgen gegen Elversberg). Die Mannschaft von Bo Svensson holte unter dem ehemaligen Liefering-Coach nur einen Punkt weniger als Nagelsmann mit RBL. Ein Duell auf Augenhöhe könnte man meinen. Nach der Rückrundenpleite in der letzten Saison wäre ein Sieg in Mainz ein echtes Ausrufezeichen zum Saisonstart.

Im Stadion ist es am schönsten!
Statistik
SV Sandhausen: Drewes – Diakhite, Höhn, Zhirov (C), Ajdini, Okoroji – Sicker (64. Ritzmeier), Zenga, Sickinger (46. Bachmann), Gaudino (46. Keita-Ruel) – Soukou (76. Esswein)
RB Leipzig: Gulácsi (C) – Mukiele, Simakan, Orban, Angeliño – Adams (68. Laimer), Kampl (78. Raebiger) – Nkunku, Haidara (78. Szoboszlai), Forsberg (61. Hwang) – Silva
(68. Brobbey)
Schiedsrichter: Daniel Schlager (Rastatt)
Tore: 0:1 Orban (19.), 0:2 Haidara (45.), 0:3 Nkunku (60.), 0:4 Szoboszlai (81.)
Torschüsse: 7 / 15
Schüsse aufs Tor: 4 / 8
Passquote: 60% / 85%
Zweikampfquote: 56% / 44%
Ballbesitz: 27% / 73%
Fouls: 7 / 9
Ecken: 2 / 13
Abseits: 0 / 5
Gelbe Karten: Sickinger / –
Zuschauer: 4.067 (375 Leipziger)
Rumpelstilzchen
) wie Lautern, Schalke, Düsseldorf etc. die letzten Jahre einfach nichts auf die Reihe bekommen haben. Viele Auswärtsfans zu haben, bedeutet rein GAR NICHTS!!! Hier geht es immer noch um sportliche Leistungen. Das wüsste man, wenn man mal ab und zu auf's Spielfeld schaut und sich nicht oben hinter "den Linien" mit etwas anderem beschäftigt - vorausgesetzt, man interessiert sich WIRKLICH für diesen Sport und nicht nur für den ganzen Blödsinn am Rande...