Leipzig mit Glück des Tüchtigen zum Auwärtspunkt in Augsburg
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Vor dem Spiel ist vor dem Spiel
Man ist weiter in der Crunchtime und ein Spiel jagt das nächste. Am Dienstagabend konnte man den HSV noch mit 4:0 im DFB-Pokal nach Hause schicken. Nun geht es im Bundesliga-Alltag weiter und das in Form eines Auswärtsspiels gegen den FC Augsburg. Und wie gewohnt, war es wieder ein Spiel in der Ferne, was den eigenen Ansprüchen nicht genügt.
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Dreisatz des Spiels
Es brauchte erst die gelb/rote Karte der Augsburger, bis die Leipziger in Rollen kamen und wenigstens noch einen Punkt aus Augsburg mit nach Hause brachten. Über weite Strecken des Spiels, war von den Leipzigern wenig zusehen und die zwischenzeitliche Führung der Puppenkistler verdient. Es bleibt weiter ein Rätsel, weshalb die Mannschaft zu Hause performt, aber dafür auswärts so dermaßen einknickt.
10 Dinge, die man diese Saison lieber machen kann als RB-Auswärtsspiele zu schauen…. #FCARBL
— Rasenlatscher 🏆 (@RasenlatscherRB) October 22, 2022
Ob schon die Top Ten gewählt wurde? Der Tweet wurde vor der großartigen Schlussphase formuliert.
Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt
Szoboszlai: Der Ungar befindet sich mit seinen engagierten Leistungen weiter in der Top 3 der besten Spieler von RB. Auch wenn am Samstag nicht alles gelang. Bei ihm stimmen derzeit Einsatzwillen und Körpersprache. Wenn einer den Bock umstoßen will, dann er. Entsprechend auch mit der Vorlage zum 3:1 durch Silva.
Silva: Auch André Silva kann man den Stempel „stets bemüht“ aufdrücken. Hängt zwar dank generell statischem Spiel seiner Mannschaftskollegen viel in der Luft und kann sich manchmal eher vom Ball trennen. Insgesamt aber ein Unruheherd. Letztlich belohnt er sich dann noch mit seinem ersten Saisontor in der Bundesliga.

Hat lange nach seinem 1 Bundesliga-Saisontor Ausschau gehalten.
Novoa: Der junge Spanier kommt in der 73. Minute für Henrichs und sorgt mit seiner Geschwindigkeit für Schwung auf der rechten Seite. Auch er belohnt sich mit seinem 1. Saisontor und schießt das entscheidende 3:3 zum Ausgleich. Selbstverständlich war RB zu seiner Spielzeit bereits in Überzahl.
Luft nach oben
Raum: Nachdem der deutsche Nationalspieler sich endlich gefangen zu haben schien, glänzte er am Samstag mit einer unglücklichen Aktion, welche zum Elfmeter für Augsburg führte und damit zur 1:0 Führung. Auch blieb er wieder nach vorn relativ ungefährlich, wobei man das für fast alle Spieler die ersten 70 Minuten sagen konnte. Nachdem Spiel äußerte er sich insgesamt sehr selbstkritisch zu seinen Leistungen bei RB Leipzig. Die Erkenntnis ist da, was gut ist.
Hernichs: Auch auf der rechten Abwehrseite ging wenig bis überhaupt nichts. Benny bleibt weiter einer der Verlierer des Trainerwechsels und weit hinter den Leistungen seines direkten Kontrahenten Simakan zurück.
Poulsen: Das mittlerweile Leipziger Ur-Gestein konnte seine Stärke, die Körperlichkeit kaum einbringen. Yussi war weitestgehend abgemeldet und mit wenig nennenswerten Aktionen. Folgerichtig musste er dann nach einer Stunde den Platz verlassen. Für ihn kam Nkunku, der das zwischenzeitliche 3:2 per Freistoß erzielte.
Tweet des Spiel
Am Ende mehr als verdient. Eigentlich musst du, so tot wie die sind, sogar noch den Sieg mitnehmen. Gelb-rot natürlich als Gamechanger, aber auch die Folge dessen, dass RB vorher schon mit mehr Zug Richtung Augsburg-Tor gezogen ist. #fcarbl
— rotebrauseblogger (@rotebrauseblog) October 22, 2022
Das Spiel zusammengefasst mit weniger als 240 Zeichen
Champagner statt Bier – die Fans
Ungefähr 500 Fans der Leipziger fanden den Weg in das Augsburger Stadion. Die WWK Arena war auch im Heimbereich nicht ausverkauft und wies einige Lücken auf. Da sich beide Vereine, mehr als gewohnt sind, auch nicht verwunderlich. Immerhin wurden die Leipziger Fans mit einer turbulenten Aufholjagd für Ihre Unterstützung belohnt. Das man führ Auswärtsfahrten derzeit eher masochistische Charakterzüge aufweisen muss, ändert daran jedoch nichts.
Die Mannschaft verabschiedet die mitgereisten Fans.
Pfeife des Spiels
Robert Schröder mit einer soliden Leistung. Das das Spiel eher ruppig seitens des FCA geführt wurde, zeigen die sieben gelben Karten. Die gelbrote Karte gegen Iago war angemessen. Nach taktischem Foul an Schlager „provozierte“ dieser den Brasilianer, so dass sich dieser zu einer nonverbalen Reaktion hinreißen ließ und Schlager erneut umstieß. Betrachtet man beide Aktionen einzeln, sind beide gelben Karten okay. Das Stefan Reuter der Meinung war, dass die Leipziger provozierten, sei mal dahingestellt. Immerhin trat seine Mannschaft nachweislich nicht gerade wie eine Truppe harmoniebedürftiger Glücksbärchies auf.
Aufgefallen
1) Bis zum Platzverweis war Leipzig weitestgehend mit dem harschen Augsburger-Spiel überfordert. Der 3 Tore Rückstand zudem Zeitpunkt gerechtfertigt, da man es nicht schaffte, vorn für Gefahr zu sorgen und hinten zu anfällig war.
2) Alle Gegentore fielen nach Standards. Den Elfmeter kann man herausnehmen, aber die Tore nach Ecke und Freistoß sind dann doch auffällig schlecht verteidigt. Auf alle Fälle wohl ein Punkt in Roses Analyse, der in Zukunft angesprochen werden muss.
3) Der Trainer nutzte sein Wechselkontingent erneut nicht aus. Allerdings war auch nicht so viel Potential auf der Bank, dass man bei einer Aufholjagd bräuchte. Die besten Wechsel-Optionen mit Nkunku und Haidara kamen relativ früh in der 59. Minute. Immerhin zwei Joker-Tore von Nkunku und Novoa, sprechen für ein gutes Händchen des Coaches. Eventuell hätte man Olmo etwas früher bringen können. Der Fitnesszustand des Spaniers ist allerdings auch nicht bekannt.
4) Die Moral und Einstellung nach gespielten 70 Minuten war okay. Mehr Sorge machen die Minuten vor dem Platzverweis von Augsburg. Ob diese ohne die Gelb/Rote so eingebrochen wären, ist nicht sicher. Denn auch danach wirkte der FCA gut sortiert und versuchte sich hinten einzuigeln. Letztlich war man den Druck von RBL nicht mehr gewachsen. Das Pokalspiel gegen Bayern unter der Woche tat sicher sein übriges. Trotzdem bleibt festzuhalten, dass der Punkt-Gewinn für RBL letztlich glücklich war.
5) In der Heimtabelle auf Platz 1 mit 13 Punkten, funktioniert es Auswärts weiter nicht. Gerade mal 3 Punkte stehen in der Ferne nun zu Buche. Auch sind die Leistungen eher Pfui statt Hui. Wie Rose hier noch vor der WM-Pause ansetzen kann, ist fraglich. Wahrscheinlich gilt erstmal das Motto: Augen zu und durch. Immerhin sind es nur 4 Punkte bis zum Mindestziel Platz 4. In der Rückrunde muss Leipzig dann aber ein ganz anderes Auswärtsgesicht zeigen.
6) Nach dem Spiel wurde bekannt, dass der Red Bull Gründer Dietrich Mateschitz im Alter von 78 Jahren verstorben ist. Mateschitz war der wesentliche Grund für das Engagement von Red Bull im Leipziger Fußball und stand voll hinter diesem. Unabhängig von persönlichen Befindlichkeiten oder Meinungen über ihn, war er ein Mann, der mit vollem Einsatz den Sport im Allgemeinen förderte. Daher sei den Angehörigen, Freunden und Weggefährten von Dietrich Mateschitz ein herzliches Beileid ausgesprochen und vielen Dank an Didi, dafür was er hier in Leipzig ermöglicht hat.
RB Leipzig trauert um Dietrich Mateschitz. pic.twitter.com/82rszPGQaY
— RB Leipzig (@RBLeipzig) October 23, 2022
R.i.P. Dietrich Mateschitz
Mal wieder ein Auswärtsspiel, welches nicht den Erwartungen gerecht wird. Mit etwas Dusel holt man immerhin einen Punkt. Die Spiele werden jedoch nicht weniger und man kann froh sein, dass sich die Konkurrenz derzeit gegenseitig die Punkte wegnimmt. Am Dienstag geht es dann schon weiter in der Königsklasse. Zu Gast ist der Titelverteidiger und Topklub Real Madrid. Es bleibt also wieder nicht viel Zeit für Rose an Stellschrauben zu drehen.
Kicker – Bundesliga – Sofacore – RBL – understat – FotMob – Whoscored
Statistik
FC Augsburg: Koubek – Pedersen (78. Caligiuri), Bauer, Gouweleeuw (C), Iago (66. Gelb-Rot) – Rexhbeçaj, Gruezo, Vargas, Demirović – Berisha (74. Framberger), Niederlechner (87. Maier)
RB Leipzig: Blaswich – Hernichs (73. Novoa), Orbán (C), Gvardiol, Raum –
Kampl (59. Haidara), Schlager – Szoboszlai, Forsberg (80. Olmo) – Poulsen (59. Nknunku), Silva
Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)
Tore: 1:0 Berisha (34.), 2:0 Demirovic (51.), 3:0 Vargas (64.), 3:1 Silva (72.), 3:2 Nkunku (89.), 3:3 Novoa (90.)
Torschüsse: 9 / 18
Schüsse aufs Tor: 3 / 7
xG Wertung: 1,9 / 2,4
Passquote: 57% / 81%
Zweikampfquote: 47% / 53%
Ballbesitz: 32% / 68%
Laufstrecke: 104,4 km / 109,1 km
Sprints: 199 / 178
Fouls: 15 / 11
Ecken: 3 / 6
Abseits: 3 / 1
Gelbe Karten: Berisha, Demirovic, Gruezo, Gouweleeuw, Rexhbecaj / Silva (1)
Gelbe/Rote Karten: Iago (66. Minute)
Zuschauer: 26.000 (ca. 600 Leipziger)
tony4arsenal
) wie Lautern, Schalke, Düsseldorf etc. die letzten Jahre einfach nichts auf die Reihe bekommen haben. Viele Auswärtsfans zu haben, bedeutet rein GAR NICHTS!!! Hier geht es immer noch um sportliche Leistungen. Das wüsste man, wenn man mal ab und zu auf's Spielfeld schaut und sich nicht oben hinter "den Linien" mit etwas anderem beschäftigt - vorausgesetzt, man interessiert sich WIRKLICH für diesen Sport und nicht nur für den ganzen Blödsinn am Rande...