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Breis-GAU für Freiburg!
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Breis-GAU für Freiburg!

Breis-GAU für Freiburg!

Kernschmelze bei einigen Fans schon vor dem Spiel und auch nach dem hochverdienten Leipziger 3:1 Sieg, zeigten sich einige als schlechte Verlierer. RBL schlägt den Tabellenzweiten und ist nur noch einen Sieg von einem CL Platz und der WM Pause entfernt.

Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

Ein echtes Sechspunktespiel zum Heimspielabschluss des Jahres. Die Neuauflage des Pokalfinales hatte es in sich. Zwei Teams mit ansteigender bzw. sehr stabiler Form und emotional aufgeladen durch das Berliner Finale. Um die letzten Wochen zu vergolden, sollte ein Sieg gegen die Streich-Elf her, die bisher in dieser Saison lediglich von FCB und BVB geschlagen wurde.

Zwei Änderungen gab es im Vergleich zum Kick in Hoffenheim. Kampl und der genesene Simakan ersetzten Raum und Diallo. Dabei sollte der Senegalese eigentlich für Gvardiol beginnen, musste aber mit Kniebeschwerden beim Aufwärmen passen. Sein Ersatz hielt gut 20 Minuten durch und musste früh runter, nachdem er eine Erfahrung der dritten Art (Veilchen, Nasenbruch und Cut inklusive) hatte, als er mit Orbán zusammenrauschte. Streich setzte auf eine Fünferkette und ließ zu Beginn mit Grifo den besten Freiburger Angreifer draußen.

 

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Dreisatz des Spiels

Schon im Vorfeld setzte bei einigen Freiburgern die kognitive Kernschmelze ein – der Stachel des Pokalfinales juckt wohl noch, was durch den späten Elfer auch nach dem Spiel nicht besser wurde, dabei war der SCF in allen Belangen (Fouls außen vor) unterlegen und war mit dem Ehrentreffer nach Sonntagsschuss noch gut bedient. Die Dominanz und Abgeklärtheit mit der die Rose-Elf die Aufgabe anging, nötigt Respekt ab, gerade weil Leipzig mit den Verletzten sowie den Ausfällen von Gvardiol und Diallo defensiv auf der letzten Felge daherkam. Szoboszlai, Silva und Nkunku überzeugten offensiv und sogar Sorgenkinder wie Kampl, Henrichs und Halstenberg fielen nicht wirklich ab.

 

Forsberg im Movembermode und als sicherer Elferschütze.

 

Neu im Bullenstall

Schlager als einziger Neuzugang in der Startelf ragte mal wieder heraus und jedes Mal, wenn er eine seiner typischen Aktionen rausholt (Steilpässe, Laufduelle oder Zweikämpfe) fragt sich der geneigte Zuschauer, was Tedesco eigentlich geritten hat. Raum kam nur kurz am Spielende. Blaswich vertrat gewohnt souverän Pete zwischen den Pfosten.

 

Der Ball klebt an Silva, gute B-Note trotz ausbaufähiger Torausbeute.

 

Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt

Nkunku: Sein Geniestreich in der ersten Halbzeit nach dem schnell ausgeführten Freistoß hätte schon ein Tor verdient. Nachdem Pfosten (2) und Flekken (2) noch einen Treffer verhinderten netzte er kurz nach Simakans Führungstreffers zum 2:0 und holte den Elfer raus. Auch wenn die Brausgauer es nicht wahrhaben wollen, so bleibt ein Foul bei dem man nicht fallen muss aber oben klar gehalten und unten klar getroffen wird auch in diesem Universum immer noch ein Foul. Leipzigs Lebensversicherung und das hoffentlich auch über die WM hinaus.

Szoboszlai: Der Mann für die Geniestreiche bei den Vorlagen (4 Keypässe, 4 von 7 anekommenen Flanken), wobei hier auch Silva (3 Keypässe, Einleitung des Elfers) zu nennen wäre. 12. Vorlage wettbewerbsübergreifend zum 2:0, die besonders sehenswert und präzise war. Fast auch das 1:0 vorbereitet, wenn der Pfosten nicht Nkunkus Treffer verhindert hätte. Extrem laufstark und einsatzfreudig seit Rose da ist.

Schlager: Auch er einer der großen Profiteure von Rose. Aber dafür profitiert Leipzig auch von ihm und seinen Qualitäten. Er ist bei Leibe nicht fehlerfrei aber immer bereit einen Fehlpass wieder auszuwetzen. Meiste Ballberührungen und Pässe nach Willi Orbán und mit drei Keypässen auch offensiv wirkmächtig, nicht zuletzt da er lange Pässe (8 von 12 kamen an) so langsam perfektioniert.

 

Szoboszlai macht wie RBL das Dutzend voll – 12 Vorlagen in allen Wettbewerben.

 

Luft nach oben

Kampl: Fiel im Vergleich leicht ab auch weil es ihm nicht gelang seine Zweikämpfe zu gewinnen (0 von 5) oder wie Schlager auch offensiv Akzente zu setzen – kein Keypass, kein langer Ball.

Olmo: Vergleichsweise wenig Impact auf das Offensivspiel, keine Torschussvorlagen oder wirklich sehenswerte Aktionen. Olmo konnte daher nicht an seine zuletzt guten Auftritte anknüpfen. Nach der langen Pause aber auch nicht sonderlich überraschend.

 

Kategorie: Niveau ist keine Handcreme

Das "S" in SC steht übrigens für "schlechte Verlierer".

 

Tweet des Spiels

Oh Willi, mein Willi!.

 

Champagner statt Bier – die Fans

Beste Stimmung in der Arena, außer logischerweise bei den wenigen Freiburgern, die nicht boykottierten. Die Boykott-Fraktion berauschte sich am Sieg in Liga 3 gegen 1860 und konnte dabei – quasi zur Unterstützung der eigenen Mannschaft die schlechten Seiten des einzig wahren Rasenballsports feiern. Muss dann eben als Sieg reichen, denn wer boykottiert verliert bekanntlich. In der Kurve beschäftigten sich die Leipziger Fans mit Katar und der zunehmenden – man ist geneigt zu sagen – Kriminalität („Pfandjäger“) rund um das Stadion.

Mannschaft und Spieler rücken nicht zuletzt dank der Auftritte und der Ergebnisse immer weiter zusammen. Vorbei ist die kühle Distanziertheit von Tedesco und seinem Fußball. Rose als nahbarer Leipziger und obendrein hocherfolgreicher Übungsleiter die quasi ideale Besetzung.

 

Gegen Katar und Abzocke auf vor dem Stadion.

 

Pfeife des Spiels

15. Einsatz für Osmers in einem Spiel mit Leipziger Beteiligung. Bis auf den erwartbaren Kantersieg gegen Ottensen gab es in den von ihm geleiteten Begegnungen nie mehr als ein Tor Unterschied. Auch nicht bei der 2:1 Niederlage in Freiburg vor drei Jahren. Daheim verlor RBL eines von vier Bundesligaspielen (2018 gegen Köln). Zuletzt pfiff er den 3:2 Heimsieg gegen die Hertha.

Der Bann der engen Spiele ist also gebrochen. Die Freiburger haderten mit seiner Zweikampfbewertung, langten aber auch immer wieder nicklig zu, da ein Halten, hier ein Schubser in die Bande, dort den Fuß drübergehalten, da muss Streich sich in der Summe nicht beschweren, wenn diese Fouls auch als solche bewertet werden. Lag beim Elfer richtig, weil Nkunku gehalten und am Fuß getroffen wurde. Wenn Streich sich darüber beschwert, dass dies nun zum wiederholten Male passiert liegt das ggf. eher an Nkunkus Stärke am Ball und an der Limitiertheit der eigenen Abwehrspieler als an einem VAR-Komplott.

 

Echte Augsburg-Vibes die der SCF so verbreitet.

 

Aufgefallen

1)      Ein in der Höhe absolut verdienter Sieg. Wie schon gegen die TSG wirkt RB von Spiel zu Spiel reifer und abgeklärter. Die positive Entwicklung ist sichtbar und nicht nur ergebnisbedingt. Sicherlich wird es irgendwann auch Rückschläge geben. Die Bayern zu Beginn des nächsten Jahres oder das Hammerlos City sind naheliegende Spiel, die gegen Leipzig laufen könnten aber momentan wirkt das Team gefestigt und lässt sich auch nach Rückschlägen (Freiburgs Anschluss oder Hoffenheims Ausgleich) nicht aus der Ruhe bringen. Nun darf diese Reife auch beim Kick in Bremen unter Beweis gestellt werden.

2)      Freiburg nicklig bis ruppig aber die schlimmsten Verletzungen fügte sich RBL selbst zu. Poulsen versetzte Haidara beim Aufstehen mit dem Schädel einen Kinnhacken und Gvardiol brach sich beim Zusammenstoß mit Willi „The Wall“ Orbán die Nase. Gute Besserung an dieser Stelle.

 

Freiburg geht Baden.

 

3)      Bemerkenswert auch wie Leipzig die Ausfälle verkraftete und trotzdem das Spiel dominierte. Immerhin fehlten mit Werner, Gulácsi, Laimer sowie den angeschlagenen bzw. noch rekonvaleszenten Diallo, Klostermann und später Gvardiol gleich sechs potenzielle Stammkicker. Eine Elf mit Kampl, Halstenberg und Henrichs zu einem Sieg gegen Freiburg zu führen wäre Tedesco zu Beginn der Saison wohl kaum gelungen.

4)      Freiburg vor dem Spiel noch ohne Standardgegentor und ausgerechnet damit erzielt Leipzig den Führungstreffer und führt dadurch nun die Standardtrefferliste an (nur Union erzielte ebenfalls 8 Tore nach ruhenden Bällen). Auch dies ist ein wichtiger Faktor des derzeitigen Aufschwungs. Hoffentlich gelingt es dem Team diese Form über die WM zu konservieren.

 

Topform unter Rose.

 

5)      Wer mit Rose eine Rückkehr zum reinen Ralfball vermutete sieht sich getäuscht. RBL ist nicht nur in Sachen xPoints auf Platz 2 der Liga sondern hat nach den Bayern auch den meisten Ballbesitz und die beste Passquote, gibt die zweitmeisten Torschüsse ab und kassiert die zweitwenigsten. Kurzum RBL entwickelt sich wieder dahin, wo es laut Kaderwert und Ausgaben auch hingehört: zu einem Top-3 Team.

6)      Noch ein letztes Spiel und dann ist Pause. In Bremen könnte Leipzig auf einen Champions League Platz springen, denn einer oder beide aus Union/Freiburg werden Punkte lassen. Sogar ein Sprung auf Platz 2 wäre möglich. Werder zeigte gegen die starken Bayern Nerven und konnte in den letzten sechs Bundesligaspielen nie mehr als 1,5 xG erspielen. Das Team lebt von Füllkrugs Topform, der gegen Leipzig aber wohl wieder stürmen kann. Ihn gilt es kaltzustellen.

 

Streich ein wenig im Mimi-Mode.

 

7)      Die WM wirft ihre Schatten voraus und in der Fanszene herrscht noch Unklarheit wie man damit umgehen will. Zum einen werden einige sicherlich die Spiele meiden, zum anderen ist man zurecht stolz auf die Nominierungen der Leipziger Nationalspieler und ist geneigt ihnen alles Gute zu wünschen. Eine schwierige Gratwanderung.

 

Wie lange dürfen wir Nkunku noch erleben, sein weg soll zu Chelsea führen.

 

Ein Statement-Sieg gegen ein Freiburger, die zuletzt auch stark unterwegs waren und auch mit der Doppelbelastung sehr gut klarkamen. Nicht nur der Sieg an sich sondern auch die Art und Weise beeindruckte, Freiburg fand – auch durch ihre eigene defensive Anlage – offensiv quasi nicht statt, das 2:1 eher Zufall als geplant, RBL hingegen mit fünf Großchancen und dreimal Holz. So sehen – verdiente – Sieger aus!

Ein Ganzes Dutzend Spiele ohne Niederlage, unter Rose die gleiche Punkteausbeute in der Liga wie die Bayern, Champions League und DFB-Pokal Achtelfinale. Nun fehlt als absolute Sahnekirsche dieser Topbilanz nur noch ein Sieg in Bremen, der Leipzig trotz Fehlstart auf einen Platz unter den Top-4 springen ließe (Freiburg und Union spielen gegeneinander). Unter Tedesco hätte es nun vielleicht geheißen: auch wenn jetzt verloren wird, wäre es eine Topbilanz – nun heißt es: weiter … immer weiter!

 

KickerWhoscoredSofacoreRBLBundesligaFotMobunderstat

 

Statistik
RB Leipzig: Blaswich – Simakan, Orbán (C), Gvardiol (24. Henrichs), Halstenberg – Schlager, Kampl (83. Haidara) – Szoboszlai (83. Poulsen), Olmo (60. Forsberg), Nkunku – Silva (83. Raum)
SC Freiburg: Flekken – Kübler, Ginter, Lienhart – Sildillia, Eggestein, Höfler (83. Keitel), Günter (C, 56. Sallai) – Doan (59. Grifo), Jeong (59. Höler) – Gregoritsch (56. Schade)
Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)
Tore: 1:0 Simakan (54.), 2:0 Nkunku (56.), 2: Kübler (66.), 3:0 Forsberg (78.) FE
Torschüsse: 16 / 3
Schüsse aufs Tor: 8 / 2
expected Goals: 3,3 / 0,2
Passquote: 84% / 76%
Zweikampfquote: 50% / 50%
Ballbesitz: 58% / 42%
Laufleistung: 114,3 km / 116,0 km
Sprints: 195 / 211
Fouls: 9 / 22
Ecken: 6 / 2
Abseits: 1 / 0
Gelbe Karten: Nkunku (1) / Doan, Jeong, Sildillia, Sallai
Zuschauer: 41.240

Rumpelstilzchen