Gegen Bielefeld reicht es gerade noch so!
Inhalt
Vor dem Spiel ist vor dem Spiel
Große Rotation nach PSG und vor dem wichtigen Kick in Istanbul. Gleich auf sechs Positionen wechselte Nagelsmann. Mit Sørloth und Samardžić bekamen zwei Neuzugänge einen Platz in der Startelf (für Poulsen und Forsberg). Dazu starteten Orban, Halstenberg, Adams und Kampl für Konaté, Nkunku, Haidara und Sabitzer. So ein wenig Breite ist langsam wieder im den Kader, nachdem die Kurzzeitverletzten zurückgekommen sind.
Die Arminia mit Ex-Salzburger Yabo und den im Vorbericht erwähnten Doan, letzterer sollte auch die erste Chance des Spiels haben.

Angeliño ist der neue Werner!
Dreisatz des Spiels
30 Minuten Zuschauer und Bielefeld erfolgreich eingeschläfert und dann mit Samardžićs feinem Füßchen und Angeliños Torriecher gnadenlos zugeschlagen. Mit Nkunkus Blitztor nach Piepers Aussetzer standen dann die Weichen endgültig auf Sieg. Aber RBL schwamm danach zu sehr und Sørloth verschoss einen Elfer, so dass sich Bielefeld doch noch für die offensiv durchaus ansprechende Vorstellung mit einem Tor belohnen konnte.

Samardžić mit dem Pass des Spiels.
Neu im Bullenstall
Während Samardžić mit einem sehr feinen Pass das 1:0 einläutete hatte Sørloth erneut wenig Bindung zum Spiel. Zur Halbzeit ohne gewonnene Zweikampf und mit einem mageren Schüsschen, wurde in der zweiten Hälfte zwar besser, machte dann aber mit dem Elfer alles zunichte. Für einen Zielspieler war es erneut zu wenig, bezeichnend auch die schlechte Zweikampfquote am Boden.
Auch bei Samardžić gab es noch einige Probleme im Spiel, aber er bewegte sich auf einem Niveau was Olmo, Nkunku und Co in den letzten Spielen ebenfalls an den Tag legten. Rufen diese ihr volles Leistungsvermögen ab, muss er sich noch strecken – vielleicht auch ein Grund, warum das Duo in Halbzeit 2 gleich das 2:0 auflegte? Nach einer Stunde war bei Samardžić Schluss, neben einer kleinen Verletzung wirkte er auch sehr fertig.
Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt
Angeliño: Tor in bester Werner-Manier. Sehr viel Betrieb gemacht in einem System, dass ihn als LOM mehr von defensiven Aufgaben befreite. Er bleibt der aktuell torgefährlichste Leipziger – sechster Treffer wettbewerbsübergreifend.
Samardžić: Zeigte dass er sich hinter Olmo und Nkunku nicht verstecken muss. Bleibt noch ein langer Weg zum Stammspieler, weil er am Ende doch sehr platt war, aber für die Vorlage gibts ein Bienchen ins Muttiheft.
Olmo: Sehr guter Ballgewinn vor dem 2:0. Dazu die meisten wichtigen Pässe. Heute wieder mit ansteigender Formkurve.

Heute auch noch vom Punkt torlos...
Luft nach oben
Halstenberg: Wirkte weit weg von 100% gegen Doan mit erheblichen Geschwindigkeitsnachteilen. Wurde zur Halbzeit ausgewechselt (zur Schonung und auch leistungsbedingt korrekt).
Kampl: Vom Altmeister erwartet man immer auch ein wenig mehr. Seinerzeit in Salzburg der Dreh- und Angelpunkt der ersten erfolgreichen Rangnick/Schmidt Phase. Kampl spielt immer solide, aber Wow-Momente gibt es so gut wie nie.
Sørloth: In der ersten Halbzeit ohne Bindung, danach aber besser. Sein verschossener Elfer und das folgende 2:1 machten das Spiel nochmal spannend. Ihm gelingt derzeit wenig.
Kategorie: schlecht gealtert
Sörloth holt einen Elfmeter raus, jetzt lasst ihn auch schießen! #RBLDSC
— RB-Fans.de (@rb_fans) November 28, 2020
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen...
Tweet des Spiels
Gegen Zweitligisten haben wir uns schon immer schwer getan. #RBLDSC und trotzdem mir unsere besseren B-Elf gewonnen.
— #DasBall (@DasBallLE) November 28, 2020
So kann man es auch sehen...
Champagner oder Bier – die Fans
Zwar keine Fans im Stadion, die jährliche Kleiderspende der Rasenballisten findet aber dennoch statt. Nächste Woche habt ihr die Möglichkeit zu spenden.
Rasenball für Leipzig 10 - Auch dieses Jahr gibt es wieder eine Kleiderspende! Corona-bedingt diesmal über mehrere Tage am Stadion. Warme und gebrauchsfähige Winterkleidung für Kinder und Erwachsene. (Kompletter Aufruf bei FB) pic.twitter.com/qlXf4tcLpK
— rasenballisten (@rasenballisten) November 22, 2020
Pfeife des Spiels
Robert Hartmann – in Liga 2 noch der Garant für genau ein RBL Tor (5 Spiele – RBL immer jeweils ein Tor) ist in der Bundesliga einer der Schiedsrichter unter deren Leitung RBL immer gewann. So auch heute. Immer schoss RBL dabei mindestens drei Tore – heute dank Sørloth erstmals nicht... Sollten wir dennoch als Abo buchen…

Keine drei Tore aber dafür kein VAR – Hartmann.
Aufgefallen
1) Erstaunlicherweise trifft der Gegner mal nicht mit der ersten Chance. Ein vorgezogenes Weihnachtswunder? Fakt ist, Leipzigs Halbzeitführung etwas schmeichelhaft, weil Doan zwei Hochkaräter liegen ließ.
2) Ortega ist ein mitspielender Keeper, wenn man sich dann aber wie Pieper böse beim Rückpass verschätzt, dann wird dieser Vorteil schnell zum Nachteil.
3) Angeliño als derzeit treffsicherster Leipziger weiter vorne zu bringen war eine gute Idee. Die meisten Torschüsse und endlich mal wieder ein wernereskes Element im Angriff. Man muss eben nehmen was man hat.
4) Sechs Wechsel in der Startelf, fünf weitere Wechsel bis zur 70 Minute. So langsam kommt die Breite des Kaders wieder zum Tragen. Nagelsmann sammelte mit Nkunkus Wechsel zudem mal wieder einen Punkt in der goldenes Händchen Wertung. Nachdem zuletzt die eingewechselten Kicker oft nicht so gut ausgesehen hatten.
5) Über das Spiel gesehen war Bielefeld mindestens genau so gefährlich wie Leipzig. Überhaupt die Defensive heute sehr schwach. Wie man gegen eine der schlechtesten Offensiven derartig schwimmen kann, muss auch hinterfragt werden.

Mehr WOW-Momente braucht das Land!
Naja, gegen Bielefeld reicht es gerade noch so. Bielefeld aber mit mehr Großchancen, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Leipzig bis auf Sørloths Elfer abgezockt, weil man im Gegensatz zur Arminia die Chancen reinmachte. Auch andere Spitzenklubs mühen sich momentan, dennoch kein Spiel an dem man sich groß aufrichten kann.
Başakşehir nach einem zwischenzeitlichen Hoch und Ligasiegen sowie dem Heimsieg gegen ManU wieder mit drei sieglosen Spielen in Folge und heute einem 3:3 gegen den Tabellenvorletzten. Andererseits hat auch RBL sich nicht mit Ruhm bekleckert. Ohne Wenn und Aber muss in Istanbul am Mittwoch gewonnen werden, um gegen ManU den Einzug ins Achtelfinale selbst in der Hand zu haben.
Danach geht es zu den Bayern, die sind aktuell alles andere als unschlagbar, aber für den ganz großen Wurf muss auch RBL sich stark steigern. Neben den Toren ging heute zu wenig nach vorn und wer schon gegen Bielefeld am Rande des Unentschiedens taumelt, der dürfte es in der Königsklasse und gegen den Serienmeister schwer haben.
Statistik
RB Leipzig: Gulácsi (C) – Mukiele (61. Haidara), Upamecano (46. Konaté), Orban, Halstenberg (46. Nkunku) – Adams, Kampl, Angeliño – Samardžić (70. Sabitzer), Olmo (63. Forsberg) – Sørloth
Arminia Bielefeld: Ortega – Brunner, Pieper (75. Nilsson), van der Hoorn, Lucoqui – Seufert (69. Voglsammer), Prietl, Doan (75. Soukou), Hartel, Yabo (69. Schipplock) – Klos (C)
Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)
Tore: 1:0 Angeliño (29.), 2:0 Nkunku (47.), 2:1 Klos (75.)
Torschüsse: 15 / 14
Schüsse aufs Tor: 6 / 3
Passquote: 83% / 72%
Zweikampfquote: 52% / 48%
Laufleistung: 117,4 km / 119,6 km
Ballbesitz: 58% / 42%
Fouls: 14 / 15
Ecken: 6 / 7
Abseits: 3 / 1
Gelbe Karten: Orban (2), Kampl (2) / van der Hoorn, Lucoqui
Bes. Vorkommnisse Sørloth verschießt Foulselfmeter (73.)
Zuschauer: keine
Rumpelstilzchen
) wie Lautern, Schalke, Düsseldorf etc. die letzten Jahre einfach nichts auf die Reihe bekommen haben. Viele Auswärtsfans zu haben, bedeutet rein GAR NICHTS!!! Hier geht es immer noch um sportliche Leistungen. Das wüsste man, wenn man mal ab und zu auf's Spielfeld schaut und sich nicht oben hinter "den Linien" mit etwas anderem beschäftigt - vorausgesetzt, man interessiert sich WIRKLICH für diesen Sport und nicht nur für den ganzen Blödsinn am Rande...